00:00:03: Meine Eltern hatten wahnsinnig viel Mut.
00:00:06: Das habe ich ihnen tatsächlich gar nicht zugetraut.
00:00:13: Es ist nicht so, dass ich an Dingen festhalte.
00:00:17: Ich glaube das man als Künstler generell neugierig sein
00:00:20: muss.
00:00:23: Nach dem
00:00:24: Studium hört auch die Suche nicht auf.
00:00:26: Man sucht immer nach seinem Stil.
00:00:29: Man lernt jeden Tag oder mit jedem Schaffensprozess sich neu kennen.
00:00:40: Ich wollte es fühlen, anfassen und habe immer versucht meine Träume möglichst wirklich zu
00:00:46: machen.
00:00:51: Herzlich
00:01:12: willkommen bei mir zu Hause.
00:01:14: Du bist in Landau, in der Pfalz geboren, Sternzeichen Zwilling und als Einzelkind ab deinem fünften Lebensjahr in Würzburg aufgewachsen.
00:01:26: Deine Eltern sind beide renommierte Musiker und auch schon deine Großeltern übrigens beiderseits hatten eine große Leidenschaft für Oper und Gesang.
00:01:37: Dein Vater, Max Spermann, Jahrgang ¾ stammt aus Oberau.
00:01:42: Also gleiche in der Nähe bei Garmisch, wo übrigens auch mein Mann aufgewachsen ist.
00:01:48: Als er auf die Welt kam, also dein Vater nicht mal Mann war seine Mutter bereits vierzig Jahre alt und somit blieb er ein Einzelkind.
00:01:57: Sein Vater hatte im Krieg den Untergang des Lazarettschiffs Stäuben nur knapp überlebt.
00:02:04: Aufgrund seiner Frühbegabung trat er schon oft als Kind bei Konzerten auf, z.B.
00:02:12: auch im Schloss Elmau immer mit seiner Geige und später machte er sein Konzertdiplom bei Max Rostal in Bern.
00:02:21: Schloss sich freiberuflich dem Battoldi-Quartett an und verliebte sich in deine Mutter Annemarie, die eine ganz talentierte Chillistin war und sich dort vorstellte.
00:02:34: Die suchten nach jemand neuem.
00:02:37: Sie war in Nürnberg und in München-Griefelfing aufgewachsen, studierte Gesang, Klavier und Cello.
00:02:45: In München und in Rom.
00:02:48: Und deine Mami hätte eine große Solo-Karriere machen können.
00:02:53: Entschied sich aber dem Bartoll di Quartett so beizutreten, um näher deinem Vater zu sein?
00:03:00: und sie turten dann durch die ganze Welt.
00:03:03: Und der Erfolg ließ auch nicht lange auf sich warten, es folgten Engagements für Filmmusik zum Beispiel für Zelleste mit Eva Mattes Rundfunkaufnahmen deutscher Schaltplattenpreis Crompride Disc ein Schallplattenvertrag mit der renommierten EMI und beide wurden auch von der anerkannten Agentur Winterstein vertreten.
00:03:27: Deine Mutter bekam zudem eine Professur für Cello und Kammermusik in Karlsruhe.
00:03:32: Und dein Vater für Geige und Violine in Würzburg.
00:03:36: Zwischendrin haben sie noch geheiratet, ein Haus in Birkweiler an der Weinstraße gekauft, bei denen dann ganz viele Musiker ein- und ausgingen.
00:03:46: Sie haben dich bekommen!
00:03:48: Ich muss an dieser Stelle einmal kurz in die Gegenwart springen ... Weil ich es so schön finde, wie sich manchmal das Leben so fügt.
00:03:57: Du selbst bist nämlich keine Musikerin geworden, hast aber in Zweiter Ehe den renommierten Pratschisten Andreas Wilwohl geheiratet.
00:04:08: Ab morgen begleitest du ihn zusammen mit deinen Töchtern auf ein Musikfestival in Japan, welches er leitet und auch selber dort mitspielt.
00:04:19: Musst du dich manchmal zwicken?
00:04:22: Um zu begreifen, dass diese Fügung mit der Musik kein Märchen ist?
00:04:31: Ja.
00:04:31: Doch es kommt mir schon mehrchenhaft vor.
00:04:35: Denn ich habe das Gefühl... Andreas ist tatsächlich vom Himmel gefallen!
00:04:41: Es kam sehr unverhofft plötzlich ... kam dieser Blitz Und er stand vor meiner Tür und ich habe damit überhaupt nicht gerechnet, dass ich mich tatsächlich mal so in einen Musiker verliebe.
00:04:57: Da ich in meiner Kindheit wie klein war – tatsächlich die Musiker oder auch in der Pubertät und später noch als ich aus der Schule war – eher gemieden habe weil ich nicht so sein wollte wie meine Eltern!
00:05:12: Kommen wir jetzt wieder zurück zu deiner Kindheit.
00:05:15: Während deine Eltern auf Tournee waren, haben sich deine Großeltern hauptsächlich um dich gekümmert.
00:05:20: Manchmal sogar sechs Wochen am Stück.
00:05:24: Wie bist du denn mit ihrem Entschwinden zurechtgekommen?
00:05:29: Als Kind nicht gut.
00:05:32: Also als Kind, als Kleinkind ... Wenn man die Nähe seiner Eltern braucht, hab ich sehr gelitten.
00:05:39: Ich habe ... natürlich nicht begriffen, warum sie jetzt nicht da sind.
00:05:44: Ich konnte das noch nicht ganz verstehen und wir hatten dann Telefonzeiten ausgemacht.
00:05:50: Das war ja früher es gab keine Handy Es war niemand immer erreichbar Und dann haben wir telefonzeiten ausgemacht.
00:05:58: Dann hat die Verbindung nicht geklappt.
00:06:00: also Sie war zwar am Telefon meine Mutter aber sie konnte uns nicht erreichen weil Die verbindung nicht durchging.
00:06:05: das war auch für meine mutter sehr hart Und ich hab natürlich es nicht verstanden, hab bitterlich geweint.
00:06:12: Warum meldet sich die Mama nicht?
00:06:15: Es war für mich teilweise schon sehr dramatisch.
00:06:19: Als meine Eltern tatsächlich mal sechs Wochen an einem Stück nicht da waren, habe ich so eine Trauer entwickelt, dass ich dann auch Essen verweigert habe und meine Großeltern nicht mehr wussten was sie tun sollen.
00:06:33: Ich bin dann tatsächlich krank geworden und habe eine Lungenentzündung bekommen.
00:06:38: Und auch einer der ersten Erinnerungen, die ich in meinem Leben tatsächlich habe ist, dass ich Blut gebrochen habe.
00:06:45: Meine Großeltern waren wahnsinnig fürsorglich und liebevoll!
00:06:50: Ich hab sie auch sehr geliebt – aber die Eltern fehlen einem dann
00:06:53: doch.".
00:06:55: Damit du eine gute Schulbildung bekommst sind deine Eltern mit dir in nineteenhundert vierund achtzig?
00:07:01: Du warst fünf nach Würzburg umgezogen wo dein Vater ja auch für das Konservatorium tätig war.
00:07:08: Dort bist du in die erste Klasse gekommen und hast einige Jahre später so eine Leidenschaft für Zirkus, für Pferde entdeckt.
00:07:17: Du bist mit deinem Zirkuss, den du selber gegründet hast öffentlich aufgetreten.
00:07:22: Mit zwölf hast du dann ein eigenes Pferd bekommen.
00:07:25: Das stand hier bei deinen Großeltern in Oberau.
00:07:29: Später konntest du es aber zu dir holen nach Würzburg?
00:07:34: Hat dich diese magische Welt, also magisch vom Pferd, magisch von Zirkus her ein bisschen trösten können?
00:07:45: Ja es war auf der einen Seite ein Trost.
00:07:48: Eine Welt die ich für mich entdeckt habe.
00:07:51: aber auch parallel dazu bin ich in dieser Welt hinein aus rebellischen Gründen irgendwo ein bisschen weil ich den Gegensatz gesucht habe zu dem Leben meiner Eltern oder auch die Erwartung nicht von meinen Eltern jetzt direkt an mich, aber von Leuten, die bei uns ein- und ausgingen.
00:08:15: Immer die Erwartung ich würde auch Musik machen das wäre so selbstverständlich.
00:08:20: Und ich wollte was ganz anderes machen.
00:08:22: und ich habe dann den Zirkus für mich entdeckt und hab die Leidenschaft zu den Pferden schon immer gehabt.
00:08:28: Und wenn irgendwo ein Zirkus war, mussten wir da sofort hin.
00:08:33: Dieser Duft in der Manege von diesem Sägespene und das Licht und die Atmosphäre ... Das hat mich so in den Bang gezogen, dass ich alles mit dem Zirkuss ... Der musste nach Hause zu mir ins Haus.
00:08:51: Wir hatten einen Speicher, der war ... Leer, da war nichts drin.
00:08:55: Und dann haben meine Freunde und ich einen Zirkus gestaltet.
00:08:58: Wir haben eine Maneche gebaut ein Vertikalseil ein... ...und haben da unsere Programme inszeniert eingeübt mit den alten Kassettenrekordern wo man dann noch aus vom Radio aushält.
00:09:09: Oh
00:09:09: ja, ich erinnere mich!
00:09:11: Dann haben wir ein Lied gehört das hieß Varieté.
00:09:13: Wir ham's aber nicht richtig verstanden und haben Barriete draus gemacht.
00:09:17: unser Zirkuss hieß dann Barrieté.
00:09:19: Ich bin in diese Welt es war keine Flucht aber mir inszeniert, also meine eigene Welt.
00:09:29: Es hatte auch mit Kunst zu tun und mit Ausdruck.
00:09:32: Aber es war mein
00:09:33: eigenes.".
00:09:34: Du hast ja ... Da kommen wir dann später noch mal genauer drauf hier im Garten bei euch ein sehr großes wirkliches Zirkuszelt stehen?
00:09:43: Ja!
00:09:44: Also deine Träume von der Kindheit hast du zumindest ein bisschen in Form dieses Zeltes wieder mit dir mitgeführt.
00:09:53: Das war schon immer so, dass ich versucht habe meine Träume zu leben.
00:09:58: Ich wollte es nicht nur träumen, ich wollte es fühlen anfassen und habe immer versucht, meine Tröme möglichst wirklich zu machen.
00:10:09: Und somit auch der Zirkus!
00:10:11: Jetzt haben wir hier dieses Zirkuszelt – und ich glaube das hat damit wirklich zu tun -, dass ich einfach sehr intensiv davon geträumt habe und dann wird's Wirklichkeit.
00:10:21: Als du dreizehn warst, bekam dein Vater eine Erschöpfungsdepression.
00:10:27: Wurde in eurer Familie über so etwas offen gesprochen?
00:10:32: Oder war da nur plötzlich eine andere Stimmung
00:10:36: daheim?
00:10:37: Also ich habe das ... Da war ich Teenager natürlich schon gemerkt, dass mein Vater sich verändert hatte.
00:10:45: Also er konnte abends nicht mehr schlafen.
00:10:48: Er war überarbeitet.
00:10:53: Und dann hat sich das über die Wochen entwickelt, dass er einfach unruhiger wurde.
00:11:02: Es war für mich schwer zu sehen, weil Eltern sind ja immer eine Stabilität und Eltern haben alles im Griff.
