00:00:02: Ich hatte wirklich gedacht, ich bin völlig talentfrei und ich kann nichts.
00:00:05: Ich habe null gewusst wo ich hingehöre.
00:00:07: das war für mich ganz ganz schwer mich selber zu finden und mich dazugehörig zu fühlen und mich richtig zu fühln.
00:00:14: was wir im Museum vermitteln ist diese Offenheit und Toleranz dass jeder seine Meinung äußern darf.
00:00:21: Glück is ne Entscheidung.
00:00:24: Ich begrüße Sie herzlich zu einer neuen Folge meines Podcasts Tanja Valerien, Gespräche über Wandlung in Kooperation mit dem Magazin Donner.
00:00:33: Heute bin ich zu Gast bei der holistischen Unternehmerin, Speakerin und Gründerin sowie Direktorin der Wau-Museum Vanessa Kammermann in ihrer Wohnung in München.
00:00:43: Eigentlich ist ihr Zuhause in Zürich aber wegen der Dependance ihres Wau Museums hier in der Stadt kommt sie regelmäßig nach Bayern.
00:00:53: Hallo liebe Vanessa!
00:00:54: Hallo liebe Tanja.
00:00:55: schön dass wir uns heute kennen lernen dürfen.
00:00:57: endlich persönlich.
00:00:59: Ja, stimmt.
00:00:59: Bisher haben wir immer nur telefoniert und das kommt einem schon ganz vertraut vor.
00:01:03: Total!
00:01:04: Du bist neunzehnhundertneinundsebzig in Siegen geboren und im naheliegenden Wahlbach mit einem jüngeren Bruder aufgewachsen.
00:01:13: Dein Vater, Jahrgang forty-six, kommt aus der Gegend von Siegen und hatte eine zehn Jahre ältere Schwester ... Und in der Nachkriegszeit hat man ihn nur von Ziegenmilch ernährt weil wahrscheinlich mehr nicht da war.
00:01:28: Sein Vater kam krank und traumatisiert aus dem Krieg zurück.
00:01:32: Und konnte sich gar nicht so wirklich viel um seine Kinder kümmern.
00:01:36: Nach einer Urmacherlehre für Flugzeug-Uren wurde dein Vater Pilot von Privatmaschinen, bis er in der Zeit deiner damals nur neunzehnjährige Mutter heiratete.
00:01:47: Er hat sie nämlich schon mit siebzehnten kennengelernt.
00:01:50: Mussten Sie noch ein bisschen mit der Heirat warten?
00:01:53: Dann hat er sich gedacht ... Pilot, bin ich eigentlich selten zu Hause.
00:01:58: Dann mach' ich mich doch lieber sesshaft und hat sich als Versicherungsvertreter in der Nähe von Siegen
00:02:03: niedergelassen.".
00:02:05: Deine Mami kam aus einer felsischen Unternehmerfamilie in Neustadt an der Weinstraße und war acht Jahre jünger als dein Vater.
00:02:15: Nach einer Fehlgeburt wurde sie mit Dir schwanger und musste aber viel liegen!
00:02:20: Die Ärzte wollten dich sehr früh, eigentlich fast ein bisschen zu früh aus dem Bauch schon herausholen.
00:02:26: Aber deine Mami kämpfte wirklich um jeden Tag, indem du länger in ihrem Bauch verweilen konntest und nachdem du dann neunundsebzig per Kaiserschnitt zur Welt kamst, kämpfe sie erneut nämlich um dich zu stillen.
00:02:40: aber man rieht ihr ab und so gab sie schließlich auf.
00:02:44: Und als du nur wenige Monate alt warst, musstest du wegen einer Hüftdisplasie für vier Monate in eine Klinik nach Gießen und deine Mutter fuhr also jeden Tag von Siegen zu dir um dich wenigstens so ein paar Stunden besuchen zu können.
00:03:00: Damals war das ja für die Mütter noch nicht erlaubt, so die ganze Zeit mit ihrem Baby zu bleiben und dort auch zu übernachten.
00:03:08: Meine Schwester musste auch mehrere Wochen nach ihrer Geburt wegen einem Blutaustausch in der Klinik hier in München bleiben.
00:03:17: Und meine Mami durfte sie sogar nicht täglich besuchen.
00:03:21: Es war meiner Meinung nach wirklich herzzerreißend!
00:03:26: Hat denn deine Mami viel mit dir über diese menschliche Härte dieser Generation und ihre ganz eigenen persönlichen Gefühle damals gesprochen?
00:03:38: Nein.
00:03:40: Eigentlich nur auf mehrmaliges hinfragen, immer wieder bohren meinerseits weil ich mich sehr mit meiner Vergangenheit beschäftigt habe, weil ich ein bisschen Sachen verstehen wollte wo ich dann immer wieder nachgefragt hab.
00:03:55: Ich glaub, das ist nicht so ein einfacher Prozess gewesen.
00:03:59: Sich da wieder in diese Situationen reinzudenken und zurückzudenkern ... Das fällt anscheinend einer Mama nicht so einfach.
00:04:08: dann in dem Moment.
00:04:10: Freiwillig hat sie das nicht getan.
00:04:11: Und ich glaube es war auch ihr Vieles nicht bewusst gewesen.
00:04:14: Bei meiner Mutter ist das sogar so, dass sie vieles ein bisschen verdrängt fast.
00:04:21: Es klingt jetzt vielleicht etwas übertrieben aber... Fast so, als wäre es gar nicht geschehen.
00:04:27: Das merke ich immer wieder.
00:04:28: Meine Mami ist ein Jahrgang, siebenunddreißig und da gibt's dann oft so, dann sagt sie, ach das war nicht so schlimm oder eigentlich glaube ich, das waren nicht fünf Wochen sondern nur zwei Wochen.
00:04:41: Sie versucht sich das so ein bisschen schön zu machen dieses was eigentlich nicht schön war.
00:04:47: Ist das bei deiner Mami auch ein bisschen so?
00:04:49: Ich denke ja, aber es ist auch ein Verdrängen.
00:04:52: Und ich merke das bei mir, dass man gut negative Dinge verdrängen kann.
00:05:00: Sonst wird man wahrscheinlich keine zweiten oder vierten Kinder bekommen generell.
00:05:04: Ich glaube, dass es gar nicht bewusst war und es einfach vergessen geworden ist.
00:05:09: Dadurch, dass ich nachgefragt habe sich wieder da reinzudenken, dass das mühsam ist... Was muss ich jetzt da wieder zu lachen?
00:05:15: Vielleicht
00:05:15: auch schmerzhaft!
00:05:17: Wahrscheinlich dann auch schmershaft genau.
00:05:19: Und dann kam erst Dinge hoch.
00:05:21: Ja, aber was mir auch auffällt nicht nur bei meiner Mutter, auch bald dieser Generation an sich, dass sie auch so Dinge gar nicht so kritisieren.
00:05:32: Also Sie könnten ja, wie wir das vielleicht tun, Dinge auch hinterfragen und sagen stimmt.
00:05:39: Das war eigentlich nicht so gut!
00:05:41: Aber sie hat mich zum Beispiel auch nicht gestillt, weil man einfach sagt, das geht nicht.
00:05:45: Das macht ein Hängebosen und diese Milupamilch ist viel gesünder.
00:05:50: Also war halt so eine Erfindung der Industrie.
00:05:53: Und sie sagt dann oft so ... Ja, das war auch viel besser.
00:05:57: Nicht zu stillen.
00:05:59: Dann konnte dein Papi auch mal dir die Flasche geben.
00:06:04: Sie sind nicht wirklich kritisch?
00:06:07: Es war halt...
00:06:09: Also man stellt es dich in Frage.
00:06:11: Man war vielleicht auch ein bisschen hörig, so den Ärzten oder den Göttern anweist.
00:06:16: Genau das wurde so gemacht und fertig!
00:06:19: Du warst ja als Kind auch ganz viel draußen in der Natur, hast getanzt und gesteppt was fröhlich, hast viel mit Jungs gespielt und liebt es so abenteuer... Dein Vater war oft beruflich unterwegs, deine Mutter als Hausfrau mit dir und deinem vier Jahre jüngeren Bruder alleine.
00:06:39: Auch sehr viel alleine.
00:06:41: Ihre Ehe war so lala vielleicht nicht ganz besonders glücklich aber irgendwie waren sie doch ein ganz gutes Team.
00:06:50: Und als du dreizehn Jahre alt warst, bekam dein Vater in die Bezirksdirektion einer Versicherung in der Nähe von Dresden zu übernehmen.
00:07:02: Da deine Eltern der soziale Aufstieg und der Wohlstand schon wichtig waren – das war allerdings früher so!
00:07:11: haben sie diese Karrierechance natürlich angenommen und ihr seid dahin umgezogen.
00:07:17: Wie war das denn für dich so als angehender Teenager nur zwei Jahre nach der Wende, das darf man ja nicht vergessen in die ehemalige DDR zu ziehen und in die siebte Klasse dazukommen?
00:07:32: wo doch eigentlich alle, die dort aufgewachsen sind, so in den Westen wollten.
00:07:38: Nach dem Motto Nichts wie weg!
00:07:39: Wir wollen was Neues sehen.
00:07:42: War das auch ein Kulturschock und sächssisch hast du ja nicht gesprochen?
00:07:47: Nee, damals hab ich noch hohe Deutsch gesprochen.
00:07:50: Irgendwann habe ich schon richtig sächsisch kennengelernt oder lernen müssen ... Oh Gott... Heute besuche ich es wieder auszunivellieren.
00:07:59: Da kommt dann Schweizerdeutsch dazu.
00:08:01: Es war ein Riesenabenteuer damals, dort hinzuziehen und es war so ein bisschen ... Wir waren generell abenteuerlosig, wir waren viel mit dem Wohnmobil unterwegs in Ex-Jugoslawien und so.
00:08:10: Das war ja auch schon Abenteuer für damalige Verhältnisse.
00:08:13: Und das war dann irgendwie... Mutti und Papa wollten das so, dann haben wir das gemacht.
00:08:18: Dann wurde aus diesem bunten Benneten-Euleli tragenden Westkind irgendwie doch eher ein neutral gegleitetes Kind, weil ich kam da völlig bunt an mit langen Ohrringen oder zwölf Jahren damals.
00:08:33: Das gab es ja dann im Osten alles gar nicht.
00:08:35: die waren alle Unifarm angezogen.
00:08:39: Da waren wirklich diese Die stinkenden Trabanten, die stinken in Häusern.
00:08:43: Weil alle mit Kohle gefeuert haben.
00:08:45: Das war alles graudort.
00:08:47: Da gab es keine bunten Farben an den Häuseren oder auch die Kleider nicht und das ... Warst
00:08:52: du dann unglücklich?
00:08:55: Aber du wirst doch auch deine Freunde zurücklassen!
00:08:57: Ja aber irgendwie war das... Ich war wahrscheinlich schon immer ein bisschen anders.
00:09:01: Neulich hat mir das mal jemand geschrieben dass ich schon so viele Dinge in meinem Herzen früher getragen habe, die ich weiter jetzt gibt immer noch trage.
00:09:09: Und ich glaube, ich war einfach schon immer abenteuerlustig und kontaktfreudig.
00:09:13: Ich hab mich immer gefreut, neue Menschen kennenzulernen.
00:09:16: Weil das war dann immer eine Bereicherung für mich.
00:09:18: Vielleicht auch neugierig?
00:09:20: Ja wahrscheinlich ist es neugärig.
00:09:23: Obwohl, ich würde glaub' ich wäre da schon unglücklich gewesen.
00:09:27: Ich war so eine Modetante schon sehr früh und ich habe dann immer mit mich das Wichtigste was ziehe ich morgen an in der Schule?
00:09:34: Und ich könnte mir grad so vorstellen, wenn du sagst, die waren da alle eher ein bisschen neutraler angezogen.
00:09:42: Dass man vielleicht auch nicht gerne der Paradiesvogel teilt?
00:09:46: Nee, ich hab mich dann auch versucht einzugliedern und zu integrieren dazu zu gehören.
00:09:51: Da hat das Sech sich auf der einen Seite dazugehört und dass dieses Neutral bleiben, dass man auch nicht ständig irgendwelche Sachen aus dem Westen reinträgt und sagt ja aber bei uns gab's das oder bei uns war das so.
00:10:01: Ich habe auch irgendwann so getan als wär' ich gar nicht.
00:10:04: Also viele haben dann später gar nicht mehr erfahren, dass ich aus dem Westen kam.
00:10:07: Weil ich war ja der kapitalistische Feind eigentlich.
00:10:10: und sobald ich ein bisschen das gemerkt habe, dass sie jemand nicht so positive Energien darüber hatte, hab' ich immer weniger von dieser West-Identität in mir getragen und das eigentlich gar nicht nach außen getragen.
00:10:22: Viele wussten es wirklich nicht, dass sich aus dem westen
00:10:24: kommen.".
00:10:25: Hast du das dann auch so erlebt, dass die ostdeutschen Teenager sehr viel offener und freizügiger in Punktosexualität waren?
00:10:36: Das ist zumindest noch ein Gerücht, was ich immer höre.
00:10:39: Hast du es da auch ordentlich krachen lassen?
00:10:43: Wie war das in dieser Teenagerzeit?
00:10:47: Ja, also Freizügiger waren auch der Alkohol-Konsum glaube ich.
00:10:52: Also es war alles ein bisschen entspannter dort.
00:10:55: Also Alkohl hat mich wie zum Alltag recht dazu gehört.
00:10:59: im Nachhinein... Also musste
00:11:00: man nicht heimlich machen?
00:11:02: Na ja doch!
00:11:02: Wir als Kinder schon aber die Erwachsenen haben alle gut gebäschert.
00:11:05: da gab's viele Feste.
00:11:08: Ich komme aus Weinböhler das klingt nach Wein.
00:11:10: wir hatten Weinberge dort in dem Ort und Winzer.
00:11:15: Die Eltern haben gut gefeiert.
00:11:16: Es gab ein Karnevalsclub, das war der einzige Club, den es überhaupt noch dann gab nach der Abschaffung der DDR.
00:11:21: Da gab's ja kein Vereinswesen mehr, nachdem das System zusammengebrochen ist aber ein Karnavalsclub.
00:11:26: Dann haben wir dann mitgefeiert... Also auch keine Sportvereine mehr?
00:11:29: Ein Tourenverein, da hatte wieder jemand aufleben lassen und so was, aber war wenig ganz, ganz wenig.
00:11:34: Meine Eltern haben dann Tennis-Club dort gegründet, aber es gab an sich nichts mehr Ein bisschen Anarchie mehr oder weniger.
00:11:42: Wir haben viel ... Überall wurde in irgendwelchen alten Willen gefeiert und so was, es war schon sehr freiheitsliebend.
00:11:50: Und wenn du jetzt das andere Thema Sexualität ansprichst?
00:11:54: Also wir sind zum Beispiel immer nackig in die Tongrube baden gegangen.
