00:00:03: Also der Schoninka verendeten mein Leben.
00:00:09: Der Amazonas Urwald ist so wie eine Liebe für mich und zeigte mir, was die Natur bedeutet.
00:00:20: Wir dürfen nicht aufgeben weil wenn wir aufgeben dann haben wir den Krieg verloren gegen diesen Durst nach Rohstoffen.
00:00:32: Leider habe ich schon Angst manchmal um ein Leben.
00:00:38: Ich begrüße Sie herzlich zu einer neuen Folge meines Podcasts.
00:00:42: Tanja Valerian, Gespräche über Wandlung in Kooperation mit dem Magazin Donner.
00:00:48: Heute bin ich zur Gast bei der Brasilianerin Ethnologin Menschenrechts- und Umweltaktivistin Eliani Fernandez in ihrem Zuhause in Hamburg.
00:00:58: Hallo liebe Eliani!
00:01:01: Du bist in der Kleinstadt Posos Cicaudas im Bundesstaat Minas Gerais.
00:01:10: Drei Autostunden von Sao Paulo entfernt geboren, Sternzeichen Steinbock und mit zwei jüngeren Brüdern dort auch aufgewachsen.
00:01:19: Deine Eltern kamen beide auch von dort und haben sich Ende der Sechziger Jahre in einer katholischen Jugendgruppe kennengelernt verliebt und geheiratet.
00:01:30: Deine Mutter, Jahrgang forty-six stammt aus einer privilegierten Familie.
00:01:35: Ihr Vater war ein berühmter Anwalt und die Wurzeln ihrer einst aus Portugal stammenden Familie reichen bis ins siebzehnte Jahrhundert zurück.
00:01:44: Ihr Großvater gehörte Ende des neunzehnten Jahrhunders zu den ersten Kautschukbaronen in Brasilien Und sie war bis ins hohe Alter eine begeisterte Lehrerin für Erwachsenenbildung, sozial sehr engagiert und in der katholischen Kirche aktiv.
00:02:01: Heute lebt sie in ihrer Geburtsstadt in einem Heim, da sie leider schwer an Alzheimer erkrankt ist.
00:02:09: Dein Vater ebenfalls, Jahrgang ¼, kommt aus einer etwas einfacheren Familie, arbeitete für eine Bergbauffirma und musste sich erst hochkämpfen.
00:02:20: Schließlich wurde er aber der Direktor der Firma und ein angesehener liberaler Politiker.
00:02:26: Er starb in den Jahren an Nierenkrebs und wie deine Mutter war auch eher sehr sozial engagiert, baute mit ihr zusammen.
00:02:37: bereits in jungen Jahren also so mit zwanzig Heime für arme und ältere Menschen, organisierte Theaterstücke für sie.
00:02:48: Wir haben denn Ihre Haltung, Deine Kindheit geprägt?
00:02:53: Meine Eltern sind beide ein großes Beispiel für mich und sie haben meinen Werdegang geprägzt weil sie mir immer flügel.
00:03:07: gegeben haben.
00:03:08: Ich durfte meine Entscheidungen treffen, ich durfte freie Entscheidung über meinem Werdegang und das hat mir auch Stärke
00:03:17: gegeben.".
00:03:19: Du warst ja ein sehr abenteuerlustiges Kind immer die Anführerin meist mit den Jungs aus der Nachbarschaft und natürlich auch mit deinen Brüdern zusammen.
00:03:30: Und mit sieben Jahren hast du dir sogar zu Weihnachten ein Taucheranzug gewünscht.
00:03:35: Warst also sehr sportlich, hast jeden Hügel, jeden Berg beglettert, bist Rollschuh gelaufen, Rad gefahren und bist eigentlich immer nur draußen gewesen?
00:03:46: Und du warst zudem noch eine fleißige und sehr gute Schülerin!
00:03:51: Auch eine, die ihre Lehrer besonders in Geografie und Geschichte mit kritischen Fragen- und alternativen Lösungsvorschlägen extrem herausforderte.
00:04:02: Wie kamst du denn mit deiner Andersartigkeit zurecht?
00:04:07: Und warst Du ein glückliches Kind?
00:04:11: Ich war immer schon ein sehr selbstbewusstes Kind Und dieses Andernsein, das war für mich normal.
00:04:23: Ich liebte Abenteuer, ich schaute die Abenteuers von Jacques Cousteau immer beim Fernsehen zu und das inspirierte mich so meine Welt aufzubauen und versuchte immer verschiedene Abenteuer auch als Kind zu erleben in meiner Heimatstadt.
00:04:47: Und die Natur war mein Spielplatz sozusagen und das war sehr schön, ich kann sagen dass ich ein sehr glückliches Kind war.
00:04:57: Als Teenager warst du dann ein bisschen eine Spätsünderin und dir gar nicht so bewusst welche Wirkung dein hübsches Aussehen und deinen schöner Körper auf die Jungs hatte.
00:05:09: Du liebtest aber Mode, das Theater und Rock-Benz.
00:05:13: Einmal wolltest du sogar wie ein Punk aussehen und bunte abstehende Haare haben Und als du fünfzehn warst verließ euch dein Vater da er sich in seine Sekretärin verliebte.
00:05:28: Wie hast du denn auf sein Tun und auf seinen Handeln reagiert?
00:05:32: Und wie hast du damals deine Mutter wahrgenommen?
00:05:37: Meine Mutter zum Glück reagierte sehr selbstbewusst darauf und auch sie zeigte große Stärke.
00:05:49: beeinflusste auch so meinen Werdegang.
00:05:52: Ich sah, wie meine Mutter durch diese schwierige Phase gegangen ist und nie geschwächt ist.
00:06:00: Und natürlich dadurch dass ich ein abenteuerlustiges Kind war, ich war später rebellisch vor allem was die Entscheidung meines Vaters betraf.
00:06:12: Und ich rebellierte ein bisschen dagegen.
00:06:15: Ich glaube das ist sehr normal Töchtern, die eine sehr gute Beziehung zu den Vätern haben.
00:06:25: Und ich war so... Ich liebte meinen Vater und deswegen war auch dagegen, dass er sich in einer anderen Frau verliebte.
00:06:34: Das führt auch dazu, dass ich später mit zwanzig versuchte aus Brasilien auszuwandern um ein neues Leben zu starten.
00:06:46: Also du wolltest dem nicht mehr so begegnen?
00:06:49: Ja, ich wurde ziemlich rebellisch und das nervte auch mich.
00:06:54: diese Lage.
00:06:56: Ich verstand mich auch nicht mit seiner jungen Frau und das führte auch dazu dass sich ein neues Terrain entdecken wollte.
00:07:05: Dein Vater kam dann wieder zurück, verließ euch aber erneut diesmal wegen einer zweiundzwanzigjährigen Telefonistin auch in seiner Firma.
00:07:17: Hat seine Untreue dein Männerbild nachhaltig beeinflusst?
00:07:24: Ich glaube nicht, weil ich sah wie in dem Umfeld meiner Mutter, wie viele ehendermaßen zerbrochen sind Mitte der Achtziger und das würde dann fast zu einem normalen Szenario.
00:07:43: Ich meine, mein Vater war schon ein sehr toller Mann.
00:07:48: Aber er hatte halt die Schwäche für junge Frauen.
00:07:51: Das ist dann sein einziges Problem.
00:07:53: Natürlich ich meine seine Entscheidung so diese Frau mit dieser Frau zusammenzukommen.
00:08:00: das wirkte auf mich auch sehr ja sehr verstörend und natürlich als rebellisches als rebellische junge Frau, natürlich habe ich ein bisschen hin.
00:08:18: dabei schickeniert.
00:08:20: Sie war ja die Telefonistin von der seiner Firma und wenn ich in den Rufen musste, sie halten das Telefon ging um den Ruf weiter zu leiten.
00:08:32: Da habe ich zum Beispiel Lieder gesungen, die mit ihren Namen waren und diese Lieder waren nicht so schön.
00:08:39: Das war meine Art gegen meinen Vater und diese Frau zu schickenieren.
00:08:43: Nicht so schön, wenn ich zurückblicke aber Jugend ... der Jugend, wir können so rebellisch sein und ich habe mich damals darüber gefreut und lache immer noch heute darüber.
00:08:58: Und wie war denn die Beziehung zu deinem Vater nach seinem endgültigen Auszug?
00:09:06: Er war schon immer ein präsenter Vater, er besuchte uns am Anfang jeden Abend Und mich, meinen Brüder und unsere Beziehung war schon gut.