00:11:10: Dann habe ich schon die Labilität meines Vaters spüren können und hab es auch miterlebt.
00:11:14: Ich wurde tatsächlich von der Schule ne Zeit lang befreit um diesen Druck ... Also Parallelschule, ich war glaube ich in der siebten oder achten Klasse.
00:11:27: Und eben diese Situation zu Hause da ein bisschen für mich auch den Stress rauszunehmen.
00:11:34: Es hat mich schon belastet es zu sehen wie's meinem Vater so schlecht geht und bin dann in das Haus meiner Großeltern nach Oberraum Abstand zu bekommen.
00:11:45: Mein Vater ... war in guter ärztlicher Behandlung und ist dann auch nach zwei, drei Monaten wieder genesen.
00:11:53: Also er hat dann wieder einen Weg gefunden diese Depression zum Glück relativ schnell wieder abzulegen und in den Griff zu bekommen.
00:12:05: Und dann bin ich auch Nach ein paar Wochen wieder nach Hause zurückgekommen Bin wieder in meine Schule und dann war der Alltag wieder sozusagen hergestellt.
00:12:15: aber es hat mich schon belastet, dass ich sehe das auch ein Erwachsener.
00:12:20: Wo man denkt es sind so stabile Säulen die Eltern, dass sie auch zerbrechlich sind und nicht immer konstant ihre Kraft haben und durchhalten.
00:12:36: Das hat mich dann irgendwo geprägt.
00:12:40: Ein Jahr vor deinem Abitur?
00:12:44: Hast du deinen Vater mal in den Ferien vier Wochen auf eine Konzertreise im Pazifik, auf dem Kreuzfahrtsschiff MS Europa von Neuseeland nach Tahiti begleitet?
00:12:57: Hast du dort Seiten deines Vaters kennengelernt die du vorher gar nicht kannteist.
00:13:04: Oh, muss ich überlegen ... Also, ich glaube, ich kannte ihn schon so denn!
00:13:12: Er war nur auf dem Schiff, hat nur geübt.
00:13:15: Hat sich der Musik zu tausend Prozent gewidmet und ich bin alleine die Landgänge gegangen und hab die Reise sehr genossen.
00:13:27: also deswegen hat er mich auch mitgenommen weil er sagte einer muss es genießen aber er nimmt seinem Beruf und seine Tätigkeit sehr ernst.
00:13:35: das hat sozusagen nochmal unterstrichen.
00:13:37: also ich habe ihn nicht neu kennengelernt das hat sich noch bestätigt Was ich von ihm kannte, dass er für die Musik zu hundert Prozent lebt und dafür alles gibt.
00:13:48: Aber ich hab's sehr genossen!
00:13:49: Ich war achtzehn, ich war dann auch froh, dass sich vielleicht alleine diese Ausschlüge machen kann.
00:13:54: Und wir waren abends beim Essen
00:13:55: zusammen.".
00:13:57: Du hast dir schon als Kind sehr viel gemalt?
00:14:01: Aber als du, da warst du ungefähr sechzehn, erstmals nach Nizza gereist bist, entflammte so die Liebe zur Kunst in dir.
00:14:12: Was war es, was dir dort klar wurde?
00:14:16: Das ist der Spirit, das ist so unglaublich!
00:14:19: Man atmet das mit der Luft ein.
00:14:23: Wir waren in Nizza, da bin ich gerade an meinem sechzentten Geburtstag.
00:14:32: Ich war in der Villa Renoir, ich war in la Fondation Mac.
00:14:35: Ich hab mir die Künstlerorte angesehen, St-Paul de Vence.
00:14:40: Ich bin durch diese Straßen geschlendert.
00:14:42: Ich war abends im Nizza an diesem Steinstrand und habe mir die Sonnenuntergänge angesehen und den wieder Mond aufgegangen ist.
00:14:51: Da war damals ein Vollmond, den werde ich nie vergessen.
00:14:54: Und diese ganze Atmosphäre südfrankreich ... Auch im Hinterland, alles zusammen.
00:15:02: Da ging so mein Herz auf.
00:15:04: Das war für mich vollkommen ... Ich hab mich da wohlgefühlt.
00:15:10: Ich war so inspiriert, im Garten von Renoir zu sitzen alleine der ja für die Öffentlichkeit zugänglich ist auch die Villa und dort zu zeichnen unter diesen tausend Jahre alten Olivenbäumen.
00:15:23: Es hat mich sehr geprägt!
00:15:27: Nach dem Abitur, neunzehntandtneuneinzig bist du nach Oberau gezogen und hast dir dort ein Atelier eingerichtet.
00:15:35: Also bei deinen Großenteilen nehme ich an oder irgendwo in der Nähe.
00:15:39: Es folgten erste Aufträge für Porträts von Personen, Pferden, Haustieren ... Dann hast du auch eine Ausbildung bei einem rumänischen Bildhauer in Würzburg gemacht.
00:15:51: Du warst in England Weil Lidget Minster.
00:15:54: in Ölmalerei und Karamik wurdest du da ausgebildet.
00:15:59: Dann hast du auch erste Ausstellungen vorbereitet, weiter ging es dann in die Künstlerwerkstätten von Pietra Santa.
00:16:08: Das nennt man auch das kleine Athin der Bildhauerrei.
00:16:12: Da hast du bei Elisa Corsini gelernt.
00:16:15: Und schließlich ab zwei Tausendzwei mit dreiundzwanzig dann dein Studium an der Akademie der Künste in München begonnen.
00:16:23: Gab es damals neben all dieser Leidenschaft für die Kunst und für die Pferde auch eine Leidenschaft für Männer?
00:16:33: Und wie fühlte sich denn dein Frau sein, und deinen Frau werden an?
00:16:40: Also wenn ich jetzt meine Töchter sehe ... Die eine mit fünf, die andere mit elf sind die schon viel weiter als ich da früher war.
00:16:50: Das ist erstaunlich!
00:16:51: Ich denke mir dann immer ach du meine Güte wie war ich mit elf oder fünfzehn?
00:16:57: Ich war ein Spätentwickler und mich haben noch ganz andere Sachen interessiert.
00:17:04: in dem Alter dann so langsam mit sechzehn habe ich dann Liebesbriefe bekommen in der Schule und Ich hab mich da auch geschmeichelt gefühlt.
00:17:15: Und ich fand manche Jungs auch ganz süß, aber das wirklich Interesse oder dass man etwas zugelassen hat Oder auch einem Date gefolgt ist Das kam dann erst viel später.
00:17:29: Ich war dann so um die zwanzig Dass ich dann gesagt habe
00:17:34: ja
00:17:35: jetzt könnte ich vielleicht mal mit jemandem ausgehen.
00:17:40: Und ja, die Männerwelt natürlich ist die wichtig!
00:17:44: Also ... Ich habe meinen ersten Freund feste Beziehungen im Jahr two-tausend zwei dann auch erst gehabt, mit dem ich dann zusammengewohnt hab in der Zeit lang.
00:18:00: Diese Beziehung hat zwei Jahre gedauert.
00:18:02: Da
00:18:02: warst du dann so dreiundzwanzig?
00:18:04: Genau, genau!
00:18:05: Was
00:18:05: gab es bei dir?
00:18:05: also nicht diese, dies bei mir schon ab vierzehn gab, diese Flaschendrehpartys oder die Matratzenpartys wo man den Jungs sagen konnte okay mit der Hand darfst aber nur unter dem Pulli bis dahin und nicht in die Richtung und ich in die richtung und man hatte immer dieses Sploose getanzt oder geschwuft.
00:18:25: nannten wir das Gab's bei dir gar nicht?
00:18:29: Doch, natürlich.
00:18:30: Ich glaube das macht jeder.
00:18:32: Kann doch sein, dass du da nicht hingegangen bist oder so!
00:18:35: Ja
00:18:35: stimmt also es war schon so, dass vielleicht teilweise auch ein paar davon ausgeschlossen waren aber ich durfte anscheinend doch auch mit dabei sein.
00:18:43: und ja natürlich gab's das im Schulanteim in der Mittelstufe oder
00:18:49: naja
00:18:51: das ist natürlich war das mit.
00:18:53: dabei habe ich auch erlebt
00:18:55: War nicht so dein Mittelpunkt?
00:18:57: Nein, war es nicht.
00:18:59: Ich war ein Pferdemädchen bis ich ... Das war mein Lebensmittelpunkt und meine Leidenschaft, bis ich das Kunststudium angefangen habe.
00:19:09: Und da haben manche Jungs leiden müssen, dass ich mit ihnen nicht ausgegangen bin.
00:19:13: Weil die Priorität tatsächlich im Pferdestall lag bei meinem Pferd.
00:19:16: Also wenn Eltern jetzt zuhören und junge Kinder haben sollen sie am besten ihren Kindern zum Reiten schicken oder einen Pferdschenken damit es sich nicht zu früh mit den Männern einlässt?
00:19:28: Ist definitiv eine Lösung!
00:19:31: Kurz vor deinem Beginn des Studiums Hast du hier von den Landwirten umgarmisch herum, mit denen du ganz viel Kontakt hattest, erfahren das in Murnau am Staffelsee die denkmalgeschützte Velaritwies versteigert werden soll?
00:19:47: Also in der wir jetzt hier sitzen.
00:19:50: Die wurde in drei von dem berühmten Willenarchitekten Emanuel von Seidel für eine Münchner Brauereifamilie gebaut und stand dreißig Jahre leer.
00:20:01: Zusammen mit deinen Eltern hast du dann dieses komplett mit Ehefäu bewachsene Haus angesehen.
00:20:09: Und deine Mutter und du haben sich total verliebt
00:20:12: sofort.".
00:20:13: Deine Mami hat lange recherchiert, überhaupt rauszufinden, wem das gehört.
00:20:18: Der ist aber nie ans Telefon gegangen.
00:20:21: Sie hat nicht aufgegeben und schließlich doch den Kontakt zu der Bank hergestellt, die es nämlich versteigern wollten ... Und nach Verhandlungen haben dann deine Eltern überlegt, wie sie das finanziell stemmen könnten.
00:20:36: Schließlich haben die alles auf eine Karte gesetzt und ihr Ferienhaus in England, das Haus in Würzburg und das Haus deiner Großeltern in Oberau – ich nehme an, dass die verstorben waren und nicht umziehen mussten – verkauft.
00:20:49: Und dann eben diese Villaritwies, in der wir gerade sitzen, am XXIII.
00:20:54: Mai, zwei Tausend Zwei gekauft.
00:20:57: Und wegen ihrer Professur in Würzburg sind dann deine Eltern immer so ein bisschen gependelt und du hast dort während deines Kunststudiums da zwar deine zwei Pferde, und noch drei von diesem damaligen Freund einem Hofschmied untergebracht.
00:21:14: Unter der Woche aber in der Künstler-WG in München gelebt.
00:21:19: Wurdet ihr oder du in erster Linie als sogenannte Zugereiste von den Mornauern überhaupt akzeptiert?
00:21:30: Oder wart ihr für sie so ein bisschen die Bonzen, die Neureichen aus Würzburg.
00:21:35: Die jetzt hier sich so ein riesiges Anwesen mit Waldpferden, Zebos scharfen, ziegen Musik und Kunst anschaffen und mal so'n bisschen auf cooles Landleben machen
00:21:48: wollen?".
00:21:51: Das hört sich gut an!