00:11:57: Nacktheit war überhaupt kein Thema!
00:11:59: Das war ganz selbstverständlich.
00:12:02: Man ging nicht mit Badehose baden.
00:12:05: Völlig natürlich... Und das ist auch noch ein interessanter Punkt, warum das so freizügig war.
00:12:10: Das Thema Nacktheit wie.
00:12:11: es gibt noch Fernsehaufnahmen von einem Bekannten von uns.
00:12:13: der hat dann wurde interviewt vom Nacktenmoderator.
00:12:16: Der hatte ganz viele Krawatten umgebunden und wurde dann gefragt können sie einen Binder binden?
00:12:22: Und da waren beide nackte an der Ostsee gestanden in voller Pracht.
00:12:26: Das war selbstverständlich.
00:12:28: aber über System zu reden das war natürlich verboten.
00:12:32: Und also dieser Kontrast, den finde ich auch im Nachhinein recht spannend eigentlich.
00:12:38: Kann mir nicht so ganz erklären aber dass da jetzt jeder mit jedem rumgemacht hat weiß ich nicht.
00:12:44: Ich glaube man war nicht so verbunden in der Ehe weil auch die Kirche nicht so eine große Rolle gespielt hat, wie es vielleicht in Westdeutschland die Rolle gespielen hat.
00:12:54: In Westdeutland war eben die Kirsche viel mehr gelebt und man hat auch unter den Augen Gottes geheiratet.
00:13:00: Dadurch war die Verbindung vielleicht in den Ehen auch nochmal anders als die in Ostdeutschen.
00:13:06: Ich weiß nicht ob das stimmt aber die Verbindungen also Beziehung und Partnerschaften im Osten... waren aus meiner Sicht kurzlebiger als die im Westen.
00:13:17: Ob das jetzt stimmt, weiß ich nicht ... Also du hast
00:13:19: es keinen fest freund?
00:13:21: Naja irgendwann dann schon mal mit vierzehn noch nicht oder bitte mit dreizehnein aber erst mit sechzehn dann.
00:13:27: Aber den auch jetzt nicht so lange!
00:13:30: Naja, es hat dann immer mal ein paar Monate war ich mit denen zusammen und ... Und das ist
00:13:33: nicht lange.
00:13:34: Ich hatte meinen ersten Freund neun Jahre.
00:13:37: Neun?
00:13:38: Nein!
00:13:38: Also nee, ich habe da glaube ich eher noch bisschen mich ausprobiert aber er hatte immer nette tolle Partner gehabt.
00:13:48: nineteenhundertsechsundneinzig mit siebzehn Das liegt wahrscheinlich daran dass der DR früher Abitur gemacht hat.
00:13:55: hattest du also dein Abiturt in der Tasche Und wolltest unbedingt als Au-père die USA.
00:14:02: Dein Vater hat das aber irgendwie nicht so gerne gesehen mit der USA, das mochte er irgendwie nicht und ein Verwandter von euch hatte jedoch Kontakt nach Kanada und vermittelte dir in einem Autohaus außerhalb von Toronto ein dreimonatiges
00:14:18: Praktikum.".
00:14:19: Du hast mit deinem damaligen Freund Hardy, das war dann der wahrscheinlich den du da vorher hattest oder dieser Kurze.
00:14:27: Das war der
00:14:28: längste!
00:14:30: Also mit dem hast du dann erst mal Schluss gemacht und bist sixundneunzig als Single nach Kanada geflogen, hast bei einer Gastfamilie gewohnt, musst es aber nach einiger Zeit ausziehen Da sie das Kinderzimmer, in dem du wohntest wieder für ihren ein bisschen in Ungnade gefallenen Sohn brauchten.
00:14:52: Der irgendwie Mädchen geschwängert hatte ... Ich weiß nicht, der musste dann wahrscheinlich wieder da zurück?
00:14:58: Ja!
00:14:59: Und daraufhin bist du mit einem Touristenvisum in die USA gereist und hast dir erst mal viele Städte angeguckt New York, Niagarafälle und was noch alles.
00:15:10: Und schließlich bei einem Großkosa und seiner Frau in St.
00:15:14: Louis, in Missouri ein Praktikum, in dessen Immobilienfirma gemacht.
00:15:20: Er nahm dich dann auch mit auf Geschäftsreisen nach San Diego, Washington, Florida also du kamst richtig rum sowie auch auf einen Bruderschaftstreffen wo du dich dann in einen zwanzigjährigen jungen Mann verliebtest und mit ihm so eine leidenschaftliche Lieson begonnen hast.
00:15:39: Aber dein Touristenvisum lief ja dann nach drei Monaten aus und du musstest wieder zu Hause, nach Deutschland.
00:15:47: Haben dich denn diese Monate in Kanada und den USA sehr verändert?
00:15:54: Und wusstest du denn überhaupt in all dieser Zeit welche berufliche Laufbahn du mal gerne einschlagen möchtest oder wolltest du jetzt einfach erst einmal dir die Welt
00:16:06: anschauen?".
00:16:08: Ja, ich glaube das ist dann.
00:16:09: wenn ein junger Mensch sowas macht sind es ja teilweise schon so Selbstfindungstrips weil man noch nicht weiß in den jungen Jahren was will man überhaupt machen.
00:16:18: Ich wusste auch danach nicht was ich machen möchte.
00:16:21: letztendlich genau habe dann wegen Studium geguckt Was könnte ich denn studieren?
00:16:26: hatte da noch die Option nach Frankreich zu gehen um mein Französisch zu verbessern?
00:16:30: also Es ging bei der ganzen Sache sicherlich um das Englisch besser zu lernen und eben französisch hatte ich auch in der Schule gelernt.
00:16:39: Das war auch noch nicht so sattelfest, also dass wir auch noch verbessern.
00:16:42: Und dann schauen wir mal weiter quasi.
00:16:44: Ich habe mich dann zwischendurch beworben für Studiengänge und wurde ich dann irgendwann in diesem einen Studiengang der Verkehrswirtschaft in Dresden aufgenommen und dann war das halt mal der Weg.
00:16:56: Aber hattest du keinen ganz klaren Traum?
00:17:00: Nee!
00:17:01: Also du hast nicht wie ich.
00:17:02: Ich wollte immer Mode-Designerin werden, hab dann meine dreißig Barbie-Puppen immer an und ausgezogen als Kind und gemalt und so und genieht... also du hattest nicht so eine Leidenschaft?
00:17:14: Nee leider nicht!
00:17:15: Ich hatte wirklich auch gedacht, ich bin völlig talentfrei und ich kann nix und er hat null gewusst wo ich hingehöre.
00:17:24: Das war für mich ganz, ganz schwer, mich selber zu finden irgendwo und mich dazugehörig zu fühlen.
00:17:29: Und mich richtig zu fühlten.
00:17:30: Das war nicht vorhanden, nein?
00:17:34: Und wie gesagt nach der Rückkehr ... Hat ja dein Pappi dir da in der Aluminiumfabrik in Paris besorgt?
00:17:43: Das ist dieser Aufenthalt, von dem du grad sprachst.
00:17:45: Du bist vier Monate geblieben und hast auch sehr viele Leute kennengelernt.
00:17:49: Und du hast da auch so ein bisschen die Liebe zu Sushi entdeckt!
00:17:54: Also du bist anscheinend nur Sushi essen gegangen... ...und dann wolltest du auch gerne nach Japan.
00:18:01: Hast aber dann erst mal deinen Studium begonnen in Dresden und hat es da ja auch dann in dieser Verkehrswirtschaft, diese Hauptfächer Luftfahrt und Logistik.
00:18:12: Und hast wirklich ganz eisern.
00:18:15: Da warst du doch leidenschaftlich so parallel ein Praktikum in Japan für die Semesterferien organisiert im März.
00:18:24: Zwei Tausend war's dann soweit.
00:18:26: Du bist nach Tokio geflogen, hast sechs Wochen lang bei einer Firma in Yokohama gearbeitet Und die haben so Krankenhausbetten hergestellt und Sicherheitssysteme.
00:18:37: Da lasse auch bei der japanischen Familie so ganz traditionell gewohnt, natürlich ließ auch die Liebe nicht lange auf sich warten, da hat sie sich dann in einen Japaner verliebt, bis mit dem auch ein bisschen rumgereist, er hatte dann sein Land gezeigt ... und hat sogar seinen Eltern dich vorgestellt, also er hat gesagt hier dass man Freundin aus Deutschland hat ein bisschen die Kultur dir näher gebracht.
00:19:05: Hättest du denn dir vorstellen können auch zu bleiben?
00:19:10: In Jahrvon hätte ich nicht bleiben können.
00:19:12: Der Freund das war wirklich nur eine sehr... Also wir waren zusammen unterwegs, der gute Junge hat kaum ein Wort englisch gesprochen.
00:19:20: Wir haben uns letztes Jahr wieder getroffen mit seiner Familie und oder ich mit meinem Mann auch den anderen Leuten von der Firma und so.
00:19:30: Der kann bis heute kein Englisch ist.
00:19:32: das war keine Lesung aber es war halt für ihn total spannend jemand weiß es mit hellen Haaren dorthin zu bringen und die haben mich dann in jenseite traditionelle Kleider gepackt.
00:19:45: Und immer Fotos von mir gemacht, ich war da wirklich eine Hauptattraktion bei denen.
00:19:49: also das war auch spannend für diese Ausländerinnen darzuhaben so was Exotisches.
00:19:55: Das war süß, die haben mir dann alles gezeigt und wollten halt ihr Land schmackhaft machen.
00:20:00: Und nee, das bleiben hätte ich nie können!
00:20:02: Das ist schon von der Sprachbarriere viel zu groß.
00:20:05: In USA wäre ich gerne geblieben, da war ich auch so festverliebt.
00:20:09: Da wär ich gernegeblieben.
00:20:10: Ja, es hätte mich gut vorstellen können aber das sind ja alle Erfahrungen und eben auch das Sushi in Paris kennenzulernen.
00:20:19: Ich habe wirklich immer tolle, tolle Menschen getroffen durch unterschiedlichste ... Gelegenheiten und manchmal auch in der Not heraus, wenn man alleine war.
00:20:28: Und sich unsicher gefühlt hat, wo ich dann Leute einfach angesprochen habe.
00:20:31: Ich war halt immer so jemand, der sehr kommunikativ von auf Leuten Zugang ist und sich daraus so tolle Möglichkeiten ergeben haben.
00:20:38: Das hat dann irgendwie dieses Go with the Flow, hat mich zum nächsten Schritt gebracht und mir das Leben wieder eine neue Türe geöffnet.
00:20:49: vielleicht das Spannende an diesen Reisen gewesen.
00:20:52: Aber ich bin froh, dass ich dann immer zurückgekehrt
00:20:54: bin.".
00:20:55: Ja also im Sommer zweitausend war es dann wieder soweit?
00:20:58: Dann bist du zurück zu deinem Studium nach Dresden und hast aber dann entschieden nicht mehr bei deinen Eltern zu wohnen sondern jetzt mal endlich in einer eigenen Wohnung nämlich eine Einzimmerwohnung verliebt es dich in Karsten, den besten Freund von deiner großen Liebe Hardy.
00:21:17: Mit der du ja vorher Schluss gemacht hattest bevor du nach Kanada gegangen bist.
00:21:22: Ein Jahr später am threizenten Juli-Zweißn-Eins klingelte er dich frühmorgens aus dem Bett und erzählte dir das sein Bruder nur Hundert Meter vom Haus deiner Eltern entfernt einen Autounfall hatte und im Krankenhaus
00:21:38: liegt.".
00:21:40: Wie hast du denn diesen Moment und natürlich auch die Stunden danach in Erinnerung?
00:21:49: Das ist so ein Moment, den man tatsächlich nie vergisst.
00:21:51: Man vergisst ja viele negative Sachen in seinem Leben aber das ist ein Moment wo ich da wirklich den Kasten von meiner Tür stehen sehe wie er mich zusammenscheißt warum mein Handy nicht an ist und dass meine Bruder im Krankenhaus liegt und was passiert ist.
00:22:06: Und dann kann der Kopf nicht mehr klar denken und er pulsiert nur noch.
00:22:10: uns flackert ein.
00:22:11: Das ist ein Riesenwirbelsturm im Kopf, wo muss ich nur noch irgendwie schnell kaltes Wasser ins Gesicht schmeißen, dich anziehen und musst los?
00:22:21: Von da an wird nie mehr was gewesen ist.
00:22:26: Von dort an verändert sich das ganze ganze
00:22:28: Leben.".
00:22:29: Dein Bruder ist ja dann nicht mehr zum Bewusstsein gekommen.
00:22:34: Er ist dann auch gestorben.
00:22:37: Deine Mami wurde, glaube ich von der Polizei informiert und dein Vater war auf Geschäftsreise.
00:22:45: Der kam dann irgendwie so schnell es ging hinterher.
00:22:49: Und ihr habt ja auch vor dieser schweren Entscheidung gestanden weil er schon zwar Hirntod war aber noch lebte.
00:22:59: also das ist ein sehr schwieriges Thema finde Wo sagt man, dass noch jemand lebt oder nicht mehr lebt?
00:23:07: Deshalb sage ich auch schwierig.
00:23:10: Und ihr habt dann natürlich auch diese Frage gestellt bekommen ob ihr die Organe spendet.
00:23:17: Wie hast du denn das empfunden?
00:23:20: Ihr wart ja da sicherlich alle zusammen bei ihm gewesen.
00:23:24: im Krankenhaus War das eine einfache Entscheidung für deine Eltern.
00:23:30: als?
00:23:30: ich denke mal Oder warst du auch schon involviert?
00:23:32: Nee,
00:23:32: meine Eltern konnten die Entscheidung gar nicht treffen.
00:23:35: Als ich ins Krankenhaus gekommen bin, war Mutti mit zwei Freunden
00:23:38: da.
00:23:38: Mein Papa war in Dortmund und hat zu der Zeit wieder in Dortmond gearbeitet.
00:23:42: Der hat gar nicht mehr in Dresden gearbeitet, da ist wieder geschäftlich dort gewesen.
00:23:47: Und dem mussten wir am Telefon sagen, Papa kommt nach Hause, fahr vorsichtig... Da Marius liegt im Krankenhaus!
00:23:56: Und er hat dann immer nur gesagt, sagt den Kerl der muss durchhalten.
00:24:01: Also wir konnten ihm ja nicht sagen dass er schon Hirntod ist.
00:24:03: Der hätte sich an die Wand gefahren.
00:24:05: Der hätt das ja diese fünf Stunden Fahrt nie überlebt wenn er das gewusst hätte.
00:24:09: Ihr
00:24:09: habt einfach gesagt es schwer verletzt?
00:24:10: Genau richtig.
00:24:11: und die Entscheidung ob man die Organe spenden mussten wir glaube ich noch recht schnell in der Zeit wo Papa noch nicht da war machen.
00:24:20: Mutti konnte gar nicht nachdenken und gar nicht klar denken Und ich hab halt versucht, irgendwelche Informationen von dem Arzt rauszufinden.