00:09:18: Aber das Problem war halt seine Frau die uns nicht so gern hatten aber wir waren halt stark genug um das nicht unserer Beziehungen mit unserem Vater zu stören.
00:09:31: Nach deinem Schulabschluss, Dein Vater wollte aber nicht unbedingt, dass du für das Studium nach Sao Paulo gehst.
00:09:46: Somit bliebst du erst mal daheim und studiertest dort eine Gezeitwirtschafts- hat dir aber nicht so gut gefallen.
00:09:53: Und dann hast du gewechselt zu Sprachwissenschaften in einem dualen Studium, hast also parallel auch in der Firma deines Vaters
00:10:01: gearbeitet.".
00:10:03: Drei Jahre später hattest du die Möglichkeit, dein Studium bei Verwandten in den USA fortzusetzen.
00:10:09: Aber du verliebt es dich zwischenzeitlich in einen deutschen Geologen der für deinen Vater eine Zeit lang an der Firma tätig war und folgtest ihm in deiner Hundehundneinzig nach Hamburg weil er nämlich aus beruflichen Gründen wieder zurück musste und du hast das als Chance genommen zu sagen, oh dann gehe ich doch
00:10:29: mit.".
00:10:30: Was haben denn deine Eltern und deine Freunde dazu gesagt, dass du sie sozusagen verlassen hast?
00:10:38: Hamburg war ja nicht gerade um die Ecke.
00:10:41: Meine Mutter nahm das sehr entspannt entgegen, diese Entscheidung von mir vor allem.
00:10:48: Sie war auch so eine Frau, die gerne ins Ausland reisen würde, hatte aber nicht die Chance.
00:10:54: Aber mein Vater war total dagegen.
00:10:56: Er wollte mich da in seiner Gegend behalten, sagte sogar das es nicht klappen würde und dass ich halt ja nicht erfolgreich sein wurde.
00:11:08: aber meine Mutter stand total hinter mir bei meiner Entscheidung.
00:11:13: Das ist auch sehr schön!
00:11:14: Meine Freunde, fast die Hälfte... der Bevölkerung meiner Heimatstadt damals in den Nachtsägern.
00:11:24: Sie wanderten auch aus, vor allem in die USA und für viele war das normal, dass eine jungen, junge Person halt ins Ausland ziehen
00:11:34: wurde.".
00:11:35: Waren eigentlich die Unruhen in Brasilien in den siebziger Jahren auch ein Thema in eurer Familie?
00:11:43: Dort gab es ja auch Entführungen Revolution.
00:11:51: Hast du das irgendwie mitbekommen als Kind?
00:12:19: immer noch hier, den brasilianischen Film der auch einen Oscar bekommen hat und das war wirklich so.
00:12:29: Sobald eine Familie ganz wenig mit oder gegen die diktatorische Regierung rebelliert oder was machte?
00:12:39: da war diese Familie schon im Blick von dieses Regimes?
00:12:48: Ja, einmal kam ich auch von der Schule nach Hause.
00:12:50: Ich war sieben Jahre alt ungefähr, acht Jahre alt und sang ein kleines Lied was ich von einer Schulfreundin gelernt habe.
00:13:02: Ich sang das meiner Mutter vor und es ging um den damaligen Generalen der Präsident Brasiliens wahr Und meine Mutter sagte dann sofort zu mir auf das zu singen und singt das nie wieder.
00:13:18: Das ist sehr gefährlich, aber sie erklärte mir nicht den Grund warum ich das nicht wieder singen wollte, aber ich verstand schon dass da was gefährlich war und natürlich schauten wir gemeinsam die Nachrichten immer, jeden Abend zusammen mit meinem Vater.
00:13:39: Und ich bekam schon mit das was die Diktatur dieses diktatorische Hegem für Brasilien hieß.
00:13:49: nur imsofern das war schon eine sehr komische Zeit.
00:13:55: Zum Beispiel gab es auch Rock-Bands in Brasilien, die auch in den Nachtsägern gegen oder freizügliche Lieder komponiert haben, die ein bisschen rebellischer waren.
00:14:09: und wenn wir so Schallplatten gekauft haben dann stand auch drauf dass man das bestimmte Lieder nicht im Radio gespielt werden durfte.
00:14:20: also es gab schon Zensuren in verschiedenen kulturellen Geschehnissen, wie zum Beispiel bei Rockbands und ihre Lieder.
00:14:33: Zurück zu Hamburg!
00:14:35: Du bist dann zu deinem Freund in seine WGE gezogen?
00:14:39: Hast ein Jahr ohne große Deutschkenntnisse am Studienkolleg das deutsche Abitur nachgeholt da der brasilianische Schulabschluss hier nicht anerkannt wird.
00:14:52: Danach musstest du noch mal für sechs Monate zurück nach Brasilien, um dort das Studentenvisum für Deutschland zu beantragen und natürlich auch darauf zu warten.
00:15:03: Gab es wieder in der Heimat angekommen ein gewisses Zögern in dir?
00:15:08: Ob du wirklich nach Hamburg gehen solltest?
00:15:12: Überkam dich so eine Art Heimweh?
00:15:16: Damals überhaupt nicht!
00:15:18: Ich war sehr ... Immer schon abenteuerlustig.
00:15:23: Und mein Ziel war wirklich in Deutschland zu studieren, weil ich hier in Deutschland eine bessere Chance hatte das zu tun als im Brasilien und deswegen wollte ich schon und habe mich darum bemüht dieses Visa bekommen um so schnell wie möglich zurück nach Deutschland zu kommen.
00:15:55: Aber hat es du überhaupt einen Plan, was du studieren wolltest?
00:15:59: Gab's für eine bestimmte Sache denn eine große Leidenschaft.
00:16:05: Ich hätte sogar in Deutschland weiter Wirtschaft studieren können, aber dadurch dass ich bereits im Brasilien herausgefunden hatte das nicht der Fall war für mich.
00:16:17: Also Wirtschaft war für mir nicht so toll.
00:16:20: dann entschiede ich mich halt mit Kultur heraus oder auseinanderzusetzen und natürlich suchte ich hier aus möglicher mögliche Fächer, die für mich interessant waren.
00:16:38: Und da habe ich gesehen dass sich vor allem Journalistik, Politikwissenschaften oder Ethnologie studieren sollte und nach vielen Gedanken Untersuchungen über diese Fächer habe ich mich doch entschieden, Technologie zu studieren.
00:17:02: Weil das ist einfach, dass sich mit Kulturen aus aller Welt beschäftigt und es war auch das was meine Durst nach Abenteuer löschen wurde.
00:17:15: Das war so, ich wollte die ganze Welt kennenlernen.
00:17:20: Ich wollte nach Afrika, ich würde nach Ozeanien und Brasilien standen nicht mehr im Vordergrund bis dahin.
00:17:29: Und dadurch dass sich mich auch für Journalistik großes Interesse hatte weil ich in Brasilien schon während der Schulzeit besonders gern schrieb und sehr großes Interesse hatte, sogar in Brasilien zum Beispiel Fernsehjournalistin zu werden.
00:17:51: Dann entschied ich mich auch als Nebenfächer Journalistik und Formfrühgeschichte zu studieren.
00:17:58: Weil Formfrühlgeschichte das ist ein Teil der Archäologie Und schon als Kind wollte ich auch bei Ausgrabungen mitmachen, zum Beispiel die Pyramide in Ägypten und diese ganze Geschichte drumherum.
00:18:16: Das war für mich faszinierend!
00:18:18: Ich war ein großer Fan auch von Indiana Jones und allen Filmen und ich glaube dieses Indiana Jones-Syndrom hat mich erwischt... Seitdem bin ich sehr an Reisen interessiert, an verschiedenen Abenteuern.
00:18:36: Und diese drei Fächer, d.h.
00:18:38: Technologie, Journalistik und Formfrugeschichte, die erfüllten diesen Wunsch halt, die Welt zu bereisen und große Abenteuer zu
00:18:49: erleben.".
00:18:50: Zu Beginn deines Studiums haben Du und Dein Freund eine gemeinsame Wohnung bezogen.
00:18:56: Er promovierte dann zwei Jahre später, bekam als Geologe ein interessantes Jobangebot in Uganda.
00:19:05: In den letzten Jahren hat er in Hamburg gemeinsam abgebrochen und seit Mit Sack und Pack dort hingezogen.
00:19:13: Du konntest in Uganda die Feldforschung für deine Magisterarbeit betreiben?
00:19:18: Und er hat eben seinen Job gemacht.