00:21:54: Nein, so was nicht.
00:21:55: Also es ist tatsächlich so dass das Haus ja wie du schon sagst das dreißig Jahre lang leer stand.
00:22:01: Es hätte ja jemand kommen können die Chance gab's und ich glaube wir waren dann doch zur rechten Zeit am rechten Ort Und man darf sich das jetzt gar nicht so luxuriös vorstellen.
00:22:14: also es war tatsächlich etwas was man sich im ersten Moment vielleicht sogar antut.
00:22:20: Es war jetzt nicht so, da zieht man ein und lebt komfortabel.
00:22:25: Sondern meine Eltern hatten wahnsinnig viel Mut.
00:22:29: Das hab ich ihnen gar nicht zugetraut.
00:22:31: Ich hab sie ja darauf angesetzt und dachte mir ... So, ich kann davon träumen!
00:22:37: Ich kann's nicht stemmen, aber ich kann meinen Eltern davon
00:22:40: erzählen.".
00:22:41: Und die waren natürlich auch meiner Mutter schockverliebt.
00:22:46: Aber es war so das ... dieses Haus ja nicht bewohnbar war in dem Zustand, indem wir es gefunden haben oder in dem wir es dann angesehen haben.
00:22:59: Sondern Efeu bis unter das Dach.
00:23:02: Es war innen ein Zustand die Türen waren teilweise kaputt.
00:23:08: Die Zimmer waren voll gemüllt, teilweise gemixt mit Kunstwerken und alten Möbeln.
00:23:15: Und Friedhöfe von Fliegen und Mäuse.
00:23:21: Der vorherige Besitzer war etwas messig und war schon älter und hatte das nicht mehr so im Griff.
00:23:27: Es war sehr chaotisch und hatte nur noch manche Zimmer als Archiv genutzt.
00:23:33: Also es war sehr abenteuerlich.
00:23:35: Und es gab keine Heizung.
00:23:37: Es gab die Kachelöfen, aber es gab nicht.
00:23:42: Die Elektrik und die Wasserrohre musste man ja alles wieder neu renovieren von Grund auf.
00:23:49: Die Frage war schon, wer macht so was?
00:23:54: Musiker und Künstler, die einen romantischen Gedanken haben, der so viel Fantasie auch vielleicht mit reinbringt.
00:24:03: Dass man die Arbeit irgendwie auf sich nimmt – das geht schon irgendwie!
00:24:09: Und dann haben wir den Zuschlag bekommen.
00:24:12: Auch natürlich weil wir eine Musikerfamilie sind.
00:24:17: Wir haben gesagt, wir wollen hier eine Kulturstätte draus machen.
00:24:20: Es ist denkmalgeschützt und das war auch ganz in unserem Sinne.
00:24:23: Weil wir lieben es so wie es ist, wir wollten gar nichts verändern.
00:24:28: Es gab tatsächlich auch schon Interessenten die viel verändern wollten oder die vielleicht diesen Luxus eines Pools haben wollten oder einer Tiefgarage unter dem Haus und da ich weiß nicht was machen wollte aber genau das hat uns zugesagt dass es ist wie es isst.
00:24:46: Wie viele Quadratmeter hat eigentlich das raus?
00:24:49: Das Haus hat tatsächlich über fünfhundert Quadratmetern knapp.
00:24:53: Ja,
00:24:53: und glaub ich, achtzehn Zimmer oder so, gell?
00:24:56: Ja,
00:24:56: fünfzehn, glaube
00:24:57: ich.
00:24:58: Nur damit die Hörer sich das ein bisschen vorstellen können.
00:25:01: Weil es ist ja dann nicht einfach mal eine kleine Bude, die man schnell renoviert.
00:25:06: Sondern es hat auch gedauert bis es so schön geworden ist wie's jetzt aussieht.
00:25:13: Du hast sechs Jahre lang Kunst studiert und erst Jahrzehntein dein Diplom gemacht.
00:25:19: Warum so lange?
00:25:21: Und hast du eigentlich schnell währenddessen deinen Stil
00:25:26: gefunden?".
00:25:29: Ich glaube, man sucht immer nach seinem Stil und ist immer auf der Suche.
00:25:36: Also ich glaub das hört auch nach dem Studium nicht auf.
00:25:38: deswegen kann ich sagen dass es jetzt in dem Sinne was meine Künstlerische Tätigkeit angeht nicht.
00:25:45: Wichtig war, ob ich jetzt ... Ich war ja in dem Schaffungsprozess im künstlerischen Leben mittendrin.
00:25:56: Während des Studiums hat man eine Entwicklung, wo man noch mehr auf der Suche ist.
00:26:03: Aber man findet dann schon seinen Weg während des Studium und macht weiter.
00:26:11: Aber nach dem Studium hört auch die Suche nicht auf.
00:26:13: Es war ein fließender Übergang.
00:26:15: Studium zum Beruf, also zum künstlerischen freischaffenden Leben und deswegen hab ich natürlich versucht so lange wie möglich auszukosten.
00:26:25: Auch das Studium, solange wir möglich laufen zu lassen.
00:26:30: Ich habe selber einige Freunde, deren Töchter oder Söhne eben auf dieser ... Akademie der Künste in München studiert haben.
00:26:41: Und mir ist von außen ein bisschen aufgefallen, auch die machen ja da auch immer jährlich so eine Ausstellung wo man hingehen kann was sehr interessant ist.
00:26:53: und mir ist ein bisschen aufgefallen dass ich immer wieder höre ja bekommt darauf an welchen Professor du hast Da bei dem einen darf man das nicht so und der andere mag das nicht.
00:27:09: Das irritiert mich dann, weil ich male auch.
00:27:12: Allerdings kann ich normalen, wenn es mir schlecht geht.
00:27:14: insofern habe ich schon lange nicht mehr gemalt.
00:27:17: Weil ich glücklich verheiratet bin.
00:27:19: aber ich glaube dieses kontrolliert werden oder in eine Richtung geschoben werden... ...das ist doch etwas was man eigentlich als kreativer Mensch gar nicht ertragen kann.
00:27:33: Also wie ging es dir denn damit, dass du schon in deinen Anfängen vielleicht den einen oder anderen Kommentar mal so bekommen hast von deinen Professoren?
00:27:45: Die dann vielleicht sagen, ach das ist überhaupt noch nicht die richtige Richtung.
00:27:49: aber das Kunst ist doch nur ein Ausdruck von dir!
00:27:54: Das kann man doch eh eigentlich nicht beurteilen.
00:27:58: Ja ich glaube Dass es auch wichtig ist, dass man sich mit diesen Dingen auseinandersetzt.
00:28:10: Darum geht es aber trotzdem nicht von seinem Weg abbringen lässt.
00:28:16: Schon zu hinterfragen was man tut und das in den Kontext bringen und seine Inhalte durchleuchten oder selber mal überdenken ... um dann noch einen klareren Weg zu finden für sich selbst.
00:28:30: Also genau um diese Auseinandersetzung, glaube ich geht es in der Akademie die Konfrontation mit anderen Sichtweisen eben von den Professoren.
00:28:41: oder natürlich nehme ich mir diese Ratschläge auch zu Herzen zwar nicht so dass sie meine Inhalte in dem Sinne komplett umwerfen aber ich reflektiere es nochmal und versuche neuen Weg zu finden, aber versuchen wir trotzdem treu zu bleiben.
00:29:01: Und ich glaube ... dass es wichtig ist in der Akademie den Weg durch die Akadomie etwas zu finden.
00:29:13: Dass man sich gerne damit treu bleibt, womit man sich wohl fühlt.
00:29:17: Also das so herauszufiltern dafür finde ich ... ist die Akademie schon gut gewesen.
00:29:24: Aber es könnte ja auch den einen oder anderen, der vielleicht nicht ganz diese Stärke hat,
00:29:30: auch brechen?
00:29:32: Ja ich glaube das kann passieren aber vielleicht sind dann doch die Zweifel ... die Selbstzweife dann doch zu groß.
00:29:42: also... Ich hab oft erlebt, ich auch am Anfang war ich so jung war wo ich mit dem Studium angefangen habe mich schon auch sehr berührt und ich war auch sehr manchmal verunsichert.
00:29:59: Bis ich gemerkt habe, wenn ich etwas finde was ich verteidigen kann dann wird es auch akzeptiert weil ich dann eine Geschichte erzähle die aus meinem Innersten kommt mit Überzeugung.
00:30:20: Ich glaube, dann kann man sein Gegenüber überzeugen.
00:30:24: Das heißt, man lernt während des Studiums auch sehr viel über sich selbst?
00:30:29: Auf jeden Fall!
00:30:32: Man lernt immer über sich selber.
00:30:35: Im Kunststudium kann man es nicht trennen, ob das Studium ist oder das künstlerische Schaffen.
00:30:43: Man lernte jeden Tag oder mit jedem Schaffensprozess neu kennen.
00:30:50: Sie verliebt sich in einen sehr gut aussehenden BWL-Studenten, aus Elwangen.
00:30:56: Dessen Eltern Pferdekunst sammelten und deshalb mit ihm zu einer Deine Ausstellungen kamen?
00:31:03: Du hast ihn sehr spannend gefunden und drei Monate später machte er dir bereits ein Heiratsantrag!
00:31:09: Weil du gleich Jahr gesagt hast, wurde umgehend die Hochzeit für zwei Monate später hier in Murnau im Familien- und Freundeskreis geplant und vorbereitet.
00:31:20: Aber zwei Stunden vor der Trauung hast du deinen zukünftigen Beiseite genommen und ihm gesagt ... Ich kann dich jetzt doch noch nicht heiraten!
00:31:31: Dann hast du beim Standesamt angerufen.
00:31:33: alles gekänzelt Und er war natürlich schwer gekränkt, beendete eure Beziehung und wollte auch keinen Kontakt mehr mit dir.
00:31:43: Was war denn da zwei Stunden vor der Hochzeit plötzlich in dich gefahren?
00:31:49: Das Bauchgefühl wurde zwei Stunden vorher sehr intensiv.
00:31:54: Aber dieses Bauch-Gefühl hatte sich schon etwas vorher aufgebaut.
00:31:59: Ich glaube ... dass man da Goethe zitieren kann, vielleicht drum prüfe wer sich ewig bindert.
00:32:06: Es ging ja dann doch alles recht schnell und wir kannten uns noch nicht so lange Und ich dachte mir eigentlich sollten wir uns noch länger kennenlernen.
00:32:18: Mein Vater hat es dann auch bestätigt sozusagen und mich ermutigt.
00:32:24: der kam dann weil ich natürlich völlig schon fertig war nachdem Ich die Hochzeit abgesagt habe.
00:32:28: das hat mich tief getroffen, dass ich so was mache und habe mich aber trotzdem gesagt.
00:32:37: Ich muss auf mein Bauchgefühl
00:32:39: hören.".
00:32:40: Und mein Vater, der sonst nie irgendwie sich einmischt oder was sagt?
00:32:49: Weil er vielleicht auch Konfliktscheu war, kam dann zu mir, hat sich zu mir aufs Bett gesetzt.
00:32:59: Ist doch kein Problem.
00:33:00: Ihr habt noch ganz viel
00:33:02: Zeit.".
00:33:03: Das hat mich so getröstet, mein Vater war nicht oft für mich da aber in solchen Momenten hat er mir eine unglaubliche Stütze gegeben und es hat mich auch über den Tag hinweg gerettet.
