TANJA VALÉRIEN - GESPRÄCHE ÜBER WANDLUNG donna Kooperation

TANJA VALÉRIEN - GESPRÄCHE ÜBER WANDLUNG donna Kooperation

Transkript

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00:00:02: Mein Motto ist aus Liebe zum Leben.

00:00:05: Das war bei mir von Anfang an, dass ich diesen Krebs keinen Raum lassen wollte und keine Luft.

00:00:11: Es ist eine Krankheit aber das ist nichts zu schämen und man muss sich nicht verstecken.

00:00:16: Mein Weg

00:00:17: war immer die Offenheit.

00:00:20: Ich spüre seitdem eine

00:00:21: viel tiefere Dankbarkeit.

00:00:24: Ich begrüße Sie herzlich zu einer neuen Folge meines Podcasts Tanja Valerien, Gespräche über Wandlung in Kooperation mit dem Magazin Donner.

00:00:33: Heute bin ich zu Gast bei der österreicheren Tanja Schweiger im Hotel Eder in dem idyllischen Dorf Maria Alm am steinernen Meer im Salzburger Land.

00:00:45: Sie ist zwar die Chefin hier eines erfolgreichen Unternehmens Und einem familiengeführten, äußerst kreativen und sehr ungewöhnlichen Familienbetriebs EDA Collection.

00:00:58: Mit drei Hotels zwei Läden eine Almhütte und ein Friseur bevorzugt aber die Bezeichnung Gastgeberin.

00:01:08: Hallo liebe Tanya!

00:01:09: Hallo

00:01:10: auch liebe Tanja herzlich willkommen hier bei uns in Maria Alm.

00:01:14: Du bist in Schwarzach im Pongau geboren, Sternzeichen Steinbock und mit einer vier Jahre älteren Schwester im naheligen Mühlbach am Hochkönig aufgewachsen.

00:01:26: Wie übrigens auch schon deine Eltern.

00:01:29: Beide hatten nämlich dort eine ähnliche Kindheit.

00:01:32: Sie wurden jeweils von ihrer Großmutter erzogen Und die Familie deiner Mutter, die in neunzehntundfünfzig geboren ist kommt von einem Bergbauernhof.

00:01:42: Ihre Mutter war allein erziehend und ging in die Schweiz zum Arbeiten.

00:01:46: Deshalb musste sich die Omi um sie kümmern.

00:01:49: Früh schon begannen Sie dann bei ihrem Onkel, in dessen Gasthaus Alpenrose zu arbeiten und ging später auch nach München und Zürich in Gastrobetriebe.

00:01:59: Er verliebte sich in deinem Vater.

00:02:03: Da war sie in den Neunzehn oder zwanzig.

00:02:06: Und der hatte, wie gesagt auch die Großmutter an seiner Seite und besaß einen Kramaladen im gleichen Dorf mit einem Mami, nämlich in die Mühlbach.

00:02:17: Dein Vater jahrgangs siebenundvierzig hatte ein Bruder und eine Schwester, die tragischerweise bei einem Flugzeugabsturz um's Leben kamen.

00:02:26: Die Eltern ließen sich dann irgendwann scheiden.

00:02:28: Seine Mutter wanderte mit seinem Bruder nach Südafrika aus, dein Vater konnte nicht mitkommen weil er arbeitete damals schon als Elektriker in einem Kupferbergwerk was hier gleich in der Gegend war.

00:02:42: ab seventy-six für ein anderes Unternehmen und dann schließlich für die Gemeinde.

00:02:47: Sie heirateten seventy vier kurz vor der Geburt deiner Schwester und begannen, ein Haus in Mühlbach zu bauen.

00:02:56: Wenige Wochen später kamst du dann, neunundsebzig zur Welt?

00:03:00: Und dort leben sie übrigens auch heute noch ganz glücklich verheiratet!

00:03:04: Deine Mami war in erster Linie Hausfrau und Mutter – die hat aber so Zimmer bei euch zu Hause vermietet.

00:03:12: Privatzimmer nennt man das glaube ich in Österreich.

00:03:15: Sie arbeitete jedes Jahr als Bedienung auf dem Münchner Oktoberfest im Löwenbräu-Zelt.

00:03:21: Hat sie denn jemals versucht, dir diese äußerst anstrengende und freizeitraubende Berufung so im Hotel- und Gastrobetrieb auszureden oder regelrecht zu verbieten?

00:03:37: Überhaupt nicht.

00:03:38: Meine Mama, wenn man die kennt ist eine ganz offene herzliche Persönlichkeit und sie liebt es einfach auch Gassgeberin zu sein.

00:03:46: Das war bei uns eine Selbstverständlichkeit, auch wenn wir Gäste im Haus hatten.

00:03:51: Da wurde ein schönes Frühstück gemacht am Nachmittag vielleicht einen Tratsch mit den Gästen.

00:03:56: Sie hat das auch geliebt also diese Gass Geberin.

00:03:59: Es ist ganz ein Flotte und eine arbeitssame Dame.

00:04:06: So wie du!

00:04:08: Deine Kindheit war ja überhaupt sehr behüten, glücklich.

00:04:12: Auch sehr liebevoll!

00:04:14: Du warst so ein fröhliches lebendiges Kind und deine Eltern gaben dir auch schon früh – also bereits somit sechs – sehr viel Freiraum, sodass du mit deinen Freunden mit dem Rad um die Häuser ziehen konntest oder ins Schwimmbad gehen alleine, also mit den jungen Freunden oder im Wald spielen durftest.

00:04:34: Ich bin ja auch so aufgewachsen und denke, dass Kinder wirklich nur dann so selbstbewusst und selbstständig werden.

00:04:42: Wenn Eltern auch ein bisschen das Vertrauen und die Zuversicht ins Leben zeigen und in Liebe loslassen.

00:04:50: Mir kommt es ein bisschen so vor als ob heute Eltern ein bisschen ängstlicher sind, ein bisschen behüten da manchmal sogar Vielleicht auch ein bisschen kontrollieren da.

00:05:02: Du hast ja selbst einen achtjährigen Sohn, genießt er die gleiche Freiheit wie du früher?

00:05:09: Die Gleiche würde ich jetzt nicht sagen, weil die Zeiten haben sich natürlich ein bisschen geändert.

00:05:14: Also bei uns früher das war schon von einem kleinen Ort in den Bergen quasi es war wirklich alles sehr idyllisch.

00:05:20: Die Wege waren nicht weit vom Elternhaus zu dem öffentlichen also zum Schwimmbad oder zur Schule oder zum Kindergarten und das war natürlich schon ganz ganz eine schöne und erlebnisreiche Zeit.

00:05:33: Und heutzutage hat sich schon ein bisschen verändert.

00:05:35: Es ist einfach auch mehr Verkehr, es sind mehr Leute auf der Straße unterwegs.

00:05:39: Es ist alles ein bisschen gedackteter auch, finde ich.

00:05:42: Also früher war es bei uns so... Da war nicht zu das Freizeitangebot im Sommer bis zum Schwimmen gegangen und denne spielen und im Winter waren wir auf die Ski unterwegs.

00:05:51: Und heute Zutage ist ja so der eine fährt zum Chigong, der andere fährt vom Yoga, der anderen fährt dem Judo, dann Ballett, alles drum und dran.

00:06:00: also die Kinder sind, finde Echt überfordert und es ist ein bisschen zu viel Freizeitangebot.

00:06:06: Also

00:06:06: das versuchst du bei deinem Sohn nicht so?

00:06:09: Ich versuche es, das ist aber echt schwer weil er ist natürlich auch interessiert an vielen Sachen und die Möglichkeiten gibt es ja jetzt.

00:06:16: Und da setze ich bis jetzt beim Fußball halt und Dennis im Sommer und im Winter isch schiefern!

00:06:21: Also ist die Aufgabe heute der Eltern wahrscheinlich eher zu versuchen ein bisschen bremsen

00:06:28: Ja, finde ich auch.

00:06:29: Das finde ich ganz wichtig und ich finde es auch wichtig dass sich die Kinder ab und zu, ab und an einmal auch fatisieren also das sie wirklich mal auch nur rum stöbern quasi und sagen was ist jetzt langweilig?

00:06:42: Also Fatisieren

00:06:43: heißt langweilen?

00:06:44: Langweilen ja genau!

00:06:45: Das Wort

00:06:46: haben wir gar

00:06:48: nicht!

00:06:49: Fad!

00:06:50: Und das glaube ich ist wirklich wichtig weil Die sind so überfordert und haben immer nur Programm, Programm, Programme.

00:06:57: Die Eltern fahren es zu einem Programmpunkt zum anderen.

00:07:00: Und das ist mir einfach wichtig.

00:07:02: Das hebt ja auch sehr viel.

00:07:03: Wir wohnen ja im Hotel und es ist rund um die Uhr immer etwas oder Action geboten.

00:07:10: aber ich glaube es ist ganz wichtig dass runter kommen und bei uns in den schönen Bergen ist das natürlich auch leicht möglich.

00:07:16: Aber ich gebe ihm schon sehr viel Freiheit.

00:07:20: Also es fängt an bei seinen Anziehsachen, bei seinen Klamotten.

00:07:24: Da hat er richtig seinen eigenen Kopf und das finde ich einfach lustig!

00:07:28: Und ich gewinne dann immer ein bisschen ein kleines Budget... ...und da darf sich selbst aussuchen was der gerne anhört.

00:07:33: Meine fünfjährigen und dreijährigen Enkel sagt meine Tochter haben das auch schon.

00:07:39: Die wissen schon genau was sie anziehen obwohl die jetzt gar nicht... Meine Enkel sind im Wald Kindergarten und der andere ist gar nicht im Kindergaten, aber irgendwie haben die schon ihren eigenen Kopf.

00:07:50: Aber wahrscheinlich waren wir auch so.

00:07:51: Find ich

00:07:51: cool!

00:07:53: Na gut, wir haben früher halt noch die Anzissachen von den Geschwistern bekommen von den Eltern meistens... Ja das

00:07:58: war bei mir nicht so.

00:07:59: Ich habe meinem Oma hatte einen Kinderbekleidungsgeschäft mit eigenem Entwürfen in München Bei Mutti-Line hieß das, mit eigenen Näherinnen.

00:08:10: Und deshalb hatten meine Schwester und ich immer das Gleiche an.

00:08:13: Also sie ist zweieinhalb Jahre jünger und dann hatten wir immer das gleiche Outfit!

00:08:19: Heute ärgere ich meine Mami manchmal, weil ich sage das war doch damals eher so ein Status-Symbol.

00:08:24: Weil damit man sie zeigen konnte hier in der Familie mussten müssen nicht die Kleineren die größeren Sachen tragen.

00:08:32: Aber ich muss lachen... Nein!

00:08:33: Das stimmt ja gar nicht.

00:08:35: Ich muss lachten wir hatten das auch ganz viele Kleider hatten wir gleich.

00:08:39: also meine Schwester ist doch vier Jahre älter wie ich und ich glaube die hat es dann Zum Schluss gehasst wahrscheinlich, dass die kleine Schwester das gleiche erinnert.

00:08:48: Aber das hatten wir auch ganz oft.

00:08:50: und ja vielleicht ist der wirklich so in Stadt?

00:08:52: Vielleicht ist es so fargartig?

00:08:54: Ich will das jetzt nicht unterstellen aber es war vielleicht ein bisschen die Zeit wo man auch zeigen konnte Man kann jetzt da auch was Neues kaufen.

00:09:03: In deinem Heimatdorf Mühlbach gab es in Fußnähe auch einen kleinen Skilift zudem du dann im Winter schon seit klein auf fast täglich tapfer mit deinen schweren Skischuhen und Skiern auf dem Arm, die Straße runter- und wieder raufgelaufen bist um Skis zu fahren.

00:09:22: Es folgte dann der Ski Club wo sich dein großes Talent zeigte und mit viel Training und Skirenn hast du dann auch gewonnen.

00:09:31: oft und hast immer getrainiert und am Wochenende war ein Skirennen Mit neuen.

00:09:37: schon hast du dir dann einen Schienbein und Wadenbruch erlitten.

00:09:41: Und musstest drei Wochen Feste in einem Gips liegen, das war damals noch so.

00:09:45: Dann dachte man, dass ist die richtige Art der Heilung.

00:09:50: Wenig später zur fünften Klasse solltest du dann in ein Ski-Internat nach Schlattming kommen bekamst aber dort keinen Platz Und so schickten dich deine Eltern dann auf einen Gymnasium nach St.

00:10:02: Johann im Pongau, zu welchem du pro Strecke jeweils eine Stunde mit dem Bus fahren musstest – also zwei Stunden täglich!

00:10:11: Du bist dann weiterhin zwar in den Skiklub und auch Skirennen gefahren, hast aber ein bisschen weniger halt trainieren können und da bist du immer mehr zurückgefallen in deinen Leistungen und mit fünfzehn hast du dann schließlich deine Skikarriere aufgegeben.

00:10:27: Bist du denn heute manchmal so ein bisschen wehmütig, wenn du so Skiren im Fernsehen siehst oder wenn du die verletzte Linsel von erlebst, die immer wieder aufsteht und sagt es geht weiter.

00:10:40: Egal ob wie alt sie ist, wie verletzt sie war.

00:10:45: Hast du dann so ein bischen das Gefühl dass du für dein Talent was dir sozusagen der liebe Gott gegeben hat noch ein bissel mehr hättest dranbleiben müssen?

00:10:57: Ja dann ja, da hast du recht schon.

00:10:58: Das ist schon ab und zu kommen.

00:11:00: Sollt ihr Gedanken?

00:11:01: Ich liebe einfach den Skisport das muss man mir erzeugen.

00:11:03: also ich schaue mir jetzt auch noch wenn es geht jede Skirenen an im Fernsehen und gehe jetzt auch mit meinem Sohn natürlich ganz viel skifahren und bin unterwegs Und natürlich ist mein Ab- und Soh ein bisschen wehmütig.