00:19:21: Dort aber veränderte sich eure Beziehung und wurde leider sehr toxisch, als du dann ein Jahr später, nineteenhundert achtundneinzig zurück nach Hamburg musstest um dein Studium abzuschließen hast du dich entschieden nicht mehr nach Uganda zurückzukehren und die Beziehungen zu beenden.
00:19:41: Was hat denn dieses Jahr in Afrika mit dir gemacht?
00:19:46: Wie hat dieses Land Afrika dich verändert?
00:19:52: Das war eine sehr besondere Zeit.
00:19:55: Afrika war für mich ein Kontinent in meiner Kindheit, die sehr interessant war und ich wollte schon immer Afrika oder ein afrikanisches Land kennenlernen und dadurch wurde auch diese Chance.
00:20:11: Sie wirkte sehr schön und gut für mich, vor allem weil ich auch meine Magisterarbeit schreiben sollte.
00:20:20: Und mein demaliger Professor Betreuer in der Magisterbeit, er war auch schon früher in Uganda und alles passte sehr gut zusammen.
00:20:31: Ich erlebte dort tolle Sachen aber auch sehr traurige Sachen.
00:20:36: Dort habe ich gesehen was wirklich Amut heißt.
00:20:41: Ich sage sogar, dass wir im Brasilien Armut haben.
00:20:45: Aber die richtige große Armut habe ich in Uganda gesehen.
00:20:51: In den Armenfiltern am Rande der großen Städte wie Kampala und dort erlebte ich auch so auch Gewalt, Gewalt gegenüber der ugandischen Bevölkerung aber auch vielen Menschen aus anderen Teilen der Welt, die dort waren und lebten um halten verschiedenen Projekte von verschiedenen Organisationen, Hilfsorganisationen zu arbeiten.
00:21:26: Als hätte das Schicksal etwas mit dir vorgehabt, begegnest du dann kurz nach deiner Rückkehr aus Afrika einen guten Freund aus deinen Anfangszeiten in Hamburg?
00:21:37: einem deutschen Architekten Der auch gerade frisch getrennt war.
00:21:41: und ihr verliebtet euch unsterblich ineinander.
00:21:45: Gemeinsam Kinder zu haben, war dann ein großer Wunsch von euch beiden aber dann ging es doch alles viel schneller als gedacht.
00:21:54: noch im gleichen Jahr wurdest du schwanger und dann entdeckte deine Ärztin erst bei der zweiten Untersuchung dass sich da wohl noch ein zweites Kind versteckt hat und eure Zwillinge zwei Mädchen Hast du dann im Januar neunundneunzig mit einer natürlichen Geburt zur Welt gebracht?
00:22:14: Kurz zuvor haben Du und Dein Mann noch schnell in Dänemark standesamtlich geheiratet, da es dort mit diesen unterschiedlichen Staatsangehörigenkeiten nicht so bürokratisch zugegangen ist als hier in Deutschland.
00:22:30: Nun warst Du plötzlich Ehefrau Mutter von Zwillingen, noch immer Studentin und fern der Heimat.
00:22:39: Wie ging es denn dir in dieser Zeit der extremen Wandlung?
00:22:45: Das war eine sehr schöne Sache.
00:22:47: ich meine sogar dass ich sehr ein großes Glück hatte Peter hier wieder zu treffen und auch ihn zu heiraten.
00:22:58: Und das war sehr lustig, weil als wir wirklich zusammenkommen – davor waren wir nur Freunde bei verschiedenen Ausflügen.
00:23:09: dann habe ich festgestellt oder wir haben festgestellt, dass wir gut zusammen passen.
00:23:14: So verliebten wir uns ineinander und ich sagte ihnen auch so ohne irgendwas zu planen.
00:23:20: Ich sagte mit dir möchte ich auch Kinder
00:23:22: haben.".
00:23:23: Und das war eine sehr spontane Sache.
00:23:25: Da laufen
00:23:26: ja normalerweise die meisten Männer gleich davon?
00:23:28: Genau!
00:23:30: Er konnte weglaufen aber er ist nicht weggelaufen zum Glück froh darüber.
00:23:38: Und natürlich russigerweise während meinen ersten Freund, den Geologen mit ihm entschied ich mich keinem Kind zu haben.
00:23:47: bei Peter wusste ich dass sich mit ihm Kinder haben konnte und wollte und das war für mich.
00:23:54: ich sage immer wieder meinen Kindern dass sie der größte Geschenk meines Lebens sind.
00:24:01: Und doch, das war ein sehr schöner neuer Anfang.
00:24:05: Das war so wie man sagt vielleicht... ...das war eine neue Seite eines neuen Buches, das geschrieben werden durfte und sollte und das war sehr schön.
00:24:19: Sind denn brasilianische Frauen andere Mütter als die Deutschen?
00:24:25: Schon!
00:24:26: Das kann ich schon sagen wir sind.
00:24:29: Es wird auch sehr viel darüber geschärzt, weil die deutschen Mütter haben viel mehr Geduld.
00:24:36: Sie versuchen den Kindern alles wirklich zu erklären mit Geduld aber ... Dieses Feuer in den brasilianischen Müttern, das macht uns so.
00:24:47: Wir werden total verrückt wenn wir uns mit Kindern streiten und die Kinder muss dann lustigerweise auch anders Sachen lernen was nicht so pedagogisch ist.
00:25:00: aber wir schätzen immer darüber dass wenn wir auslassen mit unseren Kindern kein Mensch versteht es.
00:25:08: Kinder von brasilianischen Müttern mussten einige Sachen erleben, die deutsche Kinder von deutschen Mütter nicht brauchen glaube ich.
00:25:21: Kamen nach der Geburt deiner Eltern und Geschwister aus Brasilien auch mal zu Besuch?
00:25:29: Haben sie auch mal deinen Mann relativ früh kennengelernt oder wart ihr erst einmal hier geblieben?
00:25:37: Meine Mutter kam mir zu Hilfe, als ich schwanger von den Zwillingen war.
00:25:42: Und sie blieb auch bis zur Geburt und das hat mich auch sehr geholfen.
00:25:48: Monat später im Jahr neunundneinzig dann entschieden Peter und ich in Brasilien, in der Kirche und kirchlich zu heiraten.
00:26:00: Das war sehr schön weil das war die erste Möglichkeit für meine Familie in Brasilie, für die gesamte Familie dass sie meinen immer kennenlernen.
00:26:10: Und das ist auch eine sehr schöne Reise, wir heirateten dort wie halt Traditionen in der Kirche ich mit einem weißen Brautkleid und die Kinder waren dann schon zehn Monate alt und das war ein großes Fest.
00:26:28: Wie man hört, sprichst du ja beeindruckend gut Deutsch.
00:26:32: Lebst und arbeitest nun schon seit fünfund dreißig Jahren in diesem Land.
00:26:37: Hast eben diesen deutschen Ehemann.
00:26:39: also mehr Integration geht ja nicht!
00:26:43: Ist dir die deutsche Mentalität dennoch ein bisschen fremdgeblieben?
00:26:49: Nein, na so lange Zeit.
00:26:53: Die deutsche Mentalität ist mir nicht fremdgeblieben, vor allem das passt gut zu meinen Gemütswürdig!
00:27:00: wurde ich sagen, als Steinbockfrau sozusagen.
00:27:04: Wir sind ein bisschen ernster.
00:27:06: oder wo ich in Brasilien herkomme aus Minashe Reis es wird gesagt dass wir auch ernstere Menschen sehen.
00:27:15: da ist die Cariocas die aus dem Bundesstaat Rio de Janeiro kommen.
00:27:19: das heißt wir nehmen uns Zeit um Menschen kennenzulernen.
00:27:26: Ja, wir sind ein bisschen zurückhaltender und das passt sehr gut zu mir.
00:27:30: Ich sage sogar, dass zum Beispiel Hamburg sehr gut mit mir passt!
00:27:38: diese Ernsthaftigkeit der Hamburger oder der Norddeutsche, wo man so nicht sofort das große Herz ausschüttelt aber zuerst beobachtet und dann später entscheiden kann ob man sich mit dieser besonderen Freundin wird oder nicht.
00:28:00: Das mag vielleicht jetzt im Podcast ein bisschen sehr... Naja, zurückhaltend wirken.
00:28:06: Aber ich bin halt so ... Ich bin eine Person, die nicht sofort immer so eine Person mit ... Ah ja!
00:28:15: Ich umarme dich gerne oder so.
00:28:18: Früher scherzten sogar Freunde von mir hier aus Deutschland, dass ich wirklich sehr deutsch bin.