00:24:29: Von wegen was ist denn wenn das größte Wunder überhaupt passiert?
00:24:32: Wenn wir jetzt beten wie verrückt man wirklich ein großes Wunder passiert und der wird nie mehr da sein.
00:24:42: Der wird nie wieder laufen können, er wird nie etwas machen können.
00:24:45: Er wird einfach nur eine Hülle sein.
00:24:46: Das kann kein Wunder mehr passieren.
00:24:49: Das Gehirn is tot!
00:24:53: Ja, da hab ich, glaub ich damals die Entscheidung getroffen.
00:24:58: Dann geben wir halt die Organe frei weil vielleicht kann dann jemand anderes noch gerettet werden.
00:25:04: Weil ich mein er war ja sonst kerngesund und es war ein junger Körper.
00:25:07: Und das war dann so mein einziger Hoffnungsschimmer dass er vielleicht jemand anders das Leben rettet.
00:25:14: Das ist nicht ganz umsonst war sein Tod aber war für mich auch im Nachhinein nicht so einfach.
00:25:20: Ob das die richtige Wahl war, meine Eltern haben Gott sei Dank nie irgendwas dazu mir gesagt.
00:25:25: Ich weiß auch nicht was sie drüber denken ehrlich gesagt aber ich habe dann so im Nachhinein... ...ich hab ihn nie mehr gesehen.
00:25:30: und man stellt sich das doch so oft vor wenn jemand geht dass man ihn da noch sieht oder dass man noch Zeichen bekommt.
00:25:34: und irgendwie hab' ich den nie bekommen.
00:25:36: und dann war das so.
00:25:37: vielleicht liegt's daran weil ich quasi seine Seele so verkauft hab oder abgegeben hab alle Organe Dass ich ihm deswegen nie mehr sehen durfte und konnte oder sowas.
00:25:48: Aber du hast ihn doch da gesehen nach dem Unfall.
00:25:50: oder habt ihr ihn auch nicht gesehen?
00:25:52: Doch, er lag ja dann da.
00:25:53: Den Körper haben wir noch gesehen und ich konnte die noch anfassen.
00:25:56: Ich konnte seine beharten Beine noch gestreichelt.
00:26:01: Er war in so einem Wärmebett wie eingebetet... Wir haben ihn bei der BR-Digung hergerichtet, da haben wir ihn auch noch gesehen.
00:26:09: Aber ich mein mitgesehen, dass du so Zeichen bekommst, dass er mit dir redet im Traum oder solche Sachen, das meine ich mitgesehn.
00:26:16: Dass er irgendwie dir sagt hey mir geht's gut und es ... Ich hab dich lieb, Zeichen von ihm zu bekommen.
00:26:21: genau die haben wir dann im Nachhinein gefehlt.
00:26:25: Als dein Vater kam wie hast du deine Eltern wahrgenommen?
00:26:31: Meine Schwester ist ja mit zwei Tausend Sieben, mit zweiundvierzig und als Mutter von zwei sehr kleinen Kindern innerhalb von zwei Wochen am Brustkrebs gestorben.
00:26:42: Und die Diagnose an meine Eltern ... Das war wie so ein Trauma, so einen Schock.
00:26:54: Wo ich sie so erlebt habe und mir immer nur gedacht habe, ich hab auch zwei Kinder, dass ich das ... wirklich nie erleben möchte.
00:27:03: Ja, also dieses... Das ist die größte Angst, die man so hat.
00:27:07: Bei wie war das als du deine Eltern in dieser Zeit erlebt hast?
00:27:13: Also auch in diesem Loslassen?
00:27:22: Da hab ich mir nie so richtig drüber Gedanken gemacht muss ich dir ehrlich sagen weil das hat jeder so anders ausgemacht.
00:27:28: mein Papa hat so anders getraut wie jetzt meine Mama.
00:27:31: Es waren so unterschiedliche Trauerwege und dass die dann auch zusammenbleiben oder sich zusammenraffen.
00:27:37: Das fand ich gar nicht so selbstverständlich, dass die weiterhin ein Team bleiben auf ihrer Art und Weise weil sie haben es so unterschiedlich gelöst ihre Trauer.
00:27:47: Und das finde ich aber noch recht erstaunlich wie Sie das zusammen hinbekommen haben obwohl sie ja auch nicht immer ... die harmonischst miteinander waren.
00:27:58: Aber das haben sie wirklich recht gut miteinander ausgemacht, also muss man sich schon bewundern auch dafür weil das ja ein riesen Riesenschmerz ist.
00:28:05: Also was da passiert... Das war der Tag an dem ich mir geschworen habe als mein Bruder gestorben ist viele Kinder haben möchte.
00:28:13: An dem Tag ist dieser Wunsch dann auch entstanden, weil ich bin ein Einzelkind geworden und stand alleine da.
00:28:19: Meine ersten Gedanken waren okay was mache ich denn mal wenn meine Eltern alt sind?
00:28:23: Dann muss ich für meine Eltern alleine sorgen und gucken nach denen.
00:28:27: das waren meine ersten Gedanken gewesen diese zwei Sachen eben selber vier Kinder bekommen weil ich jetzt zum Einzelkind geworden bin.
00:28:36: aber den Schmerz von meiner Mama zu sehen war unerträglich und ist bis heute sehr schwer.
00:28:44: Das sind die größten Ängste, gell?
00:28:45: Ich meine auch schon in der Schwangerschaft dann diese Ängst.
00:28:48: Oh mein Gott!
00:28:48: Wenn ich jetzt ein Kind verliere ... das würde so weh tun.
00:28:54: Du hast dieses Leiden vor dir.
00:28:57: Auch wie ich gelitten habe in der Zeit danach als Schwesternur alleine.
00:29:02: Das ist ja schon so schwer erträglich.
00:29:04: Du kennst das wahrscheinlich auch den Schmerz.
00:29:06: Ja bei mir war es ganz eigenartig Ich konnte erst mal lange nicht weinen.
00:29:15: Manchmal glaube ich, es war wie so ein Schock.
00:29:17: Man will das vielleicht auch nicht wahrhaben, dass der Mensch einfach jetzt gegangen ist und er nicht mehr da ist.
00:29:23: Und ich sehe das auch ein bisschen wie du.
00:29:24: Ich hatte das auch sehr stark bis heute so empfunden, dass du wirklich plötzlich ja wenns nur zwei Kinder waren ein Einzelkind bist Und manchmal wird mir das auch ein bisschen viel.
00:29:38: Mein Vater lebt ja nicht mehr und ich habe jetzt meine Mami, aber diese Konzentration auf nur ein Kind, was sich natürlich auch kümmern muss – aber das ist ja nicht das Problem!
00:29:49: Sondern mehr so diese Konzentrationen kannst du halt nicht mehr mit jemandem teilen.
00:29:56: Also Trauer ist sicherlich ein Thema ganz für sich traurig sein.
00:30:05: Der eine macht's halt ganz mit sich aus, der andere zeigt es nach außen.
00:30:13: Und der andere verdrängt das vielleicht völlig und ...
00:30:16: Klar, Männer machen das ja dann wirklich auch noch mal anders.
00:30:19: Ich weiß nicht, ob ich mal ein Papa jemals Wein gesehen hab.
00:30:23: Ähm... Der hat das mit einer ganz anderen Art und Weise gemacht.
00:30:27: Und manchmal ist es dann so ein bisschen schwer nachzuverziehen, wie Männer trauen.
00:30:33: Aber dass Mutti und Papa das so zusammen und sich gegenseitig so respektiert haben muss ich schon gut verziehen.
00:30:38: Ist schon stark von ihnen also ...
00:30:40: Bei mir war's umgekehrt.
00:30:41: meine Mami war diejenige, die gleichso gesagt hat, oh, Laila hat's doch jetzt wunderschön im Himmel und sie tanzt jetzt!
00:30:50: Sie versuchte auch bei der Beerdigung, fröhlich zu sein.
00:30:55: Mein Vater war derjenige, der noch viele Jahre später bis zu seinem Tod ... Wir gingen ja noch ein paar Jahre.
00:31:04: oft gesagt hat, wenn ich ihn angerufen hab und gesagt hab wie geht's dir heute?
00:31:08: Und er hat dann nur gesagt, heute geht es mir nicht gut weil heute bin ich einfach traurig, weil die Leila nicht mehr da ist.
00:31:16: Der konnte das so ausdrücken!
00:31:18: Und dann rief schon meine Mutter im Hintergrund, oh Harry jetzt komm die hat's doch gut.
00:31:24: und wo sie jetzt ist.
00:31:26: Es war so der eine versucht es in was Positives umzuwandeln und der andere lässt den des Leidens zu.
00:31:36: Ich glaube das ist wahrscheinlich dieser Unterschied.
00:31:37: Ich weiß gar nicht ob es unbedingt Mann und Frau... Vielleicht ist er etwas damit zu tun was dir so passiert ist.
00:31:46: Hat denn der Tod deines Bruders die Beziehung zu deiner Mutter verändert?
00:31:53: Na ja, man ist mir ... Wie du grade gesagt hast.
00:31:56: Der Fokus ist halt viel mehr auf einer Person und dann ist es noch eine Tochter mit der man sich ständig trickert, wo man ständig ein Spiegelbild vor Augen bekommen hat.
00:32:08: Ich würd schon sagen Mutti und Marius waren sich vielleicht näher Und dass jetzt der jüngere Sohn oder das jüngre Kind weggegangen ist und auch der Namensträger, solche Dinge waren sicherlich da.
00:32:29: Ob es sich verändert hat?
00:32:30: Weiß ich nicht.
00:32:31: Ich glaub, vieles ist schon so geblieben.
00:32:34: Vieles hat sich vielleicht verstärkt.
00:32:35: Ich bin dann halt wieder nach Hause gezogen daraufhin.
00:32:39: Nach dem Tod, weil Mutti ja hauptsächlich alleine war ... und Papa wieder in Dortmund gearbeitet hat.
00:32:46: Und Mutti allein zu lassen, da hat mir dann auch nicht so richtig gedüngt oder sich nicht richtig angefühlt.
00:32:53: Aber ich war ja schon eben in meinem Studium drin und hab meine Freiheit genossen in meiner kleinen Wohnung in Dresden.
00:33:00: Das war für mich sicherlich auf der einen Seite ein schwerer Schritt aber das hätte ich auch nicht anders gewollt.
00:33:05: Also bräuchte ich im Nachhinein.
00:33:07: Wir waren mehr zusammen, wir haben natürlich unterschiedliche Leben geführt dass das für eine Mama ja auch nicht immer einfach ist, das vielleicht alles mitzukriegen.
00:33:17: Wenn ich dann spät Nachts nach Hause gekommen bin und die Sorge, ob sie jetzt gut nach Hause kommt und wann kommt sie denn?
00:33:23: Und hoffentlich fährt es ordentlich.
00:33:26: Aber bis heute, wenn ich da im München fahre, meine Mama dann immer vorordentlich.
00:33:31: Die Sorge lässt nie nach!
00:33:35: Ich weiß nicht, ob das ein Kind gut tut diese Sorge zu spüren...
00:33:38: Ja, dass man als einziges Kind dann auch noch verloren gehen könnte.
00:33:43: Ich bin ja total die Reiseliebende und das hat sich nie mehr geändert.
00:33:49: Schon ohne Kinder bin ich viel gereist und nachher mit Kindern gerne um die Welt gereist.
00:33:54: Das ist so geblieben und für sie sicherlich recht schwer jedes Mal.
00:34:00: Wenn nicht wieder eine Reise ankündige, dann höre ich schon wie sie schluckt ... und das gar nicht cool findet.
00:34:08: Aus Ihrer Sicht verstehe ich es, aber ich will halt mein Leben leben.
00:34:11: Und dass vielleicht sogar intensiver, weil man weiß, dass jeden Tag der Letzte sein kann, will man natürlich auch diese Möglichkeit nutzen, dass man nichts bereut im Leben, das man alles getan hat, alles erlebt hat in dem Leben und würde sagen, das ist auch der Fall wie bei
00:34:27: mir.".
00:34:28: dass ich das von mir sagen kann.
00:34:30: Eifdarnit!
00:34:31: War deine Mami so eine ganz kuschelige Mami, so ne Schmuse-Mami?
00:34:36: Oder wie ist denn euer Verhältnis heute?
00:34:40: Ich hab' das in Erinnerung, dass sie mit Marius recht viel gekuschelt hat und hart aber herzlich hatte sich immer bezeichnet selber, dass er auf der einen Seite sehr streng war mit vielen Dingen, aber auch trotzdem liebevoll und eben schon geknuttelt hat oder gekuscheld hat.
00:34:55: Aber ich weiß nicht ob... dass ich das mit meiner Mama hatte.
00:34:58: Ich hab's nicht so in Erinnerung, vielleicht habe ich das aber auch falschen Erinnerungen.
00:35:04: Meine Mama sagt dann eher wenn sie mich mit meiner Tochter jetzt kuscheln sieht, dass wir das nie hatten.
00:35:11: also wir waren glaube ich nie so nah gewesen aber mit meinem Bruder eben schon.
00:35:17: ich glaub das sind wirklich irgendwelche sei es was du vorhin auch ganz am Anfang in deiner Ansage angesprochen hast.
00:35:23: Wegen meiner Hüftis-Plasie, dass ich da so lange im Krankenhaus war und ungestillt und sollte Sachen ... Ob das dazu beigetragen hat?
00:35:29: Das hab' ich mir im Nachhinein sehr viel überlegt.
00:35:33: Hab's auch der Mutti dann manchmal gesagt.
00:35:34: Meinst du es könnte damit zusammenhängen weil das schon eher das Mutti mir dann Vorwürfe gemacht hat?
00:35:39: Ja, du wolltest ja nie meine Nähe haben!
00:35:42: Und ich habe dann gemerkt okay meinet... Ich hab jetzt drei Söhne und dann eine Tochter, meine Tochter sucht extrem die Nähe mit mir.
00:35:51: Und kann ja eine Tochte auch ne Mama lieben.
00:35:54: also diese Beziehung war nicht so einfach oder ist nicht so einfach und ich glaube das ist auch ganz schwer für sie und auch für mich ein Stück weit.
00:36:02: Das versuche ich immer noch aufzuarbeiten.
00:36:05: Ja dann versteht man erst in dem Moment wie wichtig es doch ist dieser Anfang Also dieses, was da auch vielleicht angerichtet worden ist von einfach so Kliniken, Ärzten, Meinungen, Wissenschaftlern.
00:36:21: Die einfach mal gesagt haben ja stillt halt nicht oder ihr könnt jetzt nicht als Mutter mit ins Krankenhaus und das geht ja weiter.
00:36:29: Babys müssen ein eigenes Zimmer haben eine eigene Wiege die dürfen nicht bei den Eltern im Bett liegen oder dann erstickt oder so.
00:36:37: Dieses Wegschieben von so einem neuen Lebewesen gehört ja einfach mit zu dieser Kultur.
