00:00:02: Mir fehlt nicht nur mein Vater, mir fehlt auch dieser ganze indische Teil von mir.
00:00:06: Meine andere Hälfte höher weiter schneller.
00:00:10: das war früher mal aber jetzt ist für mich tiefer sinnvoller gehalt voller philosophischer sowas in
00:00:17: die Richtung.
00:00:19: ich sehe mich gar nicht in so einem alten Abschnitt sondern in der Bestzeit meines Lebens.
00:00:25: Ich begrüße Sie herzlich zu einer neuen Folge meines
00:00:28: Podcasts
00:00:28: Tanja Valerien, Gespräche über Wandlung in Kooperation mit dem Magazin Donner.
00:00:34: Mein heutiger Gast ist die Bestsellerautorin Anjana Gill, die gestern aus ihrer Heimat in Bonn nach München kamen weil sie in der BR-Radiosendung Die Blaue Couch eingeladen war und jetzt bei mir daheim am Stamberger See ist um dieses Podcastgespräch mit mir aufzunehmen.
00:00:54: Hallo, liebe Anjana!
00:00:55: Hallo, Liebe Tanya – ich freue mich sehr hier zu sein.
00:00:59: Du bist in Bonn geboren, Sternzeichen Steinbock und dort mit zwei jüngeren Schwestern aufgewachsen.
00:01:08: Dein indischer Vater, Jahrgang XXIX stammt aus einer gut situierten Familie eines Dorfes in der Nähe des Himalaya-Gebirges.
00:01:18: Er studierte in Indien Physik und Chemie.
00:01:20: Und ging neunzehntundundsechzig mit zweiunddreißig nach England, um in Birmingham zu arbeiten.
00:01:29: Wenige Monate später lernte er deinen deutsche Mutter kennen die dort Au-Père Mädchen war.
00:01:35: Nur ein Jahr später haben sie beiden dann geheiratet und deine Mutter, die neunzenthunderteinundvierzig bei einem schlimmen Bombenangriff in Berlin geboren wurde wollte unbedingt gleich mit deinem Vater nach Indien ziehen.
00:01:50: Denn schon seit ihrer Kindheit war sie davon überzeugt, dass sie einmal ein Inder heiraten wird und natürlich auch in Indien leben würde.
00:01:59: Und dazu kommt noch, dass Sie mit zwölf einen Buch laß – mit dem Titel Anjana!
00:02:06: Und dann wusste sie auch, das sie ihre Tochter wenn sie denn mal eine bekommen sollte so nennen würde.
00:02:12: Aber zuerst zogen deine Eltern dann in die Heimat deiner Mutter, nach Bonn.
00:02:18: Wo dein Vater für den Chemiekonzern Bayer arbeitete und du, in der man in den letzten Jahren geboren wurde.
00:02:25: Schließlich setzte sich deine Mutter dann doch noch durch und zogen mit dir in den nächsten Jahren in Neudeli.
00:02:34: Da war es allerdings nicht ganz so toll wie sie sich das vorgestellt hatte – also ohne die heutigen Klimaanlagen weiß.
00:02:42: richtig brüllend heiß und alles war ganz beschwerlich, besonders mit so einem kleinen Baby.
00:02:49: Bereits nach sechs Monaten sind sie mit dir wieder nach Bonn zurückgekehrt.
00:02:56: Leider kannst du dich ja an diese Zeit in Indien nicht mehr erinnern weil du warst ja erst ein Jahr alt.
00:03:02: aber kannst du sagen wie sehr dich im Laufe deines Lebens die Wurzeln und die Kultur deines Vaters geprägt haben?
00:03:13: Ja, also mehr als ich gedacht habe kann man eigentlich sagen.
00:03:18: Und diese indische Kultur die war durch meinen Vater immer präsent weil er hat uns immer ganz viele Geschichten erzählt und Gleichnisse über den Sinn des Lebens und was ein Glücklich macht.