00:28:34: und an der Uni Bremen als wissenschaftliche Assistentin im Fach Kulturwissenschaften angefangen zu arbeiten.
00:28:41: In den letzten Jahren bekamst du dort auch ein Stipendium, um zu promovieren.
00:28:46: Und somit hattest du Zeit und Geld für deine Doktorarbeit zu forschen, die das Thema hatte – die Nutzung des Internets durch indigene Völker in Brasilien.
00:28:58: Vier Jahre lang hast dieser Arbeit gewidmet, sehr Leidenschaft und dafür auch notwendige Feldforschungen gemacht.
00:29:09: Und die führten dich in das entlegene Amazonas-Gebiet von Brasilien erstmals, welches heute dein zweites Zuhause ist und für dessen erhalte dich als Menschenrechts- und Umweltaktivistin mit größtem Einsatz einsetzt.
00:29:26: Aber erzähle uns doch erstmal von diesem dortigen Zauber des Anfangs.
00:29:33: Und wie du überhaupt auf die Idee kamst, oder war das eher die Hölle des Anfangss?
00:29:40: Nein!
00:29:41: Das ist eine tolle Forschungsarbeit, die mein Leben sozusagen ... total verändert hat.
00:29:50: Ich erfuhr über diese Möglichkeit, dieses Themas, über die Nutzung des Internet durch Indigene Brazilians durch einen kleinen Beitrag in der Zeitschrift Der Spiegel.
00:30:06: Lustigerweise!
00:30:07: Das war sogar ein Zufall und es gab.
00:30:11: Der Spiegel berichtete dann über ein Pilotprojekt in Brasilien, das im Amazonas Gebiet Internet für Indigene Gemeinschaften brachte.
00:30:23: Und dass sich Rio de Janeiro und Anri von mehr über dieses Projekt zu erfahren, dann sagten sie mir Nein du brauchst nicht nach Rio!
00:30:34: Du musst sofort in das Amazonasgebiet um mehr über das Projekt kennenzulernen.
00:30:40: Und so musste ich dann meine erste Feldforschung im Amazonas Gebiet planen.
00:30:47: Das veränderte wirklich mein Leben!
00:30:51: Ich fuhr zum ersten Mal dorthin mit allen Erlaubnissen, die ich damals brauchte um die Feldfassung in einem indigenen Territorium anzufangen und führte – lernte dann das Volk der Aschaninka kennen Und ich scherze bis heute, dass mein Leben darin geteilt ist vor den Ascherninka und nach den Ascheninka.
00:31:20: Marechao Tamaturgo, die Provinzstadt wo du mehrmals im Jahr eben einen Monat verbringst liegt an dem Fluss Ammonia und wurde im späten neunzehnten Jahrhundert während des Kautschukbooms gegründet.
00:31:36: Es ist auch das Gebiet deines Großvaters, der dort Ende des Neunzehn-Jahrhunderts ein Kautchukbaron war.
00:31:43: Um dort überhaupt hinzukommen bist du mehrere Tage unterwegs, musst erst mal von Hamburg zwölf Stunden nach Sao Paulo fliegen dann nochmal drei Stunden von Sao Paolo nach Brasilia Dann noch mal sechs Stunden nach Coseiro do Sul.
00:32:01: Da spricht man das so aus, oh Gott!
00:32:03: Ich versuche immer diese Städte hier richtig auszusprechen in dem Bundesstaat Acre.
00:32:10: und zuletzt nochmal eine Stunde mit einem kleinen Propellerflugzeug über den Regenwald da keine Straße dorthin führt.
00:32:19: also allein zweiundzwanzig Stunden reine Flugzeit nicht zu dran zu denken, wie viel Wartezeit noch immer dazwischen.
00:32:28: Diese Stadt hat heute rund zweihunderttausend Einwohner und ist ein Schmelztiegel aus Indigenen und Zuwanderern, aus Peru, Bolivien und dem Süden Brasiliens abenteurern und auch ein paar Nachfahren dieser Couchup-Zapfern.
00:32:48: Dort befindet sich auch das Institut für Umweltbildung Für welches Du Dich eben seither so sehr engagierst?
00:32:56: Es nennt sich Orenka Tasorenzi, was übersetzt heißt das Wissen des Waldes oder auch die Weisheit der Natur.
00:33:05: Und dieses indigene Volk.
00:33:07: der Aszaninka von denen du gerade gesprochen hast hat es auch im Jahr zwei Tausend Achtzehnte selbst gebaut Und dieses Volk lebt drei Stunden mit dem Boot von dort aus entfernt, nochmal entlegen am Fluss im Einklang mit dem Regenwald.
00:33:25: Als Kulturantropologin für die Universität Bremen arbeitest du dort nun schon seit zweiundzwanzig Jahren mit diesem Volk zusammen, machst immer noch Feldforschungen... Und dann lebst du auch wochenlang bei denen in einer ganz einfachen Hütte, passt dich ihrem Lebenswandel und ihren Gebräuchen an.
00:33:47: Erlebst von ihren Freuden aber auch von ihren Sorgen und lernst von ihnen, aber sie auch von dir!
00:33:56: Wie sehr verschmilzt Du denn innerlich mit diesem Volk wenn Du dort bist?
00:34:04: Ja, der Schaninke, die zeigte mir was die Natur bedeutet.
00:34:12: Erst dort habe ich dann kennengelernt so Themen, die halt für mich vielleicht früher nicht so wichtig waren.
00:34:21: Sie machte mich automatisch zu einer Umweltaktivistin und auch zu einer Menschenrechtlerin Als ich dort kam, da lieten sie unter Invasionen durch piruanische Firmen.
00:34:37: Und damals als Wissenschaftlerin wundte ich mich dann bei der Gesellschaft bedrohte Völker in Deutschland an um Unterstützung für die Ascherninka zu suchen.
00:34:53: Das war auch ein großes Glück, also die Ascheninka verendeten mein Leben und das beeinflusste extrem meinen Werdegang seit Jahrzehntevier.
00:35:08: Und von einer Wissenschaftlerin verwandelte ich mich in eine Menschenrechtlerin und um Weltaktivisten auch der Unterstützung von der Gesellschaft für bedrückte Völker.
00:35:24: Weil ohne sie konnte ich mich nicht als Wissenschaftlerin Unterstützung hier in Deutschland finden, denke ich also Sie spielen auch eine große Rolle in meinem Werdegang.
00:35:39: während die Forschung früher für mich wichtiger war heutzutage kann ich sagen dass ich mich Praktisch weht mit dem Umweltschutz und der Menscherecht.
00:35:55: Aber trotzdem nochmal diese innerliche Verspälzung, wie nah kommst du diesen Menschen dort?
00:36:03: Wie fühlst Du Dich da wie so eine Art Beobachterin nur?
00:36:08: Bist Du am Rande ihrer Gemeinschaft oder bist Du Teil von Ihrer Gemeinsschaft?
00:36:15: Am Anfang muss ich sagen, dass ich nur eine wissenschaftliche Beobachterin war.
00:36:23: Aber später nach Jahren, sagen wir nach vier, fünf Jahren dann durch meinen Engagement auch für ihr Territorium und ihre Rechte, dann fingen sie mich in ihrer Gemeinschaft ... aufzunehmen.
00:36:39: Das brauchte lang, weil der Schaninke sie auch sehr zurückhaltend genauso wie die Norddeutsche wenn man darüber scherzen kann.
00:36:49: aber und Langsam wurde ich dann in ihre Gemeinschaft aufgenommen, akzeptiert was sie halt lange brauchen weil Sie haben sehr viele schlechte Erfahrungen in der Vergangenheit erlebt seit der Kolonialzeit, seit der Ankunft der ersten Europäer in Tiro und Brasilien.
00:37:13: Und das führte dazu dass Viele Indigene völkern fallen, die ja schon in ihnen sehr vorsichtig sind wenn neue Menschen in ihre Gemeinschaften ankommen.
00:37:23: Und deswegen heute kann ich so von dieser vielleicht verschmelzung ist sogar zu ein zu starker Begriff.
00:37:33: aber ich könnte schon sagen dass sich viele von Ihnen zur Welt kommen sah und Sie haben einen, ja wir sind sehr gut befreundet und ich kann auch sagen dass viele von Ihnen schon zu meiner Familie gehören.
00:37:55: Und wie macht ihr das sprachlich?
00:37:58: Die Mehrheit spricht nur Schaninka aber diejenigen die mehr Kontakt nach außen haben sprechen auch sehr gut Portugiesisch.