00:36:44: Und ich glaube, es hat schon viel damit zu tun wie wir dann auch später unsere Mütter empfinden.
00:36:51: Ich glaube, das ist ein geriesen Generationsproblem.
00:36:54: Das war einfach so und fertig.
00:36:56: Heute tragen wir alle unsere Babys möglichst lange.
00:36:59: Meine siebenjährige Tochter schläft jetzt noch bei mir im Bett, würden vielleicht auch mancher als Bescheuer hat halten.
00:37:04: aber solange die das Gefühl hat dass sie bei mir schlafen muss warum soll ich ihr das nehmen?
00:37:08: Ich hab mein ganzes Leben lang kann ich noch ohne die schlaven.
00:37:11: die wird sicherlich mit achtzehn nicht mehr bei mir Schlafen.
00:37:13: Warum soll ich die jetzt pushen oder schimpfen jeden Abend dass sie nicht bei mir geschlafen darf?
00:37:17: Die kommt eh wieder nachts Und dann soll ich sie wieder rüber tragen.
00:37:21: Also, warum?
00:37:22: Das ist mir mein Schlafheilig und ...
00:37:25: Ich auch so.
00:37:26: Ja genau!
00:37:26: Und ich glaube das bereut die Generation zum Teil.
00:37:30: aber vielleicht sagen sie auch ne, dass es okay ist und ich habe ruhige Nächte gehabt, das ist ja wunderbar.
00:37:35: Aber ich glaub unsere Generation arbeitet jetzt gerade ein bisschen auf Grundeiniger Differenzen miteinander.
00:37:44: Ja,
00:37:45: das richtig.
00:37:47: Du hast ja dann nach dem Tod deines Bruders auch mal durch die Freundin von deinem Bruder einen sehr netten jungen Mann kennengelernt, den du dich dann auch verliebt hast.
00:38:02: Der hatte nämlich auch seine Schwester verloren und so konnte ihr euch in diesem gemeinsamen Schmerz irgendwie verstehen.
00:38:13: Noch mal für ein Auslandssemester nach Frankreich im Herbst.
00:38:17: Dann gab es wieder einen neuen Mann in deinem Leben und dann bist du wieder zurück, mit Hadi zusammengekommen.
00:38:28: Das war ja diese erste oder große Liebe ... Und der war dann auch sehr spannend und intelligent, studierte Materialwissenschaften in Dresden.
00:38:40: Der musste dann für seine Diplomarbeit nach Berlin.
00:38:44: Da bist du ein Jahr später auch nachgezogen.
00:38:47: Es hat viel ausgegangen, habe doch diese große Stadt und dieses pulsierende Genossen.
00:38:54: Hast Du denn da Dein Studium abgeschlossen gehabt oder weiter auch in Berlin studiert?
00:39:01: Was hast du denn außer jetzt Partys und so dann gemacht?
00:39:06: Hast du auch mal irgendwie gearbeitet?
00:39:10: Also ich glaube, wenn man den Podcast hinterher hört.
00:39:13: Ich bin die Männervorschlängende Frau gewesen also das stimmt nicht so ganz.
00:39:18: Ich habe mich viel und gerne verliebt ja!
00:39:21: hab mich nicht immer ganz so tief auf die Beziehung eingelassen, aber habe sehr gerne geliebt und eben war es waren alle ganz tolle Männer.
00:39:31: Und ich habe auch viel gearbeitet.
00:39:32: nebenbei in Berlin habe ich dann die Diplomarbeit geschrieben.
00:39:37: Ich habe nach meinem Frankreich Aufenthalt den Master relativ schnell gemacht oder war Zügig dabei vor, hab ich ein bisschen mehr Larry-Fahrer gemacht.
00:39:47: Für die Trauerverarbeitung war das Frankreich dann auch noch ganz gut, diesen Abstand zu bekommen vom Tod meines Bruders.
00:39:54: Konntest du auch gut mit dir alleine sein?
00:39:57: Oder hast du dich erst mit einem Wesen ... Ich würd grad nicht fragen, Mann!
00:40:02: Aber mit Menschen an deiner Seite so vollkommen gefühlt?
00:40:06: Ja.
00:40:07: Ich kann bis heute nicht so gut allein sein.
00:40:10: Mittlerweile lerne ich's langsam.
00:40:13: Aber nee, ich war nur mit Menschen zufrieden und glücklich.
00:40:17: Und ich brauch das schon.
00:40:19: dieses Miteinander ist glaube ich auch eins von meinen Werten würde ich sagen dass man miteinander Dinge erschaffen kann miteinander Freude haben kann und sowas ist für mich schon sehr wichtig.
00:40:39: dort dann hingezogen gemeinsam.
00:40:41: Du konntest auch so ein Promotion-Shop erst mal finden, du warst sechsundzwanzig Jahre alt und irgendwie wurde dein Wunsch eine Familie zu gründen?
00:40:51: Du hast ja schon erwähnt, du wolltest unbedingt wir Kinder.
00:40:54: das wurde jetzt immer stärker und stärker.
00:40:57: Und schon in Berlin habt ihr dann mal versucht dass du schwanger wirst und auch in Zürich natürlich aber es klappte irgendwie nicht.
00:41:07: Und deine Frauenärztin sagte dann zu dir, ja du musst also erst mal die Pille weiternehmen und Akkupunktur hast du gemacht und irgendwie Onohormontherapie wird's wahrscheinlich auch irgendwann mal nicht klappen.
00:41:21: Es war alles ein bisschen unlogisch für dich diese ganzen
00:41:25: Empfehlungen.".
00:41:26: Und inzwischen hattest du dann auch ein neues Job-Angebot bei einer züricher Versicherung als Projektmanagerin im Marketing bekommen, welches du dann in den Jahren der Jahr zwei Tausend Sechs angenommen hast.
00:41:38: Dort hast du deinen heutigen Mann Matthias kennengelernt.
00:41:42: Er war ein Kollege, den fandste am Anfang relativ arrogant und doof.
00:41:47: Aber mit der Zeit wurde dieser sieben Jahre älterer introvertierte kluge Schweizer Finanzstrategie der auch noch nie so eine richtig feste Freundin hatte, immer sympathischer und so begannst du eine Affäre mit ihm.
00:42:04: Und als dann dein Freund Hadi gerade mal beruflich in New York war, bist du heimlich aus eurer Wohnung ausgezogen natürlich erst einmal zu einer Bekannten nicht gleich zu diesem Matthias!
00:42:18: Du wolltest erstmal ein bisschen Single sein, deinen Spaß mit diesen Matthias haben... Und das Leben so ein bisschen wie ein farbiger, schillernder Schmetterling genießen.
00:42:29: Hast du rückblickend aber dennoch manchmal ein bisschen ein schlechtes Gewissen?
00:42:35: Wie du manche deiner Männer kaltherzig absolviert hast?
00:42:43: Stopp!
00:42:43: Jetzt muss ich da kurz ... Matthias war nicht eine Affäre.
00:42:47: Ich hab mich schon vom Hardy getrennt.
00:42:50: Okay, dann habe ich es falsch in Erinnerung.
00:42:53: Dann
00:42:54: stellen wir das hier gerade?
00:42:55: Ja
00:42:55: genau!
00:42:57: Ich habe Matthias kennengelernt.
00:42:58: Wir waren viel zusammen mit der Firma immer.
00:43:01: Fünf Leute waren wir immer zusammen unterwegs und man kamen Matthias auch mal dazu.
00:43:05: aber ich hab mich da getrennt und dann fing das mit Matthias
00:43:07: an.
00:43:07: Also verzeihende
00:43:09: habe ich falsch gesagt... Und er war nicht New York, er war bei meinen Eltern zum Osteressen gewesen und da bin ich heimlich tatsächlich ausgezogen.
00:43:18: Und ja, ich habe ein sehr großes schlechtes Gewissen über die ganze Geschichte.
00:43:22: Ich hab da auch in letzter Zeit viel für mich noch recht verarbeiten müssen und dürfen, indem ich eine Soul-Speaker Ausbildung gemacht habe bei zwei ganz tollen Menschen hier bei der Schizeitie in München.
00:43:36: Da ist einer Manuel Cortez und da ist mir auch einiges bewusst geworden muss ich schon sagen also das... Das ist nicht schön gewesen, dass ich so einfach mich immer von einem Mann zum nächsten doch hangeln durfte.
00:43:52: Obwohl ich mit Matthias dann wirklich nicht zusammen sein wollte.
00:43:55: Ich wollte einfach mein Leben genießen und aber Matthias war dann wie da!
00:43:58: Er war so ein felsender Brandung der hat sich weder eigentlich aufgeträngelt noch wollte ich eine neue Beziehung haben.
00:44:05: also er war einfach da weil wir halt auch miteinander so oft aus waren Und das hat sich dann leider, Gott sei Dank so ergeben beides.
00:44:15: Aber dieses Sprunghafte ist keine Ahnung.
00:44:19: also ich habe es mir versucht zu erklären jetzt im Nachhinein und das hat sicherlich viel mit bedingungsloser Liebe nicht erleben zu dürfen zu tun.
00:44:28: Es ist mir jetzt da bei dieser Ausbildung bewusst geworden und ich glaube ich hab nie das gelernt bedinglungslos geliebt zu werden Weil erstens, wenn man im Bauch eigentlich schon die ganze Zeit kämpfen muss weggemacht oder Angst hat, weggemacht zu werden von den Ärzten.
00:44:45: Und dann später allein im Krankenhaus ist ... wo man nur besucht
00:44:50: wird.
00:44:51: Ja?
00:44:52: Sind das vielleicht schon so Komponenten, die einem das Herz verhärten oder vielleicht auch versteinern als Baby schon, weil man ja immer mit alleine sein muss.
00:45:02: und vielleicht kann ich auch deswegen heutzutage nicht gut alleine sein, weil ich war vielleicht genug alleine damals Und für mich war das wahrscheinlich wie fremd, dass ich einfach geliebt werde.
00:45:13: Weil das habe ich ja gar nicht so sehr gelernt.
00:45:18: Das waren jetzt die nach dieser letzten Ausbildung, die eigentlich hätte ich nie erwartet, dass die da drum geht und sich in meinen Schwerz reinspüre.
00:45:28: Sondern ich dachte, ich lerne jetzt eine gute Rede übers Braumuseum halten kann!
00:45:33: Aber es ging dann wirklich um einen Schmerzpunkt eben diese bedingungslose Liebe.
00:45:38: Das war ein bisschen das Thema und das musste ich dann tatsächlich sagen, dass hat mir Matthias beigebracht, wie man bedinglungslos lieben kann.
00:45:48: also das habe ich glaube ich so noch nie erfahren weil Matthias wahrscheinlich auch der erste Mann in meinem Leben ist, der mich genauso akzeptiert wie ich bin ohne dass ich mich ständig rechtfertigen muss, ohne dass sich nicht fühle als wäre ich nicht richtig.
00:46:02: bei ihm bin ich genau richtig wie Ich Bin Und das ist, glaube ich, ein recht tolles Gefühl.
00:46:10: Das hat mich auch die letzten Wochen sehr berührt, dass ich das lernen durfte weil vorher war ich den Leuten nie richtig
00:46:17: und
00:46:19: total.
00:46:20: Aber es tut mir sehr leid was sich so sprünghaft war und dass ich auch so schnell von einem zu anderen gehen konnte Und mir war das nie bewusst gewesen, dass ich da viele Menschen mit verletzt hab.
00:46:31: Das tut mir aus ganzer Seele furchtbar leid und ich habe mich auch schon bei zwei in den Schuldeck dafür.
00:46:41: Mehr kann ich da leider nicht tun im Nachhinein aber schon noch komisch.
00:46:45: Die Erkenntnis ist ja schon der halbe Weg?
00:46:47: Ja... Du dieser Matthias also dein heutiger Mann!
00:46:53: wurde ja dann doch ein bisschen, er war immer da und irgendwann wurde das auch eine große Liebe.
00:47:00: Und im Jahr seven seid ihr gemeinsam in den Urlaub nach Indien gefahren.
00:47:04: Im Jahr acht du warst neunundzwanzig, eher sechsunddreißig.
00:47:08: Habt ihr auf einer Skihütte erstmals über das Thema Heirat so im Allgemeinen gesprochen?
00:47:14: Aber du hast ihn gleich etwas überrumpelt.
00:47:16: Hast gesagt Ja wir heiraten!
00:47:19: Ich will auch mehrere Kinder.
00:47:20: von dir blieb eigentlich gar nicht so anderes übrig als jetzt deinen Eltern, die gerade ihren Hochzeitstag in einem Hotel in Dresden feierten.
00:47:31: So ein Telegramm zu schreiben.
00:47:33: darf ich eure Tochter heiraten.
00:47:36: also das Ich weiß nicht, ob du da eben zu genötigt hast.
00:47:39: Aber zumindest hat er das getan.
00:47:41: Daraufhin priefen deine Eltern an und freuten sich auch sehr.
00:47:45: Und auch seine Eltern mochten dich und waren froh, dass ihr Sohn jetzt mal so unter die Haube kommt.
00:47:53: In diesem Jahr, im Jahr two-tasend acht, hast du auch sehr viel gearbeitet bis zu sechzehn Stunden am Tag.
00:48:00: Da bekamst du plötzlich mal starke Bauchschmerzen Und die Diagnose war Morbus Kron, eine chronische Dünndamenzündung, die normalerweise mit Cortison behandelt wird und die auch in deiner Familie öfters vorgekommen ist.
00:48:16: Also so auch genetische Ursache hat.
00:48:19: aber der Professor der Uni-Klinik in Zürich red ihr als Heilmittel zu getrockneten bitteren Heidelbeeren aus dem Performhaus und einer Umstellung deiner Lebensgewohnheiten.
00:48:32: Bist du denn seinem Rat gefolgt?
00:48:36: Ja, das bin ich tatsächlich.
00:48:40: Das hat sehr viel bewirkt.
00:48:42: Er war sicherlich der ausschlaggebende Grund, warum ich viele Dinge in meinem Leben geändert habe.
00:48:47: und es ist noch lustig.
00:48:49: gerade vor zwei Wochen war ich beim ersten Mal wieder bei einer Darmspiegelung und wurde bestätigt, dass ich keinen Morbuskron mehr habe also dass er erfolgreich für mich geheilt habe wobei meine restliche Familie immer noch mit diesem Morbuskronen lebt.
00:49:05: Manche besser, manche schlechter.
00:49:07: Mancher Medikamentiert ist manche nicht und für mich war das ein einschneidender Punkt, bei dem ich diese Krankheit als Weg angenommen habe um Dinge zu
00:49:17: ändern.".
00:49:18: Was war die Lebensveränderung aus medizinischer Sicht von der der Professor sprach?
00:49:27: Änderungen sonst noch
00:49:29: tun?
00:49:29: Ja, sei es gut.
00:49:31: Die kleinen Sachen waren dann, dass man aufpassen muss was man isst und weniger Zucker und möglichst kein Alkohol und nicht rauchen und solche Sachen mit dem Alkohl.