00:03:32: Und so war es, weil in Indien – da machen die Eltern und die Großeltern das – die erzählen den Kindern diese Weisheiten in Form von Geschichten.
00:03:41: Das hat er mit uns auch immer gemacht.
00:03:43: Aber mir war das gar nicht bewusst, dass das etwas Besonderes ist oder was Indisches ist.
00:03:50: Für mich war das einfach so.
00:03:52: mein Vater hat mir Geschichten erzählt und ich habe es geliebt war also, hat einen großen Einfluss gehabt.
00:04:03: Aber hast du dich dann eigentlich immer auch im Laufe deines Lebens aber besonders so in deiner Kindheit
00:04:10: als
00:04:12: Inderen gefühlt?
00:04:14: Oder war das doch ein bisschen
00:04:17: was Fremdes?
00:04:17: Nein ich habe mich nicht als Inderin gefühelt sondern... Also, so wie alle anderen auch.
00:04:25: Aber ich bin natürlich auch hier in mitten meiner deutschen Familie groß geworden mit meiner deutschen Omi, meinem deutschen Opie, meinen tanten Onkel Cousine Cousins.
00:04:35: und der indische Teil der Familie den habe ich ja gar nicht so oft gesehen nur ab und zu mal Und Ich selber hab mich einfach ganz normal als bonner Mädchen empfunden sowie alle Anderen auch.
00:04:49: Jetzt wart ihr also zurück in Bonn und da hat dein Papi ein sehr erfolgreiches Mode-Label mit dem Namen Gilio gegründet.
00:04:58: Er ließ nämlich Madras Blusen in Indien herstellen, verkaufte diesen neben den Messetermin auch ohne Vororder.
00:05:06: Also das heißt dass man als Modegeschäft so ... Mit dem Auto, mit dem Lkw.
00:05:11: Je nachdem wie viel man absortieren wollte gleich da hinfahren konnte und konnte dann also diese Ware gleich kaufen und musste nicht ewig warten.
00:05:21: Inzwischen arbeitete deine Mami nicht mehr als Berufsschullehrerin sondern leitete das gesamte Büro der Firma Und deine Eltern waren so ein richtig gutes Team.
00:05:31: eure Familie wuchs, deine Schwestern kamen zur Welt und euer Vater hatte dann auch irgendwann genug finanzielles Polster um ein sehr schönes Haus am Rhein zu kaufen.
00:05:42: Und er wusste auch das Leben in Deutschland sehr zu schätzen.
00:05:47: Hattest du aber dennoch das Gefühl dass er seine Familie in Indien sehr vermisst hat?
00:05:54: Seine Kultur?
00:05:55: hat er auch mal Heimweh gehabt?
00:05:59: also Heimweh hat er glaube ich nicht gehabt, aber der hatte eine ganz enge Beziehung zu seiner Familie.
00:06:05: Der hat jeden Tag, jeden einzelnen Tag stundenlang mit den verschiedenen Mitgliedern telefoniert.
00:06:13: Also das war ja früh, ich weiß nicht mehr in welchem Jahr.
00:06:16: Aber wir hatten Telefonrechnungen von zweitausend D-Markt, dreitausends D Mark damals bei der immer mit denen telefoniert hat und dadurch auch im ständigen Austausch war.
00:06:28: Der hat das sehr genossen und er fand es auch schön dass wir Mädchen hier aufwachsen.
00:06:34: Er hat zum Beispiel immer gesagt Es war lustig Morgens, wenn er uns geweckt hat und es hat geregnet.
00:06:39: Dann hat der gesagt Mädchen aufstehen heute ist so schönes Wetter!
00:06:43: Und dann sind wir aufgestanden aus dem Bett geübt zum Fenster gerannt und es war geregnert.
00:06:48: aber das fand er natürlich schön und zwar sein ganzes Leben lang.
00:06:51: in Indien ist es ein was Schönes wenn's regnet.