00:38:10: Das ist auch notwendig Und natürlich dadurch, dass ich Brasilianerin bin, spreche ich auch mit Ihnen auf Portugiesisch.
00:38:18: Ascheninka habe ich leider nicht lernen können, auch wenn ich sehr lange dort arbeite.
00:38:29: Ich habe auch dort eine Zeit gelebt in Ascheninkateritorium aber dadurch, das ich mit den Ascheninker war oder unterwegs war die vor allem Portugiesisch Sprache mit mir, dann konnte ich mich nicht der Aschaninke-Sprache widmen und das so gut wie möglich lernen.
00:38:53: Aber heute spreche ich schon hier und da ein paar Ausrücke sozusagen.
00:38:58: aber das reicht nicht aus um zu sagen dass sich dann Ashaninke sprechen
00:39:02: kann leider.
00:39:02: Lass dir noch ein bisschen Leben hoffentlich vor dir, sodass du vielleicht noch lernen kannst!
00:39:06: Ja,
00:39:07: das wäre mein Traum.
00:39:09: Der Führer und Sprecher dieses Urwald-Volkes Aschaninka, Benni Bianco hat ein weltweit viel Anerkennung für seine Arbeit bekommen.
00:39:19: Und ist inzwischen ein berühmter Mann.
00:39:22: In dem Jahr den Weimar Menschenrechtspreis erhielt, mit dem sein gewaltloser Einsatz für den Schutz des Regenwaldes und die Rechte seines Volkes gewürdigt wurden.
00:39:34: nach jahrhundertelangem Terror durch die Kolonisatoren bekam das Volk, in nineteenhundertzweihundneinzig sein eigenes Territorium.
00:39:43: In etwa der Größe von Berlin und bewirtschaften seither dieses Territoriums mit eigens entwickelten Umweltplänen oder einem Umweltplan.
00:39:56: Ursprünglich waren die so exzellenten Botaniker immer Nomaden gewesen Aber die Ballung auf einem Ort schützt sie vor Räubern sowie auch natürlich die Fauna und Flora.
00:40:10: Und Pianko sagte in einem Interview mit dem Spiegel, dass ein Volk allen Menschen – und sich selbst immer wieder klar werden müssen – kein Geld der Welt den Wert von Bäumen und Tieren aufwiegen kann!
00:40:27: Vor zehn Jahren haben die Ascharninka ein Projekt auf die Beine gestellt dass im ganzen Distrikt die Entwaltung stoppen soll und dafür zahlte der internationale Amazonienfonds umgerechnet einen Euro an deren Stamm.
00:40:44: Reicht denn eine solche, erst mal gigantisch klingende Summe für die Umsetzung?
00:40:51: Und haben diese Upsumme und das Engagement der anderen natürlich auch deine Hilfe?
00:41:01: Haben Sie damit Ihr Ziel heute erreicht?
00:41:06: Ich muss sagen, dass Euro nicht so viel Geld für drei Jahre sind.
00:41:14: Vor allem wenn man ein gesamter Disk trägt mit verschiedenen Projekten bearbeiten kann.
00:41:25: dafür sorgen soll, dass weniger Abholzungs-, illegale Abholzung stattfindet.
00:41:32: Dass es weniger illegale Jagd und Fischerei geben soll.
00:41:38: Aber das hat schon der Schaninke dazu geholfen, dass sie mehr vertrauen vom Staat ... Erhielten und auch von Deutschland, Norwegen, Großbritannien, Italien die Haltgelder in das Amazon von Einzahlen.
00:42:00: öffnete deren Wege für größere Projekte.
00:42:04: Aber natürlich, das ist leider eine Arbeit die unendlich ist.
00:42:09: Leider finden weiterhin illegale Abholzungsstaat ... Die Drohgemafel ist auch da in der Region präsent und arbeitet zusammen mit Holzfirmen und versachen große Probleme für die gesamten Bevölkerung, die aus Indigenen nicht Indigenem besteht.
00:42:30: Deswegen ist es nicht genug, um das Amazonas Gebiet zu schützen.
00:42:39: Und weiterhin müssen wir gemeinsam –
00:42:42: d.h.,
00:42:43: die Aschinenka und verschiedene NGOs oder Menschen wie mich, die Umweltaktivisten sind nach neuen Losungen zu suchen, neuen Förderen, Partner die halt gemeinsam versuchen das Amazonas Gebiet zu schützen.
00:43:03: Und wie kommst du denn zu diesen Spendengeldern?
00:43:08: Gibt es denn da noch ... Könnte ich mir vorstellen Luft nach oben.
00:43:14: also das heißt alle die jetzt hier uns hören können sich Beteiligen an diesem Projekt?
00:43:23: Genau, also alle können sich daran beteiligen.
00:43:27: Die Aschaninkel zum Beispiel versuchen weiterhin bei verschiedenen Stiftungen nach Fördergernen.
00:43:35: Geldern zu suchen, zu finden.
00:43:39: Und zum Beispiel ich bin Referentin bei der GFBV, der Gesellschaft für bedrückte Völker und auch wir versuchen in Deutschland nach Stiftungen zu suchen die Förderprojekte unterstützen.
00:43:53: Zum Beispiel jetzt leite ich ein Projekt im Peru dass es möglich, dass indigene Territorien auf berohnischer Seite ihre GPS-Koordinaten bekommen.
00:44:07: Und zum Glück haben wir dann die Unterstützung z.B.
00:44:12: von der Herring Stiftung Naturn Mensch und deswegen diese Zusammenarbeit ist sehr wichtig das verschiedene NGOs Stiftungen Menschen zusammenkommen, um solche Projekte zu fördern zum Erhalt der großen Bio-Vielfalt dennoch in Amazonas Urwald gibt und weiterhin gefährdet ist.
00:44:40: Und dazu nicht nur die Natur ist gefährdet aber auch die indigenen Völker, die dort leben.
00:44:48: Welches Gefühl trägst du denn in dir?
00:44:53: an das Amazonasgebiet und die Indigenen dort denkst.
00:44:59: Das ist das Gefühl der Liebe, also der Amazonas Urwald ist so wie eine Liebe für mich.
00:45:08: Ich teile diese Liebe mit meiner Familie.
00:45:12: Das heißt ich kann gar nicht mehr ohne das Leben was sich dort kennengelernt habe.
00:45:24: Ich empfinde Dankbarkeit der Nascheninke, dass sie mich auf diesem Weg mitnehmen und große Dankbarkeiten auch der Natur, die ich dort erlebe.
00:45:41: Und auch eine große Dankwahl für alle Menschen, die mich auf diesen Weg begleiten.
00:45:49: Das heißt, meine Familie, mein Mann vor allem.
00:45:52: Meine Kinder, die das alles mitmachen für die ganze Zeit, die ich nicht hier in Hamburg bin aber auch meinen Freundinnen und Freunden, die mich immer unterstützt haben auf diesem Weg dorthin.
00:46:09: Neben dem großen Geschäft mit dem Holz soll ja dort jetzt auch Erdöl und Erdgas gefördert werden, was eine große Bedrohung für den Bestand der Naturressourcen bedeutet.
00:46:21: Ist denn alles, was ihr seit Jahren zusammen erkämpft letztendlich nur eine Utopie ist die Ausbeutung der Natur durch diese mächtigen Industrien überhaupt noch aufzuhalten?
00:46:37: Ja, das ist wirklich eine sehr gute Frage.
00:46:41: Weil der Durst des Wirtschafts enorm und der Bedarf auch an Rohstoffen ist riesig – weiterhin riesig!
00:46:52: Aber wir als Umweltaktivistinnen- und Menschenrechtlerinnen dürfen nicht aufgeben weil wenn wir aufgeben dann haben den Krieg verloren gegen diesen Durst nach Rohstoffen und nach Ressourcen, die natürlich für viele Länder wichtig sind.
00:47:18: Aber eine große Gefahr, ein großes Problem für indigene Völker bedeuten.
00:47:24: Und man muss dann auch mit Bedacht sagen, heutzutage wir leben in einer Gesellschaft, die vieles braucht.
00:47:37: Aber ich glaube wir als Konsumenten müssen wirklich bedacht wählen was wir konsumieren und so können wir auch helfen diesen Indigen empfölkern oder Menschen weltweit die nach solchen Ressourcen leben ihre Territorien zu schützen und auch eine bessere Welt zu erleben, weil wir leben ja auf dem selben Planeten.
00:48:08: Wir brauchen saubere Luft, sauberes Wasser und guter Boden damit wir gute Nahrung bekommen Nahrung haben, erleben.