00:11:14: aber ich kenne natürlich auch viele Skirrenläuferinnen die was geschafft haben und es schaut immer alles nach außen sehr, nach Zucker aus und es ist einfach harte Knochenarbeit.

00:11:24: von nix kommt nichts.

00:11:26: Also gerade Profisport ist in jeder Hinsicht einfach harte Knochanarbeit.

00:11:31: und im Nachhinein jetzt denke ich schon, ich habe meine Jugend um meine Kinder hat einfach extrem genossen und es war so eine Vielfalt bei mir auch drinnen dass mich das auch so geformt hat und ich wäre nicht der Mensch der was ich bin und deswegen bin ich jetzt eigentlich sehr dankbar.

00:11:47: Das Schulsystem in Österreich ist ja so ein bisschen anders wie bei uns in Deutschland.

00:11:51: Du hast zur neunten Klasse das Gymnasium dann in St Johann im Pongau verlassen, wo du übrigens auch Latein lernen musstest.

00:11:59: Du bist dann zuerst auf die Tourismusschule nach Bischofshofen und dann nochmal so einen Aufbau in St.

00:12:06: Johann in Tirol.

00:12:08: Du hattest dann also auch dein Abitur in der Tasche gehabt und gleichzeitig diesen Abschluss zum Hotelfachfrau.

00:12:17: Das ist ja schon irgendwie was ganz Besonderes.

00:12:19: Also es gibt's ja bei uns so nicht, diese Tourismus-Schulen waren ja auch mit einem Pflichtpraktikum belegt.

00:12:27: da bist du dann mal hier in den Club Altjana, in Mühlbach oder nach Helsinki, in Finnland oder nach Kreta, in Griechenland und also ich bin da ganz fasziniert wie jung man einfach schon hier diese Menschen in die Pflicht nimmt, also dass sie auch so ein bisschen was machen und die Welt sehen.

00:12:51: Hat das denn deiner Meinung nach etwas mit dem Selbstwertgefühl und der Wertschätzung zu tun?

00:12:59: Die heute in Österreich so die Arbeitnehmer in dieser Branche auch bekommen?

00:13:06: bei mir fällt schon immer so'n bisschen auf wenn ich in Österreich bin zum Beispiel der Kellner oder auch die Leute im Hotel ein bisschen gefühlt, ihren Job ein bisschen mehr lieben.

00:13:21: Also nicht so das Gefühl haben oh jetzt muss ich den bedienen ja sondern dass kommt mit so einer Leidenschaft.

00:13:28: Aber hat das was miteinander deiner Meinung nach zu tun, dass man vielleicht auch dem Ganzen schon ein bisschen mehr Wertschätzung gibt und nicht so nach dem Motto na schau mal wenn du nicht der Schule gut genug aufpasst dann wirst du wie sagt mal uns früher hieß es immer da wirst Du Müllmann.

00:13:46: ja also weißt du was ich meine so diese diese Hierarchien in dem was ich tue.

00:13:51: Also Wenn du nicht zu einer Bank gehst dann bist du schon mal gar nichts.

00:13:55: Ja, Gott sei Dank hat sich das jetzt auch ein bisschen geändert oder es ist schon immer verankert in der österreichischen Kultur.

00:14:01: Weil wenn du denkst früher war das Servicemitarbeiter der Herr Ober und das klingt ja schon mal der Herr Ober und er war auch im finanzieren mit einem Chilet und Masche usw.

00:14:11: Also das liegt schon glaube ich schon in der Geschichte verwurzelt bei uns in der Denkweise.

00:14:19: Und gerade hier in unserer Region also Region Hochkönig Alpenregion Wir leben auch vom Tourismus.

00:14:26: Das ist einfach, sagen wir mal, achtzig Prozent unser Motor und wir wachsen so auch auf als Kind.

00:14:34: Wir sind immer sehr weltoffen finde ich obwohl wir eigentlich so klein strukturiert sind in den Alpen.

00:14:40: aber wir lernen ja immer neue Leute kennen immer neue Gäste.

00:14:44: also ich kann mich bei mir auch in der Kinderheit erinnern viel mit unseren Gastkindern zusammen und da habe ich mich jedes Jahr wieder gefreut, wenn die gekommen sind.

00:14:53: Das war einfach toll!

00:14:54: So viele verschiedene Menschen.

00:14:56: Und auch glaube ich dieser Stolz ist schon verankert in der Tourismusbranche genau und diese guten Ausbildungen was wir eben anbieten dass man eben schon nach der achten Klasse einsteigen kann in diesen wunderschönen Beruf und diese wundeschöne Branche und das aber mit einer Matura verbindet oder mit einem Abitur Und das bringt eigentlich sehr, sehr viel.

00:15:20: Weil man eben gleich das mitbekommt einfach und auch sieht so mit fifteen Sechzehn wo wird meine Reise hingehen was interessiert mich denn auch wirklich?

00:15:30: Und trotzdem habe ich die Möglichkeit weil ich ja das Abitur mache dass ich mich dann ganz für etwas anderes entscheiden kann.

00:15:38: Ich glaube schon auch dass Kinder oder Jugendliche mit fünfzehntsechzehnten oft noch nicht zu reif sind dass sie wissen wie will ich meine Zeit verbringen.

00:15:47: Aber dann haben sie wenigstens schon mal eine Erfahrung gemacht.

00:15:49: Ja, eine Erfahrung und eine Ausbildung.

00:15:51: Und das haben unsere Eltern ja früher auch schon immer gesagt.

00:15:54: Ausbildung ist einfach wichtig, schau, dass man einfach einen Lehrberuf oder eben eine Madura in der Tasche hat und dann steht dir die Welt ja offen!

00:16:02: Deine Mami kann sich ja nicht so wirklich daran erinnern, dass du jemals so ne typische Phase der Pubertät durchlebt hast, in der du so rebellisch und aufmüpfig warst.

00:16:12: Du bist eher so ein unkomplizierter, sportlicher, netter Teenager gewesen.

00:16:17: Hattest drei feste Freundinnen?

00:16:19: Ihr seid dann immer zu viert mit euren Rollern rumgefahren.

00:16:24: Jungs interessierten dich mehr als Kumpel und deinen ersten Freund, einen spannenden Weltenbummler der sieben Jahre älter war wie du, hast du erst mit achtzehndern kennengelernt!

00:16:38: Diese Beziehung hielt dann ein halbes Jahr.

00:16:41: Und nach deinem Abitur und deiner beruflichen Abschluss, von dem wir gerade gesprochen haben, wolltest du Ninzeintneunzig erst mal reisen!

00:16:50: und die Welt decken.

00:16:52: Und musste es dafür aber Geld verdienen!

00:16:55: So hast du dann einen Sommer- und eine Wintersaison fleißig als Kellnerin gearbeitet, und konntest im Sommer zweitausend zusammen mit deiner Schwester so ein Roadtrip an der Westküste der USA machen?

00:17:09: Danach habt ihr noch so'n Sprachkurs in Italien absolviert, habt ihr mal meistens geschwänzt.

00:17:16: Weil ihr mehr mit den Italienern oder den anderen Studenten euren Spaß hattet?

00:17:22: Ist ja eher ungewöhnlich dass man in diesem Alter du warst zwanzig so mit einer vier Jahre älteren Schwester auf Reisen geht und so eng ist.

00:17:36: was genau hat euch denn so verbunden und seid ihr es noch heute?

00:17:43: Also wir hatten wirklich eine ganz, ganz tolle Kindheit zusammen meine Schwester und ich.

00:17:49: Ich habe so ein schönes Bild wo sie mich vor der Sonne schützt und das Bild zeigt eigentlich alles aus.

00:17:57: also ich war die kleinere Schwester Und sie hat immer auf mich geschaut und aufgepasst und ich sage immer zu meiner Schwester du würdest mir die letzte Unterhose geben das sagt man so bei uns.

00:18:08: Und ja, unsere Wege haben sich dann natürlich schon ein bisschen... also wir waren immer gut.

00:18:12: Aber so wie ich vierzehn war und meine Schwester achtzehn da waren jetzt nicht beste Freundinnen.

00:18:16: das ist halt auch vom Alter her nicht passend.

00:18:19: aber es hat sich dann schon immer angezeichnet dass man immer mehr zusammenkommen und wie ich dann zu achtzehneinzehn bin hat es dann richtig angefangen und sie ist bis heute meine beste Freundin Also Schwester und beste Freundin.

00:18:31: Und wir lieben gemeinsame Zeit miteinander, wir reißen jetzt auch noch sehr viel gemeinsam und das verbindet uns einfach sehr.

00:18:40: Sehr wie schön!

00:18:42: Ja, das Schönste.

00:18:44: Irgendwann im Spätsommer zweitausend also nach dieser Italien-Reise ging euch dann das Geld aus und so hast du zusammen mit deiner Mami auf dem Oktoberfest gearbeitet in München.

00:18:56: Gleich am ersten Tag ist dein Fuß umgeknickt und die Bänder waren eingerissen.

00:19:02: Und die folgenden zwei Wochen konntest du nur deshalb tapfer mit Schwerzen durchstehen, weil du jeden Morgen zuerst in das Zelt der Notaufnahme auf dem Oktoberfest gehumpelt bist.

00:19:13: Die haben dir dann deinen Knöchel so ganz fest bandagiert.

00:19:17: Wäre denn aufgegeben keine Option gewesen?

00:19:21: Das war eine sehr lehrreiche Zeit, muss ich jetzt dazu sagen.

00:19:25: Weil das kann ja noch so oft wer sagen, plane nicht mit Geld was man nicht hat oder was man auch nicht hat.

00:19:33: und aber in dem Sommer in Italien dachte ich mir ah!

00:19:36: Ich gehe dann nie auf die Wiesen und es passt schon und dann ist quasi das Bankkonto wieder gut gefüllt und alles gut.

00:19:43: Und das war dann so dass das eben anders kommt im Leben.

00:19:47: Da habe ich dann wirklich gelernt, erstens einmal planen nicht mit Sachen die das Leben kommt immer anders, sagen wir so.

00:19:55: Das Leben kommt alles immer anders als man denkt und nah aufgeben war keine Option weil ich dann selber zu stolz war und gedacht hab dass sie es jetzt durch Und Gott sei Dank ist ja auch gut ausgegangen.

00:20:05: Also mein Fuß ist wunderbar und meine Mama und mein Papa haben mich schon noch so erzogen, also ich musste... Ich hab schon... Also die haben mir auch schwer gearbeitet für das Einfamilien oder für unser Elternhaus weil das war natürlich ganze schwere Zeit auch und so Aufbauzeit und richtig viel gearbeitet und wir sind schon immer auf Urlaub gefahren aber es wurde schon aufs Geld geschaut.

00:20:30: Also die Mama war da richtig gut im Haushalten, sagen wir mal.

00:20:33: Und ja das hat mich dann auch gelernt.

00:20:35: also immer nicht planen mit irgendwas was man nicht hat.

00:20:38: Das kommt immer anders.

00:20:40: Ja bei meinen Eltern war das auch so.

00:20:41: Die haben auch ein Haus gebaut als ich so fünf Jahre alt war und meine Mami erzählt heute noch dass sie dann eigentlich nie zum Essen gegangen sind und wirklich nur einmal im Jahr in Urlaub gefahren sind.

00:20:59: Man hat das Geld schon ein bisschen zusammengehalten, weil man auch von diesen Schulden irgendwie weg wollte.

00:21:08: Das ist heute sicherlich wieder eine andere Mentalität, dass man einfach so auf Kredit

00:21:13: lebt.".

00:21:30: Weil die Mama hat oft zum Beispiel das mal Schwammerzucht gewahren und im Wald unter Tzerjause mit gehabt.

00:21:35: Und so, es waren einfach tolle Erlebnisse.

00:21:37: Muss nicht immer dies eine Lenz sein, sag ich mal!

00:21:41: Aber hattest du denn dann also nach dem durchgestandenen Oktoberfest einen Plan wie's weitergehen sollte?

00:21:48: Und haben dir deine Eltern da auch ein bisschen wieder Druck gemacht?

00:21:54: Das muss sich jetzt ehrlich... Dazu sagen, also Druck von meinen Eltern gab es nicht.

00:21:58: Die haben mir das immer von der Schulzeit und so immer offen gelassen.

00:22:01: Also die haben nie gesagt mach jetzt das Abitur obwohl ich mich sehr leicht getan habe in der Schule.

00:22:07: aber die haben wir das offen gelassene Sie haben mich schon immer beraten und wir haben Gespräche gemacht, aber das war bei mir immer alles sehr auch spontan.

00:22:15: Also gerade ich bin in die Nase umgegangen und habe mir gedacht ja was mache ich jetzt weiter?

00:22:19: Dann hab' ich meinen Cousin auf der Berufsinformationsmesse getroffen, der hat da Kaiserschmarrn gekocht, dann denke ich mir ah das ist aber irgendwie schön, Tourismus gefällt mir!

00:22:28: Mache ich jetzt das drei Jahre.

00:22:30: Dann sind meine Freundinnen rauf zum offenen Tür der Tourismusschule sind gekommen, waren total begeistert.

00:22:38: Ich rufe meine Mama an von der anderen Schule und sage Mama die gehen da Tourismusschulle.

00:22:43: darf ich das auch machen drei Jahre?

00:22:45: Und die haben mir das immer alles ermöglicht ja darfst du!

00:22:49: Dann war es so nach dem Abitur nach der Arbeitszeit wollte ich dann am Anfang auch noch studieren aber ich wusste nicht zu Recht was.

00:22:56: also ich war da schon ein bisschen ein Wildervogel sage ich jetzt einmal.

00:22:59: Und da war das erste Mal, dass meine Mama und mein Papa gesagt haben wenn du nicht hundertprozentig weißt was du machst dann können wir dich da nicht unterstützen.