00:06:55: Du bist also mit einer berufstätigen emanzipierten Mutter aufgewachsen?
00:07:00: Das war ja in den sechziger Jahren noch nicht so ganz normal dass man so als mutter Arbeitete.
00:07:06: Wie hast du denn deine Eltern empfunden?
00:07:10: Hatten die überhaupt Zeit für dich und deine Schwestern ... Gut, du hast erzählt, dass das bei euch zu Hause war.
00:07:21: Am Anfang
00:07:21: ja!
00:07:23: Dennoch waren die ja sehr involviert in ihre Arbeit.
00:07:27: Wie hast du das empfunden?
00:07:28: Wir waren eine richtige Unternehmer-Familie, wie das so ist und meine Eltern haben ganz klein angefangen.
00:07:34: Und zwar am Anfang ... Meine Mutter war Lehrerin und mein Vater hat bei uns in der Garage die Firma gegründet.
00:07:41: Es war eine richtige Garagenfirma am Anfang.
00:07:44: Ganz schnell wurde die Garage aber dann zu klein.
00:07:48: Zum Beispiel hat mein Vater als erstes diese ... Diese Jesus-Larschen, kennst du die noch?
00:07:55: Ja.
00:07:55: Die hat er aus Indien importiert, was weiß ich, war es ganz früh und das war so erfolgreich... Da hatte der ein Inserat in der Frauenzeitung Brigitte.
00:08:07: und das ist so erfolgreich, dass diese Garage ganz schnell zu klein wurde!
00:08:12: Und dann hat er angefangen halt auch Blusen zu machen, Tücher
00:08:15: usw.,
00:08:15: und dann entwickelte sich da draußen Riesen Aber begonnen hat alles in der Garage.
00:08:22: Dann haben die einen Haus gebaut und ... sind in den Keller gezogen.
00:08:27: Da war schon der ganze große Keller-Firma, da kamen auch die ganzen Kunden
00:08:32: wie
00:08:33: Herr Tickkauf und Fettlage.
00:08:35: Die kamen alle zu uns in den Kellern, die Blusen kaufen und haben dann bei uns im Wohnzimmer Tee getrunken.
00:08:41: Und ich weiß immer wenn sie auf dem Hof gefahren sind mit ihren Autos Dann rief meine Mutter nur Kinder schnell aufräumen!
00:08:49: Und dann haben wir in Windeseile alles aufgeräumt.
00:08:52: und ja das war ganz lustig.
00:08:54: also Es war ein typisches Unternehmerkindleben.
00:08:59: Ich fand es super, super schön, weil meine Eltern ja immer da waren.
00:09:04: und was gibt's eigentlich Schöneres?
00:09:07: Die hatten ... die waren zwar beschäftigt aber die waren immer ansprechbar Und dann irgendwann wurde halt der Keller auch zu klein und dann haben sie ein richtiges Office gemietet.
00:09:18: Das war aber nicht weit weg.
00:09:20: Und dann kam mein Vater immer noch jeden Mittag zum Essen.
00:09:23: Also der war eigentlich immer da, nicht eigentlich, er war immer da und immer ansprechbar.
00:09:28: Du hast ihn nicht vermisst?
00:09:30: Nee, gar nicht!
00:09:32: Ich meine es
00:09:33: ist ja nicht nur ein Vermissen in räumlicher Weise sondern auch im Vermissen der Aufmerksamkeit.
00:09:45: Wir hatten die volle Aufmerksamkeit.
00:09:48: Du selbst warst ein fröhliches, pflichtbewusstes zuverlässiges, braves, etwas schüchterners Kind mit viel Freunden.
00:09:57: Jedoch musstest du auch sehr früh schon so Verantwortung übernehmen.
00:10:01: Zum Beispiel als Dreijährige musstest doch schon auf deine einjährige Schwester aufpassen?
00:10:06: Ja!