00:48:21: Und deswegen das ist auch eine Aufgabe von jedem von uns drauf zu achten was wir konsumieren und so trägt man auch zur Naturschutz bei zum Umwelt, Schutz zum Menschrechtsschutz und das ist sehr schön!
00:48:39: Das ist das was ich mir wünsche für meine Arbeit und für die Welt auch allgemein.
00:48:48: Dein Einsatz im Amazonas Gebiet ist ja nicht nur zeitaufwendig und anstrengend, ab und zu zumindest.
00:48:56: Sondern auch sehr gefährlich!
00:49:09: im Abgelegenen Javari-Tal unterwegs, um dort über illegale Fischerei, Abholzung und den Schutz indigener Völker zu berichten.
00:49:19: Beide wurden am Fluss von illegalen Fischern überfallen und brutal
00:49:23: ermordet.".
00:49:25: Wie schaffst du es, nicht in diese Mühlen der Interessenkonflikte oder ins Visier der Drogenmafia zu geraten?
00:49:35: Hast du auch manchmal Angst um dein Leben und wurdest du jemals bedroht.
00:49:42: Ja leider habe ich schon Angst manchmal um mein Leben aber muss mich zurückhaltend Benehmen.
00:49:52: Das heißt, nicht so groß auffallen wenn ich dort unterwegs bin und man muss halt aufpassen zum Beispiel bei meiner Arbeit, ich tue meine Arbeit, Ich spreche nichts gegen die lokale Droge Mafia oder gegen die Holzfirmen peruanischer Seite sonst werde ich automatisch in deren Visier sein.
00:50:21: Während der Pandemie, der Covid-Pandemie lebte ich auch.
00:50:27: Dadurch dass ich für ein Projekt der Ascherninka gearbeitet habe das einige Menschen mitbekommen haben, dass sich meine Arbeit dort durchführte gegen den Bau einer illegalen Straße auf pironischer Seite und Vor meinem Haus in der Botschaft Marichauta Matugo wurde auch mit Farbe die Buchstaben des Drogenkommandos gemalt.
00:51:08: Das hat mich schon erschreckt, das war ein Wahnsignal Und ich lebte dort in diesem Haus allein und dann dachte ich, oh mein Gott was mache ich jetzt?
00:51:21: Ich bin in deren Visier.
00:51:24: Und ich muss noch mehr aufpassen.
00:51:28: Das heißt wir bewegen uns dort nie alleine.
00:51:31: Wir sind nie alleine unterwegs.
00:51:33: Wir müssen immer mit verschiedenen Menschen zusammen sein.
00:51:37: wenn wir irgendwo hin reisen Dann geben wir nicht so viel... Preis darüber, so dass sie sich nicht organisieren können um halt ein Hinterhalt sag man gegen uns zu organisieren.
00:51:54: Das heißt wir sind auch schlau und vorsichtig und wir wissen auch was dort zu tun ist.
00:52:02: Hattest du manchmal ein schlechtes Gewissen?
00:52:06: deinen Mann und deine Kinder so lange und vielleicht auch besorgt in Hamburg zurückzulassen?
00:52:15: Ja, natürlich.
00:52:16: Das kommt sehr häufig vor.
00:52:18: zum Beispiel wenn ich nach Brasilien wieder fliegen muss dann habe ich immer eine Woche vorher immer dieses schreckliche Gefühl dass sich was sehr schönes zumindest für eine Zeit zurückklasse, was ich sehr liebe.
00:52:38: Und aber wenn ich Ihnen sage, dass es mir Leid tut und sich wieder verreisen muss.
00:52:46: Dann stärken Sie mir den Rücken und sagen, dass ich eine wichtige Arbeit mache und das beruhigt mich auch.
00:52:55: Das heißt sie bemühen sich immer dorthin zu reisen, wenn nicht nach Deutschland kommen kann.
00:53:01: So überbrücken wir diese Entfernung die für uns schrecklich ist.
00:53:08: Ich habe eine Mission.
00:53:09: Ich hab' eine Mission im Leben und dank meiner Familie kann ich diese Mission
00:53:16: weiterführen.".
00:53:17: Und wer hat sich denn früher um deine Kinder gekümmert, wenn du weg warst?
00:53:21: Also als sie noch kleiner waren...
00:53:24: Als die Kinder kleiner waren mit meiner Feldforschung ganz viel für meine Doktorarbeit, da hat meine Mutter ...die Kinder ...ich mein, die hat die Kinder dann in ihrem Hause und das war sehr schön!
00:53:37: Erst mal dort abgeliefert bei deiner Mama.
00:53:41: Ich hab so drei Stunden außerhalb von Sao Paulo, aber dann bist du sozusagen weitergeflogen.
00:53:47: Also du hast sie so zwischenstationiert?
00:53:49: Genau ja!
00:53:50: Zwischenstationiert ist ein gutes Wort genau.
00:53:53: ich flog mit ihnen nach Brasilien, ließ sie bei meiner Mutter, sie gingen sogar zu der lokalen Schule für die war das auch eine tolle Zeit mit der Oma bei den Onkeln und Cousinen, Cousins.
00:54:10: und konnten die brasilianische Schule besuchen.
00:54:13: Das war für die auch eine tolle und spannende Zeit, während ich im Amazonas Gebiet forschen oder arbeiten konnte.
00:54:21: Aber später wurde sie großer als sie Teenager waren.
00:54:24: dann blieben Sie natürlich hier in Deutschland.
00:54:28: Sie ruderten hier auch in Hamburg und sie waren auch sehr viel unterwegs wegen des Ruderns.
00:54:37: In meiner Ehe ist es eher mein Mann, der sehr oft auf Reisen ist.
00:54:42: Also ich mit meiner Werbeagentur bin natürlich auch viel auf Reisengewiesen aber heutzutage produzieren die meisten meiner Kunden eher im Studio also nicht mehr ganz so viele Reisen nach Miami Los Angeles oder Südafrika.
00:54:59: Er macht einmal im Jahr eine dreimonatige Expedition, aber ist auch so wie jetzt gerade in Bolivien einen Monat.
00:55:08: Mir geht es damit sehr gut, denn ich glaube dass eine Ehe nur dann hält oder nur dann eine gute Ehe ist wenn man sich gegenseitig diesen Freiraum und den Respekt gibt um seine eigene Leidenschaft zu leben also die Leidenschaft neben dem Partner.
00:55:29: Wie ist das in eurer Ehe?
00:55:32: Das ist auch sehr ähnlich und du hast total recht, also wenn mein Mann mir sagen würde nein, warum fährst du nach Brasilien wieder?
00:55:42: was machst du da, wenn ich meinen Beruf nicht erfüllen konnte wie ich das tue?
00:55:49: unsere Ehe wurde auch nicht funktionieren Und zum Glück habe ich einen tollen Mann, der mir den Rücken stärkt und mir hilft meinen Traum zu verwirklichen.
00:56:03: Meinem Beruf und als Frau also wir Frauen meistens ist das so dass die Frauen immer hinter den Männern her reisen.
00:56:15: Ich meine wenn sie zb Wenn ein Mann einen neuen Job, eine neue Arbeit irgendwo starten, dann sind die Frauen die hinterher reisen.
00:56:25: Und das ist anders für die Frauen.
00:56:28: Das ist meistens seltener, dass ein Mann alles aufgibt und der Frau hinterherzuweisen.
00:56:37: Für meine Ehe, das war dann die Lösung.
00:56:40: Natürlich er ist ein selbstständiger Architekt gibt nicht seinen Beruf für mich auf, aber ich verlinke das auch nicht für ihn.
00:56:51: Aber er erlaubt mir meinen Traum zu
00:56:54: erleben.".
00:56:55: Das ist für mich ein enormes Glück!
00:56:59: Ja dein Mann heißt Peter Becker, der selbstständige Architekt hier in Hamburg und kann ja seine Projekte oder will seine Projekte sicherlich nicht einfach mal so liegen lassen um dich auf deinen Reisen zu begleiten?
00:57:14: Also auf deinen langen Reisen.
00:57:16: Habt ihr denn jeder darüber nachgedacht, in Brasilien zu leben?
00:57:21: War das ein Thema?
00:57:23: Hast du dir das mal von ihm gewünscht?
00:57:26: Ja, als die Kinder klein waren, im Jahr zwei tausend drei.
00:57:30: Ich hatte die Chance einen Beruf beim Umweltministerium zu bekommen aber ich sah das später nicht so... fertig darauf wäre, das Land oder Deutschland zu verlassen.