00:23:08: also wir wollen jetzt nicht dass du einen sagst ich gehe jetzt ein Jahr bewältestudieren und dann mache ich doch Biologie oder keine Ahnung.

00:23:14: Also da waren sie schon streng mit mir.

00:23:16: dann habe ich gesagt dann arbeite es zuerst eine Zeit und vielleicht ist später dann dein Weg noch ein Studium.

00:23:24: Du hast ja dann für die Sprachschule Berlitz in Salzburg

00:23:27: gearbeitet,

00:23:28: erst an der Rezeption.

00:23:30: Dann haben sie dir durch Doc&Scoot gefunden und hast so ein Management-Trainierprogramm in München, Budapest und Wien gemacht und dann noch sogar eine Zusatzausbildung fürs Sales & Marketing.

00:23:43: Und dann hast du auch das Center von Berliz in Salzburger geleitet.

00:23:47: In dem Jahr zwei Tausend drei lerntest du beim Ausgehen ... Deine erste große Liebe kennen, also richtige Liebe.

00:23:56: Der als Serviceman für den Skirenläufer Benni Reich arbeitete und demnach meist im Ski-Zirkus unterwegs war.

00:24:04: Er kam auch aus einem Nachbarort von Mühlbach.

00:24:07: und ein Jahr später hast du dann bei Berlitz gekündigt und bewarbst dich bei den Bergbahnen hier in Maria Alm im Marketing und die haben dich auch genommen.

00:24:17: Ihr seid daraufhin zusammengezogen und wart bis zu eurer Trennung, zwei tausend acht fünf Jahre lang ein Paar.

00:24:24: Heute bist du ja mit dem Hotelier Sepp Schweiger verheiratet, mit dem du gemeinsam euer Unternehmen Eda Collection erfolgreich führst.

00:24:34: ist

00:24:35: eine glückliche Beziehung nur dann langfristig machbar wenn sich der Arbeitsrhythmus

00:24:47: Ui, das ist glaube ich schwierig.

00:24:49: Es gibt glaube ich alles auf dieser Welt!

00:24:51: Aber sagen wir mal

00:24:52: für dich... Für

00:24:53: mich ist dem ganz wichtig Arbeitsrhythmus okay.

00:24:58: also der ist ja bei meinem Mann und bei mir jetzt auch nicht so ident weil er arbeitet viel am Abend und ich bin am Abend dann eher bei unserem kleinen Sohn oder kleiner Sohn darf ich nicht mehr sagen bei uns im Seppe mit acht Jahren.

00:25:09: aber ich glaub die Sehnsucht in der Freizeit das ist schon ganz ganz wichtig und bei offener, reiselustiger Mensch bin und ich wollte wirklich immer.

00:25:19: Das habe ich jetzt noch.

00:25:19: Ich will die Welt entdecken, gell?

00:25:21: Ich will alles irgendwie erobern und schauen und alles sehen und das geht dann glaube ich auf längere Zeit nicht gut wenn das nicht mit einem Partner zusammen machbar ist.

00:25:33: und mein damalige Freund war auch viel eben im Rennzirkus unterwegs und ich verstehe das ja auch dass er dann in seiner kostbaren Freizeit nicht soviel reisen wollte sondern er seh das ganze Jahr gereist.

00:25:45: Aber das war mir natürlich dann auch irgendwann einmal zu langweilig und so engstirnig.

00:25:51: Und ich bin dann auch nicht so, meine Schwester war ja dann auch im Berufsleben und auch mit ihren jetzigen Mann dann auch schon zusammen zuletzt.

00:25:59: Das muss ja dann passen!

00:26:01: Dass ich so alleine unterwegs bin in der Welt, das bin ich jetzt auch nicht.

00:26:04: Also ich mag gerne immer schöne Momente teilen mit jemandem.

00:26:09: Gebe es denn überhaupt eine Chance für die Ehe in dieser Branche, also in dieser Gastro-Hotelierbranche?

00:26:16: Wenn einer das Unternehmen alleine führen würde damit der Partner einen ganz anderen Beruf ausüben kann.

00:26:24: Also besonders bei Hotels scheint mir das so ein bisschen fast unmöglich.

00:26:29: aber gibt es sowas erfolgreich?

00:26:31: Ja

00:26:32: gibt es erfolgreich!

00:26:33: Ich habe da bei uns im Bekanntenkreis oder in der Region haben wir einige Beispiele was ich auch sehr.

00:26:39: Also zum Beispiel ein Haus in Leogang, das führt einen Geschwisterbar.

00:26:43: Das finde ich sehr spannend und ich glaube da ist es auch dann wichtig dass sich die Ehepartner von beiden Seiten nicht einmischen weil das wird dann einfach zu viel.

00:26:53: Ich finde schon, dass es gibt also... Es ist natürlich so wie beim SEP und bei mir jetzt wir leben, das ist unser Leben sagen wir immer!

00:26:59: Wir trennen das ja nicht im Freizeit- und Arbeit- und Beruf sondern das ist unsere Leben.

00:27:04: Das heißt aber nicht, Zu hundert Prozent besteht, dass wir hier im Unternehmen sind und nur arbeiten.

00:27:10: Wir haben uns das schon richtig gut eingeteilt – und wir genießen auch sehr viel Freizeit und Urlaub usw.

00:27:17: Ich glaube, das ist die Kunst, dass man das eben ansieht, dass sein Leben nicht das Trend in Arbeit, Beruf

00:27:25: usw.,

00:27:26: sondern das so sieht und da den Spaß daran nicht verliert.

00:27:30: Aber das kann man auch machen, finde ich mit guter Einteilung wenn der Partner nicht in der Gastronomie ist!

00:27:36: Ich denke nur immer so daran, wir haben Freunde.

00:27:39: Also mit der Eltern haben Freunde, denen gehört ein Fünf-Sternhotel in Seefeld und da hatte ich schon immer den Eindruck dass das bei jedem der Kinder die bisschen älter sind wie ich, immer ... Das war... So kam es mir zumindest vor!

00:27:59: Ein bisschen ganz selbstverständlich, dass sie einen Partner finden, der einfach auch mit hineingeht in dieses Hotel.

00:28:08: Also ich könnte mir sogar vorstellen, dass die gesagt hätten das lass mal lieber wenn sie das nicht will oder diese nicht talentiert.

00:28:17: also das unterstelle ich denen jetzt.

00:28:19: aber dieses Gefühl einfach wir brauchen hier jede Hand.

00:28:24: also wir können jetzt nicht irgendwie so eine Dame haben die dann vielleicht ein Ärztin ist und hat nie Zeit für das Hotel.

00:28:33: Es kommt immer darauf an, wie man das führt oder wie man es macht mit welchem Team.

00:28:38: Wir sind ein Familienbetrieb und ich glaube bei uns im Familienbetriebe ist schon sehr wichtig dass ich jetzt auch mit anbacke und dabei bin weil es ist eben die Schwiegermamme auch noch sehr viel in dem Unternehmen.

00:28:50: Die Schwester vom Sep ja es macht halt einfach Spaß und es ist ja auch so in der Freizeit wenn wir zusammen sind dann reden wir ja auch über unsere Betriebe weil wir das mit stolz erfüllt uns ja das und wir haben ja da Lust dran.

00:29:04: Also auch wenn der Sepp und ich jetzt unterwegs in der Welt, das ist glaube ich für einen Außenstehenden oft sehr komisch weil wir reden natürlich immer über unsere Hotels und wenn wir irgendwas sehen im Thailand oder einem Restaurant, oh das könnte man auch machen oder das wäre schön oder schau wie die das machen oder so wollen wir das nicht machen.

00:29:21: also es geht schon in unserem Leben sagen wir mal zu neunzig Prozent ums Hotel Aber ich sage bewusst jetzt nicht um die Arbeit, weil ja das unser Leben ist.

00:29:31: Also es ist sehr schön, gell?

00:29:33: Nach der Trennung von deinem Lebenspartner also dem Schiim-Servicemann hast du dich nochmals beruflich gewandelt und zwei tausendneun deinen Marketingjob bei den Bergbahnen nach fünf Jahren an den Nagel gehängt.

00:29:48: Der Mann deiner Schwester hatte damals schon das Hotel Steinbock mit Abrischiba in Mariaalm welches beide gemeinsam führen und plante eine ungewöhnliche Almhütte im Skigebiet.

00:30:02: Und haben so einen ganz neuen Konzept mit DJ-und internationalen Speisen, da waren sie ja dann ein bisschen Vorreiter weil sowas gab es ja irgendwie noch gar nicht oder zumindest nicht in Österreich.

00:30:17: heute ist das ganz selbstverständlich dass der Halligalli auf dem Berg.

00:30:21: Also bist du ganz ins kalte Wasser gesprungen und hast zur Eröffnung, die Geschäftsführung dieser Steinbock Alm mit thirty-fünf Mitarbeitern übernommen.

00:30:33: Im oberen Stockwerk hast du so eine kleine Wohnung bewohnt und dann begann eigentlich deine sieben Tagewoche in der du nur nachts zum Schlafen ein bisschen zur Ruhe kamst.

00:30:46: Also man kann sagen nicht zwölf Stunden Tag, sondern eigentlich keine Ahnung.

00:30:49: Zwanzig-Stunden-Tag!

00:30:53: Deine Eltern waren allerdings nicht so ganz begeistert weil sie fanden schon diesen Job da bei den Bergbahnen ganz toll für dich.

00:31:02: Weil Sie konnten vielleicht auch nicht verstehen dass du diesen schönen netten Job gegen einen Wahnsinnsjob eintauchen wolltest.

00:31:12: Was war das denn genau, was dich da so überzeugt hat?

00:31:17: Also welche Sehnsucht hattest du da.

00:31:20: Ich glaube mir hat wirklich immer das Gastgebertum schon geschlummert oder nicht geschlummert ich habe es ja auch ausgelebt.

00:31:25: aber Es war dann so im Büro und mit dem Marketing.

00:31:30: Mir hat das gefehlt dass ich sofort ein Feedback habe.

00:31:33: Und das gefällt mir am Tourismus und an der Gastronomie so gut weil Du hast eigentlich Wenn nicht sofort ein Feedback hast du es am Abend, wie ist der Tag gelaufen?

00:31:42: Wie war das alles?

00:31:43: Und im Marketing ist das schon sehr schwierig.

00:31:45: Man arbeitet in vielen Projekten, man bereitet vieles vor und dauert ewig.

00:31:52: Dann sind die Gästezahlen vielleicht höher.

00:31:53: aber das kann dann auch ein anderer Grund gewesen sein weil ein neuer Lift gebaut worden ist zum Beispiel.

00:31:58: Das hat man mit der Zeit einfach gefehlt dieses viel mehr mit Menschen zu tun noch haben.

00:32:04: Ich liebe einfach, mit Menschen zutun haben!

00:32:06: Es ist so spannend bei uns... man lernt jeden Tag jemanden anderen kennen und da sind verrückte Menschen dabei und das macht einfach richtig Spaß.

00:32:15: Und das habe ich so vermisst.

00:32:17: und auch die Herausforderung einfach nochmal für mich.

00:32:19: Also ich war ja dann um die dreißig glaube ich oder zweieinunddreißig zweiunddreißig und ein bisschen eine Herausforderung hat mir gefällt Und ich verstehe mich ja eben sehr gut mit meiner Schwester und auch mit meinem Schwager.

00:32:31: Und so gemeinsam im Team war das natürlich für mich eine tolle Möglichkeit, und in den fünf Jahren habe ich so viel gelernt.

00:32:38: Erstens was Führung betrifft von Menschen aber auch was der ganze Abwicklung von einem Betrieb bedeutet.

00:32:45: Das hat mir sehr viele.

00:32:46: viel gebracht und ich bin stolz drauf.

00:32:48: Und diese Steinbockalm gibt es heute noch?

00:32:50: Ja,

00:32:50: ganz ein toller Betrieb!

00:32:51: Es ist auch immer mein Kraftplatz die Steinboc Almen.

00:32:54: Also liegt auf thousandsechs oder meter rundum blick hohe Dauer hoch König Steineres Meer.

00:33:04: Das ist die Region Hochkönig, also zwischen Maria-Alm, Dernten und Müllbach.

00:33:08: Also verbindet genau meine drei Orte.

00:33:10: in Müllbach bin ich geboren und aufgewachsen.

00:33:13: In Dernten war mein erster Freund zu Hause und jetzt bin ich in Maria Alme glücklich geworden.

00:33:18: Schön!

00:33:19: Die ganze Saison während dieser Zeit auf der Alm kamst du ja

00:33:24: nie

00:33:24: nach unten ins Dorf oder selten, weil du total eingespannt warst.

00:33:29: Aber alle kamen so ein bisschen hoch zu dir auf die Almen und auch dein heutiger Ehemann schaute öfters mal vorbei und du hast ihn sehr sympathisch gefunden.

00:33:39: aber du dachtest er hätte eine feste Freundin und als ich herausstellte dass dem nicht so war ging dann alles recht schnell.

00:33:47: Also sagen wir vielleicht nicht ganz so schnell, aber doch ein bisschen schnell.

00:33:51: Und nach der Saisonseite dann im Mai-Zweißen-Elf endlich ins Kino... Er hatte irgendwie dich gesagt, wir gehen mal in's Kino und dann im May wenn die Saison vorbei ist.

00:34:03: und da hat er irgendwann dir geschrieben also jetzt gibt es noch zwei Tage im Mai Jetzt müssen wir aber mal ins KINO!

00:34:11: Und da war es dann um euch geschehen und wenig später bist du zu ihm in das Hotel Eder, wo wir jetzt gerade sitzen.

00:34:19: In diesen Familienbetrieb hinein und hast auch dort mit ihm gelebt.