00:10:07: War das denn rückblickend für dich vielleicht doch etwas zuviel von dir verlangt?
00:10:18: da nicht empfunden.
00:10:20: Aber rückblickend, wenn ich jetzt auch gerade meine Enkelkinder angucke die dann in dem Alter sind, dann würde ich sagen war schon ganz schön krass was sie von mir erwartet haben meinen Eltern.
00:10:31: aber naja so war es halt das war auch.
00:10:35: dass ist vielleicht eine Schattenseite von der Kindheit.
00:10:38: zu früh zu viel Verantwortung.
00:10:42: aber so war's eben.
00:10:44: aber dass man das noch ein bisschen besser verstehen kann.
00:10:48: War denn dieses Pass mal auf deine Schwester auf dem geschuldet, dass seine Eltern jetzt dachten sie hätten Zeit für deine Schweste und dann doch keine Zeit hatten?
00:10:59: Oder ist das auch ein bisschen deren Mentalität gewesen.
00:11:06: Dass du gleich schon so'n bisschen in dieses erwachsenen Leben mit reingezogen worden
00:11:11: bist.
00:11:11: Das war früher so... Da war mein Vater häufig auch in Indien immer so ein paar Tage.
00:11:18: Und wenn der nicht da war und meine Mutter alleine war zum Beispiel, Nachmittags ... Dann musste ich halt mal auf meine Schwester draußen aufpassen.
00:11:27: Aber das war... Ich hab' das auch gar nicht als ungewöhnlich empfunden, weil diese Nachbarskinder mit denen wir gespielt haben, da war das eigentlich ähnlich!
00:11:36: Vielleicht war das damals auch so?
00:11:38: Ich weiß das gar nicht, ob das nur bei uns so war.
00:11:41: Weil du grade sagst, rückblickend glaube ich schon Dann springen wir mal kurz in das Jetzt.
00:11:50: Warum glaubst du das?
00:11:52: Was empfindest du, dass du sagst ja wahrscheinlich war es doch etwas zu sehr überfordernend?
00:12:00: Eigentlich denke ich das nur durch das Beobachten meiner Enkeltochter weil wenn ich sehe die ist jetzt also jetzt ist sie sogar schon etwas älter.
00:12:09: aber als die drei war wär ich gleich auf die Idee gekommen, zu sagen pass mal auf jemand anderen auf.
00:12:17: Und das hat mich eigentlich erst auf diesen Gedanken gebracht und was ich da früher machen musste war ja schon eigentlich ganz schön
00:12:25: viel.
00:12:26: Also da wurde es dir als bewusst?
00:12:27: Ja
00:12:27: genau.
00:12:29: Du hast dich.
00:12:31: Zur fünften Klasse wolltest du dann unbedingt in das Klostergymnasium Sankt Adelheit für Mädchen obwohl dies deine Eltern gar nicht so richtig forciert hatten.
00:12:40: Dennoch hast du mit deinen Freundinnen, mit den Jungs des naheliegenden jungen Gymnasiums Partys gefeiert.
00:12:48: Hattest auch mit sechzehn deinen ersten Freund... Also das war jetzt nicht ganz so wie man sich das ja so vorstellt dass ihr so ganz brav wart.
00:12:57: Worin siehst Du denn?
00:12:59: die Vorteile aber auch die Nachteile wenn man nur mit Mädchen auf eine Schule geht?
00:13:07: Und zum Teil ja auch noch von Klusterschwestern unterrichtet wird.
00:13:11: Ja,
00:13:12: also wir hatten in Latein hatte ich eine Schwester in Geschichte... Also ich hatte einige Schwestern aber auch weltliche Lehrer.
00:13:19: das war so gemixt Aber das war schon schön.
00:13:24: besonders die Von der fünften bis zur sagen wir mal neunten, zehnten Klasse war es total schön nur mit Mädchen zu sein.
00:13:34: So habe ich das empfunden Aber in der Oberstufe fand ich es gar nicht mehr so schön.