00:49:41: das hat auch nur ein paar Jahre gedauert.
00:49:43: aber gut ich war ja viel schwanger hab viel gestillt.
00:49:45: dadurch habe ich dann eh sehr wenig alkohol getrunken.
00:49:49: jetzt trinke ich wirklich gar keinen zu neun Ninze Prozent kein Alkohol mehr.
00:49:53: Seltenst Ausnahmen und aber es hat dann auch viel dazu geführt, an meinem Mindset zu arbeiten dass ich geguckt habe okay wann bekomme ich denn Bauchschmerzen?
00:50:04: Wann reagiert denn mein Darm?
00:50:06: Ah das ist wenn ich mich aufrege!
00:50:07: Okay das tut mir nicht gut.
00:50:10: ok wie ändere ich das?
00:50:11: dass ich mich nicht aufregen über permanent kleine Dinge weil man kann sich Mann Frau alle können sich permanent die ganze Zeit über Dinge aufregen, muss man aber nicht.
00:50:23: Und das war glaube ich ein recht großer Entscheid und da habe ich jetzt auch viele Jahre immer wieder ... Mit Coachings oder mit irgendwelchen Workshops dran gearbeitet, dass das ein bisschen immer besser wird.
00:50:34: Mein größter Triggerpunkt war dann sicherlich sei es eben die Eltern... Früher war's die Arbeit und dann waren sie die Eltern, dann waren es die Kinder, dann ist der Mann.
00:50:43: Irgendjemand ist es immer, der einen trickert und einen Spiegel vor Augen hält wo man wieder merkt okay jetzt kommt es wieder, ja jetzt könnte ich wieder an die Decke hochgehen?
00:50:55: Ne muss sich aber nicht!
00:50:56: Wie gehe ich in dem Moment?
00:50:57: damit um, mit welchen Tools und so was.
00:51:00: Das hat mir sehr viel dabei geholfen meinen Darm auch in Schacht zu kriegen und viel Gemüse zu essen, wenig Milchprodukte, wenig Weizen und solche Sachen war natürlich auch noch hilfreich.
00:51:11: Gibt's ja.
00:51:12: allumfassend habe ich mich dann damit beschäftigen
00:51:14: dürfen.".
00:51:16: Ja und den Mann hast du denn also wirklich auch wirklich im Jahr zwei Tausend Neun geheiratet?
00:51:22: Ich habe in einem Dresdner Schloss mit achtzig Freunden und Familie festgemacht.
00:51:28: Es war so ein bisschen heruntergekommen, du hast es aber als talentierte Eventmanagerin natürlich ganz toll dekoriert und beleuchtet.
00:51:38: Zu deiner großen Überraschung und natürlich auch Freude warst du da bereits im dritten Monat schwanger.
00:51:45: Und am zwanzigsten Januar, zwei Tausendzehn wurde dein Sohn Liam geboren Am gleichen Tag, wie dein verstorbener Bruder Geburtstag hatte.
00:51:57: Also das ... ja eine Fügung und die Schwangerschaft war ganz unkompliziert aber die Geburt war es leider nicht.
00:52:08: Und du sprichst von der Geburt heute Nicht nur von einer traumatischen Geburt sondern von einer Misshandlung.
00:52:19: Was klagst Du an?
00:52:23: Ja, ich ... Nachhinein kenne ich viele Frauen die sagen sie wurden von einem Arzt eigentlich misshandelt während der Geburt.
00:52:32: Weil die Wünsche, die man hatte nicht beachtet wurden und das sind solche Wünschen wie dass man keine Medikamente bekommen möchte und doch einfach Medikamenten verabreicht bekommt per Tropf wo die Geburt herausgezögert wird.
00:52:48: Ich weiß genau, ich wäre nachts um zwei bereit gewesen das Kind zu gebären.
00:52:52: Hat aber eine Belegsärztin gewählt ... Das Krankensystem war damals in der Schweiz so, dass man aussuchen durfte, ob man Belegserztin selber mitbringt oder vom Krankenhaus einnimmt.
00:53:03: und ich dachte ja macht ja Sinn, dass ich meine Ärztin nehme, die mich kennt.
00:53:08: Und die wurde anscheinend nachts Um zwei halt nicht gerufen!
00:53:11: Ich hab dann einfach wen hemmende Mittel bekommen Wo drauf ich hin halt die ganze Nacht irgendwelche schwarzen Substanzen mich übergeben hab.
00:53:21: Da war gar nichts mehr zum Übergeben da, aber es kam dann eben irgendwelches Schwarzzeug raus und das ging die ganze nachts so.
00:53:29: Und irgendwann ist der Körper so geschwächt gewesen dass die Herztöne natürlich schlecht wurden und so.
00:53:34: Irgendwann habe ich dann morgens um sieben wurde dann die Ärztin gerufen.
00:53:39: Ich war komplett in Delirium, hatte ja die ganze Und dann kam die, die war glaube ich sieben Minuten ungefähr da.
00:53:47: Hat das Kind rausgezerrt und ist wieder gegangen hat mich völlig kaputt gemacht.
00:53:54: Ich konnte ein halbes Jahr weder sitzen noch großartig mit dem Baby laufen.
00:54:00: Mein Mann hat einen Traumotter davon getragen, ich ein Traumoter und das Kind auch hatte dann einen Schreikind eigentlich hinterher.
00:54:07: Der war mit einer riesen Beule geboren.
00:54:10: Das war für mich im Nachhinein ... Ja, wirklich eine Misshandlung.
00:54:14: Weil ich das verstanden habe eigentlich dass diese Belegärztin wurde vor Praxis beginnen weil sie ihre eigene Praxite um acht geöffnet wurde sie quasi gerufen damit sie das Kind schnell gebären konnte.
00:54:30: und diese These die ich jetzt da aufstelle die ist mir auch erst nach Jahren dann eigentlich entstanden im Kopf viel mit Frauen geredet hab, den es ähnlich eigentlich ging.
00:54:39: Den auch ihre Wünsche nicht berücksichtigt wurden und wo mir dann auch gesagt wurde ich nahe aber Vanessa ist ja selbst von Schuldwende belegs Ärztin Welles.
00:54:47: Ist doch klar dass die erst kurz vor Praxis beginnt.
00:54:50: rufen weil sie muss noch eine ruhige Nacht haben.
00:54:52: Die können doch nicht jedes nachts ein Baby gebären.
00:54:55: Die musst du auch zum Schlafen kommen.
00:54:57: Und so okay so funktioniert unser Gesundheitssystem.
00:55:00: Okay spannend!
00:55:02: Und daraufhin hab ich dann eigentlich auch mich geweigert, mit Ärzten weiter die Kinder zu gebären.
00:55:07: Weil ich das System so perfide fand und selber sehr drunter gelitten hat.
00:55:12: Also unsere Ehe hat druntergelitten, das Baby hat gelitten, ich habe Körper nicht gelitten.
00:55:16: Wir sind alle schwer wieder zu Kräften gekommen nach dieser Geburt.
00:55:20: Es war keiner da der irgendwie unterstützt hat dabei oder ... dass man mit jemandem besprochen hat.
00:55:30: Auch die Ärzten, die hab ich nie wieder gesehen.
00:55:33: Einmal noch eine Nachkontrolle und fertig!
00:55:36: Ja ...
00:55:37: Bei deinem zweiten Sohn Lovis, der zwei Jahre später zum Weltkam, war dann alles anders?
00:55:46: Was hast du im Außen und womöglich auch in deinem Innersten verändert?
00:55:53: Es gab wirklich ne Frau, die mir gesagt hat dass sie keine Ärzte bei der Geburt dabei haben wollte.
00:56:02: Diese Möglichkeit war mir bis dahin nie eröffnet worden und dann habe ich mir ein anderes Krankenhaus gesucht, wo ich wirklich nur mit einer Hebamme hingehen konnte, mit der ich vorbereitet hab.
00:56:12: Sie mich begleitet hat und wir haben die Ärztin erst gerufen als das Baby schon fast da war.
00:56:17: Die Ärztinnen stand an der Seite, hat lächeln zugeguckt verschwunden, als der Lobus zur Welt kam.
00:56:25: Der Lobus kam völlig harmlos, harmonisch wunderschön in einem Becken zur Welt und danach hat mein Mann nur gesagt so und jetzt können wir noch mehr kriegen.
00:56:36: Das war einfach eine wunderschöne Angelegenheit nur zwischen meinem Mann Mia, der Hebamme und dem Baby und es war ein wundeschönes Erlebnis weil ich mir alles geändert habe.
00:56:47: Weil ich nicht auf das System gehört hab wie normalerweise das System wäre.
00:56:54: War denn dein Mann bei allen Geburten dabei?
00:56:57: Denn ich persönlich, aber das ist wirklich ganz persönlich, fände es irgendwie besser wenn Männer dies nicht erleben.
00:57:08: Denn ich glaube, es verändert etwas in ihnen in Bezug auf die Magie ihrer Frau.
00:57:15: Robbie Williams hat ja nach der natürlichen Geburt seines ersten Kindes, bei der er dabei war gesagt ... oder soll gesagt haben, ist es so als ob deine Lieblingskneipe abbrennt.
00:57:30: Also ich habe sehr gelacht, dass ich das gehört habe... Aber wie denkst du denn jetzt mal Spaß beiseite?
00:57:38: Da ist ja auch vielleicht ein bisschen was Ernstes dran!
00:57:40: Aber diese ... Wie denkst Du da drüber?
00:57:45: Geburt, Sexualität, Begierde?
00:57:50: Passt das, wenn die Männer bei der Geburt dabei sind?
00:57:54: Ich glaub für uns passt das recht gut.
00:57:58: Wir sind so durch dick und dünn dadurch miteinander gegangen aber vielleicht hätte es auch das ein oder andere Problem verhindert, dass Mark sein, aber ich hätte nicht auf ihn verzichten wollen.
00:58:09: also gutes dritte Kind hat er als Hebamme zur Welt gebracht.
00:58:14: Also er hat dafür auch Geld bekommen, weil ich das Kind auf den Treppenstufen bei uns zu Hause geboren habe.
00:58:19: Deswegen hätte ich da gar nicht
00:58:20: viel... Seid ihr zu spät losgefahren?
00:58:21: Ja genau!
00:58:24: Wir sind viel zu späts losgefangen, weil keine Lust hatte, wieder zwölf Stunden im Krankenhaus zu verbringen und dann kam es halt auf dem Weg zum Auto schon die Welt und da hätt ich wirklich nicht auf ihn verzichten wollen.
00:58:37: Die Krankenversicherung hat ihm dann auch wirklich einen Gehalt dafür bezahlt, weil sie die Krankenhauskosten gespart haben.
00:58:45: Ich glaube wir sind die Schwangerschaften und die Geburten, die sind so Lebensabschnitte wo man zusammen durchgeht und einiges durchlebt.
00:58:54: Das Dritte hat uns manchmal so stark gemacht miteinander das wie ... Das danach konnte uns viel weniger passieren als Ehepartner.
00:59:04: Aber ich glaube, dass diese Geburten miteinander zu erleben auch große Einschnitte in der E-Sin wäre.
00:59:11: jetzt wirklich die Frage, wenn sie das nicht miterleben, ob diese Einschnitten dich so sind und ob die eh einfacher verläuft?
00:59:18: Die Variante kenn' ich dir jetzt persönlich nicht!
00:59:22: Mein Vater, meiner Kinder war auch bei der Geburt dabei.
00:59:25: Er wollte zwar nicht als Franzose aber er war dann irgendwie doch dabei und also selber entschieden.
00:59:32: Aber ich habe mir viel Gedanken darüber gemacht weil natürlich früher war es ja ebenso dass die Männer nicht dabei waren Und ich denke da immer so ein bisschen drüber nach ob da vielleicht auch manchmal ein bisschen zu viel Druck ist dass man der Mann dabei sein muss.
00:59:51: Also heute ist es fast so ein bisschen wie du bist nicht dabei, du lässt deine Frau alleine.
00:59:56: also ich glaube wir Frauen sollten zumindest mal darüber nachdenken ob es nicht am Schluss auch deren Entscheidung sein sollte der Männer ihre Entscheidung und nicht das probiere es für ihn entscheiden
01:00:13: Ja, das stimmt.
01:00:13: Und vor allem weil es ja auf der einen Seite kann man sagen, kannst du schon mit angucken was du da angerichtet hast?
01:00:21: Und wodurch man gegangen ist, damit man auch hinterher vielleicht ein bisschen Verständnisvoller miteinander umgeht.
01:00:27: Dass man dann vielleicht das Wochenbett auch ein bisschen ruhiger genießen kann anstatt dann wieder gerade einen Haushalt führen zu müssen als Frau oder in den Haus als schmeißen zu müssen.
01:00:37: Dass dann mal ein bisschen mehr respektvoller vielleicht auch mit der Frau umgeht.
01:00:41: auf der einen Seite weil früher war auch das System anders wo die Männer nicht dabei waren dass da die Mütter viel geholfen hat und man hat Unterstützung vielleicht bekommen vielleicht und der bestenfalls, dass die Mutter dann dabei war oder die Tante oder sogar eine Oma im Haus.
01:00:55: Eine Arme genau!
01:00:57: Und heutzutage ist man halt schon sehr auch alleine gelassen vom System in dem Sinne wenn man keine Dula hat oder keine Hebammer, die einen regelmäßig besucht.
01:01:06: Meine Hebamme, die ich mit Kind drei und vier hatte, die hat mir jeden Tag Essen vorbeigebracht weil ich nicht im Krankenhaus war bei Kind Vier Und ich glaube, dieses Thema war generell so anders.
01:01:18: Dann müsste man auch das System dann vielleicht anpassen, dass man eine Betreuung zu Hause hat?
01:01:23: Ja!
01:01:25: Du wolltest ja nach dem dreimonatigen Mutterschutz deines ersten Kindes nur sechzig Prozent arbeiten aber das wollte deinen Arbeitgeber nicht.
01:01:34: Du hast dir dann daraufhin einen anderen Job gesucht wo du nur zwei Tage in der Woche beschäftigt warst und das hast du dann Ende Jahrzehnte.
01:01:44: bei SwissLive im Marketing auch umgesetzt.
01:01:49: Als du dann bei deinem zweiten Kind die ersten Schritte verpasst hast, hast du dann doch in den Jahr- und Jahrzehnte gekündigt und dich so ein bisschen gefragt, welche Tätigkeit könntest du denn machen damit du mehr Zeit für deine Kinder hast?
01:02:07: Schließlich hast du dann, ein Tag vor der Geburt eures dritten Sohnes Lennox die vierstündige Aufnummerprüfung zum Lehramtsstudium bestanden.
01:02:19: Also du hast dir so'n bisschen vorgestellt das könnte vielleicht der Weg sein, Lehrerinnen zu werden und am nächsten Tag als dann die Wien einsetzten bei diesem dritten Kind bist du Da hast du dann diese, bisschen zu spät losgefahren.