00:34:24: Im gleichen Jahr im Herbst seid ihr schon beim Rucksack durch Thailand gereist also ihr liebt beide das Reisen und seid her unzertrennlich.

00:34:37: Und diese Geschäftsführung der Steinbockalm hast du dann doch auch trotzdem noch weiterbetrieben.

00:34:44: Es wurde aber so von Jahr zu Jahr ein bisschen stressiger und weil im Sommer, zwei Tausend Fünfzehn wurden dann Hochzeiten im Sommer dort veranstaltet.

00:34:56: also die Nachfrage war immer größer dass man nicht diesen ganzen Sommer frei hatte sondern das war einfach sehr viel.

00:35:05: Und auch in diesem Jahr, Zwei-Tausendfünfzehn warst jetzt schon Sechsunddreißig.

00:35:10: Hast du auch so eine innerliche Wandlung in dir verspürt?

00:35:15: Du hast dann auch ne Ausbildung in dieser Kräuterpedagogik der traditionellen europäischen Heilkunde gemacht und zudem wurde auch dein Kinderwunsch immer größer.

00:35:26: aber die Schwangerschaft ließ zwei Jahre auf sich warten.

00:35:29: also ein bisschen musstest du dich gedulden.

00:35:32: wie hast du diese Zeit des Hoffens und der monatlichen Enttäuschungen empfunden.

00:35:40: War da je für dich so das Gefühl, dass du so als Frau versagst?

00:35:47: Wirklich eine ganz schwierige Zeit.

00:35:51: Man kann sich das gar nicht vorstellen, man denkt sich ja... Also wenn man irgendwo hört, wie halt bist du ja noch so jung?

00:35:59: Du hast ja noch Zeit zum Kinderkriegen quasi.

00:36:03: und dann bei mir hat es natürlich ein anderer Lebensweg mit der Steinbargalen.

00:36:07: die Zeit war einfach wunderbar und ich habe das auch richtig genossen.

00:36:10: aber dann waren das sieb und ich schon drei vier Jahre zusammen und der Kinderwunsch ist immer mehr geworden.

00:36:15: Und am Anfang war ich da ganz, hab' ich mir nicht viel gedacht und dann nach so ein paar Monaten irgendwie klappt das nicht so richtig wie ich mir das vorstelle.

00:36:25: Und ja es ist schon ein bisschen immer so ein Gedanken auch wieder nicht zu quasi.

00:36:30: Das scheiterns!

00:36:33: Ich bin immer so eine positive Mensch, gell?

00:36:35: Ich steige mich nicht auch leicht in Sachen rein, so gehört es einmal, dass ich da negativ werde.

00:36:42: Aber es zermürbt einen schon mit der Zeit.

00:36:44: also das war schon eine schwierige Zeit und wir hatten dann auch Hilfe angenommen und auch mit den Hormonen und so, das war einfach echt schwer.

00:36:53: umso schöner was dann bis dann endlich geklappt hat.

00:36:57: Was würdest

00:36:57: du denn heute mit deiner Erfahrung Frauen sagen deren Kinderwunsch sich noch nicht erfüllt hat aber die eben immer wieder Versuchen.

00:37:09: Gibt's da irgendetwas, womit du ihnen vielleicht helfen kannst?

00:37:14: Ja es ist schon schwer weil jeder Mensch einfach ganz anderes ist.

00:37:17: aber ich finde einfach für mich was das Wichtige dass ich bei mir bleibe und mir selber treubleibe und nicht einen Fehler bei mir oder meine Mannsuche oder wie auch immer oder bei der Arbeitssituation.

00:37:27: also keine Fehler suchen sondern bei sich bleiben sich auf sich konzentrieren schauen was einen gut tut und einfach gut auf sich schauen.

00:37:36: Also bei mir war es dann schon so, wie ich mich dann entschieden habe von der Steinbockalm also im Hotel zu wechseln, zu meinem Mann das ein bisschen ein Druck weggefallen ist und da bin ich auch schwanger geworden.

00:37:49: Ich glaube schon dass eine Frau mit zu viel Stress und Druck und oft gar nicht in diesen Modus kommt, dass sie schwanger werden kann weil einfach der Körper danach schützt.

00:38:01: glaub Und es ist schon wichtig, wirklich drunterkommen bei sich sein und ja keinen Fehler suchen.

00:38:07: Bei irgendjemanden oder bei sich selber oder bei irgendeine Lebenssituation.

00:38:12: Und positiv bleiben!

00:38:14: Freunde von mir ein schwules Ehepaar wurde mithilfe einer Eizellen-Spenderin und einer anderen Frau die die Laimutterschaft übernommen hat vor fünf Jahren in den USA Eltern von einem Sohn.

00:38:27: sie leben auch in München Und ich besuch sie immer wieder mit meiner gleichaltrigen Enkeltochter.

00:38:35: Die spielen dann ganz süß zusammen und lieben sich sehr der Junge und das Mädchen.

00:38:41: Zuvor war ich total gegen Leimutterschaft, aber inzwischen erlebe ich so dieses Glück meiner Freunde und diese große Liebe zu ihrem Sohn und bin dann immer wieder ein bisschen mit meinen Gefühlen hin- und hergerissen.

00:38:57: Ich frag mich dann in manchen Augenblick, ob es richtig ist.

00:39:00: Dass wir die Natur versuchen so zu überwältigen und auch die Gefühle der Leimutter mit unserem Geld ein bisschen zu überdecken.

00:39:11: Und dann gibt's wieder Momente wo ich denke das ist doch schöner wäre wenn einfach diese Menschen dann so einsame Kinder in irgendwelchen Heimen adoptieren.

00:39:21: Dann sehe ich eben doch auch wieder dieses Glück meiner Freunde diese glücklichen Augen des Sohnesten und bin dann irgendwie in mir selbst so ein bisschen irritiert.

00:39:33: Wie empfindest du denn Leimutterschaft?

00:39:36: Ja, Tanja, mir geht es eigentlich gleich wie dir also ich denke da auch viel drüber nach.

00:39:42: Ich habe auch viel über Adoption nachgedacht.

00:39:45: in der Zeit wo ich nicht schwanger wurde Ich bin auch zerrissen muss ich sagen, also ich finde es einfach schon glaube ich sehr wichtig.

00:39:57: Ich weiß auch wie ich meine Schwangerschaft immer erlebt habe.

00:39:59: das war so eine schöne Zeit auch und schon so intim mit meinem Baby quasi in meinem Bauch drinnen dass sich mir das überhaupt nicht vorstellen kann dass einem Mama oder eine Frau das macht und sie weiß sie muss das Kind ja dann hergeben.

00:40:14: also mich zereist das auch total Und da spielt schon find' ich Geld sehr viel Rolle.

00:40:20: Ich verstehe aber auf der anderen Seite auch eben dein Freundespaar.

00:40:24: Also mein Schwag ist ja auch schwul oder homosexuell mit einer ganzen tollen Freundin Mario und ich versteh das ja auch, dass da vielleicht auch Sehnsüchte da sind und... Ja es ist wirklich eine schwierige Situation.

00:40:38: Ja finde ich auch ein schwieriges Thema!

00:40:40: Ich meine man beugt ja so habe ich mir sagen lassen deshalb vor in den Ländern wo das erlaubt ist indem man niemals sein eigenes Ei als Leimutter befruchten lässt, sondern man bekommt immer ein fremdes Ei eingepflanzt.

00:40:57: Das heißt es ist dann so wie als wäre es eben ja gar nicht dein Kind.

00:41:02: aber ich glaube wenn man selber schwanger war dann weiß man ja dass er letztendlich wurscht ist, sondern da wächst einfach was in dir heran.

00:41:14: und ich glaube deshalb Ja, es hat wahrscheinlich zwei Seiten und man muss das eine akzeptieren und das andere vielleicht auch.

00:41:24: Und ich glaube da darf auch jeder seine Meinung dazu

00:41:27: haben?

00:41:27: Ja, das finde ich auch.

00:41:28: Das soll jeder seine Meinungen dazu haben.

00:41:30: aber ich finde halt wirklich dass er in einer sehr abregende Zeit schon ist.

00:41:33: die Schwangerschaft und ich glaube eher, dass das nicht... das sieht man ja so oft wenn Kinder adoptiert werden oder so.

00:41:40: Es geht ja nicht um den Erzeuger oder um die Erzeugerin sondern es geht um die Liebe was man einem Kind gibt oder was man verspürt, um diese bedingungslose Liebe zu einem kind.

00:41:50: und das erleben Mütter oder Väter in jeder Sicht.

00:41:55: auch wenn das Kind adoptiert ist.

00:41:57: Oder wenn ein anderer Vater da ist und es kommt einen anderen Mann in die Beziehung ist die Liebe denke ich auch genauso gleich groß.

00:42:04: aber als eigene Erfahrung eben durch diese Schwangerschaft und so war die Liebe schon vom Erst den Augenblick, wie ich erfahren habe dass ich schwanger bin.

00:42:12: Schon so extrem groß oder schon eine Freude und so kann man nicht beschreiben glaube ich.

00:42:19: Gerade wenn mein Länger wartet auch aufs Schwanger werden ist das noch mal ein größeres Geschenk.

00:42:24: Deine Schwangerschaft war ja eine sehr schöne und der Geburtstermin Eures Sohn es war für den fünften Januar zwanzig achtzehn berechnet worden.

00:42:33: Am zwanzigsten Dezember, zwei Tausend siebzehn machtet ihr dein Mann.

00:42:37: Es war der Tag seines Geburtstages ein Heiratsantrag die du natürlich angenommen hast.

00:42:44: und zehn Tage später am dreißigsten december bekamst Du erste Wien.

00:42:50: Und da es sich in der Hotellerie nicht gerade anbietet, an jedem zukünftigen Silvestertag auch noch einen Kindergeburtstag zu veranstalten, sagte deine Hebamme du sollst dich einfach nur ein bisschen hinlegen und ausruhen.

00:43:05: Das wird dann schon vielleicht noch ein bisschen schaffen.

00:43:08: also der Silvestertaak musste irgendwie überwältigt werden.

00:43:13: Und das hast du dann auch geschafft dass das Brevi noch ein wenig im Bauch blieb.

00:43:17: Aber pünktlich am ersten Januar wollte er einfach das Licht der Welt erblicken.

00:43:24: Und er wurde wegen einer Steißlage per Kaiserschnitt geholt, ihr wolltet das Geschlecht eures Kindes nie vorherwissen?

00:43:32: Das war übrigens bei mir auch immer so.

00:43:34: also ich fand diesen Moment wenn man dann so guckt was ist es denn einfach magisch.

00:43:41: und dann wurdet ihr eben mit eurem Sohn Überrascht, den er auch wieder so wie dein Mann Seb nanntet.

00:43:51: Kannst du dich denn noch an dieses Gefühl erinnern als du ihn dann zum ersten Mal in deinen Armen nahmst?

00:43:59: Ja ganz gut!

00:44:02: Es war zwar wie du gesagt hast ein Kaiserschnitt aber es war so ein richtig unkomplizierter Kaiserschritt.

00:44:08: also das war eigentlich wunderschön alles.

00:44:10: und Ja, weiß ich noch.

00:44:13: Wie heute der Geruch, da geht einen einfach nicht dort her aus der Nase glaube ich oder?

00:44:17: So gehen es die meisten Mütter und das ist einfach das schönste...

00:44:21: Habe ich noch nie so drüber nachgedacht, weil du hast recht finde ich.

00:44:24: Na ja stimmt jetzt wo du sagst kommt er mir!

00:44:27: Ja,

00:44:27: das ist ganz eigen und man kann's eigentlich überhaupt nicht fassen und ist überwältigt von allen Gefühlen Irgendwann stolz.

00:44:34: und ja, es ist ein Wahnsinn.

00:44:36: Und

00:44:36: war dein Mann bei der Geburt dabei?

00:44:39: Ja natürlich!

00:44:39: Also das war ja auch so nach dem Kaiserschnitt.

00:44:42: die Kuschelzeit hat er dann eigentlich gemacht Sponding oder wie man das nennt, weil ich bin erst was zwar ganz rasch war.

00:44:50: Ich bin eine Viertelstunde später dann zu ihnen gekommen und normal dauert es ja nach einem Kaiserstitt oft eine halbe Stunde oder so.

00:44:56: Aber ich habe mich so schnell erholt, weil die Sinsucht natürlich auch schon so groß war und wie ich dann rauf bin auf der Station hat dann die die Krankenschwester gesagt dass wir sie auch noch wie heute.

00:45:07: deine zwei Seppen verstehen sich sehr gut und dann ist die Kuscheltzeit mit mir begonnen.

00:45:15: Das ist ja jetzt fast neun Jahre her, als du mit neun und dreißig Mutter wurdest.

00:45:21: Ist dieses Spät-Mutter sein neben all dem Glück auch eine Herausforderung?

00:45:28: Für mich gar nicht.

00:45:29: zurzeit muss ich sagen, weil ich fühle mich natürlich noch sehr jung und frisch schon gut!

00:45:34: Aber wenn man so oft ab und zu nachdenkt – also im Urlaub haben wir auch gesprochen – dann bin ich ja schon neunundneinzig.

00:45:42: So Sachen dann oft irgendwie.

00:45:45: Ich glaube, ich wäre hundertvier also das nehme ich mir ganz fest vor.

00:45:48: aber dort ist mich dann eher auf ein bisschen schreckend oder stressen weil natürlich unsere Eltern schon jünger waren und die.

00:45:55: jetzt bin ich siebenundvierzig und meine Mama ist Sechsundsiebzig und ist einfach noch ganz gut drauf und macht mit uns Urlauber mit usw.

00:46:03: Und das finde ich dann irgendwie schade.

00:46:05: Aber man kann nicht alles haben im Leben und ich habe halt einfach auch meine Zeit zwischen zwanzig dreißig Sehr, sehr genossen.