00:13:39: Aber auch das ist normal und ... Der Vorteil ist, dass man sagt, wo wurde mir das gesagt?
00:13:47: In den naturwissenschaftlichen Fächern mehr auf die Mädchen Rücksicht nimmt oder sagen wir mal, dass sie sich besser entwickeln können.
00:13:55: wenn Jungs dabei sind gehen die oft unter.
00:13:59: Ich weiß nicht ob's so ist, ich hatte Mathe Leistungskurs Also bei mir hat das gestimmt.
00:14:07: Aber der Nachteil ist, dass man das andere Geschlecht nicht richtig kennenlernt.
00:14:13: Also ich war ja zu Hause auch nur mit ... also wir waren ja nur Schwestern und ich wusste überhaupt nicht wie Jungs so richtig ticken.
00:14:19: Das hab' ich dann erst später gelernt!
00:14:22: Ja und deine freie Eltern nehm ich jetzt mal an, waren nicht wie meine Eltern?
00:14:26: Die rannten nämlich immer nackt durchs Haus.
00:14:29: Nein!
00:14:29: Nein, eher nicht.
00:14:31: Also das ist bei der indischen Kultur ganz anders.
00:14:35: also das war schon so in eine Sauna gehen sowas das gab es überhaupt gar nicht.
00:14:42: Das waren doch ein bisschen dein Geheimnis dass andere geschlägt?
00:14:45: Ja ein großes geheimnis.
00:14:48: Viel Freizeit hattest du ja während deiner Schulzeit auch nicht.
00:14:52: Du spielst ein bisschen Volleyball hast aber dann am Nachmittag und an den Wochenenden doch sehr stark auch in der Firma deines Vaters mitgeholfen.
00:15:03: Wie sehr konnte dein Vater denn überhaupt Vater sein?
00:15:08: Denn der Fokus von ihm, also besonders von ihm lag ja oft auf der Firma.
00:15:12: hatte er denn auch mal Zeit und Muße so dich ...in deiner Wahrhaftigkeit kennenzulernen und du auch ihn!
00:15:21: Also ich meine jetzt nicht das heißt ja vorher gesagt er war da.
00:15:24: Aber war er wirklich da?
00:15:27: Da kann man gar nicht sein, als er war.
00:15:30: Also ich würde die Verbindung zwischen mir und meinem Vater als Enger geht nicht bezeichnen.
00:15:39: Mein Vater war für mich einer der wichtigsten Menschen überhaupt.
00:15:42: Und dem habe ich auch alles erzählt.
00:15:43: Er wusste alles über mich.
00:15:47: Der hat sich immer Zeit genommen, wenn in der Schule Probleme waren.
00:15:52: Einmal das weiß ich noch ... Da sollten wir in Physik meine Schwester und ich beide eine fünf kriegen.
00:15:58: Da haben wir gesagt, Daddy du musst uns helfen!
00:16:00: Wir haben immer daddy gesagt.
00:16:02: Ja das hat er auch dann sofort gemacht ist ja zur Schule gegangen.
00:16:04: Wir haben da noch ne vier bekommen weiter netterweise.
00:16:09: Ja nein der war immer für uns da immer und alleine dadurch dass er jeden Tag zum Mittagessen zu Hause war Hat der ja alles von uns mitgekriegt, was in der Schule gelaufen ist?
00:16:19: Der kannte alle Lehrer.
00:16:21: Er kannte unsere Probleme.
00:16:23: Der wusste alles!
00:16:24: Ja gut
00:16:24: aber auch da gibt es viele Väter die nach Hause kommen und dann wollen sie eigentlich gar nichts wissen.
00:16:29: Also die wollen
00:16:30: gar nicht zuhören, die wollen ihre Ruhe.
00:16:32: Der
00:16:33: wollte alles wissen.
00:16:34: Alles wollte er von uns wissen.