00:33:19: Drei Jahre später, im Jahr seven meldete sich dein fast Ehemann plötzlich wieder bei dir ... Und es begann so eine bisschen anstrengende On-Off-Beziehung.
00:33:31: Er wohnte inzwischen in Frankfurt, hatte einen eigenen Pullo Club, besaß mehrere Pullopferde mit denen er auch Turniere spielte und betrieb dort auch Autobahnraststätten.
00:33:43: Ebenfalls im Jahr seven gab es hier bei euch ein verheerenden Hausbrand wegen Brandstiftungen Und ihr musstet das erst mal ein Jahr lang wieder renovieren, um überhaupt da wieder einziehen zu können.
00:33:59: In diesen schweren Zeiten wolltest du auch nicht noch so eine feste Partnerschaft und dich nicht wirklich kummitten, nicht zusammenleben oder heiraten.
00:34:09: Aber dein Fast-Ehe-Mann von damals ließ nicht locker!
00:34:14: Und schließlich zog er durchs Jahrhundnein doch mit sechs Polupferden hier nach Murnau.
00:34:22: Und da hast du auch deine Liebe zum Polo-Spielen entdeckt.
00:34:27: Zwei Tausendzehn wurde dein euer Tochter Ella geboren und einige Wochen vorher habt ihr noch schnell geheiratet.
00:34:34: Hattest du denn vor diesem zweiten Termin beim Standesamt?
00:34:39: Auch wieder das Gefühl, du musst schnell weglaufen?
00:34:42: Nein, da nicht!
00:34:44: Also ich war auch in siebten Monaten schwanger.
00:34:47: Ich wollte eine Familie ... Das ist einfach dann auch der Wunsch, okay wir haben diesen Schritt gemacht.
00:34:55: Jetzt gehören wir auch
00:34:56: zusammen.".
00:34:59: Du warst nun bereits einunddreißig Jahre alt?
00:35:03: Hattest endlich deinen Kunstdiplom wie gesagt in der Tasche?
00:35:07: Erwarbs dann dieses erste Zirkuszelt für Events was ich jetzt auch da draußen steht bzw dass es neu ist.
00:35:14: das andere ist mal eingestürzt wegen zu schwerem Schnee Und die Aufträge für deine Pferdetratskulturen und deine Ausstellungen mehrten sich.
00:35:25: Deine Eltern unterstützten dich zwar finanziell, aber dennoch musstest du mit deinem Mann dieses ganze Anwesen hier mithaustieren, wiesen, weiern Wäldern ganz ohne Angestellte stemmen was wahnsinnig viel Arbeit
00:35:41: war.".
00:35:42: Eines Tages kam dein Mann auf die Idee, mit eurer fünf Monate alten Tochter für drei Monate nach Uruguay zu reisen.
00:35:50: Um dort nach einer Finker zu suchen?
00:35:53: Er hatte sich so geträumt, dass man vielleicht ein zweites Stand beim Ausland aufbauen könnte ... und da dann auch viel Zeit verbringt.
00:36:02: Letzten Endes wurde es keine Finger in Uruguay, sondern eine in der Dominikanischen Republik, die ihr hier gekauft habt und dort mehrere Monate verbrachtet.
00:36:14: War das eigentlich alles auch dein Traum?
00:36:21: Ich war neugierig!
00:36:23: Es ist nicht so, dass ich an Dingen festhalte ... Generell neugierig sein muss.
00:36:32: Und ich war damals sehr mutig und auch risikobereit, also er hat mich schon auch neugirig gemacht.
00:36:41: Ich hab mir gedacht ... Ich habe immer so Herausforderungen gebraucht, dass ich sage, ich kann mich auf was Neues einlassen.
00:36:50: Ich war jung und ich war voller Kraft Mir gedacht, ich schaff das.
00:36:57: Das war eine eigene Herausforderung auch, die ich mir stellen wollte.
00:37:01: und natürlich ist es schön wenn man auf Reisen geht.
00:37:08: Dann sind wir in die Karibik und haben dann diese Finger entdeckt.
00:37:20: Ich war froh, dass es nicht Uruguay wurde.
00:37:23: Uruguays noch weiter weg.
00:37:25: Ich hab schon überlegt, wie man diesen Spagat machen kann zwischen Deutschland und der Republik?
00:37:32: Und ich dachte mir ... Die Finca da oben in den Bergen.
00:37:35: Ich habe Platz, ich kann arbeiten.
00:37:37: Ich sah mein Atelier da.
00:37:41: Ich fand die Leute da auch so ganz nett.
00:37:44: Und dachte mir ja, das ist eine Möglichkeit halb-halb!
00:37:48: diesen Kompromiss, ich kann auch in Flieger steigen.
00:37:51: Bin auch sechs Stunden später zu Hause war für mich in Ordnung
00:37:58: Aber dein Traum war es nicht das war schon sein Traum.
00:38:05: Also in der Partnerschaft ist es ja manchmal so dass man auch dem Mann den man liebt So ein bisschen was zum Gefallen macht.
00:38:12: also Ich gehe z.B.. Auch manchmal übertrieben.
00:38:15: Einmal war ich mit meinem Mann auch beim Zelten weil ihm zuliebe, aber das haben wir dann jetzt sein lassen in den letzten zwanzig Jahren.
00:38:24: Weil es eben nicht so ganz meins ist.
00:38:26: Aber ich kann mich noch erinnern als ich da das erste Mal in diesem Zelt lag und das letzte mal, dass ich dann so dachte, na ja, das halte ich schon durch!
00:38:36: Das schaff' ich schon wenn's ihn glücklich macht.
00:38:40: Also dieses... Das weiß ja nicht, dass man sich aufgibt.
00:38:44: Aber dass man es vielleicht auch macht, weil man spürt, das ist ein anderes Schönfindet?
00:38:53: Ich wollte ihn definitiv glücklich machen und dachte mir auch ... ich kann parallel dazu auch glücklich sein.
00:39:04: Ich kann auch was finden, was mich glücklich macht.
00:39:07: Es ist natürlich spannend, etwas Neues kennenzulernen.
00:39:13: Ich glaube, es hat mit der Beziehung an sich zu tun wie weit man gehen will.
00:39:19: Wir hatten ... Es ist nicht leicht!
00:39:21: Wir haben schon immer wieder gekämpft und man hat immer wieder versucht einen Weg zu finden um es besser zu machen.
00:39:31: Um dem anderen was Gutes zu tun.
00:39:35: Und ich glaube die Karibik wenn wir diese Beziehungen Stabil gewesen wäre, wären wir da auch wahrscheinlich viel länger geblieben.
00:39:49: Aber wir hatten dort schon auch unsere Dramen und ich habe wirklich glaube ich alles probiert.
00:39:59: also ich hab schon nicht leicht aufgegeben Und irgendwann kommt man dann doch an den Punkt Es ist nämlich leider gescheitert dieses Projekt dass man sagt Man muss akzeptieren, dass dieses Projekt nicht geklappt hat.
00:40:21: Obwohl der Wille absolut da war!
00:40:25: Ihr habt euch ja dann in den Kurzen kurz mal getrennt, seitdem habt ihr euch versöhnt... ... und im Jahr zwei Jahrzehnte wurde eure zweite Tochter Kimba geboren.
00:40:35: Da ihr jetzt die Idee hattet, euer Leben mal ganz zu ändern… nämlich nach Südfrankreich zu verlegen, habt ihr eure Pferde hier in Murnau verkauft und seid nach Nizza gezogen.
00:40:48: Deine Eltern waren inzwischen pensioniert und schlossen sich eurem etwas radikalen Schritt an.
00:40:55: Sie verkauften dann im Herbst, hier die Velaritwies, an eine Stiftung.
00:41:02: Du konntest deine Skulpturen Gott sei Dank hier
00:41:04: belassen.".
00:41:05: und zogen, zu euch nach Nizza ins Gästehaus.
00:41:12: Deine ältere Tochter kam dort in die internationale Schule.
00:41:15: Du hast dir ein eigenes Atelier in eurem neuen Zuhause eingerichtet.
00:41:20: Warum wolltest du damals nicht hier in Murnau bleiben oder zumindest in Deutschland bleiben?
00:41:29: Was hast du dir anderswo
00:41:31: ersehnt?".
00:41:33: Also ich wollte ... eigentlich schon in Deutschland bleiben, muss ich so ganz ehrlich sagen.
00:41:41: Aber ich habe einen Weg gesucht um mit meinem Mann ein Leben zu leben und er wollte nicht gerne in Deutschlandbleiben.
00:41:55: Und da die Karibik gescheitert ist – und ich immer diese Sehnsucht nach Südfrankreich auch hatte Mein Vater hatte auch schon seit der Kindheit eine Beziehung zu Nizza und zwar eine sehr schöne, weil sein Vater mit ihm auch dort oft war.
00:42:11: Weil mein Vater dort Kurse hatte – Geigenkurse!
00:42:15: Und er hat gesagt, er hat auch mit seinem Vater da so wunderschöne Stunden verlebt, saß auch mit ihm unten am Strand.
00:42:23: Es hat ihn auch schon sehr geprägt.
00:42:25: Und mich hat es dann auch so geprägt, weil ich mit meinem Vater in Nizza war.
00:42:31: Mich sechzehn war.
00:42:33: Es hat mich nicht mehr losgelassen die Liebe zu diesem Küstenabschnitt und ... Dann hab' ich gesagt also wenn ich hier noch mal weggehe von Murnau, dann nur Südfrankreich!
00:42:47: Weil da mein Herz auch irgendwie seit dem ersten Treffen nie wieder auch los gelassen hat.
00:42:57: Und dann sind wir da runtergezogen.
00:43:02: Das war ... Im Oktober vierzehn haben wir das Haus gefunden und gekauft, auch wieder unter dem Aspekt oder natürlich unter dem neuen Aspekt, dass meine Eltern wahrscheinlich nachkommen werden.
00:43:21: Und das war wirklich dieser Schnitt.
00:43:26: War das auch wieder ein Haus, was sie erst mal renovieren musste?
00:43:31: Wir haben ja so Fable für schöne alte Häuser.
00:43:36: Die Renovierungsbedürftig sind.
00:43:39: Das hat sich durchgezogen wie in roter Faden.
00:43:41: Es war immer viel Arbeit.
00:43:43: Also es war jetzt kein Haus, das am Markt schnell wegging.
00:43:47: Aber es war auch wieder eine Haus ... Was die Leute schnell verkaufen wollten und ... dass uns deshalb auch in die Hände etwas gespielt hat.
00:43:59: Aber es war auf jeden Fall ein Haus mit Blick ins Hinterland, was wunderschön ist.
00:44:08: und dann ist man am Coll de Ville-Franches zwei bis dreihundert Meter ums Eck und dann hat man's mehr gesehen.
00:44:19: oder in den Park Vinicret konnte man hochlaufen.
00:44:22: also das war Ein toller Platz, aber das Haus war arbeitsintensiv.
00:44:27: Also es war kein Haus, wo man auch eingezogen ist und die Füße hochgelegt
00:44:32: hat.".
00:44:34: Nur einige Monate nachdem deine Eltern zu euch nach Nizza gezogen waren bekam dein Vater im Herbst-Werzeiten eine Darmkrebsdiagnose.
00:44:45: Gleichzeitig zerbrach eure Ehe.