00:46:12: War viel auf Urlaub, war viel aus, war viele auf Konzerten, weil einfach ganz viel unterwegs und ich finde es einfach für mich jetzt besser gepasst, weil... Jetzt hab' ich nicht mehr das Gefühl, ich habe irgendwas versäumt im Leben und das hätte ich gehabt mit zwanzig-dreißig.

00:46:27: also das wäre für mich da hätt ich glaube ich dann die Mitlaufkrisis bekommen und werde nochmal ausgebrochen Und das Gefühl habe ich jetzt überhaupt nicht.

00:46:36: Also für mich passt's genau wie es ist.

00:46:37: Aber

00:46:38: vielleicht hat ja das nicht gleich schwanger werden, auch etwas damit zu tun dass man vielleicht schon älter ist.

00:46:48: Also sagen wir mal jetzt wenn man nur die Natur nimmt dann ist es doch eventuell besser weil man nicht zu lange wartet.

00:46:56: Natürlich ja!

00:46:57: Das habe mich auch dann im Endeffekt irgendwie ein bisschen geärgert.

00:47:00: unsere Gesellschaft war.

00:47:01: Irgendwie wenn du dreißig bist hast du dennoch Zeit und dann auf einmal bis du fünfunddreißig.

00:47:06: Jetzt willst du zwanger werden?

00:47:07: Jetzt bist aber schon in einem.

00:47:12: Also das muss wirklich jeder für sich selber entscheiden und die Gesellschaft ist natürlich so, dass wir viel erleben wollen in der Zeit zwischen zwanzig und dreißig.

00:47:25: Aber ich bin mir sicher, dass die biologische Uhr dann wirklich zu dicken anfängt.

00:47:29: also es geht dann steil bergab ab dreizig oder ab fünfunddreißig und das muss einem auch bewusst sein.

00:47:35: Im selben Jahr, wie die Geburt eures Sohnes sowie eure Hochzeit habt ihr euer zweites Hotel Sepp eröffnet vor Adults Only.

00:47:44: Also da kann man erst hin wenn man ein und zwanzig ist also ab einundzwanzig.

00:47:50: Und dieses Jahr zweitersten achtzehn war ein sehr turbulentes aber das konnte euch anscheinend nicht davon abhalten zwei Jahre später zwanzich zwanzzig noch den Dorfladen Maria und Josef zu eröffnen den ihr so mit diesem Wort Spiel Concept Store, statt Concept Store beschreibt.

00:48:12: Wo es ganz ungewöhnliche Souvenirs und regionale Schmankerl zu kaufen gibt.

00:48:18: Zweiundzwanzig kam dann ein sehr ungewönliches Familienhotel hinzu, welches Frieda reißt.

00:48:25: Und dieses Jahr noch einen Shop namens Bunterladen ist dann gleich neben dem Maria- und Josef Laden Und da gibt es Kindersachen, also Spielzeug.

00:48:36: Also alles für die Kinder – total süß!

00:48:38: Dann gibt's noch die urige Almhütte Tom, die deinen Schwager betreibt.

00:48:43: und weil euch anscheinend die Ideen für eure Edercollection nicht ausgehen, baut ihr gerade noch das Haus Onkel Lenz mit Tiefgarage-, Tagungsräumen- und einem Fitnessstudio für Mitarbeiter und Einheimische, welches im Jahr ist, dass sie in den nächsten zwei Jahren fertig werden soll?

00:49:01: Ich habe mir gestern alle Konzepte von euch mal angeschaut.

00:49:06: Es war wirklich sehr, sehr beeindruckend!

00:49:08: Ich hab auch hier in eurem Alpine Lifestyle Hotel Eda übernachtet.

00:49:13: Also ihr habt so eine spitze individuelle Handschrift... Man spürt euch einfach überall.

00:49:22: Jedes Detail, jeder Name, jeder Schriftzug.

00:49:26: Überall stehen irgendwelche netten Sprüche auch eure Website.

00:49:31: Also man spürtt irgendwie dass ihr überhaupt keine... also zu denkt man zumindest, dass ihr keine externe Agentur oder Hotelarchitekt oder Interior Designer oder Dekorateur engagiert sondern das ihr irgendwie.

00:49:45: alles kommt so aus euch heraus.

00:49:48: Ich arbeite ja seit vierzig Jahren als Kreativdirektorin in der Werbung und habe im Jahr zwei Tausendzwei meine eigene Werbeagentur gegründet.

00:49:56: Ich liebe auch, total zu reisen und Restaurants und Länder und Hotels zu entdecken.

00:50:03: aber ich hab wenig Unternehmen kennengelernt die mit so viel Feingefühl in allen Bereichen und so einer Vision das machen wie ihr das macht.

00:50:18: Schaffst du es denn immer so konsequent bei dir und deinem Gespür zu bleiben?

00:50:32: Genau, ich glaube das ist auch die Herausforderung dass man konsequent bei sich bleibt und bei dem Gespür.

00:50:39: Und was bei uns so prägend war oder wo ich im Nachhinein nachdenke es hat zu jeder Lebensphase dazugepasst.

00:50:46: also das Sepportell haben wir eröffnet zwei achtzehn vor der Geburt meines Sohnes und wir waren Adoles Only und wir wahren gern unterwegs in Häusern mit weniger Kindern.

00:50:57: und wir haben gesagt was braucht man?

00:50:59: Was will man erleben dort?

00:51:01: Und dann war eben das LHZ Only und Branche bis Treize nur mal ausschlafen usw.

00:51:06: Ich glaube, der ist es immer so ganz wichtig dass man sich da richtig Gedanken macht wer passt auch zu mir?

00:51:13: Welchen Gast will ich mit meinen Projekten oder mit meinen Hotels oder mit meinem Restaurants anziehen?

00:51:20: Und dann glaub' ich entsteht erst diese Symbiose, dass das dann einfach Spaß macht miteinander!

00:51:27: Weil wenn du die richtige Gästestruktur im Haus hast Dann kannst du dich mit denen stundenlang unterhalten und die bringen dir auch so viel.

00:51:35: Und soviel wieder neue Ideen, so viel Energie!

00:51:39: Auch für den Gast ist das gegenseitig wenn der ein zu einem Haus kommt wo er sich einfach wohlfühlt und sagt Das ist meins, dann war's das.

00:51:47: Und das ist uns im SEP extrem gut gelungen finde ich.

00:51:51: Ja, danke schön.

00:51:52: Aber auch in dem Frieda?

00:51:55: Die Frieda hatten wir unseren Sohn, da war der SEP dann zwei Jahre Und der Seppi ist einer der größten Inspirationen für dieses Haus und er hat auch selber mitgearbeitet.

00:52:06: Also da war ja dann Corona, wir sind nächtelang und tagelang über diesen Plänen gesessen und der Seppe war dann immer aufzunehmen bei und hat auch mitgehört.

00:52:15: zum Beispiel war eine Situation das war so cool.

00:52:18: Der Sepp hat gesagt, da müsste man ein großes Eingang schildern eben die Dante Frieder im Buch starben Hinstellen vor dem Eingang, so wie Hollywood quasi.

00:52:26: Aber ein bisschen kleiner.

00:52:27: und dann sagt der kleine Seppe ich glaube er war wirklich drei oder zweieinhalb drei.

00:52:32: Ja Papa da musst du aber eine Schaukel hinhängeln weil die Eltern dir ratschen immer solange Und die Schaukel die hängt auch dort.

00:52:41: Ich war ganz fasziniert weil ich meine ich hab dieses bin dadurch das Hotel diesen lauten fröhlichen Kindern die alles möglich ist ja Wahnsinn was ihr da alles anbietet natürlich genießen, aber die Eltern machten auch ein fröhliches Gesicht.

00:52:59: Also ihr macht es ja nicht nach dem Konzept ich gebe meine Kinder ab und sie werden dann betreut sondern die Eltern sind mit ihren Kindern und erleben diese schönen Dinge die man da machen kann in eurem Hotel gemeinsam.

00:53:10: Aber man hatte eben nicht so das Gefühl, oh jetzt muss ich das machen.

00:53:14: Es war auch so süß, ihr habt ja so eine riesige Rutsche auch, also außen einer aber auch innen.

00:53:19: und dann hat man immer die ganzen Väter gesehen, die da mit ihren kleinen Kindern rutschen wenn sie noch nicht alt genug waren.

00:53:27: Und da habe ich das Gefühl gehabt, die sind auch nochmal Kind!

00:53:31: Ja, dass ist ihm.

00:53:32: das schöne Erwachsensein kann man auch zu Hause, es ist unser Slogan im Kinderhautel Edda Frieder Und das spiegelt wieder.

00:53:40: Das war dann die Zeit, wo der Seppi so klein war und wo wir gesagt haben wie wollen wir mit unserem Seppie Zeit verbringen?

00:53:47: Wir wollen eben kein Hotel, wo die Kinder abgegeben werden – das ist einfach nicht unsere Philosophie zu reisen, sondern wo die Eltern gemeinsam mit den Kindern den größten Spaß ihres Lebens haben.

00:53:59: Und das haben wir mit Eda Frieder geschaffen!

00:54:01: Und was auch so genial ist, dass eben der Spielbereich fließt in das Hotel, in das Gastronomie

00:54:07: und

00:54:07: in das Restaurant mit hinein.

00:54:09: Jetzt haben eigentlich die Eltern nie dieses schlechte Gewissen.

00:54:12: Man sitzt gemütlich am Tisch und bringt vielleicht ein Aparola oder ein kleines Bierchen.

00:54:17: Die Kinder können nebenbei spielen und jederzeit zu den Eltern zurückkommen.

00:54:20: Sie sind nicht in irgendeinen Kellerraum versteckt quasi.

00:54:24: So ist es ohne schlechten Gewissen genießen und Spaß miteinander

00:54:28: haben.".

00:54:30: Ja,

00:54:31: das geht gar nicht.

00:54:32: Benimm

00:54:33: dich!

00:54:33: Ich kann mich noch erinnern wenn man dann manchmal mit den Kindern im Hotel ist und da muss man immer sagen Nicht so laut und allmuh

00:54:40: Ist ja auch unangenehm, wenn man ein Fünfgängemenü ist.

00:54:45: Aber das ist eben genau das Gegenteil.

00:54:48: Und es ist wirklich faszinierend Wenn ich das gedümmle und das Getreiber trüben oft beobachte... ...ich find's oft leiser wie in Hotels wo die Kinder eben müssen irgendetwas.

00:54:59: Und dann wollen sie das nicht, und dann werden es kantig und sind weinerlich oder wie auch immer.

00:55:04: Das ist in der Frieda.

00:55:05: die sind so ausgelastet, die haben so Spaß.

00:55:07: Natürlich ist laut aber eher laut vor Lachen

00:55:10: und

00:55:11: Spaßschreien, nicht vor Weinen!

00:55:13: Und das finde ich so schön...

00:55:15: Die Geschichte dieses ersten Hotels, also dem wir gerade sind.

00:55:19: Dieses Hotel Eder ist eigentlich Filmreif.

00:55:23: die Mutter deines Mannes Trude Schweiger, die ja heute noch die gute Seele des Hauses ist.

00:55:28: Ich habe sie leider auch nicht kennenlernen können weil sie hatte gestern frei fand ich auch irgendwie süß wohnt aber glaube ich auch hier oder?

00:55:35: Nein hat noch ein Haus mit Abatments also ungefähr fünf Minuten Fußläufig von hier.

00:55:40: okay Und sie kam aus dem Zillertal und war die unehelige Tochter von Sepp Eder, der in den ersten Jahren mit seiner Ehefrau zusammen diesen Gasthof hier eröffnete.

00:55:52: Also Gasthof Eder!

00:55:54: Mit fünfzehn Beschloss sie ganz selbstbewusst zu ihrem Vater hinzuziehen, die Tourismusschule zu besuchen und ins Unternehmen einzusteigen.

00:56:05: Kurz darauf hat sie geheiratet, bekam ihr erstes Kind nämlich deinen Ehemann Und sein Pappi ist schon gestorben, als er acht Jahre alt war.

00:56:13: und dann hat der drei- jahre Architektur dann studiert.

00:56:17: Und irgendwann hatte also die Lust gehabt doch wieder hier ins Hotel einzusteigen und macht das seither sehr erfolgreich natürlich auch mit dir zusammen und hat diesen Gasthof in so ein vier Sterne Superieurhaus mit einem einzigartigen Designkonzept verwandelt.

00:56:37: War das denn?

00:56:38: Deine Vision und Idee, daraus diese Eda Collection mit zwei weiteren Hotels den Läden und Hundertfünfundsechzig Mitarbeitern entstehen zu lassen?

00:56:52: Das war nicht meine Idee.

00:56:54: unser gemeinsames Werken und Wirken, unsere gemeinsame Leidenschaft für das was wir tun.

00:56:59: Und so ist es dann entstanden.

00:57:01: also es ist ja nicht so dass man da haben wir wie wir zusammen oder wie wir geheiratet haben war er dann das Eder schon schön umgebaut und das bauen wir ja regelmäßig immer noch um.

00:57:10: ich habe immer gesagt des Eder das muss unser Schatzkistel unser Goldstück bleiben das ist unser Elternhaus quasi wir wohnen da das ist uns zu Hause.

00:57:19: Und es hat sich dann immer so ergeben, wir wollten eigentlich ein Mitarbeiterhaus für SIDA bauen.

00:57:25: Weil da hatten wir noch einen Grundstück wo jetzt das SEP steht und dann ist es irgendwie so gekommen nur für Mitarbeiter ist das auch zu schade.

00:57:34: oder macht man low budget Haus und unten Mitarbeiter oben quasi Gäste.

00:57:38: Das können wir wieder nicht weil wir sind im Designer-Fin gerade auch mein Mann.