01:02:35: Das war dann die Geburt auf der Treppe und danach bist du auch wieder bei deinen Kindern geblieben.
01:02:42: Ihr seid als Familie drei Monate durch Japan, Neuseeland und Australien gereist.
01:02:48: Oh Gott, da hätte ich nicht so gerne neben euch im Flugzeug gesessen.
01:02:53: Und im ersten Jahr musstest du dann dreimal pro Woche bei diesem Studium erscheinen Und in Folgejahr warst du dann zwei Tage an der Uni, aber zwei Tage auch schon ein einer Schule.
01:03:09: Wo du dir eine Stelle mit einer anderen Lehrerin geteilt hast und nachts hast du noch irgendwie einen Schulunterricht vorbereitet.
01:03:19: also es war schon sehr sehr sehr stressig und dann hast du auch wieder diese fürchterlichen Bauchschmerzen bekommen und Durchfall.
01:03:31: Du hast irgendwie dann die Zähne zusammengebissen, du hast dich da reingehängt.
01:03:35: Du wolltest nicht aufgeben, du dachtest, das muss ich doch
01:03:39: schaffen.".
01:03:41: Aber es wurde dir abgenommen, wenn ich das mal so sagen darf ... Denn im Schuljahr hat sich dann die neue Schulleiterin gekündigt und für dich ist eine Welt zusammengebrochen.
01:03:56: Weil du hattest ja alles gegeben!
01:03:59: Und irgendwie so gefühlt ein Arschstritt dafür bekommen, also wenn ich das mal so salopp sagen darf.
01:04:07: Zudem wurde die Versicherung wo dein Mann arbeitete verkauft und er war auch noch arbeitslos!
01:04:14: Die Ehe wangte alles war so'n bisschen im Umbruch... War aber für dich Rückblickend dieses Schicksal auch eine Chance?
01:04:26: Ja, mehr als das.
01:04:28: Also eine riesengroße Chance.
01:04:31: Das war so wirklich der Punkt ... Der ganz große Wendepunkt in unserem Leben, wo wir wirklich eigentlich wie du gerade gesagt hast ein Dritt in Arsch bekommen habt unsere Ehe auch nicht mehr schön war und wir beide arbeitslos zu Hause sitzen mit drei kleinen Kindern.
01:04:49: Der Wunsch des vierten Kindes noch da!
01:04:53: Das war ein riesengroser Tiefpunkt Aber das erste Mal so eine Chance, sich zu überlegen was wollten wir eigentlich.
01:05:02: Es war immer Family First hatten wir gesagt auch bevor ich angefangen hat zu studieren nochmal diesen Lehrer und Wir hatten uns ein bisschen verloren bei jeder auf seine Art und Weise.
01:05:15: Und mir war auch teilweise die Familie zu viel, drei kleine Jungs da zu Hause.
01:05:20: Wir hatten immer Hilfe auch zuhause in Form eines Operers oder meine Eltern.
01:05:25: Meine Mama war auch viel da, ist hin- und hergereist um mitaufzupassen auf die Kinder und so.
01:05:30: Aber dieses nur Mama sein
01:05:32: ...
01:05:33: war super anstrengend für mich, aber dann auch noch das Studieren dazu mit dem Arbeiten.
01:05:38: Das war auch zu viel, aber es war natürlich nur Flucht irgendwo.
01:05:42: Mich selber nicht zu verlieren und da an diesem Punkt zu stehen, war furchtbar hart.
01:05:51: Aber hat uns nach hinein jetzt retroperspektivisch die größte Chance in unserem Leben eröffnet weil einfach diese Zeit bestanden hat dass wir reflektieren durften wie geht's weiter?
01:06:03: Und diese Chance haben wir genutzt.
01:06:08: Es ist was Großartiges draus entstanden, aber der Zeitpunkt damals tat so wie und man hätte sich nie ... gedacht, wie kommt man da jetzt wieder raus?
01:06:18: Und wie geht das jetzt
01:06:19: weiter?".
01:06:20: Das ist auch sehr eine schwammige Zeit.
01:06:23: Es ähnelt derzeit, wenn ich mich drückte mit dem, was ich voll mit dem tut von meinem Bruder an den Tag beschrieben habe, erinnert mich das an gleichen diese Wirbelsturm im Kopf.
01:06:33: Wie soll es jetzt weitergehen?
01:06:36: Diese nur Fragezeichen nicht klar denken können, nicht zukunftsplanen können einfach nur jeden Tag funktionieren.
01:06:44: Aber es ging weiter!
01:06:45: Du hast dich ja dann, weil es dir wirklich nicht gut ging im Januar.
01:07:01: Im Juni.
01:07:02: Also ein paar Monate später hättest du auch einen Platz in der Pfalz bekommen sollen.
01:07:08: aber du wurdest im April wieder schwanger.
01:07:12: und Siehe da, die Hormone und alles haben dann irgendwie alles wieder ins Lot gerückt.
01:07:19: Und es ging dir auf einmal wieder besser.
01:07:22: also du bist nicht in der Klinik und deine Tochter endlich ein Mädchen ist wieder am zwanzigsten ersten Zwei-Tausen-Neunzehn geboren.
01:07:34: Also wieder an dem Geburtstag deines verstorbenen Bruders.
01:07:39: Es ist eigentlich schon verrückt!
01:07:41: Der schickt dir viel vom Himmel.
01:07:44: Dein Mann hatte auch inzwischen wieder einen guten Job als Strategieberater bei einer Versicherung und irgendwie hattet ihr auf eurer Reise da, in Neuseeland mal so ein ganz schönes Event ... mit einem Event kennengelernt, also Museum of Illusion.
01:08:13: Da wart ihr gewesen und es hat euch irgendwie fasziniert.
01:08:16: Dann habt ihr gedacht, so was könnten wir doch eigentlich nach Zürich holen?
01:08:20: Dann habt Ihr Kontakt mit den Gründern aufgenommen, verhandelt, du hast eine Location gesucht ... Ihr habt dann sogar schon den Vertrag aufgesetzt gehabt und alles.
01:08:30: Aber am Ende hast du den Vertraget.
01:08:32: oder habt ihr den Vertragt nicht unterschrieben, weil ihr euch in puncto Anspruchqualität ... Das fühlte sich nicht stimmig an!
01:08:42: Da wurdet ihr euch nicht einig.
01:08:45: Und schließlich habt ihr dann im Jahr twohntosneunzehn entschieden, euer ganz eigenes Konzept zu entwickeln.
01:08:50: Das habt ihr auch realisiert, also bauen lassen.
01:08:55: Und im April zwanzigzwanzig sollte dann die große Eröffnung eures Museums mit dem Claim, also Wow-Museum so heißt es.
01:09:05: Mit dem Claimed Room for Illusion, also Raum für Illusion in Zürich stattfinden.
01:09:12: aber dann kam ja Corona Aber Gott sei Dank war der in der Schweiz, da war's nicht ganz so schlimm Und inmitten der Pandemie durfte ihr dann doch eröffnen, im Juni.
01:09:23: Also ein bisschen juni-Zwanzig-zwanzig und die Schweizer Museen, die Hotels, die Ski-Lifte durften offen lassen.
01:09:34: Das war ja sehr schön!
01:09:37: Die Menschen sollten was erleben und das kam euch natürlich auch ein bisschen zugute weil ihr hattet ja etwas zu bieten.
01:09:45: Und dann hatte die ihr ganzes Geld, was ihr aufgenommen hattet investiert.
01:09:49: Die Angestellten, die Kredite, die Betriebskosten... ...die aufwendige Reinigung also die viel Aufwendigerwahl, die irgendwie gedacht hat.
01:09:59: Alles musste bezahlt werden.
01:10:02: Hattest du
01:10:02: überhaupt keine Angst zu scheitern?
01:10:08: Ja, hat mir vorhin schon mal das Thema, dass man eben nachher ein gutes Ding zu verdrängen.
01:10:15: Retroperspektiv?
01:10:16: Nein, da hatte ich keine Angst zu scheitern.
01:10:20: Ich weiß nicht ob ich das in dem Moment hatte.
01:10:22: Wir haben nur noch wirklich daran geglaubt an unser Konzept und wir haben nur ein positives Feedback von den Locations damals gesucht haben.
01:10:36: Die haben so viel Positives von diesem Konzept gehalten dass wir uns nur bestärkt gefühlt haben oder daran geglaubt haben dass das nicht schiefgehen kann, dass wir glaube ich nie ans Scheitern gedacht haben.
01:10:50: Weil wir auch zusammen da so ein gutes Team waren und uns so gut ergänzt haben und so alle Energie ins Machen gelegt haben, dass das wie nie eine Frage war.
01:11:02: Mhm!
01:11:03: Ihr habt ja dann, im Jahr ist es hier in München, ein weiteres Wow-Buseum eröffnet Dein Mann, der Volkswirtschaft und BWL studiert hat.
01:11:13: Und eine Karriere als Berater und Strategie in großen Unternehmen erreicht hatte, hängte dann all das – also seine ganze Karrierekarriere – schon endgültig an den Nagel.
01:11:28: und seither führt, inszeniert, organisiert und verantwortet ihr gemeinsam dieses Projekt, diese VAU-Museum.
01:11:39: Was bedeutet denn eigentlich Raum für Illusionen?
01:11:45: Und was erlebe ich dann als Besucher dort?
01:11:48: und meine wichtigste Frage, was möchtet ihr mit diesen Erlebnissen, die man da erfährt auch bewirken und vermitteln.
01:12:03: Ja, Raum für illusionen schaffen!
01:12:05: Wir haben damals, ob wir das gegründet haben in Zürich, haben wir gesagt ... Zürich soll sich doch mal wieder Illusionen machen können.
01:12:13: Zürichen wie München sind weidessicherlich Städte, wo man viel erleben kann und auch sehr erfolgreiche Menschen sicherlich hat.
01:12:25: Und viele Menschen schon vieles gesehen haben.
01:12:28: aber sich einfach mal Illusion machen zu können.
01:12:30: Einfach mal träumen zu können, raus aus dem Alltag und sich andere Vorstellungen machen zu auch zu erleben anhand des eigenen Körpers oder des eigenen Seins, dass doch jeder die Dinge anders sieht und das jeder in seiner eigenen Illusionswelt bzw.
01:12:50: seine eigene Realität lebt.
01:12:52: Das wollten wir eigentlich erschaffen und
01:12:56: umsetzen.".
01:12:57: Und am Anfang hätten wir uns das schon ein bisschen anders vorgestellt.
01:13:01: Wir wollten einfach so ein paar Sachen zusammenstellen und das sollten die Leute ausprobieren, dass solche Räume entstehen, wo man sich selber tatsächlich drin inszenieren kann, sich auch fotografieren kann aber dann auch wirklich das selber erlebt... Oh!
01:13:17: Ich bin selber Teil der Ausstellung dieses Immersive, das ist dann auch dank der Agentur mit entstanden.
01:13:23: Die haben da einen großen Einfluss drauf gehabt und es wurde ein wunderbares Ping-Pong und was da entstanden ist und eine tolle Magie und dass man einfach wirklich sich überlegt kann ich meinen Augen trauen?
01:13:38: Das ist glaube ich so ein ganz großer Punkt den wir dann auch gelernt haben Vermitteln, also wir wussten am Anfang selber nicht was wird dort vermitteln.
01:13:45: Muss ich wirklich gestehen?
01:13:46: Wir haben dann während Corona aufgemacht und auf einmal hat man dann Gespräche gehabt wo man gesagt hat stimmt du siehst die Dinge ganz anders weil du ganz andere Dinge erlebt hast.
01:13:55: Also du Gast sag ich jetzt mal.
01:13:57: Ich habe ja dann war jeden Tag auch im Museum und dann hat man ganz viele tolle Gespräche auf einmal geführt mit Menschen und kontroverse Gespräche.
01:14:04: aber es war so spannend weil stimmt Du kannst es so sehen, ich kann's so sehen.
01:14:08: Ich hab das erlebt du hast das erlebt!
01:14:10: Du hast einen anderen Hintergrund wie ich und deswegen siehst du die Dinge anders.
01:14:14: Und du hast recht und ich habe Recht Es gibt keinen Fall schon richtig bei der Sache Lassen wir doch einfach unsere Gedanken und unsere Meinungen stehen und akzeptieren die gegenseitig.
01:14:26: Das hat natürlich in Corona viel bei uns bewirkt.
01:14:31: Ich weiß nicht, ob das der Grund war, warum es auch Leute angezogen hat.
01:14:34: Wir hatten dann auch diverse Fernsehsendungen, die gekommen sind und so was.
01:14:38: Weil das einfach ein toller Topik war.
01:14:40: Das geht bis heute weiter.
01:14:42: Es ging damit Ukraine, Russland weiter.
01:14:44: Das mit Amerika weiter.
01:14:46: In allen politischen Themen, in allen Alltagsthemen geht das immer weiter, dass wir uns nicht einig über Themen sind aber wir müssen das gar nicht... Aber was wir im Museum eigentlich vermitteln, ist diese Offenheit und Toleranz, dass jeder seine Meinung äußern darf.
01:15:03: Und das es gilt und okay ist aber man nicht darüber streiten muss.
01:15:08: Das ist valable Meinungsinn aufgrund der verschiedenen Perspektiven die jeder
01:15:12: hat.".
01:15:13: Und das ist, glaube ich, was auch in meinem Herz so brennt irgendwo und warum ich das so gerne mache.
01:15:19: Mit einer Leidenschaften auf meinen Mann, dass wir hinter diesem Wow-Museum stehen weil es einfach so eyeopening ist, dass wenn's die Menschen verstehen, müssten keine Kriege mehr geben.
01:15:34: Wir haben wirklich bei uns auch schon Gruppen gehabt, die gesagt haben, das müsste jeder Politiker gesehen haben dann hätten wir keine Krieg.
01:15:40: Wie wunderbar wäre das?
01:15:43: Und vielleicht kann man da ein Stück dazu beitragen, dass die Welt ein offenerer und toleranter Ort wird.
01:15:50: Aber dann müsste der Besuch in eurem Museum oder in euren Museen eigentlich auch Teil des Schulen sein?
01:16:00: Also es kommen wahrscheinlich auch Schulen?
01:16:02: Es kommen viele, viele Schulen.
01:16:03: Tatsächlich, heute warten wir gerade auch einen aus Starnberg da.
01:16:06: Wir haben täglich Schulklassen da und es dürften gerne noch mehr sein weil das eben so ein Eyeopening oder ein Sinnes erweitern der Erfahrung eigentlich ist wo man den Kindern, den Erwachsenen, auch den Teamgruppen wenn es Teamworkshops sind von Firmen und sowas sind wunderbar aufzeigen kann.
01:16:24: Auch dass der Chef die Dinge anders sieht, weil er in einer anderen Perspektive ist als die Mitarbeiter Und dass es da überhaupt gar keinen richtig und falsch drüber gibt.