00:44:48: Dein Vater musste in eine Klinik nach Würzburg, wohin ihn seine Mutter begleitete ... Du hast die Scheidung eingereicht und bis zum Jahr hier in einer Erbchen-Bee-Wohnung nach Murnau gezogen.
00:45:02: Die ging es gar nicht so gut, aber in dieser Zeit hast du auch erfahren, dass die Stiftung, die deinen Eltern wie ein gutes Jahr zuvor abgekauft hatte, diese nun doch nicht unbedingt behalten wollte?
00:45:21: Was war es, was dich und deine Mutter sofort dazu bewegt hat mit der Stiftung eine Rückabwecklung des Kaufes zu vereinbaren?
00:45:31: Um dort wiederzuleben.
00:45:34: So als wäre eigentlich nie was
00:45:36: passiert.".
00:45:39: Ja das waren ja.
00:45:40: da haben sich die Ereignisse überschlagen.
00:45:43: also ich habe mich von meinem Mann getrennt und nach auch dem zweiten und dritten Versuch Und bin wieder zurück nach Deutschland.
00:45:54: Hab erst bei Freunden gewohnt mit den Kindern, dann hatte mein Vater die Dame Krebsdiagnose ist mit meiner Mutter nach Würzburg weil er dort an der Uni behandelt wurde.
00:46:04: Parallel dazu also es sind so viele Zufälle aufeinandergepralt.
00:46:10: in dieser Zeit hat sich Die Stiftung gemeldet und Es war die Rede von Rückabwicklung.
00:46:20: diese Option stand im Raum.
00:46:23: Dann hab ich mit meinen Eltern gesprochen.
00:46:27: Und natürlich war das für uns eine unglaubliche Fügung, dass wir sozusagen wieder zurück sind und wieder ein Zuhause hatten – das alte Zuhauser.
00:46:43: Und ich denk mir irgendwo war es kein Zufall, weil dieser Rückabwicklungstermin und das war das gleiche Datum der XXIII.
00:46:56: Mai wie damals, wo wir es zum ersten Mal erworben haben.
00:47:03: Das ist ein Zeichen!
00:47:05: Und
00:47:07: dann hatten wir eine Möglichkeit, dass mein Vater wieder zu Hause einen Rückzugsort hatte für sich, wo er seine Krankheit ... Wo er sich pflegen konnte.
00:47:23: Wir alle hatten irgendwie einen Frieden, ich konnte ... Es war auch die Zeit, wo die Älter eingeschult wurden und kleine Kindergarten kamen.
00:47:31: Und es war wieder so ein geregeltes Leben.
00:47:35: nach den ganzen Turbulenzen hat das sehr gut getan.
00:47:40: War denn diese Wiederaufnahme deines alten Lebens jetzt zwar mit zwei Kindern und keinem Ehemann mehr Ein einfaches für dich?
00:47:51: Und konntest du hier auch wieder in die Kreativität und in die Inspiration kommen?
00:47:59: Also ich war schon auch überrascht, in welche Kraft ich gekommen bin.
00:48:06: Ich habe mich wieder gefunden.
00:48:08: Ich hatte das Gefühl, in dem Moment ... Ich hatte es schon probiert bis zur Selbstaufgabe diese Ehe zu retten.
00:48:16: Aber dann habe ich wieder bei diesem Neuanfang Also habe ich gemerkt, dass ich eine unglaubliche Energie entwickelt hab wieder mein Leben zu gestalten.
00:48:36: Ich bin in einen Arbeitsrausch geschleudert worden und habe also Kunst produziert und Skulpturen gebaut und das mit den Kindern gemanagt.
00:48:46: Und ich hatte irgendwie Energien auf einmal.
00:48:49: wo ich mir heute denke wie habe ich das gemacht?
00:48:52: Ja du hast ja auch!
00:48:57: Also du hast ja wirklich auch diese Vision, die du hattest ... also eine Kulturstätten aufzubauen.
00:49:17: Du hatttest ja auf einmal Energie ohne Ende!
00:49:22: Ja, es war einfach die Zeit reif.
00:49:25: Dann diese Vision, die ich ja hatte hier damals auch schon wo wir hier eingezogen sind jetzt wirklich in die Tat umzusetzen.
00:49:33: also Ich konnte es nicht mehr dann erwarten möglichst schnell auch teilweise was nachzuholen und Hatte so eine Freude daran auch zu sehen und zu spüren dass die Leute begeistert sind viele künstler irgendwie hier auch gefesselt sind von der Atmosphäre, von der Umgebung.
00:49:56: und das hat so ein Flow bekommen.
00:49:58: So eine Selbstständigkeit und der Künstler hat seinen Künstlervreund mitgebracht und es war auf einmal hier so einen Künstlers Treff und Austausch und mit vielen Energien und Ideen und jeder hat was dazugegeben und dann können wir das so machen und so und dann hatte's so richtig Fahrt aufgenommen.
00:50:21: Man hat sich gegenseitig inspirieren können.
00:50:24: Selbst die Leute, Künstler, die von außen kamen hier zum ersten Mal waren, haben gesagt, sie kommen wieder!
00:50:30: Sie fühlen sich an diesem Ort so inspiriert.
00:50:33: Es ist schön und natürlich machen sie was.
00:50:35: Und sie singen was oder spielen was.
00:50:38: oder bildende Künstlern ja und haben zusammen Ausstellungen gemacht.
00:50:46: Das war unglaublich...
00:50:50: Also du warst sozusagen eine glückliche, energievolle Single-Mom.
00:50:56: Ja!
00:50:57: Doch im Herbst, aus dem Jahr zwei Tausend Achtzehn hast Du so einen kleinen Dämpfer erfahren weil Du gesagt bekommen hast von Deinen Ärzten dass Du Blutkrebs hast was sich aber als Fehldiagnose herausstellte.
00:51:12: Wie hatte ich denn dieser Moment verändert?
00:51:16: Auch wenn er natürlich nur ein Kurzer war.
00:51:20: Ich bekomme jetzt gerade wieder einen leichten Schüttelfrost, wenn ich das höre.
00:51:26: Weil mir hat es wirklich dem Boden unter den Füßen weggezogen.
00:51:29: Also ich war da wegen der Routineuntersuchung weil ich so ein Ausschlag hatte im Gesicht und habe eine empfindliche Haut.
00:51:36: Und dann war dieses große Blutbilden, dann rief der mich an und ich solle bitte in die Praxis kommen.
00:51:41: Er kann mir das nicht am Telefon
00:51:42: sagen.".
00:51:43: Dann saß ich da und meinte er, ich hätte ein Plasmozyktom.
00:51:47: Wenn er mir das nie gesagt hätte, würde ich gar nicht wissen was das ist.
00:51:51: Das ist nicht schön!
00:51:53: Und Krebsart... Und dann saß ich da und wusste nicht mehr, was ich machen soll.
00:51:59: Ich hab an die Kinder gedacht, die müssen ohne ihre Mutter aufwachsen ... Die Welt ist zusammengebrochen.
00:52:04: Ich habe meine Mutter angerufen und gesagt, kannst du mich bitte holen?
00:52:07: Ich kann nicht mehr Auto fahren!
00:52:09: Der Arzt meinte, ich hätte Krebs.
00:52:11: Sie kam auch.
00:52:14: Wie fühlt man sich da?
00:52:17: Es ist einfach nicht in Worte zu fassen.
00:52:21: Sie hat mich mit nach Hause genommen.
00:52:22: Meine Mutter ist damals nach Auto gefahren.
00:52:25: und hat gesagt, es kann nicht sein.
00:52:27: Es war Freitagabend.
00:52:29: Ich rufe am Montag noch mal an und lasse mir die Ergebnisse geben.
00:52:33: Wir fragen einen Spezialisten.
00:52:36: Und ich bin über dieses Wochenende mit diesem Gedanken ... Ich habe Blutkrebs.
00:52:43: Habe ich irgendwie dieses Wochenenden überstanden?
00:52:47: Die Kinder ins Bett gebracht, das Wochenende gestaltet.
00:52:51: Mein Vater ermutigt, der hatte gerade eine Chemotherapie.
00:52:55: Ich hatte einen Scheidungsprozesslauf und musste was vor Gericht vorbereiten.
00:53:01: Und am Montag waren wir beim Spezialisten und er hat sich das nochmal angeschaut und gemeint, er macht noch mal ein Test.
00:53:07: Es hat sich dann rausgestellt, dass es ein erhöhter Entzündungswert ist aber, dass kein Krankheitsbild ist sondern nur ein Blutbild falsch herausgewiesen.
00:53:26: Das war für mich in so einem Einschnitt, es hat sich auch die Scheidung alles, alle Probleme, was gerade am Laufen war, die wirtschaftlich sich zu trennen oder was auch immer diese ganzen negativen Energien hat sich alles so relativiert.
00:53:41: ich hatte nur den einzigen Wunsch die Kinder abends ins Bett zu bringen und in der Früh sie zu wecken den Sonnenauf und so einen Untergang zu sehen, nur möglichst lang meine Kinder aufwachsen.
00:53:54: Dieses Bewusstsein kann zu Ende sein ganz plötzlich oder dieses.
00:53:59: Jetzt hat es mich erwischt.
00:54:01: Ich bin jetzt da wo man immer hört, wo die Leute diese Schicksal trifft.
00:54:08: Es hat mich aus dem ganzen Prozess ziemlich rausgerissen auch den Scheidungsprozess.
00:54:15: Im Nachhinein muss ich sagen ... Ganz schwere Erfahrung, die mir heute noch in den Knochen sitzt und ich von diesem Trauma nicht ganz vom Gedanken wegkomme.
00:54:25: Aber es hatte auch was das Leben nochmal so einen großen Wert bekommen hat und das Bewusstsein dafür, was es für ein Geschenk ist, jeden Tag gesund aufzuwachen und die Kinderaufwachsern zu sehen.
00:54:40: Und ich bewundere jeden Menschen der mit so einer Krankheit lebt – lacht!
00:54:46: andere noch motiviert, sich am Leben erfreut.
00:54:51: Also ich bin da jetzt ganz bewusst auch geworden und es hatte sein Schlecht ... Es war eine furchtbare Erfahrung aber es hatte auch sein Gutes.
00:55:05: Das Jahr danach, das war ja auch wieder ein sehr ereignisreiches Jahr in einer anderen mehr positiven Richtung.
00:55:15: Neben deiner Kunst hast du dich mehr und mehr als Eventveranstalterin etabliert.
00:55:21: Du hast eine eigene Firma gegründet, die heißt Spermannart.
00:55:25: Und dann hast du in deinem Zirkuszelt, welches hier auf der Wiese hinter eurem Haus steht ein großes Kammermusikkonzert zum hundertsten Todestag dieses Architekten Seidl ausgerichtet.
00:55:38: Dann hast du den Kunst-Event Erart mit dem Künstler Hugo Dossi kreiert Und dann bist du mal nach Myanmar gereist und hast das Better World Film Festival ins Leben gerufen.
00:55:54: Selbst in der Corona-Zeit bliebst du kreativ, und hast die Ausstellung trotz Aktionen
00:56:00: geschaffen.".
00:56:01: Dann, zwanzig, einundzwanzig und zweiundzwantig folgte deine sehr ungewöhnliche Eventserie Lichtwende unter anderem mit Musik-, Kunst-, Licht- und Pferdeshow die du auch hier auf eurem Anwesen veranstaltest.