00:57:42: durch drei Jahre Architekturstudium Das ist immer schöner und schöner geworden, dann haben wir gesagt okay.

00:57:48: Aber was machen wir jetzt mit den Zimmern im Erdgeschoss?

00:57:50: Da haben wir nicht einmal einen Balkon.

00:57:52: Also so ist das dann immer gegangen.

00:57:54: Mein Mann ist dann laufen gegangen, ist zurückgekommen weiß ich noch wie heute Ich hab's!

00:57:57: Dann macht man Kinocimmer also da ist jetzt in jedem Zimmer eine Leinwand drinnen Und man kann da schön Filme schauen am Abend.

00:58:05: dass es auch ganz gut gelungen und die Leute lieben müssen.

00:58:08: Und dann hatten wir eben das Mitarbeiterhaus kaufen können vom Alpenland was jetzt die Dante Frieda ist, also ehemals als Alpenland.

00:58:18: Und mein Mann hat sich dann in den Vertrag reinschreiben lassen vor Verkaufsrechts auf das Alpen Land.

00:58:24: Das hat einen Amerikaner gehört und dann ist Corona gekommen und dann auf einmal wurde da Spruch auf.

00:58:30: Also es hat uns schon auch überfordert aber wir sind eben immer... das sind wir beide genau gleich.

00:58:36: Wir sind neugierig auf Neues und wir wollen nicht mehr etwas schaffen Und das ist auch gefährlich natürlich.

00:58:44: Aber es macht uns einfach riesigen Spaß und wir sind richtig stolz auf das, aber das ist eigentlich schon so entstanden mit der Zeit.

00:58:53: Es ist sehr schnell entstanden also es ist ja nicht einmal... Also zwei achtzehn ist sieb dazugekommen in unser zweites Haus und jetzt haben wir zwei sechsundzwanzig und wir haben noch ein Hotel und zwei Läden dazu.

00:59:07: Es entsteht einfach.

00:59:07: Uns

00:59:08: nimmt kein Ende.

00:59:08: Das

00:59:09: ist

00:59:11: der ganze

00:59:12: Ort hier!

00:59:13: Das ist ein sensibles Thema, wird uns auch vorgeworfen auch ein bisschen auf dem Ort aber es steht auch ganz viele hinter uns und wir sind einfach... Wir sind einfach so, da

00:59:24: treffen wir gut weil man merkt ja auch so ein bisschen da entsteht dann irgendwie auch immer wieder etwas was so ein bischen in eure Richtung geht also von anderen Inhabern.

00:59:36: Und ich finde, das hebt ja das ganze Niveau!

00:59:40: Also es ist sehr wichtig dass es so kleine Vorreiter gibt wie ihr euch.

00:59:44: Ja,

00:59:44: das finde ich auch und es ist einfach wichtig, dass man gemeinsam Gas gibt im Ort und sind wirklich sehr schöne andere Projekte auch in Standen im Mariaalm.

00:59:52: Generell der Ort ist einfach wunderschön So gepflegt und so.

00:59:57: Und so

00:59:58: eine schöne Kirche!

01:00:00: Also wer noch nicht hier war muss unbedingt mal herkommen.

01:00:02: Ja,

01:00:02: das ziehen alle mit und alle gemeinsam.

01:00:05: Das ist wichtig dass man eben auch das Dematurismus sensibilisiert und dass es was Schönes ist.

01:00:12: Du bist ja eine leidenschaftliche aufmerksame und ungewöhnliche Gastgeberin wenn man dich so beobachtet am Abend gestern zum Beispiel beim Abendessen Und das Umsorgen und Verwöhnen der Gäste scheint du wirklich so richtig zu lieben.

01:00:28: Du bist kreativ, kommunikativ, empathisch voller Ideen.

01:00:34: Hast du daneben dieser vielen Stärken auch Schwächen?

01:00:39: Kurze Nachdenkbause.

01:00:40: Aber ich habe... Natürlich jeder Mensch hat Schwächen.

01:00:44: Das

01:00:44: wäre ja schlimm.

01:00:45: Du wirst zumindest

01:00:45: über Nachdenken!

01:00:46: Aber was mir oft ein bisschen fehlt ... Eigentlich schon auch mein Leben lang ist die Konsequenz, die letzte.

01:00:54: Also zum Beispiel das war auch beim Skifahren so ich bin dann nicht konsequent genug dass sich im Sommer trainiert habe wie ein Berserker sage und da gelaufen bin und Rad gefahren sondern... Ich bin ja schon eher ein bisschen lockerere und ich liebe die Leichtigkeit oder so das Leben.

01:01:10: also wenn man mir was nachsagt dann ist es glaube ich schon, dass ich oft nicht zu konsequent bin.

01:01:19: Ich liebe das Dolce Vitao, ich liebe das Leben einfach.

01:01:25: Und ich kann jetzt nicht so ... Ich arbeite schon auf Ziele hin aber verliere dann oft.

01:01:30: Da muss ich mich selber bei der Hand nehmen und sagen komm jetzt den roten Faden nicht verlieren und was ist dein Ziel?

01:01:36: Es

01:01:37: ist doch schön

01:01:37: wenn man auch ... Das

01:01:39: ist doch eigentlich wunderbar weil man auch ein bisschen genießen kann.

01:01:42: Ja.

01:01:42: In dem Jahr

01:01:43: zwei Tausend Neunzehn wurde eine Schrumpfniere entnommen da sich dort ja Bakterien ablagern könnten.

01:01:50: Seither lebst du mit nur einer Niere.

01:01:53: Und im Januar, zwanzig-zwanzig wenige Wochen vor dem Beginn der Pandemie und zeitgleich mit deinem einundvierzigsten Geburtstag hast Du einen kleinen Knoten in Deiner Brust ertastet!

01:02:07: Da du aber deinen zweijährigen Sohn acht Monate lang gestillt hattest, nahmst du an das sei so eine übliche Veränderung des Trüsen gewesen und macht es dir also nicht so große Sorgen.

01:02:19: Im März wolltest du's dann doch vielleicht mal ein bisschen untersuchen lassen und wegen dem Corona-Maßnahmen auf den Mai vertröstet?

01:02:30: Als dann endlich die Mammografie bei dir in Salzburg gemacht wurde, stellte man einen drei Zentimeter großen Tumor in deiner Brust fest sowie bereits befallene Lymphknoten.

01:02:42: Umgehend folgte da noch eine Biopsy und die Diagnose lautete schließlich Triple Negativa Brustkrebs – also so ne ganz aggressive Form!

01:02:52: Wie hast du in diesem Moment gefühlt als du diese Diagnase erfahren hast?

01:02:59: Oder kann man das eigentlich gar nicht in Worte fassen?

01:03:03: Es ist wirklich ganz, ganz schweren Worte zu fassen.

01:03:06: Also ich weiß noch wie heute es war ja Corona-Zeit und mein Mann durfte gar nicht mit mir ins Spital rein.

01:03:12: also nochmal zur Biopsy.

01:03:16: und dann hat mir aber der Doktor eben gesagt so dass es eben der Triple Negativ ist und sehr eine aggressive Form und wir müssen mit Chemo und Alpen schauen dass wir das in den Griff bekommen.

01:03:28: Und ich bin einfach einmal nur so wie gelehm da gesessen und der Arzt hat dann gesagt, ich soll bitte jetzt meine Mann anrufen und er darf auch reinkommen.

01:03:35: Ich bin dann raus weil da kein Handy empfangen war.

01:03:37: im Büro habe mein Handy aufgemacht und ich hab meinen Mann nicht mehr gefunden.

01:03:43: also ich habe wirklich niemanden gefunden.

01:03:44: ich habe das nicht mehr hinbekommen dass ich die Nummer von meinem Mann finde.

01:03:51: im Telefon so Banane quasi oder so fertig war ich und es war wie in einem Film.

01:03:56: Also ich bin dann in dem Krankenhaus gestanden, da im Eingangsbereich und dachte mir das ist jetzt ein Horrorfilm.

01:04:03: Und es gibt gar keinen Mann!

01:04:04: Ich bin jetzt der ganze alleine irgendwie.

01:04:06: Es ist alles so runtergebrochen, es war ganz, ganz schlimm.

01:04:09: Gott sei Dank habe ich's dann aber geschafft und deshalb war dann innerhalb von Minuten bei mir... ...und das hat mich wieder die Stärke gegeben und die Kraft.

01:04:18: Und du fühlst dich einfach wie... an die Windschutzscheibe gedrückt quasi im Auto, das ist ein Unfall und fällst zur Windschutscheibe.

01:04:28: Und hinter dir ist das Leben quasi und vor dir ist der Tod und du kämpfst einfach und sagst ich will da wieder weg von dieser

01:04:35: Scheibe.".

01:04:36: Das war dann bei mir wirklich vom Anfang an dass sich einfach diesen Krebs keinen Raum lassen wollte und keine Luft und ich hundertprozent gewusst habe.

01:04:47: es gibt keine andere Option.

01:04:49: Ich will leben war natürlich nicht jeden Tag gleich oder jede Stunde gleich und mein Sohn war damals zweieinhalb Jahre.

01:04:58: Und du liegst neben mir und er schläft ein, und du denkst dir hoffentlich bin ich bei seiner Erstkommer dabei.

01:05:04: Hoffentlich kann sich mein Sohner mich erinnern weil man weiß ja die Erinnerungen beginnen so mit fünf Jahren denke ich einmal oder beim Frühjahr und beim Weniger Und das war mir einfach so wichtig, dass ich daran mich erinnern kann an seine Mama.

01:05:17: Ich wollte nicht nur ein Bild sein, das irgendwo steht und das selbst sagt zu ihm, das war deine Mama und es war eine coole Frau oder so.

01:05:23: Und ich wollte, dass der seine Mama kennenlernt und weiß... Ja!

01:05:30: Das einfach miterlebt.

01:05:32: Und für das habe ich einfach gekämpft wie eine Löwen.

01:05:36: Wie haben denn deine Eltern?

01:05:38: Deiner Freund?

01:05:40: Deine Mitarbeiter auf diese Diagnose reagiert.

01:05:46: Oder hast du es erst einmal gar niemanden sonst erzählt?

01:05:52: Nein, ich bin ein Mensch der von der ersten Diagnosse an ganz offen umgegangen bin.

01:06:01: Ich habe da auch gleich meinen ganzen Freundeskreis informiert und das war mir immer ganz wichtig... ist eine Krankheit, aber das ist nichts zum Schämen und man muss sich nicht verstecken.

01:06:11: Sondern es ist eine Krankheit!

01:06:14: Und ich bin dabei diese Krankheit zu besiegen und... Das war halt mein Weg.

01:06:18: also da ist glaube auch jeder Mensch anders wie man damit umgeht.

01:06:21: Aber meinen Weg war immer die Offenheit.

01:06:23: Also ich hatte auch nie eine Berücke Ich habe das immer schön mit Tücher gemacht und zu Hause hatte ich natürlich gar nix auf und das war natürlich schon ganz ganz eine schwierige Zeit auch für meine Eltern.

01:06:35: Die waren ganz stark gegenüber mir, das habe ich immer gespürt.

01:06:39: Die wollten immer sehr positiv auch sein.

01:06:41: aber ich hab schon gemerkt wie sie ihnen auch schlecht gegangen ist und wie meine Mama auch sehr abgenommen hat und große Sorge um mich hatten und meine Schwester hat mir das natürlich auch erzählt.

01:06:51: Aber wir gegenüber wollten und sind auch gelungen alle immer sehr positiv sein.

01:06:58: Wenn du das nicht schaffst wer soll das schaffen?

01:07:01: oder?

01:07:01: mein Schwager hat auch einen schönen Spruch gesagt.

01:07:03: er gesagt Wahnsinn, wenn du da rauskommst dann bist du ja gar nicht mehr zu biegen quasi.

01:07:09: Also das war auch schön und die waren wirklich alles sehr positiv aber trotzdem mit dem Feingefühl dass sie es jetzt nicht überspielt haben weil das finde ich ja auch ganz schrecklich Wenn man so eine Krankheit hat und dann sagt immer jemand zu dir Ja das wird schon, das macht ihr schon und so also sowas nicht.

01:07:25: Schon tolle Gespräche und positiv Mit einem Feingefühl Aber mir eben diese Kraft gegeben.

01:07:33: Also das hat mir meine Familie.

01:07:35: Meine engste Familie und auch meine ängste Freunde, das war ganz wichtig.

01:07:38: Und mich einfach so aus Tanya gesehen ... Die hatte jetzt Krebs quasi.

01:07:44: Sie waren alle sehr einfüllsam und haben sich auf mich eingelassen aber waren immer positiv... Aber nicht überspielt-positiv sondern irgendwie habe ich wirklich das Gefühl gehabt die wussten dass ich das gut schaffe und ich hab's auch Gott sei Dank gut geschafft.

01:07:58: Hast du selber auch also wenn du jetzt zurückst fühlst, hast du es selber auch geglaubt oder wolltest du es noch glauben?

01:08:11: Was für mich ganz schwierig war ist diese Zeit bis die Therapie losgeht.

01:08:17: Also das war ganz schwierig.

01:08:18: Da war ich so machtlos, also die Therapie kann ja dann erst losgehen wenn das Gewebe total untersucht ist von der Biopsy dass man sieht welche Chemo greifen wird und so weiter.

01:08:27: Und das waren schon so glaube ich zwei drei Wochen und in dieser Zeit habe Ich mich richtig machtlos gefühlt und ich hab mich Ja eigentlich so gesund gefühlede.

01:08:37: also ich war ja nicht krank Von dem her, ich war stark.

01:08:42: Ich habe mich gut gefühlt.

01:08:43: Ich hatte noch Haare.

01:08:44: Es hat ja alles gepasst aber ich war so machtlos weil ich mir gedacht hab in mir wächst was und ich kann jetzt nichts dagegen

01:08:49: tun.".