01:16:32: Da kannst du so wunderbar viele Themen aufgreifen, das sollte tatsächlich Teil des Lehrplans sein!
01:16:40: Ich habe vor einigen Jahren mit meinem Mann in Tokio das Event-Konzept Teamlabs besucht wo so bisschen manale Erlebnisse wie zum Beispiel Barfuß durchs Wasser oder zwischen hängenden Blumen oder durch Spiegelräume zu laufen, so ein bisschen als Sensation verkauft wird.
01:17:01: Wir beide mal über sechzig waren jetzt nicht begeistert aber alle jungen Menschen um uns herum waren das sehr.
01:17:12: Wie schwierig ist es deiner Meinung nach heute?
01:17:15: Das Herz der menschen zu berühren Und sie war haftig zu begeistern.
01:17:22: und wie viel Investment benötigt man überhaupt für Sichtbarkeit?
01:17:28: Naja, der Punkt den du gerade angesprochen hast.
01:17:30: Wir waren auch letztes Jahr in Tokio bei Team Labs.
01:17:33: Wir wussten auf was wir uns einlassen.
01:17:36: Wir hatten eine gewisse Erwartung.
01:17:38: Das ist riesig groß!
01:17:40: Aus meiner Sicht hat das tolle Spiegelräume...
01:17:45: Ja, ich weinte auch mehr so.
01:17:46: Ich wollte nicht infrage stellen dass das toll inszeniert ist aber... ...dass ich mir dann denke, dass die Zuschauer also die Besucher nicht zuschauen.
01:17:57: Es ist fast aus dem Häuschen sind nur weil jetzt ihre Strümpfe aussehen.
01:18:03: Du schlust das Wassermotor und alle durchglauben sich.
01:18:05: Ich hatte auch ein bisschen so uah!
01:18:07: Wer weiß was da für Keime denn?
01:18:08: Genau, sie ging's mir auch.
01:18:14: Die Begeisterungsfähigkeit von den Menschen ist, glaube ich, je.
01:18:18: älter wir werden und auch das je mehr sie vieltät und Digitalität in unser Leben kommt, glaube ich ein Stück weit schwerer.
01:18:28: Die Menschen haben schon vieles gesehen.
01:18:30: es wird schwerer die Leute zu begeistern.
01:18:33: Und das merkt man auch in ganz vielen Bereichen oder auch in unseren Retsensionen zum Teil.
01:18:38: Oder so wurde dann denkst du ja wie hast du schon gesehen?
01:18:40: Also durch mein Spiegelraum, den Infinity-Raum, den kannst noch nicht gesehen haben.
01:18:43: Den haben wir nur wir, den haben lokale Künstler entwickelt Der hat eine tolle Musikshow, den kannst du noch nicht gesehen haben.
01:18:52: Aber auf der anderen Seite Menschen mit einer gewissen Neugierde und einem gewissen Interesse auf Neues sind natürlich bei uns schon richtig am Platz.
01:19:03: Menschen die sehr gesättigt sind und schon auch alles gesehen haben... Da zähle ich mich auch dazu, gell?
01:19:10: Ich bin sehr viel gereist wie du und hab sehr viel gesehen.
01:19:13: Dann wird es für mich schwerer, dass ich mich noch begeistert.
01:19:17: Weil ich mir genau solche Sachen, die wir jetzt haben, sehr viel angucken.
01:19:21: Meine Kinder sind das schon gewohnt, weil wir an jedem Ort, wo wir hinreisen, möglichst solche Museen angucken, wo digitales Erlebnis und Immersivität, wo das gezelebriert wird.
01:19:34: Weil wir uns dort Ideen holen ... Aber zum Thema Sichtbarkeit, auch das wird immer schwieriger.
01:19:40: Zürich ist eine kleine Stadt im Vergleich zu München.
01:19:43: Das war sicherlich vor sechs Jahren wesentlich einfacher als in München, wo man ... kulturell große Institutionen haben, die schon Vorlauf hatten mit ihrem Social Media Auftritt.
01:19:55: Mit ihren Webseiten.
01:19:56: Wir sind da jetzt vier Jahre später gekommen.
01:19:58: und das aufzuholen, weil ich sage diese sechs oder vier Jahre Distanz zu haben.
01:20:04: Weil vor Corona hatten die meisten Museen gar keinen großen Social Media-Auftritt.
01:20:08: Das haben viele erst während Corona gestartet.
01:20:12: Weil sie dann Zeit hatten, weil ja keine Gäste da waren.
01:20:14: also hat man online gebracht Beiträge und Inhalte.
01:20:20: Und deswegen fehlen uns diese vier Jahre in München jetzt quasi, das ist nicht so einfach glaube ich, dass es ein bisschen wie Goliath gegen David weil wir wirklich da kleine Davids gegen sind, gegen diese tollen Institutionen die Menschen zu bieten hat.
01:20:35: Und ihr habt hier so ein Riesenprogramm im Sommer und wie Winter ... Da ist es schon nicht einfach sichtbar zu sein!
01:20:41: Wir probieren's.
01:20:42: bei Schlechtem Wetter sind wir auch relativ gut ausgebucht und so im Sommer bei schönen Wetter das ist so uuuh Hilfe hey wir haben Air Condition kommt zum Abkühlen zu uns.
01:20:53: Hast du noch ein Erlebnis irgendwie draußen schaffen?
01:20:56: Ja in Zürich haben wir das Erlebnis ja drin mit der City-Rally, wo wir einen Stadtspaziergang machen.
01:21:03: Aber in München haben wir das noch nicht gemacht.
01:21:06: Vielleicht mal was?
01:21:06: Ja ist eine Idee.
01:21:08: Mir kommt es so ein bisschen vor in unserer heutigen Zeit als ob viele Menschen gar nicht mehr die Wahrheit wissen wollen und sie vielleicht sogar auch gar nicht ertragen wollen.
01:21:22: Spielt das eher in eure Karten
01:21:25: ... Das ist natürlich ein sehr gegenwärtiges Thema, was real und was fake.
01:21:32: Welche Bilder sind noch echt?
01:21:34: Welche Videos sind noch echt?
01:21:35: Was ist AI?
01:21:37: Und so was ... das ist ein ganz großes Thema.
01:21:40: Es spielt im Journalismus, täglichen Berichterstattung überall eine große Rolle.
01:21:47: Ich weiß nicht, ob es so ist, dass man das nicht mehr wissen will.
01:21:50: Wenn ich meine Kinder beobachte, die nehmen einfach alles hin aber die haben auch schon Sofort die Reaktion, ja das ist AI.
01:21:59: Das ist Fake!
01:22:00: Also die haben ein anderes Auge für Dinge... also es wird die erste Bewertung, die stattfindet bei denen sofort.
01:22:07: Wo wir dann erstmal so, okay ich nehme die Information wahr und dann muss ich kurz überdenken ach stopp, ist das jetzt fake oder ist das echt?
01:22:17: Und diese Informationen und Inhalte abstrahiert anzuschauen ist, glaube ich eine rechte Challenge.
01:22:27: Und das ist Generationsübergreifen wo dann vielleicht meine Eltern oder die Generationen meiner Eltern das gar nicht gewohnt sind sich das zu hinterfragen sondern dass es einfach so... Das was man sieht das ist einfach so ne?
01:22:40: Dass ich mal diesen Satz habe jetzt schon ein paar Mal gesagt Es ist einfach So.
01:22:44: da sind wir wieder bei was du ganz am Anfang gesagt hast diese Systemgläubigkeit einfach das machen, was die Götter in Weiß sagen.
01:22:54: Und ich glaube, dass lernen unsere Kinder jetzt wesentlich Differenzierte anzuschauen und wir sind ja so eine Zwischengeneration wo sich noch vielleicht mehr die Mühe machen muss.
01:23:05: Deswegen denke ich, sind wir ein recht spannendes Thema für ganz viele Zielgruppen weil wir genau das infrage stellen kannst du deinen Augen trauen?
01:23:15: ist das was du wirklich jeden Tag siehst real, dass es deine eigene Realität ist.
01:23:20: Kannst du wirklich das glauben oder musst du die Dinge kritisch in der Fragen?
01:23:25: Bist du dir das schuldig, bist du das dein
01:23:27: Kinderschuldig?"?
01:23:30: Ja, eine schwierige Aufgabe – in Zukunft könnte ich mir vorstellen!
01:23:36: Weil dann die Quelle wahrscheinlich das Wichtige wird.
01:23:39: Also wo bekomme ich überhaupt meine Informationen her und traue ich der Quelle?
01:23:45: Wie soll ich sonst jemals wissen?
01:23:47: ob das Video, was ich da jetzt sehe vom Erdbeben.
01:23:50: Ich sag mal wirklich, dass es passiert ist, das Erdbäben?
01:23:53: Ja ja
01:23:54: richtig!
01:23:54: Also wir hatten gerade am Wochenende auch ein spannendes Gespräch, wo?
01:23:57: mein Mann ist auch immer so sehr kritisch in der Frage, sagte zu einem Bildchef, ich sage nicht von welchem Verlag, hat er wieder das und das Bild, ist das von euch oder auch nicht?
01:24:12: Das haben wir nicht gefälscht, das war jemand anders, das haben wir früher gemacht.
01:24:16: Früher haben wir noch die Flüsse rot gemacht, was nur Wasser war.
01:24:22: Aber die Fakes müssen wir jetzt untersuchen.
01:24:25: Was ist da echt und was nicht?
01:24:28: Die haben Mühe damit, die Bilder rauszufinden.
01:24:32: Welche sind echt?
01:24:36: Heute bist du siebenundvierzig, dein Mann fünfundfünfzig ... Und eure Kinder sind sieben, elf, vierzehn und sechzehn.
01:24:44: Wie fühlst du dich als Frau zwischen den Welten einer Unternehmerin, Mutter und Geliebte?
01:24:55: Da darf ich zurzeit immer auf meinem Wow-Marm-Kanal, auf Instagram trüber Freitags meine Berichte machen.
01:25:02: Wo es genau so ein bisschen darum geht dass ich ständig eigentlich zwischen meinen Welten schwebe oder hin und her springe.
01:25:09: Schwäben ist nicht der richtige Ausdruck.
01:25:11: Ich finde das super, super spannend Und ich finde alle drei Bereiche, die du jetzt gerade genannt hast.
01:25:17: Wahrscheinlich sind es ja noch mehr Bereiche.
01:25:19: Jetzt eine Krankenschwetzer-Coach ... Ja alles irgendwie ne Beraterin und was alles dazu kommt.
01:25:29: Ich find das sehr bereichernd!
01:25:30: Und ich möchte keinen Bereich davon missen weil jeder Bereich also mein Familienbereich ist sehr befruchtend in meinem Unternehmertum und umgekehrt.
01:25:41: viele Sachen, die ich als Mama gelernt habe, kann ich in meinem Unternehmertum anwenden.
01:25:47: Jetzt hab' ich diese Speakers-Ausbildung gemacht die aber wiederum mich in meiner Ehe extrem weitergebracht hat weil ich jetzt so vieles über meinen Mann oder über unsere Liebe lernen durfte dass das ja auch wieder eine große Bereicherung ist.
01:26:03: also ich finde es ganz wunderbar diesen befruchtenden Anteile die einem das schenkt Und man darf die, glaub ich auch gerne zusammenbringen.
01:26:13: Ich hab das am Anfang ... Als ich Unternehmerin war, hab ich oft gesagt ... Heimlich hab ich das gesagt, weil ich mich nicht getraut habe, so auszusprechen, dass Unternehmen führen eigentlich wie das Führen von einer Familie ist.
01:26:24: Weil die Sachen, die ich eben im Familiencoaching gelernt hab mit meinen Kindern umzugehen habe, dass sich die Stärken noch fördern soll und den Fokus auf die Stärke haben, dass ich das ja bei denen ... Mitarbeiter auch machen.
01:26:37: Und genauso anzuwenden ist, habe ich mich wirklich lange nicht getraut auszusprechen bis ich dann irgendwann gedacht hab das ist doch was Wunderbares eigentlich dass das so ist und dass sich das raus gelernt haben aus meiner Erziehung.
01:26:49: und so bringe ich dann wieder wenn ich jetzt die holistische Unternehmensentwicklung als Studium gemacht habe.
01:26:54: nochmal habe ich dann auch wieder so viele Anteile in die Familie zurückgebracht oder auch in die Ehe, wo wir als Paar das Unternehmen zusammenführen haben.
01:27:05: Da holistisch uns das zusammen anguckt, wie führen wir als paar?
01:27:10: Das ist für dieses Unternehmen wieder wichtig.
01:27:13: Aus unserer Sicht findet da keine Abgrenzung
01:27:15: statt.".
01:27:16: Aber dementsprechend haben wir dann auch manchmal, wenn wir ein Team-Meeting haben oder mein Mann mal schnell vorbricht.
01:27:21: Wo ich sage, Matthias hat mir vorher schon besprochen, kannst du da kurz ... Ich erklär's dir nachher.
01:27:28: Das fließt dann ja auch dann ein.
01:27:30: Wenn wir noch nicht uns abgesprochen hatten vielleicht zu Hause, dass sich ihn dann schnell zurückhalten muss und er das aber dann auch sein lässt weiterzubohren oder so was.
01:27:41: Also jeder nimmt uns auch als Ehepaar glaube ich war, das ist auch die Challenge sicherlich Und er hat andere Stärken wie ich und das weiß auch jeder, wenn es um Finanzen geht muss man mit Matthias sprechen.
01:27:51: Wenn's um die Exekutive geht müssen wir mit Vanessa sprechen.
01:27:54: aber Matthias hat dann doch vielleicht noch eine Idee.
01:27:56: also spreche mir doch mit ihm auch noch schnell.
01:27:57: Also ist es null abzukrennen in der Geschichte und ja ich finde es spannend.
01:28:02: Diese holistische Ausbildung, die du letztes Jahr gemacht hast, auch deshalb, weil du deinen Unternehmertun noch selbstbewusster, ganzheitlicher und menschlicher führen wolltest.
01:28:19: Deshalb nennst du dich ja bewusst heute holistische Unternehmerin, fand ich ganz spannend, hab' ich noch gar nicht so oft gehört.
01:28:29: Also es hat sich schon seitdem du das alles weißt und kanntest also die Tools um menschlich zu sein Ganzheitlicher hat sich schon etwas geändert in deiner Firma.
01:28:46: Also spürst du das?
01:28:48: Ich würde sagen, ja.
01:28:51: Als wir damit angefangen haben, haben wir auch noch mal ein ganzes Team eigentlich ... gehen lassen müssen.
01:28:56: tatsächlich, weil wir aber auch die Menschen dahin gebracht haben.
01:29:00: Hey ihr wart jetzt zwei drei Jahre da?
01:29:03: Wir haben zusammen unternehmen ein neues Museum aufgemacht!
01:29:05: Ihr habt jetzt alles mit uns erlebt.
01:29:07: so spannend kann das jetzt gar nicht mehr sein was ihr dürft euch jetzt auch weiter entwickeln und so.