00:56:18: Die nächste ist übrigens jetzt dann, am sechsohnzwanzigsten Juni, und es gibt ja hoffentlich für die noch zuhören ein paar Restkarten oder?
00:56:31: Karten gibts auf jeden Fall für unsere Hauskonzerte.
00:56:34: Und die kann man erwerben auf der Webseite.
00:56:37: Da kann man nachsehen wann die nächsten Hauskonzerte sind.
00:56:40: Wir haben zum Beispiel immer so vier Hauskoncerte im Jahr.
00:56:44: Manchmal sind es ein bisschen mehr.
00:56:46: Da kann man sich informieren und eine Karte reservieren.
00:56:48: Aber dieses jetzt am XXI.
00:56:50: Juni, was ist mit der Lichtwende?
00:56:54: Das ist eine Kunstaktion auf dem Gelände unter anderem auch mal unter dem Motto-Lichtwende, weil wir ganz nah an der LichtWende dran sind.
00:57:03: im Juni ... zur Sonnenwende und da findet sozusagen ein Kunstheppening statt, wo wir im Zelt eine Performance haben.
00:57:14: In dem Fall tatsächlich dieses Jahr virtuelle Reality werden wir mit vor Aprilen was präsentieren.
00:57:22: Meine Skulpturen natürlich im Park werden illuminiert.
00:57:28: Es ist auch eine Nachtveranstaltung.
00:57:30: Es geht von dem Nachmittag in die Nacht hinein, das Gelände wird beleuchtet.
00:57:36: Es gibt was zu essen und zu trinken kann erworben werden.
00:57:39: Wir haben Musik im Zelt, es wird ein Film gezeigt.
00:57:42: Das ist alles unter dem Motto bildende Kunst, Musik, Performance ...
00:57:48: Muss ich mich da anmelden?
00:57:49: Die Veranstaltungen kann man bei mir auf der Webseite abrufen Oder es gibt eine eigene Lichtwende-Seite, lichtwendepunkt.com und die Hauskonzerte sind dann unter dem Kunstforum willeriedwies.de abrufbar.
00:58:10: Wir haben mehrere Portale für mehrere Veranstaltungen Und da kann man sich natürlich informieren.
00:58:17: Man kann auch mich direkt kontaktieren Das ist überhaupt kein Problem.
00:58:20: Aber die Lichtwände Da muss ich gar kein Ticket kaufen.
00:58:22: Dann kann ich einfach kommen.
00:58:24: Da kann man einfach kommen.
00:58:26: Das läuft
00:58:27: den ganzen Tag oder das Programm kann man noch mal
00:58:32: auf der Webseite einsehen.
00:58:34: Dieses Jahr ist es im Rahmen eines offenen Türen, des offenen Abends.
00:58:43: Deine unterhaltenden Ideen spudeln bis heute nur so aus dir heraus?
00:58:50: Inzwischen kann man dein Zirkuszelt auch für Hochzeiten und Events mieten Und hier in eurer schönen Villarietwies auch in einigen Ferienwohnungen übernachten.
00:59:01: Du hast also deine innerliche und deiner äußerliche Türe ganz weit aufgemacht, liebst Begegnungen und Austausch und bist offen für alles.
00:59:13: Hat denn diese Entwicklung und Wandlung den Ausdruck deiner Kunst verändert?
00:59:22: Ich glaube das die Botschaft!
00:59:28: oder der Inhalt, den ich vermitteln will.
00:59:34: Die Botschaft die ich an die Leute senden will ist dass man in sich hineinspürt und wieder sein Inneres öffnen kann und seine Träume nicht vergisst und inspiriert bleibt.
00:59:53: Und das Symbol dafür ist auch mein Hauptthema in meiner Kunst Der Pegasus.
01:00:01: Der steht hier auch ganz präsent auf dem Gelände, ist auch das Logo der Lichtwende und hat einen Hauptteil meiner Arbeit deckt er ab.
01:00:13: Weil er für mich alles symbolisiert was ich auch vermitteln will dass man die Leichtigkeit nicht vergessen darf Auch wie Pegasus Die Geschichte aus den Mythen Aus der ja die Künstler schon seit Jahrtausenden schöpfen weil sie dadurch inspiriert sind auch wie Pegasus geboren ist, dass erst der Kopf der Medusa rollen muss.
01:00:36: Dass man sich von den dummen Gedankenkarussells und Schwere des Alltags befreit.
01:00:44: Erst mal da das loswerden muss damit die Inspiration wieder Platz hat und neue Gedanken-Gedankenfreiheit.
01:00:52: Und es soll uns symbolisieren.
01:00:56: Das heißt ja, Pegasuss heißt ja auch das Quellross.
01:01:00: Leute sollen hier in eine Welt eintauchen, wenn sie aufs Gelände kommen.
01:01:05: Ich will dieses Gefühl vermitteln, mal loszulassen aus dem Alltag herauszukommen und sich dadurch inspirieren zu lassen.
01:01:14: Es heißt ja auch Pegasus bringt das Licht der Götterwelt zu den Menschen in den Träumen.
01:01:20: Und ich finde es so wunderschön, weil wir nachts die ... Skulpturen und der Pegasus sind Licht getaucht.
01:01:24: Es ist wie so eine Traumgestalt, wie so ein Fabelwesen.
01:01:28: Und es ist einfach ein Abtauchen in einer anderen Welt, in unsere innere Welt.
01:01:32: Das will ich übermitteln.
01:01:34: Neben deinen Skulptoren malst du ja auch großformatige Bilder?
01:01:39: Meistens das Porträt oft von Kindern oder wieder der PegASUS!
01:01:44: Wie schwer ist es überhaupt eine Künstlerin zu
01:01:49: sein?!
01:01:50: Und wie groß ist die Sehnsucht, als solche in der internationalen Kunstszene anerkannt zu werden?
01:01:58: Hm.
01:01:59: Also schwer ist es nicht!
01:02:03: Es ist ein... Für mich gab's keine Alternative.
01:02:07: Ich musste das machen.
01:02:09: Das war ... ähm ... was meiner Natur ... also das war wie was für Natürliches für mich wenn ich das mache.
01:02:21: Ich muss auch gar nicht so sehr drum kämpfen.
01:02:25: Um was ich kämpfe, ist die Zeit zu arbeiten oder mir diesen Freiraum zu schaffen.
01:02:29: Aber dieser Flow beim Arbeiten und die Ideen und auch die Malerei und die Bilder, die ich male ... Das kommt!
01:02:43: Wenn ich dann in meinem Arbeitsprozess bin dann verliere ich mich auch darin, da denke ich an nichts mehr anderes.
01:02:50: Da bin ich so wie ein Trance und es fällt mir nicht schwer.
01:02:53: im Gegenteil Ich freue mich darauf dass sich wieder diesen Moment erleben darf.
01:02:56: Und in der Kunstwelt ja wenn ich das im Kontext sehe In der Kunst Welt heutzutage Ich glaube auf der einen Seite Ich kann nur von mir sprechen mache ich mich davon unabhängig weil es würde mich sonst blockieren würde ich mich nach irgendwas richten, wo ich denke es müsste so sein.
01:03:20: Weil dann könnte ich es so nicht mehr machen im Flow wie ich's empfinde und ich sehe natürlich was andere machen und ich gehe gerne in Musee und schaue mir Galerien an und ich schau mir diese Kunstzeitschriften an und schau was gerade aktuell ist und so hat aber nichts damit zu tun dass ich mich dann anfange damit zu vergleichen.
01:03:40: Ich finde es manchmal sehr interessant und manchmal frage ich mich auch warum wird das jetzt?
01:03:46: so präsentiert oder ist gerade zu aktuell.
01:03:49: Oder warum ist es in aller Munde?
01:03:53: Es ist ja sehr individuell und eine Geschmackssache.
01:03:58: Mit viele auf dem Kunstmarkt komme ich persönlich nur schwer zurecht, da frage ich mich dann auch was soll das jetzt?
01:04:08: Aber vieles gefällt mir auch!
01:04:15: Ich bin begeistert.
01:04:19: Ich glaube, man braucht seinen eigenen Inhalt.
01:04:22: Und wenn man den mal hat und seinen Weg dann auch seiner eigenen Kunst treu bleibt... ...und das ausdrücken möchte oder dadurch seine Kunst ausdrückend etwas vermitteln kann.
01:04:43: Im Kontext des Kunstmarkts ist es schwierig.
01:04:49: unabhängig davon, in meinem Schaffen zu bewegen.
01:04:52: Also du meinst auch unabhängig von der Sehnsucht eine ganz berühmte, ganz teure Künstlerin zu sein?
01:05:02: Weil man hat ja immer so ein bisschen den Eindruck dass danach auch ein Künstler bewertet wird also einen Gerhard Richter der Millionen kostet ist dann ein ganz wahnsinnig hochwertiger, toller Künstler der eben diese Anerkennung hat.
01:05:21: Und ein anderer, der da noch nicht entdeckt worden ist, wo das Bild vielleicht nur fünfhundert Euro kostet, ist dann eben nicht so ein begehrenswerter Künstlern.
01:05:34: und das ist ja glaube ich dieser Konflikt oder der einfach im Raum steht?
01:05:41: Also ich glaube Kunstwerke In dem Sinne gibt es natürlich die Auktionen und so weiter, wo Kunstwerke in Relation den Wert haben zu dem Wert, den sie erzielen.
01:05:55: Was Leute dafür ausgeben finde ich auch relativ.
01:06:00: also Ich finde der Wert eines Kunstwerks kann nicht durch den Verkauf letztendlich bewertet werden.
01:06:07: das sehe ich nicht so.
01:06:10: Deswegen, es gibt verschiedene Welten.
01:06:12: Es gibt die Welten der Auktionshäuser, die Galerien und Händler.
01:06:17: Und es gibt Förderer mit Szenen usw.
01:06:22: Ich glaube, es gehört viel dazu ... Man kann auch als Künstler ganz bewusst entscheiden was man will oder nicht will oder wo man hin sich bewegt, was man bereit ist zu geben oder welcher Typ man ist.
01:06:34: Ich glaub das ist eine Typsache teilweise, wo man landet oder was man investiert.
01:06:41: Aber wenn du jetzt zum Beispiel deine Preise machst, wie
01:06:46: geht das?
01:06:47: Du kannst dieses wunderbaren Pegasuspferd, wo du sagst okay, das mache ich ja mit Eisen und Maschentrat.
01:06:58: Mit verschiedensten Materialien.
01:07:00: Und es ist von riesengroß bis mittelgroß.
01:07:03: Es gibt ja in verschiedenen Größen ... Du kannst doch nicht einfach sagen Ich definiere mich nur darüber wie lange das jetzt gedauert hat oder so, also eine Art Stundenlohn.
01:07:14: Also nach was richtest du dich?
01:07:18: Und ist da auch die Gefahr, dass wenn du jetzt mal vielleicht zu günstig bist, dass Leute sagen naja dann kann dir ja nicht so toll sein und wenn du zu teuer bist verkaufs aber nichts weil du vielleicht noch nicht so bekannt bist.
01:07:31: Ja Wie sich der Wert des Kunstwerks stellt, das ist natürlich eine gute Frage.
01:07:38: Ich sehe es nicht so und ich rechne auch nicht in Stunden oder ... Das kann man ja gar nicht!