01:08:50: Und das hat sich dann eigentlich wirklich geändert wie die Therapie gestartet ist in Innsbruck bei meinem Doktor Daniel Egle und der war auch sein positiver Mensch und der gesagt, wir gehen jetzt alles!

01:09:01: Wir müssen jetzt eh alles geben und nimm das bitte an und dann schauen wir weiter und da sobald dann die Therapien gestartet sind.

01:09:08: Es waren natürlich auch ganz schwierige Momente dabei.

01:09:12: Aber da habe ich dann ein Licht am Ende des Donnels gesehen, weil jetzt mache ich ja hier was dafür und das ist ja auch so ein bisschen meine Art.

01:09:20: Und jetzt mach' ich etwas dazu für und jetzt hab ich das Leben wieder in der Hand quasi!

01:09:26: Hat denn dein zweijähriger Sohn gespürt, dass du krank bist?

01:09:32: Ja, natürlich hatte er das gespürt, weil ich war ja dann schon auch gezeichnet, sage ich jetzt unter der Therapie Was ich auch angenommen habe in Innsbruck, also ich war ja dann wöchentlich... Ich hatte insgesamt sechzehn Chemos.

01:09:46: Die ersten zwölf waren wöchenlich und die letzten vier alle drei Wochen.

01:09:50: Und ich war jede Woche quasi in Innesbruck oben und ich konnte da auch annehmen eine psychische Betreuung.

01:09:56: Das hab' ich auch angenommen obwohl ich gedacht habe mir geht's sehr gut.

01:10:00: aber ich wollte das dann auch an nehmen und es war schon schön weil man hat einfach anders gesprochen wie mit Deinen eigenen Mann.

01:10:08: oder deine Mama, oder deine Schwester die du so sehr liebst.

01:10:11: Die schützt Du ja auch selber.

01:10:13: also das sprichst Du dann glaube ich selbst nicht zu über deine Ängste.

01:10:16: aber die Ängsten war natürlich da und die habe Ich da wirklich sehr gut verarbeiten können.

01:10:21: Und diese Dame hat man dann auch immer Hat mich auch immer bekräftig dass sich immer ganz offen mit meinen Sohn umgehen Dass ich eben eine Krankheit hab und dass ich da jetzt eine Therapie bekommen und dass ich auch mal vielleicht weine.

01:10:34: Und dass sich aber nicht weine, weil er gerade irgendwas gemacht hat was der Mama jetzt wehtut, sondern eben das die Krankheit ist und dass sie ein bisschen traurig ist.

01:10:47: Das war einfach wirklich gut!

01:10:49: Und ganz ein positives oder auch komisches Erlebnis war... Also das ist auch so ein bisschen was diese Krebszeit eben.

01:11:00: Ich war dann im Krankenhaus in Innsbruck, hab die Chemo reingekommen und auf einmal geht der Tür auf.

01:11:05: Und jetzt kommen die Kleine-Clowns.

01:11:07: Die Clown-Doctors gibt's bei euch auch?

01:11:10: Ja, aber ich dachte, sie gibt es noch für Kinder!

01:11:12: Nein,

01:11:12: die kommen zu Krebskranken... Du verstehst

01:11:16: dich gar nicht.

01:11:17: ...und haltern die auf.

01:11:19: Das war für mich total... Als Erster bin ich drinnen gesessen und habe voll gelacht und denke mir, wie lustig sind denn

01:11:26: die?!

01:11:26: Dann denke ich mir, oh mein Gott Die sind ja jetzt wegen mir da.

01:11:30: Du hast Krebs, du hast Chemotherapie und du hast keine Haare auf dem

01:11:34: Kopf.".

01:11:34: Und das war dann echt irgendwie total schräg.

01:11:37: Also das war ein total prägendes Erlebnis.

01:11:41: Die sind jetzt wegen dir da!

01:11:43: Die machen das jetzt wegen Dir... Wo du vorher immer gelesen hast quasi die Kliniklauns nicht.

01:11:47: Ich habe das immer so super gefunden dass es eben Menschen gibt, die was sowas machen.

01:11:52: aber man denkt sicher nie, dass man selber mal in einer solchen Sensation ist und das war irgendwie total prädent auch.

01:11:59: Also irgendwie ist es oft wie in einem Film so eine Krebskrankheit.

01:12:03: Du sagst gerade im Zimmer, aber normalerweise macht man das doch so dass man da in solchen großen Räumen ist wo auch alle Leute zusammen die Chemo bekommen warst du alleine?

01:12:17: Ich war alleine oder zu zweit.

01:12:18: also ich durfte das stationär machen in der Uni Klinik Innsbruck durch meinen wirklich tollen Arzt Daniel Egler und Ich hatte dann die Bitte eben, weil ich wusste, wenn ich da jetzt in einem Raum bin mit ganz vielen anderen Krebskranken.

01:12:33: Ähm... Ich bin ja auch ein Mensch, ich rede ja dann auch mit jedem und bin ja neugierig auf andere Geschichten und so.

01:12:40: Und ich hatte da wirklich Angst dass mich diese Geschichte runterdrücken um mich sehr traurig machen.

01:12:46: Und deswegen war es für mich die beste Entscheidung, dass sich das in einem Stationär im Zimmer machen durfte oder konnte.

01:12:54: Und ich hatte da auch wirklich meine Ruhe, hab eigentlich die acht, neun Stunden, wo die Chemo-Therapie in deinen Körper fließt.

01:13:00: Auch viel geschlafen und ich habe mir auch immer vorgestellt... Also wenn die chemo wie Wasser ausgeschaut hat, hab ich mir auch gedacht es ist ein reinigendes Wasser.

01:13:10: Anstatt

01:13:12: ein Gift?

01:13:12: Ja weil das reinigt mich.

01:13:14: jetzt macht das gut, also das glaube ich auch ganz ganz wichtig dass man mit seinen Körper redet.

01:13:18: Das habe ich auch immer gemacht.

01:13:20: Also auch zu Leber, der hab' ich immer gut zugeredet.

01:13:22: Du, das ist jetzt einmal so und es wird schon wieder besser!

01:13:25: Ich verspreche dir das und gehen wir jetzt gemeinsam alles.

01:13:28: Aber die letzten drei waren dann so orange, chemus wie ein Apparalspritzer... Ja, das war schrecklich, da konnte ich gar nicht hinschauen.

01:13:37: Habe das dann auch abgehängt glaub ich weil ich mir gedacht habe, das jetzt in meinen Körper rein?

01:13:41: Das ist ein Apparol-Spritze trinke ich ja auch mal gerne, aber nicht in die Venen.

01:13:46: Und hast du mit deiner Kräuterausbildung auch irgendetwas machen können was dir geholfen hat?

01:13:52: Also zusätzlich...

01:13:53: Ja das war total cool.

01:13:54: also ich habe ja auch einen vor langer Zeit einen Kräuter Kuro von Südtirol kennengelernt.

01:14:01: Und wie ich dann die Diagnose bekommen habe, hab' ich den angerufen und er ruft mich gleich zurück und sagt, das gibt's jetzt nicht!

01:14:07: Ich bin in Maria Alm.

01:14:08: Treffen wir uns gar für zwei

01:14:10: Stunden.".

01:14:11: Wir hatten wirklich ein tolles Gespräch und der hat mich eben auch so bestärkt darin diese Chemo- und alles anzunehmen, dieses Schulmedizinische weil es da keinen Ausweg auch gibt wenn die Krankheit schon soweit fortgeschritten ist generell.

01:14:24: Aber ich habe mir so coole Tipps gegeben, wie ich diese Therapie besser überstehe oder wie ich die Nebenwirkungen lindern kann.

01:14:33: Ich hab dann zum Beispiel vor jedem Essen Olivenöl mit Ringelblumenöl getrunken, ein Stammball.

01:14:40: Das hat dann zu meiner Schleimhütte alles befeuchtet und ich habe da überhaupt keine Probleme bekommen!

01:14:44: Und am Anfang haben sie es auf der Station in Innsbruck noch ein bisschen belächelt?

01:14:48: Der

01:14:48: Stationsarzt?!

01:14:50: der Florian und ja mach schon, mach schon kannst du machen quasi das bring ich euch nicht sauber mache.

01:14:55: Und dann so wie ich dann mit der Therapie vorbei war hat er gesagt du könntest jetzt bei uns anfangen weil seit du hast es so gut gemeistert komm doch auf die Station und hilf den anderen Patienten quasi damit.

01:15:08: und ich finde einfach Ich bin auch der Meinung, also Schulmedizin gerade in so einer schweren Krebserkrankung.

01:15:15: Da hat es für mich keinen Zweifel gegeben natürlich.

01:15:18: Bin dankbar dass es das gibt.

01:15:19: aber man kann sich und seinem Körper Gutes tun und das habe ich eben mit verschiedenen Kräutern aber auch mit Energiederabin usw.

01:15:27: gemacht.

01:15:28: Und viel war ich in der frischen Luft draußen Waldbaden Bäume umarmt die Kraft von den Bäumen geholt Jeder soll das auf seinem Weg machen und man bekommt ja Tausende Ratschläge in so einer Krankheit.

01:15:41: Das kann man sich gar nicht vorstellen, also ich bin da immer sehr zurückhaltend jetzt wenn ich jemanden kennengelerne weil man wirklich gerade ich eben stehe in der Öffentlichkeit im Hotel die Gäste haben mir das dann auch mitbekommen.

01:15:52: Im Sommer hatten wir damit offen und dabei bekommst du ja tausende Raadschläger.

01:15:57: aber es ist auch gut dass man tausender Raadschläge gibt.

01:16:00: aber man muss ganz aufpassen dass nur das rausfiltert was für einem Was bringt?

01:16:06: Und das habe ich gemacht.

01:16:07: Ja,

01:16:07: und nach den sechzehn Chemotherapien wurdest du dann im Dezember zwanzig zwanzich operiert und es folgten ab Februar fünf Wochen lang insgesamt fünfundzwanzig Bestrahlungen.

01:16:20: da hast du immer von sechs Uhr früh bist schon beim Taxi weggefahren von hier nach Salzburg und dann um zehn warst du irgendwie wieder zurück.

01:16:30: also vom Montag bis Freitag Als dies alles im Frühling zwanzig, einundzwanzig endlich vorbei war und man keinen Krebs mehr bei dir feststellen konnte bist du nicht erst mal in die Reha wie man dir empfahl sondern du bist mit deinem Sohn deinen Eltern und deiner Schwester mit ihren Zwillingen auf die Malediven in den Urlaub geflogen.

01:16:57: War letztendlich ihrer Liebe der Schlüssel zu deiner Kraft und auch deine Heilung?

01:17:04: auf alle Fälle.

01:17:05: Also der Schlüssel von einer ganzen Familie, vor allem natürlich von meinem Mann, meiner Mama, meiner Schwester und meinem Papa.

01:17:12: Und natürlich ganz groß von meinem Sohn.

01:17:15: Weil ein Kind gibt dir einfach so viel Kraft und Liebe.

01:17:20: Es erfüllt dich auch so!

01:17:22: Wir hatten ja auch so schöne Momente in der Krankheit also wir haben das immer verbunden mit was Schönes.

01:17:26: die mich abgeholt haben.

01:17:27: in Innsbruck sind wir immer noch Essen gegangen und so weiter.

01:17:30: Und ich habe mir auch in meiner Krankheit meinem größten Traum erfüllt, und hab' mir einen alten Käfer gekauft – einen Käfer Cabrio!

01:17:38: Das war wirklich witzig weil es war ein Händler in der Steiermarken und ich rufe den an und er sagt jetzt hast du Glück, vielleicht gibt's ja nicht so wie am Sandermeer….

01:17:48: Ich hab gerade einen reinbekommen.

01:17:49: Dann sagt er was für Bauherbisten du?

01:17:52: oder was für Jahrgang?

01:17:53: dann sage ich neunundsiebtzig?

01:17:54: Der Käfer auch.

01:17:55: Ich sage, ich gebe es jetzt nicht.

01:17:57: Und dann war's noch... Man lustig ist eigentlich nicht da, aber das war ein Triple-Weit!

01:18:01: Also der weiß Außen, weiße Ledersitze und weißes Verdach.

01:18:05: Den nimmt man Triple-weidt und mein Krebs war ein Treppel negativ.

01:18:09: Und eigentlich hat er zu mir gesagt, da muss es kommen und dann fasst den einmal Probe.

01:18:13: Aber der ist in der Steiermark und ich kann jetzt nicht kommen.

01:18:16: Dann sagt er ja um, kannst du nicht kommen?

01:18:18: Und dann habe ich ihm meine Geschichte erzählt und er hat das einzige Mal, hat er mir erzählt, seinen Leben gemacht.

01:18:24: Er hat den Käfer auf meinen Anhänger raufgebackt und ist sonst hergefahren und hatte mir gebracht quasi.

01:18:30: Ich hab hier die Runde Probe fahren dürfen.

01:18:32: aber ich hab den Käfer gesehen und war schockverliebt.

01:18:35: Er ist immer noch bei mir und den werde ich nicht mehr hergeben.

01:18:38: Und da hatten wir natürlich so schöne Ausfahrten auch in der Gripszeit mit dem Käfer, ich immer mit einem Duch im Kopf quasi und zweimal Cabrio hat dann mal ein Freund zu mir gesagt.

01:18:55: Du gehst ja alle sechs Monate seither zur Kontrolle, begleitet dich immer deine Zuversicht und deine positive Einstellung?

01:19:05: Oder kommt da manchmal auch so ein gewisse, zumindest ein bisschen komisches Gefühl wenn du dann so auf dieses Kontrollergebnis warten

01:19:14: wirst?

01:19:14: Ja also das wäre jetzt gelogen.

01:19:16: Das kommt immer.

01:19:18: Es ist bei mir so alle sechs Monate eben, dann verdrängt man es sehr und dann denkt man ja gar nicht mehr dran.