00:57:47: Und da haben wir auch so ein Kompromiss dann gehabt dass ich auch also wenn ich dann diese Arbeit in Brasilien nicht haben sollte oder wurde Durch diese gemeinsame Entscheidung, dass wir hier weiterhin in Deutschland leben.
00:58:07: Das war die Kondition, dass ich dann meinen Beruf selber wählen sollte und durfte.
00:58:14: Das heißt, ich wurde nicht einfach für irgendeine NGO in Hamburg arbeiten, sondern ich durfte dann weiterhin meine Arbeit selbst wählen, egal... wenn das im Ausland liegen wurde.
00:58:28: Und er hat das natürlich akzeptiert und so haben wir einen sehr guten Kompromiss gehabt, bis heute machen wir das.
00:58:40: Das ist lustig!
00:58:42: Natürlich weiß er, dass ich noch etwas länger diese Arbeit mache.
00:58:47: Aber wir planen schon für unsere Rentezeit eventuell, dass wir ein halbes Jahr hier sind, ein halbes Jahr in Brasilien und so haben wir einen gemeinsamen Nähner!
00:58:58: Wie ich zu Anfang erwähnte, leidet deine Mutter an Alzheimer und lebte in ihrem Heimatort in einem Heim da sie vierundzwanzig Stundenpflege benötigt.
00:59:09: Wie sehr belastet dich ihr langsames Verschwinden?
00:59:13: Ihr langsames
00:59:14: Sterben?".
00:59:16: Ja das ist gerade eine sehr schwierige Phase.
00:59:19: seit letztem Jahr Juni ist sie in so einem Heime wegen dieses Pflegebedarfs.
00:59:26: und für mich war auch eine neue Phase im Leben, wo praktisch ich erlebe dass meine Mutter nach und nach sich verabschiedet.
00:59:39: Und das ist wirklich schwierig.
00:59:41: Nach ein paar Monaten brauchte Psychologische Betreuung, weil es schwer ist für eine Person zu sehen dass man bestimmte Gespräche nicht mehr mit der Mutter führen kann oder durch die Wiederholungen.
01:00:03: Durch die Krankheit, die die Mutter immer wieder erzählt oder schwierige Sachen, die man halt im Alltag erlebt.
01:00:15: Und für mich kommt auch noch hinzu, dass ich dann meinen Leben jetzt teilen muss zwischen Deutschland, Agri wegen der Arbeit und meiner Familie in meiner Heimatstadt in Minagerais.
01:00:30: Das ist schwerteinig, aber ich versuche dieses Gleichgewicht zu behalten, weil sonst psychologisch ist das schon schwer!
01:00:41: Meine Freundin Desiree von Bohlen und Halbach, die ich auch schon in meinem Podcast hatte hat ja genau aus dem Grund vor Jahren den Verein Desideria gegründet.
01:00:53: Weil sie sich eben um die Angehörigen der an dem Mensch erkrankten Menschen kümmert also nicht um den Erkrankten- und Hilfestellung dafür bietet sondern eben die Menschen die kümmern.
01:01:10: Und zu, glaube ich, seventy-fünfzig Prozent sind es ja privat also im Privathaushalt dass man sie pflegt und das eine große Belastung für viele ist und Sie auch manchmal auch wirklich daran zerbrechen.
01:01:27: Also ich glaube, dass alle, die jetzt zuhören und vielleicht solche Familienangehörige haben die daran erkrankt sind, vielleicht auch wirklich mal sich zum Beispiel bei Desideria auch Hilfe holen.
01:01:44: Also auch mal sagen ja ich brauche auch eine Unterstützung und ich bin nicht alleine, kann mich austauschen mit anderen und nicht so nach dem Gefühl was viele leider haben ach das schaffe ich schon irgendwie oder muss es schaffen.
01:02:01: Genau, diese Unterstützung ist sehr wichtig.
01:02:04: Ich merkte auch bei mir als so eine Phase war wo meine Mutter alles trotzte und zurück nach Hause wollte obwohl sie ... Das würde überhaupt nicht gehen wegen der Pflegekonditionen und Gefahren, die auch zu Hause sind wie zum Beispiel das Haus meiner Mutter ist voller Treppen.
01:02:30: Sie war schon in einer Phase wo sie Mitte der Nacht das Haus verließ.
01:02:37: Da sah ich wie wichtig und wertvoll solche Unterstützung sei es von Freunden, von Menschen die auch dasselbe leben.
01:02:46: Und vor allem von Psychologen und Psychologinnen.
01:02:51: Zum Glück die Ärzte meiner Mutter.
01:02:56: sie schlug zum Beispiel für mich eine Psychologin, die Familie in Familientherapie Expertin ist und deshalb mir enorm.
01:03:09: Weil ich brauchte diese psychologische Unterstützung um mich mit einer Person, mit einer Expertin auszutauschen damit ich Entscheidungen treffen konnte und mich nicht schuldig fühlte für den Fall, dass meine Mutter zum Beispiel zurück nach Hause wollte.
01:03:30: Als Kind möchte ich immer so alles erfüllen was die Eltern möchten und für mich das war schon eine schwierige Phase aber heute fühle ich mich so stark, dass sich auch durch die psychologische Betreuung da mich nicht mehr schuldig fühlen, dass ich mein Leben dann weiterführen kann.
01:03:54: Dein Vater ist in den Jahren an Nierenkrebs gestorben.
01:04:00: Er lebte damals mit einer anderen Frau zusammen und bekam auch nach der Trennung von deiner Mutter noch eine Tochter, mit der du aber jetzt nicht so viel Kontakt hast.
01:04:10: Konntest du dich noch vor seinem Tod mit ihm über diese Trennung von euch versöhnen?
01:04:18: Und konntest Du ihm das Verlassen von ihm verlassen werden je
01:04:22: verzeihen?"?
01:04:25: Glücklicherweise ja und ich denke durch die gute Beziehung, die ich mit meinem Vater hatte.
01:04:33: Am Ende hat er sogar sich bei mir entschuldigt was sehr schön war Und natürlich liebte ich ihn über alles.
01:04:41: Die Frau war das Problem.
01:04:43: Das ist auch ihr Problem Wenn sie so eine dofe Person war, das ist nicht mein Problem.
01:04:51: Ich habe auch gelernt in meinem Leben mich damit auseinanderzusetzen und doch dass am Ende ich glaube wir sind überhaupt im Guten auseinander gegangen.
01:05:09: Ich meine, ich trage ihn weiterhin in meinem Herzen und zum Glück konnte ich mich in einer Form von ihm verabschieden.
01:05:20: Das war eine sehr wichtige Sache für mich und ich glaube das ist auch wichtig.
01:05:24: die Personen, die für uns im Leben wichtig sind.
01:05:28: wir müssen oder wir sollten halt im guten auseinander Ja, auseinandergehen oder sich von uns verabschieden.
01:05:39: Weil das ist dann die einzige Möglichkeit noch im Leben halt einer Person zu sagen was für einen wichtig ist und dass wir sie lieben.
01:05:53: und zum Glück haben wir das getan.
01:05:55: Deine Töchter treten ja beide in die Fußstapfen ihres Vaters und studieren Architektur.
01:06:01: Eine in Amsterdam, eine gerade in Lissabon.
01:06:05: Sie sind zweisprachig aufgewachsen haben dir aber immer nur auf Deutsch geantwortet obwohl du ja immer portugiesisch mit ihnen sprachst.
01:06:15: das ist übrigens auch bei meinen Kindern so gewesen.
01:06:18: sie sind nämlich auch zweissprachig aufgewachsen und sie sprechen mit ihrem französischen Vater zu seinem Leidwesen bis heute nur Deutsch, obwohl er mit ihnen nur Französisch spricht.
01:06:32: Also was von außen betrachtet sehr lustig klingt und natürlich ein bisschen eigenartig ist wenn man das so hört also der eine fragt was auf Französische andere antwortet auf Deutsch Wie viel brasilianisches steckt denn in deinen Töchtern?
01:06:49: Und haben sie dich schon mal zu deiner Arbeit ins Amazonasgebiet begleitet?
01:06:55: Das ist eine sehr lustige Sache.
01:06:58: Sie wollten wirklich nicht mit mir Deutsch sprechen.
01:07:02: Irgendwann habe ich sogar ihnen gesagt, oh!
01:07:04: Ich glaube sie waren so elf, zwölf und sagte, das reicht mir, ich werde nicht mehr mit euch Portugiesisch sprechen weil... ihr nicht mit mir auf Deutsch sprecht, dann braucht es nichts.