00:16:36: Und wenn du sagst sein Fokus lag auf der Firma Dann würde ich sagen ja Aber seinen Fokus war genauso auf uns.
00:16:46: Also dann hat er auch euch viele Fragen gestellt, hat sich mit dir mal hingesetzt und wollte wissen wie es dir geht.
00:16:54: Es war sehr zuwendend!
00:16:57: Ja also der hat jetzt nicht gesagt Wie geht's dir heute?
00:17:00: Sondern der hat das ja gemerkt Wenn irgendwas war was ist los?
00:17:04: Aber ich habe schon das Gefühl Der stand immer hinter uns oder vor uns oder an unserer Seite mit voller Aufmerksamkeit da.
00:17:17: Und wenn wir zusammen in der Firma waren zum Beispiel, dann hat er sich immer zwischendurch Zeit genommen.
00:17:24: Dann sind wir in sein Büro gegangen und haben uns eine Tasse Tee gemacht und haben philosophiert eigentlich über Gott und die Welt geredet.
00:17:34: Das war übrigens sowieso so.
00:17:35: Die anderen meine Freunde und so haben festgestellt bei euch zu Hause gibt es nur zwei Themen entweder ihr redet über Blusen oder über Philosophie, oder spirituelle Themen.
00:17:47: Und genau so war das auch.
00:17:49: Aber das war schön und das vermisse ich auch sehr.
00:17:53: Das war wirklich schön!
00:17:54: Also es heißt er hat euch seine Kultur- und Denkweise also die Spiritualität in Indien auch näher gebracht?
00:18:04: Ja ja aber wie gesagt das waren wir gar nicht bewusst weil das ganz normaler Teil des Alltags war.
00:18:11: Nach dem Abitur in der Modebranche wollte man eigentlich Theologie studieren und Pfarrerin werden.
00:18:18: Aber deine Eltern waren dagegen, denn sie sahen dich eher so in der Modebranche als Nachfolgerin der Firma.
00:18:27: Dann hattest du die Idee, Indologie zu studieren – das wollten aber auch wieder nicht wirklich!
00:18:34: Und schließlich hast du dann ein VWL-Studium in Bonn begonnen.
00:18:39: Du hast aber gleich nach zwei Semestern wieder aufgegeben, weil du richtig interessiert hattest dich dann doch nicht.
00:18:45: Und in dieser Zeit lerntest du auch den Mann kennen, den du mit vierundzwanzig Jahren dann auch heiraten solltest oder wolltest?
00:18:56: Nur ein Jahr nach deinem Abitur warst du dort, wo deine Eltern immer sehen haben ... oder immer sehen wollten, nämlich auf der renommierten Textilfachschule in Nagold wo du von vierundachtzig bis sechsundachtzlich studiert hast und als Textilbetriebswirtin deinen Abschluss machtest.
00:19:19: Das ist ja so ein bisschen die Schule muss man den Hörern erzählen, wo eigentlich von ganz Deutschland- oder deutschsprachigen Ländern der Leute, die große Geschäfte haben, also Modegeschäfte dann dort lernen um eigentlich das Unternehmen zu gründen.
00:19:41: Die Eltern versprachen sich – habe ich damals immer gehört und war ja auch in der Modebranche tätig oder bin es noch – dass man so ein bisschen hoffte, die Töchter mit den Söhnen aus zwei verschiedenen großen Häusern heiraten, also sich kennenlernen.
00:20:01: Also es war so ein bisschen so gedacht.
00:20:03: und zum grünenden Happy End hast du da in nineteenhundertsechsund achtzig mit zwanzig, also sehr jung, in einem Haus in der Innenstadt welches dein Vater gekauft hat, ein großes Modegeschäft unter dem gleichen Namen Gileo Also aufgemacht, also es war dann sozusagen sofort viele Angestellte.
00:20:26: thirty-sixtausend Euro monatliche Fixkosten oder mag wahrscheinlich damals noch keine Ahnung bis jetzt gerade mal rechnen.