01:19:23: und dann zu einer Woche vorher kommt dann schon ein komisches Gefühle und na das wär jetzt... Das ist so ein Trauma oder so ein einschneidendes Erlebnis im Leben, was mir auch seit dieser Zeit fehlt.

01:19:39: Ist so das Grundvertrauen, was ich selber, was sich früher ganz, ganz tief in mir verwurzelt gehabt hat also dieses Grundvertrauen.

01:19:45: Mir passiert nichts meinem Sohn passiert nichts meine Mann passiert nichts meinen Eltern passiert nichts.

01:19:50: Dieses Grundvertauen ist gebrochen.

01:19:52: Also das ist eine andere Situation wie ich jetzt oft mit Sachen umgehe.

01:19:57: Ich bin sicher viel vorsichtiger auch geworden und das Grundvertrauen ist weg.

01:20:02: Und ich habe jedes Mal richtig Bammel, wenn es zur Kontrolle geht!

01:20:07: Ich muss zugeben dass mich diese Vorbereitung zu unserem heutigen Gespräch ein bisschen aufgewühlt und berührt haben, weil sie mich doch an den Tod meiner Schwester vor fast zwanzig Jahren erinnert haben.

01:20:24: Und auch noch mal so ganz intensiv erleben haben lassen.

01:20:28: Sie starb im Jahr seven mit zweiundvierzig innerhalb von nur vierzehn Tagen am Kropostkrebs.

01:20:35: Weil der hatte bereits in die Leber gestreut und sie hinterließ zwei kleine Kinder, die waren dreiundvier können sich leider, wie du schon sagtest nicht an ihre Mutter erinnern.

01:20:46: Und ein Jahr vor ihrem Tod hatte sie ihre erste Mammografie und da war gar nichts.

01:20:51: also da gab es keinen Verdächtigenbefund und das stellte sich dann eben heraus dass sie so eine Form von Brustkrebs hatte bei der der Tumor bis zu fünf Zentimeter im Monat wächst und gleich streut.

01:21:05: ja Tumor war, wie gesagt, elf Zentimeter groß.

01:21:10: Und weil sie sehr übergewichtig war und einen großen Busen hatte und eben auch ihr zweites Kind das Down-Syndrom hatte ... Also die Behinderung hat sie irgendwie ihre Müdigkeit wegen dieser Lebermetastasen eher so auf ihr Leben geschoben.

01:21:27: Die hat überhaupt nicht daran gedacht, dass sie Brustkrebs haben könnte!

01:21:32: Ich bin ja immer überzeugt dass wir mit unserem Schicksal und unserer Todesstunde geboren werden, es war wohl irgendwie an der Zeit bei ihr zu gehen.

01:21:45: Hast du denn schon mal darüber nachgedacht ein Buch über deine so positiven Umgang mit dem Krebs zu schreiben?

01:21:54: Ich könnte mir vorstellen das das vielen Menschen helfen könnte.

01:22:00: Nein eigentlich noch gar nicht.

01:22:01: also ist es schon so dass ich wirklich sehr positive Art gehabt habe damit umzugehen.

01:22:11: Und ich bin ein sehr offener Mensch und ich rede auch viel mit Krebskanken, also sobald bei uns ein Gast ist der was auch eine Geschichte hat das merke ich dann auch schon irgendwie und wir reden dann auch viel.

01:22:22: Ich glaube schon durch diese Art kann ich viele Leute weiterbringen und unterstützen und dieses positive auch herauslocken ab und zu mal an Ja, schauen wir mal was noch kommt im Leben.

01:22:34: Also was mir ganz wichtig war das mache ich ja auch seitdem also heuer zum sechsten Mal.

01:22:39: Ich habe das dann gleich nach der Erkrankung gemacht eine Bingrippen Gala bei uns hier im Hotel weil das war wirklich so.

01:22:46: wie ich so gelegen bin in Innsbruck und die Chemo in mich reingeflossen ist hab immer schon gedacht wenn ich da raus komme ich muss etwas machen es gibt so viele Frauen, eben auch Mütter und es sind so viele Schicksale.

01:22:59: Also ich habe da auch mitbekommen dass der Mann hat sie verlassen in der Chemozeit überhaupt kein Geld war dafür irgendetwas.

01:23:06: und ich hab echt gesagt bitte da muss sich was machen.

01:23:10: Ich habe die Beziehungen.

01:23:11: Ich kann zu meinem Weinvertreter gehen und sagen, komm ich brauche da ein paar Flaschen Wein für den Abend.

01:23:16: Gin bekomme ich vom Grüne Gin-Därnten zum Beispiel.

01:23:19: Ich hab halt für alles eine Ansprechperson und kann da Betteln gehen und Anführungszeichen.

01:23:24: Und das habe ich dann auch gleich gemacht.

01:23:26: Seitdem veranstalte ich meinen Bin-Grippenabend der was mir so so wichtig ist einmal im Jahr.

01:23:32: Das ist so.

01:23:33: man zahlt hundertachzig Euro für den Eintritt quasi die Eintrittspende.

01:23:37: Hundert Prozent von den Hundert-Achzig Euro gehen eben an die Krebsilfe Salzburg.

01:23:43: Ein bisschen was geht dann die Forschung nach Innsbruck und ein bissel was bleibt im Ort.

01:23:47: für den Vereinen sei so gut, die was auch Leute unterstützen, die etwas in Krankheiten Hilfe brauchen.

01:23:52: Und das ist mir ebenso wichtig.

01:23:54: ich mag überhaupt diese Charity Veranstaltungen oft gar nicht weil man weiß ja gar nicht was da wo ankommt und das war mir so wichtig.

01:24:02: Hundert Prozent von diesen Einnahmen gehen an Institutionen und den Rest schaue ich, dass ich eben herbekomme.

01:24:10: Dass ich im Getränkeessen den Raum stellen die Mitarbeiter können wir zur Verfügung stellen und das macht mich richtig stolz.

01:24:17: Und insgesamt sind jetzt schon über hunderttausend oder hundertzwanzigtausende Euro zusammengekommen.

01:24:22: also das ist schon mal eine Summe und meine Pink Grippen Gala ist jedes Mal im September bevor der Pink gemonert beginnt, der Oktober ist ja der pinke Brustkrebsmonat und mein Motto ist aus Liebe zum Leben.

01:24:35: Und das gefällt mir auch so gut.

01:24:36: wir wollen da nicht traurig sein oder es soll nicht nur um Brustkriebs gehen sondern es soll aus Liebe zu leben, es soll Fröhlichkeit verbreiten und es soll einfach lustig sein.

01:24:48: Bist du heute eine andere als vor deiner Krebserkrankung?

01:24:53: Hat dich dein Schicksal verändert?

01:24:57: Denke zu hundert Prozent zu hundert Prozent.

01:24:59: Das ist so ein einschneidendes Erlebnis und ich sage das auch immer wieder, dass diese Krankheit nicht nur negativ war sondern auch positiv und mich verändert hat aber wirklich ins positive.

01:25:15: Ich spüre seitdem eine viel tiefere Dankbarkeit.

01:25:19: also das ist so richtig ein Ritual in meinem Leben dass sich jeden Abend bevor wir schlafen mit meinem Sohn eben Das durchgehe, für was bist du heute dankbar?

01:25:29: Also ich kann mich viel mehr an Kleinigkeiten erfreuen.

01:25:33: Sei es jetzt einfach ein gut Leber-Kassemall am All, keine Ahnung!

01:25:38: Aber du weißt schon.

01:25:39: also die Kleinigkeiten und das einfach vielmehr genießen.

01:25:42: Und die Dankbarkeit auf alle Fälle... Die Liebe zu Gott ist auch in mir größer geworden.

01:25:49: Also das hat mir sehr geholfen und sehr viel Mut gegeben.

01:25:55: Also gerade die Heilige Maria Mutter Gottes und der Heilige Geist.

01:25:58: Ich habe eigentlich früher nie empfunden, was soll der Heiligegeist?

01:26:02: Und so der Heiliger Geist ist jetzt für mich das, was einfach immer da ist unser Leben.

01:26:06: Das ist für mich der Heiligen Geist!

01:26:10: Was sich auch geändert hatte... also ich war früher schon auf Zerzeristen mit schlechten Gewissen.

01:26:15: Da war ich bei meinem Sohn, hab' ich gedacht oh, ich müsste eigentlich das noch erledigen oder hier arbeiten oder mehr im Betrieb sein.

01:26:23: Weil ich im Betrieb dachte, ich muss eigentlich viel mehr bei meinem Sohn sein.

01:26:27: und jetzt sehe ich das einfach alles ein bisschen anders wie eingangs auch schon erwähnt.

01:26:32: also ich sehe dass es unser Leben und ich tue das nicht mehr so trennen und ich muss nicht mehr sondern ich bin einfach viel relaxter und habe auch nicht mehr solch ein schlechtes Gewissen wenn ich einmal nicht zu viele Unternehmen bin schlechtes Gewichten, weil ich nicht mehr das Gefühl habe.

01:26:52: Ich muss jetzt jemanden

01:26:53: beweisen.".

01:26:54: Das hat sich bei mir total gelegt.

01:26:56: Ab und zu kommt es noch zurück, aber dann besinn' ich mich dran!

01:26:59: Also ich hab dann Werkzeuge wo ich mich drauf besinnen kann wieder.

01:27:04: Mir ist das einfach so wichtig, so gut wie's geht Leben ohne schlechten Gewissen, weil das ist einfach nur hinderlich.

01:27:11: Jetzt am Ende unseres Gesprächs möchte ich noch zuletzt wissen woraus du deine große Kraft Deine unendliche Zuversicht und deine positive Haltung schöpft.

01:27:25: Ist es vielleicht auch so ein bisschen die Liebe zu dir selbst?

01:27:31: Die Liebe zu mir selbst, ja ich bin bei mir angekommen.

01:27:34: also ich fühle mich sehr wohl in mir oder bei mir und mit mir Und... ...die größte Kraftquelle ist für mich die Dankbarkeit.

01:27:44: Dankbarheit auf jeden Tag, auf jeden Moment Auf jede schöne Begegnung mit Menschen und das habe ich ja Gott sei Dank in meinem Beruf oder unsere Berufung im Tourismus, in der Hotellerie.

01:27:56: Und die Leichtigkeit nie verlieren und das probiere auch bei den Mitarbeitern.

01:28:03: Das ist mir ganz wichtig dass sich da die Leuchtigkeit reinbekomme.

01:28:07: Ich bin bei denen... Mein Motto ist Kraft, Klarheit kümmern.

01:28:11: also ich stehe voller Gas hinter denen aber sie sollen nie die Leichtigkeit und ihre eigene Person verlieren sondern selber auch immer begleiten.

01:28:21: Ja, liebe Tanja ich danke dir sehr für deine Vertrauen und deine Offenheit und dieses sehr berührende Gespräch welches mich darin bestärkt hat die eigenen Sehnsüchte und Träume nie aufzugeben und auch in der noch so großen Dunkelheit einfach ein bisschen Licht am Horizont zu sehen.

01:28:43: Danke!

01:28:44: Ich sage auch Danke.

01:28:45: Daniel, es war sehr schön mit dir!

Über diesen Podcast

In ihrem Podcast widmet sich Tanja Valérien den großen Fragen, Zäsuren und Brüchen des Lebens.

Sie spricht mit spannenden Frauen und Männern zwischen 50 und 100 über deren Wandlungen, die Höhen und Tiefen, Triumphe und Niederlagen– und gerade deshalb mitten im Leben stehen: Desirée Nosbusch, Patricia Riekel, Judith Milberg, Margarita Broich und andere Frauen empfingen Tanja Valérien bei sich zuhause, darüber über ihre Gefühle, Erfahrungen und Gedanken zu sprechen und wie es sich anfühlt, wenn die fruchtbaren Jahre hinter einem liegen. Herausgekommen sind Unterhaltungen, die charmant und schonungslos, emphatisch und tröstlich, aber nie indiskret oder voyeuristisch sind. Intime Gespräche, bei denen man als Zuhörer das Gefühl hat, mit am Tisch zu sitzen, ohne zu stören. Was macht man mit seinem Leben, wenn die Kinder aus dem Haus sind? Wie fühlt es sich an, nie welche bekommen zu haben? Wie wird man gelassen älter, wie verändern sich die Liebe und das Selbstwertgefühl, wie geht man mit dem Gefühl um, unsichtbar zu werden? Und wie schafft man es, das letzte Lebensdrittel zu genießen, sich schön und gebraucht zu fühlen, wenn der Körper erschlafft.

Mit den Männern, wie z.B. Rufus Beck spricht sie über Themen, die sonst gern unter den Tisch fallen oder – zu Unrecht – Frauen vorbehalten sind: Liebe, Schwäche, Unsicherheit, Angst, Kränkung, Einsamkeit. Themen, die berühren und inspirieren. Mit ihrer natürlichen Art schafft Tanja Valérien es, die Menschen in Gespräche zu verwickeln, die in die Tiefe gehen, Trost spenden, nachdenklich und vor allem: Freude machen.

Jeden Monat erscheint mindestens eine neue Folge ihrer Interviews auf Apple Podcast und Spotify.

Tanja Valérien-Glowacz, geb.26.02.1962, arbeitet nach einem Modedesign-Studium in New York lange als Stylistin und Moderedakteurin, bevor sie in München ihre eigene Kreativagentur für Werbung gründet und auch als Designerin tätig ist. Sie lebt mit ihrem Mann, dem Extremsportler Stefan Glowacz, in einer Patchworkfamilie mit fünf Kindern in Oberbayern, und ist die Tochter des berühmten Sportmoderators Harry Valérien, der von 1963 bis 1988 263 mal das Aktuelle Sportstudio im ZDF moderierte.

von und mit Tanja Valérien

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