01:07:15: Und sie sagt nein, nein, Mama bitte nicht!
01:07:18: Geben nicht darauf und deswegen spreche ich bis heute mit hin auf Portugiesisch was auch sehr gut war weil Sie heute portugiesische können.
01:07:28: wenn Sie dort in Brasilien sind dann können Sie mit den Menschen dort kommunizieren.
01:07:34: und
01:07:35: ja Sie lieben die brasilianische Kultur, Sie lieven Brasilien Und sie waren zum Glück auch schon zweimal, wo ich lebe oder halt arbeite sozusagen im Amazonas Gebiet.
01:07:48: Sie lieben es dort auch.
01:07:50: Sie haben dort Freunde gemacht und glücklicherweise werden sie mich dieses Jahr auch dorthin begleiten.
01:07:59: Anna wird in April dort hinreisen und Julia wird dann im Juli mich dort besuchen.
01:08:05: Das ist für mich natürlich ein großes Glück!
01:08:09: Du warst eng mit dem berühmten präsilianischen Fotografen- und Umweltaktivisten Sebas Schau, also schrieb ich mir das glaube ich auch.
01:08:19: Sebas Tiau geschrieben Salgado befreundet und hast ihn mehrmals zwischen den Jahren im Jahr für seinen großes Amazonierprojekt begleitet und unterstützt.
01:08:33: Zuletzt wurde die Ausstellung seiner Fotos im November, im Rautenstrauch Jöstmuseum in Köln gezeigt.
01:08:43: Mit der du auch etwas zu tun hattest – also du hast ein bisschen mitgewirkt!
01:08:48: Er selbst konnte ja die Ausstellung nicht mehr miterleben, da er eine Monate zuvor im Alter von Eighty in seiner Wahlheimat Paris verstorben
01:08:58: war.".
01:08:59: Wie hatte ich denn dieser Mensch, dieser Künstler und eure Freundschaft geprägt.
01:09:08: Saugardo ist wirklich eine Person, die sehr besonders war.
01:09:14: Das ist lustig!
01:09:15: Weil als ich den Film von Wienwenders Salz der Erde gesehen habe, dann wusste ich mir, dass ich irgendwann mal Saugado kennenlernen.
01:09:28: Und mein Wunsch wurde ... Wirklichkeit.
01:09:32: Lustigerweise, deswegen ist es sehr wichtig.
01:09:34: Vorsicht was man sich wünscht.
01:09:36: das kann erfüllt werden und Saugado dadurch dass ich ihn bei der NASA Ninka begleitete während seiner Foto Aufnahmen über Indigenevölker des Amazonas Gebietes geschenktes Universum sozusagen.
01:09:57: Ich konnte dann einen Fotografen begleiten, den ich bereits seit ... weiß nicht!
01:10:04: seit der Neunziger bewundete, als eine Ausstellung von ihm in Hamburg in den Deichto-Hallen präsentiert wurde.
01:10:15: Und ich schätzte schon seit immer seine Arbeit und ich liebe Fotografie auch.
01:10:21: Ich liebe zu fotografieren.
01:10:24: natürlich würde ich sehr gerne irgendwann mal so schöne Fotos zu machen, die wirklich andere Menschen auch bewundern können.
01:10:35: Und Saugado mit ihm zu arbeiten das war... Wie gesagt, ein Geschenk des Universums.
01:10:41: Und das war sehr schön zu beobachten wie er während des Fotografierens wunderschöne alte brasilianische Liedersang und er sagte dass der Singen im Halb halt sich an seine Arbeit zu konzentrieren aber auch die Menschen zu entspannen die bei ihm vor der Kamera standen Sein Assistenten, den französischen Jacques Batelemy, er erzählte mir, Eliane, weißt du was der Unterschied von Saugado und dem anderen ist?
01:11:21: Ist das Saugato den perfekten Blick hatte.
01:11:27: Man sagt ja dass Menschen mit dem Perfekt gehört in der Musik zu Welt kommen.
01:11:35: Jacques sagte Saugado hat den perfekten Blick und deswegen macht er die schönsten Fotografien heutiger Zeit.
01:11:46: Und das war eine tolle Arbeit mit ihm, Mit seinem Assistenten, mit seinem Helfer auch Agustinho der ihn seit Jahrzehnten begleitet haben.
01:11:59: Das ist auch eine große Lehre für mich zu sehen wieso ein Mensch sich solchen wunderschönen Themen wie mit, die.
01:12:14: später hatte ich auch das Glück hier in Deutschland hin wiederzutreffen.
01:12:20: In Berlin, im Monaco waren wir auch wieder zusammen und seit meiner... also seitdem ich die Das große Glück hatte ihn im Amazones Gebiet bei der Nascheninkel zu begleiten.
01:12:38: Wir wurden zu Freunden, was auch ein großer Geschenk war und ich trage ihn bis heute in meinem
01:12:49: Herzen.".
01:12:50: Du sagst es hat wunderschöne Projekte und Themen gehabt aber natürlich auch sehr ernste Themen fotografiert also zum Beispiel die Goldsucher oder diese Minen und oder die Hungersnot in Äthiopien.
01:13:05: Also er hat ja auch sehr, oder Rwanda, der Genozid in Rwandha hat ja sehr ernste Themen auch dokumentiert.
01:13:18: Ich selber kann das genau nachempfinden was du gesagt hast weil ich bin auch eine große Bewunderin seiner Fotos, weil sie eben berühren.
01:13:32: Also mich berührt sie!
01:13:34: Wie wird dein zukünftiges Leben aussehen?
01:13:38: Hast du noch neue Projekte, Visionen und Träume?
01:13:45: Wenn ich auf meine Zukunft blieke... also ich hoffe dass ich weiterhin die Arbeit machen kann, die ich bereits mache zusammen mit der GFBV als Referentin, aber auch deinem Institut von Benkipianco, Institut Jürgen Katasorenzi.
01:14:05: Weil das ist das was mich erfüllt um Weltschutz und Menschenrechte zusammen Und ich möchte Projekte sehen die wirklich zu etwas bringen, zu etwas führen wo ich Ergebnisse sehe weil Deswegen habe ich auch sozusagen die Wissenschaft hinter mir gelassen, weil Artikeln und Bücher zu schreiben das reicht nicht aus.
01:14:29: Um gute Lösungen für die Welt zu finden und zu produzieren.
01:14:37: Das reicht nicht wenn man ein Buch schreibt regal wiederfindet, während der Amazonas Urwald weiterhin zerstört wird.
01:14:47: Und deswegen das erfüllt mich dieser Arbeit da im Institut von Benki zu sein und ihm zu helfen zum Beispiel weitere Projekte zu schreiben, wo Indigene Gemeinschaften geschützt werden.
01:15:07: Wo Indigenne Territorien geschütz werden.
01:15:10: Und die Rechte der indigenen Völker sei es Brasiliens oder durch meine Arbeit bei der GFBV, woanders geschützt werden und von verschiedenen Ländern der Welt respektiert werden.
01:15:27: Bist
01:15:28: du trotz aller Herausforderungen und Missstände auf dieser Welt ein positiv denkender und zuversichtlicher Mensch geblieben?
01:15:39: Ich mag lieber optimistisch, auf die Zukunft zu blicken als pessimistisch.
01:15:45: Pessimismus legt mir nicht.
01:15:48: Ich denke, wie ich schon gesagt habe.
01:15:52: Ich glaube man darf nicht aufgeben weil wenn man aufgibt dann hat man den Krieg verloren und das steht mir nicht.
01:16:01: Ich habe von meiner Mutter gelernt und vom meinem Vater dass man immer weitermachen soll an dem man glaubt und wenn das Herz für irgendwas brennt, dann soll man daran glauben für das tun, woran man glaubt.
01:16:18: Weil dann ist man auch erfolgreich.
01:16:20: also ich werde so lange ich kann Ich würde alles tun um meinen Freunden im Amazonas Gebiet zu helfen.
01:16:31: Ja, liebe Eliani ich danke dir sehr für dieses interessante und berührende Gespräch.
01:16:36: Weiß ich es mich gelehrt hat wie viel wir helfen verändern und bewegen können wenn wir verhaftig hinsehen handeln und selbst aktiv werden oder zumindest die finanziell unterstützen die dies bereits tun.
01:16:53: Du bist ein großes Vorbild für mich und ich bewundere dich sehr für deinen Engagement, damit die Natur, die Menschen und die Menschlichkeit eine Zukunft hat.
01:17:06: Ich danke dir, Tanja, für diese Möglichkeit bei deinem tollen Podcast mitzuwirken!