01:07:44: Es ist ein ganz langer Prozess.
01:07:46: Was ich jetzt erschaffe und baue und eine Skulptur erstelle Das ist ja das Resultat der letzten drei Wochen oder vier Wochen, zwei Monate.
01:08:01: Sondern der ganzen Entwicklung, wo ich angefangen habe bis jetzt!
01:08:06: Also die ganze Jahrzehnte hindurch... Alles was ich gemacht hab hat mich zu dem hier gebracht.
01:08:11: Dieser Aussage zu dieser technischen auch Perfektion-Aussage Ausdruck, der heute eben in Erscheinung tritt und ... Das Resultat daraus.
01:08:23: Ich nehme die Skulpturen, das dauert natürlich.
01:08:27: Jedes Skulptur ist ein Unikat.
01:08:29: Alles ist handgemacht und ich mache alles selbst.
01:08:31: Das ist ein langwieriger Prozess.
01:08:35: Manchmal muss ich was verwerfen noch mal machen weil es nicht so geworden ist wie ich wollte oder nicht den Ausdruck hatte auch mit dem Drahtgeflecht.
01:08:44: Es ist alles eine lange Prozess.
01:08:50: Natürlich muss ich auch im Betracht dessen, dass es schon ein sehr großer Aufwand ist um so was herzustellen.
01:08:58: Weil's handgemacht ist und Unikate sind da auch meine Leistung mit reinnehmen.
01:09:04: aber letztendlich verlangt man einen Preis für ein Kunstwerk Und natürlich sind Galeristen auch auf mich zugekommen und Ich wurde schon auch vertreten die dann mir auch sagen was sie aus beruflicher Erfahrung, was ich für die Skulpturen verlangen sollte.
01:09:25: Oder was Sie, wenn Sie es über die Galerie verkaufen, verlangen?
01:09:29: Ja, die kriegen ja, glaub ich, fünfzig Prozent.
01:09:31: Die kriegen fünfzig Prozentsprovisionen!
01:09:32: Es ist natürlich auch so, wenn's über eine Galerie läuft, dann ist das der Preis.
01:09:36: Den kann ich dann nicht mehr ändern.
01:09:37: Also den möchte ich gar nicht mehr erinnern, weil die Galerien verkaufen sehr gut.
01:09:44: Da wurde ich schon von Galaristen ... eingependelt.
01:09:49: Ich hab schon auch Feedback, das muss ich nicht alleine
01:09:52: stemmen.".
01:09:53: Dein Vater ist im September zwanzig-einenundzwanzig trotz aller Anstrengungen und Maßnahmen an seinem Krebsleiden verstorben.
01:10:02: Zwanzig zweiundzwantig hast du zu seinem Geburtstag am fünfzehnten Juli ... Ein Gedenkkonzert veranstaltet, zudem auch sehr viele seiner Kollegen Anhänger und Schüler kamen.
01:10:14: Die heute im großen Orchester zum Teil spielen.
01:10:18: Er war ein beknadeter Pädagogik für Violine Und machte sich mit dieser Leidenschaft einen großen Namen.
01:10:27: Mein Vater ist zwölf gestorben.
01:10:31: Bei mir ist es so dass mich immer noch in manchen Augenblick so eine große Sehnsucht und Traurigkeit überkommt.
01:10:40: Unsere beiden Mütter leben ja noch, deine bei dir hier im Haus und meine ganz in meiner Nähe.
01:10:47: hat der Tod deines Vaters eine andere Verbindung zu deiner Mutter entstehen lassen?
01:10:57: Ja ich glaube schon.
01:11:02: mein Vater ist in meinen Armen eingeschlafen Und meine Mutter stand auch neben ihm und hat seine Hand gehalten.
01:11:19: Ich hatte ihn im Arm, ich habe schon gemerkt ... Am Tag vorher, dass mein Vater zu mir gesagt hat, ich werde jetzt einschlafen.
01:11:38: Also er hat es angekündigt.
01:11:40: Zu meiner Mutter hat er gesagt, ich weiß du bist stark!
01:11:49: Ich glaube, nach dem Tod meines Vaters hat sich insofern die Beziehung zu meiner Mutter verändert.
01:12:01: Dass ich ... dass sie mir auch gesagt hat und ganz offen war und weich und gesagt hat Er meinte zu mir, ich bin stark Aber Steffi du bist stark.
01:12:18: Also Sie hat es mir abgegeben.
01:12:23: also ich hab Es war schwer für mich zu akzeptieren, dass mein Vater nicht mehr da ist.
01:12:30: Aber die Beziehung zu meiner Mutter, was auch meinen Vater und ich als Tochter immer vorausgesetzt haben, meine Mutter ist stark.
01:12:40: Und die Beziehen hat sich dann geändert, dass sie nicht mehr die starke Mutter sein musste, sondern ich habe ihr versucht über die Jahre ... Ist mir auch schwer gefallen.
01:12:54: dieser Rollenwechsel hierzu zeigen Ich bin stark Du musst nicht mehr stark sein.
01:13:01: So hat sich unsere Beziehung über die Jahre
01:13:03: verändert.".
01:13:05: Bei diesem Gedenkkonzert, für deinen Vater, spielten auch drei Schüler deines Vaters, welche Geschwister sind mit ihrem Streichquartett?
01:13:17: Der vierte im Bunde war dein heutiger Ehemann Andreas Wilwohl an der Bratsche oder Viola genannt, der durch das Quartett schon viele Jahre in Kontakt.
01:13:31: Dich hatte er einmal auf einer früheren Veranstaltung so ein bisschen von Weitem gesehen, fand ich toll.
01:13:38: Und als du ihn dann bei diesem Gedenkkonzert kennenlerntest war es schon ein bisschen lieber auf den ersten Blick erst zwei Meter zwei groß in der ehemaligen DDR geboren und international einer der führenden Pratschisten seiner Generation.
01:13:56: Damals lebte er als Single in Berlin, war nie verheiratet und hatte keine Kinder.
01:14:01: Als er einige Wochen später bei den Münchner Philharmonikern mal aushelfen musste, rief er so ein bisschen unter dem Vorwand bei dir an, er wolle dich besuchen kommen um mal deine Kunst anzuschauen.
01:14:14: Noch fünf Mal habt ihr euch innerhalb eines halben Jahres getroffen bis endlich euer Liebe einen ganz vorsichtigen Anfang nahm.
01:14:25: Erneut vergingen mehrere Monate, bis ihr dann erstmals im ... zu Ostern.
01:14:29: Dreiundzwanzig zusammen mit deinen Kindern auf Rügen Urlaub gemacht habt?
01:14:35: Also bei mir war das ein bisschen anders.
01:14:38: Mein Mann musste bereits ... Drei Wochen, glaube ich nach dem ersten Kuss mit seinen sechsjährigen Drillingen gleich zu mir und meinen Kindern in den Urlaub nach Formentera kommen.
01:14:50: Also der hatte da gar keine Wahl.
01:14:52: Warum wart ihr so zögerlich?
01:14:59: Ja ... warum!
01:15:05: Ich war vorsichtig.
01:15:06: Weil ich gemerkt hab mit dem Andreas.
01:15:08: es ist was Ernstes.
01:15:10: Also ich wollte es richtig machen weil ich wusste Wenn es tatsächlich so sein sollte, dass Andreas mein zukünftiger Partner wird, fester Partner.
01:15:24: Dann darf ich das mit den Kindern nicht verbocken!
01:15:28: Weil was gibt's Schlimmeres?
01:15:30: Als wenn die Kinder deinen neuen Partner nicht mögen und wenn der Anfang da nicht gut läuft dann kann das echt schief gehen.
01:15:40: Ja, das erklärt einiges aber er war ja auch zögerlich.
01:15:45: Er war sehr vorsichtig, weil er natürlich auch mit mir war ihm dann relativ schnell klar eine Zukunft haben will.
01:15:56: Und er weiß dass eine Mutter ihre Kinder über alles liebt und er wollte es einfach richtig machen das wir einen guten Start haben.
01:16:11: was gibt's schöneres als ein harmonisches Zusammenleben?
01:16:14: Ja, und du hattest ja auch einen Rucksack auf.
01:16:17: Also, du hättest deine Kinder, deine Mama ... dieses Haus hier... Er konnte wahrscheinlich jetzt schlecht mal denken, naja das mach ich vielleicht so ein bisschen wie eine kleine Affäre.
01:16:31: Sondern da war eben eine gewisse Ernsthaftigkeit, wie du sagst.
01:16:36: Ich glaube wir haben sehr schnell gemerkt dass es was Ernstes werden kann.
01:16:43: Vielleicht haben wir uns auch deswegen so viel Zeit gelassen, uns kennenzulernen.
01:16:48: Und sind da ganz behutsam an die Sache ran.
01:16:51: Natürlich hat er gewusst ... Oh nein!
01:16:53: Also geschieden zwei Kinder lebt ein Mann aus hier installiert.
01:16:57: Die Kinder gehen ja in die Schule und die Mutter lebt im Haus.
01:17:01: Es war alles natürlich schon im Paket.
01:17:04: Seine Freunde haben dann fürchterlich gelacht weil ein Jahr ... Er war noch Single also und ein Jahr später kocht er für.
01:17:13: in Ferien, waren wir zusammen mit Freunden unterwegs.
01:17:15: Andreas steht kochend in der Küche und kümmert sich.
01:17:18: Und das Auto war voll!
01:17:23: Wir waren zu viert in seinem Auto und die Koffer ...
01:17:26: Er hat eine Familie geheiratet?
01:17:30: Apropos Heirat... Ich musste drei Jahre warten bis ich geheiratete.
01:17:35: Du nur zwei habe ich ausgerechnet.
01:17:38: Im September, hier in Zwanzig habt ihr im Franz-Marktmuseum hier in Murnau standesamtlich geheiratet.
01:17:45: Und dann im Mai, zuvor in der weltberühmten Rocco Covis Kirche.
01:17:52: Anschließend habt ihr mit der Familie und zwei Hundert zwanzig Freunden hier in deinem Zirkuszelt groß gefeiert – also so eine richtige Traumhochzeit!
01:18:02: Seither lebt dein Mann hier bei dir, also mit deinen beiden Töchtern.
01:18:07: Mit deiner inzwischen dreieinachtzigjährigen Mutter.
01:18:10: Ihr veranschaltet dann auch immer mal wieder solche schönen Hauskonzerte, mit denen er auch mal mit einem Pianisten auftritt oder mal solo ... Ich selbst durfte schon dabei sein und hab's sehr genossen!
01:18:24: Seine grandiose Musik, eure wunderschöne Verliebtheit Deine glückliche Mutter, deine glücklichen Töchter zu erleben.
01:18:34: Hast du denn trotz all dieses Glücks noch Lebensträume?
01:18:42: Also ich bin schon sehr nah dran, dass es Perfekt ist!
01:18:47: Man hat natürlich so seine alltäglichen Herausforderungen... Natürlich hat man immer Träume also man darf auch nicht aufhören zu träumen da muss immer noch Luft nach oben sein.
01:18:58: aber Wir sind schon sehr glücklich.
01:19:01: Es ist ein wortwörtlich traumhaftes Leben!
01:19:06: Dein Mann und du ihr seid ja beide Künstler, zwar jeder so in seinem anderen Bereich aber dennoch steht ja im Zentrum das Gefühl und der Ausdruck.