01:29:13: ne also bei uns geht es wirklich um die Stärken fördern und wenn ich merke dass sich jemand langweilt oder nicht wohl fühlt dann haben wir einen Gespräch dann gucken wir okay wo können wir dich wieder besser einbringen?
01:29:24: wirst du denn dich gerne positionieren?
01:29:27: Welchen Weg gibt es für dich, diesen offenen Austausch zu pflegen und gemeinsam Lösungen zu finden im Wohle des Wow-Museums auch.
01:29:39: In der Holistik sieht man dann auch das Wow- Museum als Wesen.
01:29:42: Das Wesen hat Bedürfnisse – was braucht denn das Wowmuseum?
01:29:45: Wo ist man wertvoll?
01:29:46: Auch ich in meiner Rolle, wo bin ich dann
01:29:47: wertvoll?".
01:29:48: Als Unternehmerin bin ich wertvoll, wenn ich an der Kasse stehe.
01:29:51: Da bin ich wertvoll ... Wenn ich beim Team-Meeting dran teilnehme oder wenn ich ein Podcast mache?
01:29:57: Keine Ahnung!
01:29:58: Das muss man sich auch überlegen an vielen Stellen.
01:30:02: Oder wenn ich zu Netzwerk anlassen gehe und so was... Dass man sich solche Sachen hinterfragt jeder in seiner Rolle.
01:30:08: Und ja es hat ganz viel geändert.
01:30:10: Wir sind glaube ich mehr bei uns Jeder für sich Jede Mitarbeiterin.
01:30:16: Und eben diese Stärken zu fördern, das macht ein Riesen-Riesenspaß.
01:30:19: Weil man sieht wie sich junge Menschen so toll weiterentwickeln und dann dürfen sie irgendwann ... Es gibt doch dieses Bild auch für Kinder.
01:30:28: Erst gibt man ihnen ... Wie sagt man das?
01:30:31: Erst gibt mir Ihnen Flügel, dann sollen Sie fliegen oder ... Und Sie fliegen lassen, sich entwickeln lassen an diese Wurzeln zu geben und die dann fliegen zu lassen.
01:30:41: Das finde ich ... Total spannend und schön.
01:30:44: Und auch wirklich ein schönes Bild, ich glaube das schätzen die Leute auch manchmal wenn man dann mit Werten anfängt wir ziehen ja dann auch manchmal so Wochenwerte um das kurz zu thematisieren was bedeutet Selbstwirksamkeit oder Vertrauen?
01:30:57: Jetzt hatte ich Intuition gezogen.
01:30:59: und was bedeutet es?
01:31:01: Das Wort für mich gebe jetzt Wenn ich jetzt darüber reflektiere was bedeutet ist jetzt im Moment oder was bedeutet das für die Arbeit oder sowas und das dann kurz zu reflektieren.
01:31:10: Das ist manchmal für Leute ein bisschen komisch erst mal, aber das bereichert total weil der Wert immer so im Hinterkopf ist und die ganze Woche wie mitschwingt.
01:31:19: Ist noch spannend!
01:31:21: Ich war auch letztens bei einem Meeting wo dann erstmal so eine Art Schweigeminute war und fand ich auch sehr spannend wie es dir damit geht mit einer Minute wo man niemand was sagt und was es auch mit einem macht.
01:31:39: Manchmal muss man ein bisschen was verändern.
01:31:41: Kannst du dir Fehler verzeihen?
01:31:46: Mittlerweile sicherlich besser als früher, aber ich glaube, ich kann ganz gut Entschuldigung sagen mittlerweile oder auch dann sagen hey das ist mir unangenehm.
01:31:59: Was ich glaube ich früher nicht konnte ist wenn ich Fehler gemacht habe dass auch als solches anzusehen das zu realisieren.
01:32:09: Da hab ich ein Fehler gemacht.
01:32:10: Das war dann nur ein Gefühl, mmh!
01:32:12: Okay, also früher habe ich dieses Gefühl nicht gespürt und nicht zugelassen.
01:32:17: Und heute wenn ich merke, da ist irgendwas im Argen, dann nehm' ich mir die Zeit das anzusprechen und das angucken und mit der Person zu besprechen.
01:32:25: Ich glaub', dass ist dann das heilsame für beide Parteien.
01:32:31: Deswegen kann ich mir wahrscheinlich die Fehler besser verzeihen weil ich sie nicht so im Raum stehen
01:32:35: lasse.".
01:32:37: Du arbeitest ja inzwischen auch als Speakerin, hältst Vorträge zum Beispiel über den Umgang mit der jüngeren Generation.
01:32:45: Du inspirierst auch Frauen wie sie ohne schlechtes Gewissen ihre Berufung ausüben können aber auch Kinder bekommen und dabei auch noch glücklich sind oder glücklich bleiben.
01:33:00: Ist deiner Meinung nach Glück erlernbar?
01:33:04: Aus meiner Sicht ... Heute würde ich sagen, Glück ist eine Entscheidung.
01:33:10: Ist wirklich willig glücklich sein oder nicht?
01:33:14: Und dass es jeden Tag jede Situation.
01:33:18: kann ich mich dazu entscheiden, morgens aufzustehen und mit dem weißen Blatt anzufangen ... Gestern habe ich die Kinder genervt, weil sie das und das.
01:33:27: Und die waren müde.
01:33:29: Am nächsten Tag fange ich einfach wieder auf den weißen Blatt an.
01:33:32: Was bringt das?
01:33:32: Wenn ich das jetzt ins Heute wieder übertrage bei denen ist es eh wieder vergessen und da wieder neu zu starten und ja einfach weder nachtragen zu sein.
01:33:43: auch Matthias mein Mann ist super gut drin nicht nachtragend zu sein.
01:33:47: dann knallen wir uns mal schnell was um die Ohren und dann ist aber auch wieder grad gut.
01:33:53: selber, ich sage manchmal ja aber mein Herz tut jetzt noch gerade weh.
01:33:56: Du musst mir jetzt nur zwei Minuten
01:33:57: geben.".
01:33:58: Aber es ist dann mein Entscheid.
01:33:59: will ich jetzt nachdragen sein oder will ich einfach die Umarmung von ihm annehmen und das wieder sein lassen?
01:34:08: Das ist mein bewusster Entscheid.
01:34:10: Ich tue keinem damit gut wenn ich jetzt nachtragend bin und dass genauso mit Mitarbeitern oder mit irgendwelchen Gesprächen was einem belastet und eben bespreche ich's dann grad Und dann besprechen wir es zusammen und finden eine Lösung.
01:34:25: Das ist ein bewusster Entscheid, ja?
01:34:28: Es gab in deinem Leben auch mal eine Nahtoderfahrung als du ... ... im Garten dreimal gestochen worden bist.
01:34:45: Wo das ohnmächtig.
01:34:47: Die Ärzte rangen dann eine dreiviertel Stunde wirklich um deinen Leben.
01:34:55: Bist du eine andere seither?
01:35:00: Hm.
01:35:02: Eine andere ... Ich hab ja schon immer recht bewusst gelebt, weil auch durch den Tod von meinem Bruder, dass ich eben so karpetirm, jeder Tag könnte dein Letzter sein.
01:35:13: Aber auch das hat mich dann wieder sehr reflektieren lassen.
01:35:18: Und es ist tatsächlich so, dass ich ... Ich hatte noch mal was, wo ich im Krankenhaus lag und wusste, okay.
01:35:23: Wie geht das jetzt weiter später?
01:35:26: Wo man sich dann wirklich überlegt, wenn's das jetzt war, ist es okay zu gehen oder fehlt jetzt noch was in meinem Leben.
01:35:36: Und damals, als ich die Nordnathoderfahrung hatte.
01:35:38: Ich meine da war der Lennox, der war gerade noch Baby.
01:35:41: Ich hab den draußen schreien gehört und konnte noch den Ärzten sagen, mein Mann muss das Kind was zu essen haben weil mir dieses Schrein so auf dem Wecker ging.
01:35:49: gleichzeitig hat sich meinen Körper komplett verabschiedet und er hat sie auch nur noch abbrochen und hatte Schüttelfrost weil die so viel kaltes Wasser in mich reingelassen haben dass mein Körper sich nicht mehr erholen konnte.
01:36:02: Ich hab nur noch gebetet, dass ich nicht gehen möchte.
01:36:06: Weil ich hatte noch kleine Kinder und wollte noch nicht gehen.
01:36:10: Das war der richtige Zeitpunkt.
01:36:12: Du hast trotzdem gespürt, dass du eventuell gehst?
01:36:16: Ja.
01:36:16: Was ist das?
01:36:18: Kann man das überhaupt in Worte fassen?
01:36:21: Das war eine riesen Verzweiflung, weil ich wollte die Kinder noch groß werden.
01:36:24: Ja was ist das denn da?
01:36:26: Manche sprechen ja von irgendeinem Licht oder manche... Was hast du
01:36:31: da erlebt?
01:36:31: Ich war nur ganz nah bei Gott und habe mit ihm wie damals auch bei der Geburt mit meinem ersten Sohn auch viel mit ihm geredet dass er jetzt auf die Welt kommen muss und wir das zusammen schaffen.
01:36:42: Und so war ich dann im Gespräch mit Gott und habe mit ihm wirklich, bin ich ganz tief ins Gespräch gegangen.
01:36:47: Dass ich jetzt wirklich das überleben möchte, dass er jetzt irgendwie dafür sorgen muss, dass ich heil rauskomme.
01:36:52: Also ich war nur mit ihm im Gesprächen gewesen die ganze Zeit, dass sich noch nicht bereit war Das war so mehr dieser innere Erhaltung dazu.
01:37:00: Ich habe es wie nicht zugelassen und dann gab's tatsächlich so ein Assistenzarzt, der da interveniert hat und auf einmal die Idee hatte dass man wenn man das Wasser in die Mikrowelle tut ist die Kochsalzlösungen die man im Körper... also ich hatte einen anaphylaktischen Schock damals und da werden ja die Gefäße erweitert und dadurch kann das blutig mehr gepumpt werden.
01:37:20: Und wenn die dann Kochsalzlösungen hinzufügen, dann soll ja irgendwann genug Blutvolumen wieder da sein zum Pumpen.
01:37:25: Aber wenn du so viel Kochsalznösung in den Körper lässt das kalt ist, dann singt halt die Körpertemperatur so extrem.
01:37:32: und dieser Assistenzarzt der dort war per Zufall an diesem Park aus Deutschland hatte das im Studium gehört man könnte diese Kochsalzwösungen schnell in die Mikrowelle tun erwärmen und dann würde sich der Körper besser regenerieren.
01:37:45: Und ich hatte nur, ja bitte, bitte.
01:37:48: Ich hab das halt auch so mitbekommen alles.
01:37:50: und die Ärztin, die war komplett verzweifelt, die wusste nicht mehr was zu tun.
01:37:53: Die hat kurz vom Aufgeben gewesen.
01:37:56: Dann haben sie diese Wärme-Kochsterslösung in mich reingelassen und dann hat sich mein Körper augenleglich entspannt.
01:38:02: Und ich wusste ja, dass wird's tun!
01:38:05: Jetzt war es das Richtige.
01:38:07: Und dann hat der Körper sich beruhigt gehabt.
01:38:11: Ganz schnell ging das wieder ... Da haben die dann einige Liter reingelassen, dann war's wieder gut.
01:38:17: Also du meinst das du etwas bewusster geworden bist?
01:38:25: Also dieses wenn man weiß auch wie schnell das Leben vorbei sein kann natürlich durch den Erfahrung mit deinem Bruder aber auch durch diese Erfahrung dass man so diesen Moment einfach und diese Träume die man vielleicht noch hat auch lebt oder versucht zu
01:38:44: leben.
01:38:45: Ja genau, dass man die nicht so lange auf die Wartebank schiebt weil man weiß nie wann es vorbei ist.
01:38:49: und was hilft mir wenn ich das sage?
01:38:50: Ich mache das irgendwann wenn wenn ich pingsoniert bin oder meine Kinder groß sind lasse sie uns doch jetzt machen aber auch für jeden Tag so.
01:38:58: für mich war mal... Es gibt auch dieses Tool dass man seine eigene Beerdigungsrede schreibt.
01:39:05: Das kenn ich nicht.
01:39:07: War letzte Woche gerade auf einer Beerdigung von einem sehr alten Mann, der sehr alt geworden ist und erfülltes Leben hatte.
01:39:13: Und auch da war ja dann eine Beerdigungsrede gewesen.
01:39:15: Da ist mir wieder eingefallen.
01:39:16: Ich musste mal als Jugendliche in so einen Coaching, wo ich bei meinem Papa an meiner Firma mitteilhaben durfte, ihre eigene Beerdighungsredes schreiben.
01:39:27: Was würdest du selber dir sagen zum jetzigen Zeitpunkt wenn du jetzt sterben würdest?
01:39:35: Was würde dann der Vortrag sein vor dem Publikum?
01:39:38: Und das hatte ich noch mal irgendwann vor drei Jahren.
01:39:40: Das war schon, glaub ich so ... Wenn du so eine Nahtoderfahrung hast, willst du nicht, dass es da als kreifende Mutter dastehst und wenn sie dann irgendwie meine älteste Sohnin ... Ja, meine Mama hat mich nur geschimpft die ganze Zeit in meinem Mann.
01:39:54: Die hat nur rumgemäckert an uns!
01:39:55: Das waren ja nicht die Personen, die es sein wollte.
01:39:58: Ich wollte irgendwie... eine Person sein, an die man sich gerne zurückerinnert.
01:40:02: Die auch was hinterlassen hat vielleicht eben einen gut erzogenen Kind dahinter lassen hat.
01:40:06: Die geduldig war, die eine liebevolle und liebende Ehefrau und Mutter war.
01:40:11: Die verständnisvoll war.
01:40:12: also diese Sachen sind dann mir in den Kopf gekommen dass ich diese Person sein möchte und nicht diese ungeduldige hektische der Zeit hinterherrennende immer zu spät sein die Mutter die nie Zeit für irgendwas hat.
01:40:26: An manchen Dingen darf ich sicherlich noch arbeiten Aber einige Dinge haben sich sehr verbessert seitdem.
01:40:33: Also die Wandlung,
01:40:35: Titel
01:40:36: meines Podcasts?
01:40:36: Ja
01:40:36: genau!
01:40:38: Liebe Vanessa ich danke dir sehr für dieses wunderschöne Gespräch was mich jetzt noch neugierig gemacht hat auf deinem Wau-Museum zu dem wir ja jetzt hinfahren und da mache ich dann noch das Podcastfoto von dir.
01:40:52: also ich bin schon gespannt und natürlich auch gespannt auf das was du noch alles... tun wir es in Zukunft.
01:40:59: Ja, dank dir viel, vielmals und ich freue mich dich jetzt verwirren zu dürfen und dich hinterfragen zu dürfen im Museum.
01:41:09: ja.
01:41:10: Let's go!