01:19:20: Wo siehst Du denn eigentlich die Unterschiede in eurem Schaffen?
01:19:26: Es gibt viele Parallelen, aber es gibt natürlich auch Unterschiede.
01:19:30: Der Unterschied der Größte besteht eigentlich darin, dass ich zurückgezogen in meinem Atelier oder in der Werkstatt arbeite und viele Versuche habe ohne Publikum etwas zu gestalten.
01:19:47: Eine Skulptur anzufertigen oder ein Bild zu malen ... Ich hab die Zeit dafür bis ich damit zufrieden bin.
01:19:53: Also ich muss erst liefern.
01:19:56: Außer es ist eine Bestellung oder so, da habe ich auch einen Zeitplan.
01:20:00: Aber ich muss erst wirklich liefern, wenn ich damit zufrieden bin mit dem Ergebnis und das steht dann für sich.
01:20:07: Und das Ergebnis braucht mich sozusagen nicht mehr.
01:20:09: Ich gebe es ab!
01:20:11: Und Andreas muss beim Konzert auf den Punkt liefern.
01:20:17: Er kann das nicht nochmal wiederholen.
01:20:19: Er hat nicht noch mal ne zweite Chance er kann's nicht nochmal verwerfen.
01:20:22: Das was er abliefert auf der Bühne zählt
01:20:26: Und seid ihr als Künstler neben allem Verständnis für einander und auch dieser gegenseitigen Inspiration, die da sicher ist?
01:20:36: Aber auch in irgendeiner Form doch Konkurrenten?
01:20:42: Nein.
01:20:44: Wir sind keine Konkurrenzen!
01:20:49: Es ist einfach dass wir uns gegenseilig inspirieren, gegenseiltig
01:20:52: tragen.
01:20:53: Uns gegenseltig Mut machen auch sowohl ich mit ihm über die Musik spreche, als auch er mit mir über die bildende Kunst.
01:21:03: Und wir können uns gegenseitig auch immer Mut machen.
01:21:06: und Musik- und Malerei... Es ist alles irgendwo hat dieselben Wurzeln!
01:21:14: Das ist die Inspiration aus dem Innen heraus, es ist ein gewisser Spirit, das Verständnis ist das Gleiche.
01:21:26: Ich meinte auch so ein bisschen, das kann ja eine ganz unterschwellige Konkurrenz sein.
01:21:31: Also sowas was gar nicht damit zu tun hat ... Wer ist jetzt im Außen erfolgreicher oder wer hat mehr Applaus?
01:21:43: Sondern manchmal geht es vielleicht schon los, dass ihr morgens nach dem Frühstück, wenn ihr gemeinsam hier seid, in dein Atelier aufbricht!
01:21:54: Und er aber noch keine Lust hat zu üben.
01:21:56: Aber dann vielleicht denkt, oh Gott jetzt geht die schon und arbeitet schon und ich noch nicht oder umgekehrt?
01:22:02: Oder er reißt durch die ganze Welt und kommt eben diesen Applaus und man kennt ihn ... Du sagst vielleicht, ich würde auch gerne in Japan zum Beispiel berühmt sein!
01:22:19: Das meinte ich so ein bisschen mit Konkurrenz... Wie sehr macht es auch Druck, wenn man jemanden im Haus oder im Bett hat sogar?
01:22:31: Der ja auch ein Künstler ist.
01:22:35: Also ich glaube nicht dass es irgendeinen Druck erzeugt so im negativen Sinne oder Konkurrenz ist ja auch so ein bisschen mit Stress verbunden sondern das ist ein Anspornd.
01:22:45: also wenn man sieht dass der andere fleißig ist und sein Ziel verfolgt dann is man sozusagen mit angesteckt.
01:22:52: Also manchmal bleibt vielleicht der eine oder andere liegen, trotzdem obwohl der andere zum Arbeiten geht.
01:22:59: Und dann macht man das aber mit voller Überzeugung und ist mir absolut relaxed und denkt nicht ich müsste jetzt oder eigentlich.
01:23:09: Ich glaube dass es auch oft so ist, dass wir uns gegenseitig sagen Jetzt mach mal ne Pause!
01:23:15: Nicht weil man ihn ausbremsen will oder weil man selber ein schlechtes Gewissen hat sondern wirklich die Fürsorge füreinander.
01:23:22: Und ich glaube, wir spornen uns gegenseitig an.
01:23:27: Also es ist schön zu sehen, wenn jemand Lust hat oder auch seine Ziele verfolgt und da dran bleibt.
01:23:37: Es ist ein Ansporn.
01:23:40: Seitdem du in der Villarietwies lebst hast du wieder mehrere Pferde.
01:23:45: Wenn man bei euch hier reinfährt beim Tor stehen auch schon welche ... Spielst du aber eigentlich noch?
01:23:51: Polo, du hattest ja eine riesige Leidenschaft dafür.
01:23:54: Du warst auch ganz gut?
01:23:57: Die Leidenschaft für die Pferde und das Reiten hatte ich schon immer.
01:24:00: Ich sah auf dem Pferd, da konnte ich noch gar nicht richtig laufen.
01:24:05: Diese Verbindung hat sich durchgezogen bis heute.
01:24:10: Und ich war vielleicht mal in der Karibik auch in Nizza nicht pferdelos.
01:24:17: Also Polo spiele ich heute leider nicht mehr.
01:24:19: Aber wenn ich es sehe, krieg' ich große Lust!
01:24:22: Also das ist schon was, was ich sehr gerne gemacht habe.
01:24:25: Und ich hätte es auch gern weitergemacht.
01:24:26: Aber es ist ja viel Zeit und großer Aufwand, es zu spielen und sich um die Pferde zu kümmern.
01:24:31: Das ist auf keinen Fall heute zeitlich schaffen würde.
01:24:38: Ich hab's damals sehr geliebt.
01:24:40: Wir haben's zwei bis drei Jahre waren's glaube ich.
01:24:42: Haben wir das gemacht, sind regelmäßig nach Landsberg- und Holzkirchen gefahren.
01:24:50: Wie gesagt, also wenn mich jemand fragt oder mich einlädt hast du Lust aus dicken Ball dann bin ich sofort dabei.
01:24:58: Aber du hast deine anderen Pferde auf denen du schon ab und zu mal reitest?
01:25:01: Natürlich!
01:25:02: Oder stehen die da noch zur Deko?
01:25:04: Nein, ich hab früher viel mehr Zeit gehabt fürs Reiten.
01:25:07: Die habe ich heute nicht mehr.
01:25:09: Wir haben mittlerweile auch einen Pensionsstall.
01:25:12: Die Pferde sind auch nicht mehr die Jüngsten.
01:25:14: Aber es ist für die Freizeit und für die Kinder ... Und wir gehen in die Natur oder reiten mal runter an den See oder ins Moos.
01:25:23: Das genießen wir noch sehr.
01:25:24: Was ist lange nicht mehr in der Intensität wie damals?
01:25:30: Deine Töchter sind ja heute elf und fünfzehn Jahre alt.
01:25:35: Haben sie das künstlerische Talent von dir und deinen Eltern geerbt?
01:25:41: Siehst du in ihnen eine Malerin, eine Bildhauerin, eine Musikerin ... Und wenn ja, sehen sie das auch selbst?
01:25:53: Ähm, man will ja keinen Druck
01:25:55: ausüben!
01:25:57: Und nicht irgendwie eine Schablone über irgendjemanden stülpen.
01:26:01: Nur bei die Eltern und deswegen die Kinder, ich kenn's ja nur zu gut!
01:26:05: Ich hab es gehasst!
01:26:06: Na was spielst du für ein Instrument?
01:26:07: Das war der Satz, den mir regelmäßig gestellt wurde... Aber natürlich wollte ich das sie mal ausprobieren, dass sie mal ein Instrumentspielen oder dass Sie einfach mal rein fühlen ob es eventuell doch etwas für sie wäre.
01:26:19: vielleicht sind da versteckte Talente, die ne Generation übersprungen haben mit der Musik.
01:26:26: Sie haben mal Geige probiert oder Gitarre, Klavier.
01:26:30: Und die Kleine ist tatsächlich bei der Geige hängen geblieben.
01:26:33: Also sie spielt Geige!
01:26:35: Sie hat Unterricht und übt zwar nicht so viel aber ich glaube es macht ihr Spaß Mal sehen wo's hingeht.
01:26:42: Und gemalt haben alle beide gerne.
01:26:46: Die Größe riecht nicht mehr so gern.
01:26:49: Aber die Kleine kommt manchmal zu mir und sagt, hast du doch ein Blatt für mich?
01:26:53: Oder kann ich auch eine Leinwand
01:26:54: haben?".
01:26:55: Und das sind schon sehr schöne Sachen draus geworden.
01:26:59: Aber es ist jetzt nicht so, dass du mit den Hufen scharst und sagst, in welche Richtung könnte ich das eine oder andere Kind fördern?
01:27:10: auf irgendeinen ... Musik, Internat oder also.
01:27:14: es gibt ja da alle Möglichkeiten wie man das machen könnte wenn man einen Talent entdeckt.
01:27:21: Aber da bist du ganz entspannt?
01:27:23: Da bin ich glaube ich sehr entspannt.
01:27:25: Das habe ich mir von meinen Eltern abgeschaut.
01:27:28: die sind ja doch mein Vater sehr streng gedrillt aufgewachsen.
01:27:32: der meinte dann nein ich soll mich da ganz frei entwickeln er will da gar nichts fossieren.
01:27:37: da bin ich auch sehr dankbar dafür Und ich glaube, so halte ich das mit meinen Kindern auch.
01:27:42: Die sollen sich entwickeln und wir werden schauen, wo's hingeht.
01:27:45: Ich lass ihn da auch freiraum ... Vielleicht ist es mutig, aber die machen hier einen Weg!
01:27:52: Meine letzte Frage wäre noch, ob du dir vorstellen könntest, mit deinem Mann jemals wieder anderswo zu leben als in der Villaritwis?
01:28:05: Gute Frage – also ich bin nicht der Mensch, der jetzt ... an materiellen Dingen.
01:28:11: Und das ist ein Haus ja dann doch festhält!
01:28:14: Also wir lieben diesen Platz hier, Andreas hat ihn auch lieben gelernt.
01:28:19: Wir können uns hier künstlerisch austoben.
01:28:22: also schon alleine mit den ganzen Events und Veranstaltungen die wir machen ist es eine super Spielwiese und der Fantasien sind hier kaum Grenzen gesetzt was dem künstlerschen Ausdruck angeht.
01:28:36: aber Natürlich, ich würde sagen wir lassen das mal offen.
01:28:40: Also die Kinder gehen jetzt hier zur Schule Wir haben unsere Projekte und es ist eine gute Basis.
01:28:46: Ich meine wir leben in einem traumhaften Ort In einer traumhafen Landschaft Und da beneiden uns viele drum.
01:28:55: also ich glaube sowas lässt man auch nicht so schnell gehen.
01:28:59: Ja liebe Stefanie ich danke dir sehr für dieses spannende Gespräch Deine Offenheit und dein Vertrauen Und ich freue mich auf deine kommenden Events und auf deine noch entstehende Kunst.
01:29:13: Beides macht nämlich die Menschen, glaube ich sehr glücklich.
01:29:17: Na das hoffe ich!
01:29:18: Das ist unser Ziel.