00:20:34: Sechsund achtzig und dann startete du gleich so eine Karriere als ganz erfolgreiche junge Unternehmerin.
00:20:44: das Geschäft brummte Dein zukünftiger Ehemann hängte sein Jurastudium an den Nagel, unterstützte dich in deinem Laden und ihr erweitertet auch das Business in den kommenden Jahren mit zwei weiteren Läden in der Umgebung von Bonn.
00:21:02: Aber hattest du das Gefühl dass du damals so wirklich deine Träume gelebt hast oder hast du mehr die Träime deiner Eltern gelebt?
00:21:14: Ganz eindeutig die Träume meiner Eltern.
00:21:17: Weil das war nicht das, was ich wollte.
00:21:19: Ich bin da reingerutscht.
00:21:22: Also so hat es sich angefühlt und ... Es war natürlich auch ein bisschen schöner am Anfang vor allem weil alle immer gesagt haben oh du hast so'n Glück!
00:21:32: So'n tolles Leben mit dem Geschäft und so spannend in der Modebranche.
00:21:38: aber ich fand das gar nicht so spannend.
00:21:40: Ich fand das stressig Und ich hab dann auch irgendwann gedacht, das ist einfach so gar nicht was ich machen will für immer auf gar keinen Fall.
00:21:51: Naja und so entwickelte sich das dass ich diese Stimme immer lauter wurde mit der Zeit.
00:21:57: aber damals als du es gegründet hast also wirklich gesagt hast okay dieses Haus gut dein Vater hatte das gekauft wahrscheinlich schon ein bisschen mit dem Gefühl meine Tochter könnte sowas ja machen.
00:22:12: Sie haben sich da charmant reingezogen in diese Welt?
00:22:15: Das
00:22:15: passiert ja bei Unternehmer, Kindern häufiger.
00:22:17: Ja klar
00:22:18: auch bei Hoteliers Kinder und so.
00:22:20: ich glaube das ist Teil der Erziehung dann einfach auch.
00:22:26: aber in dem Moment also in diesen Jahren in denen du es gemacht hast.
00:22:32: Hast du am Anfang ja wahrscheinlich schon gedacht, das ist richtig?
00:22:36: Oder ist es dein Weg.
00:22:37: Ja ich habe gedacht, dass ist richtig.
00:22:39: Das ist mein Weg und wir hatten auch Pläne eine große Kette zu gründen und aufzubauen.
00:22:47: Also war
00:22:47: er ein Multilabel Store?
00:22:49: Ich hab nicht nur
00:22:50: eure eigene Ware verkauft sondern es gab auch viele andere Firmen
00:22:54: die er eingekauft hat.
00:22:55: Die ganzen bekannten Firmen, die damals in waren, die gab's bei uns auch.
00:23:02: Du warst eine erfolgreiche Unternehmerin.
00:23:07: Da bekommt man ja auch viel
00:23:09: Zusprache
00:23:10: und viel Applaus, das hat dir wahrscheinlich auch gefallen oder?
00:23:18: Das war mir eigentlich gar nicht wichtig.
00:23:20: Ich finde auch Erfolg ... Also ich war ja jung, ne!
00:23:23: Ich war zwanzig-dreiundzwanzig Jahre.
00:23:26: Erfolg ist schön aber eben auch nicht alles.
00:23:32: Das habe ich schon sehr früh gelernt.
00:23:35: Und ein Jahr nach eurer Hochzeit kam dann neunzehnhundertneinundachtzig eure erste Tochter auf die Welt und neunzenhundertdreiundneinzig eure zweite?
00:23:45: Hast du denn die jeweilige Schwanger- und Mutterschaft genauso easy gestemmt wie dein Unternehmertum, und warst du die Mutter, die du immer sein
00:23:56: wolltest?".
00:23:58: Zwei Fragen auf einmal.
00:24:00: Die Schwangerschaft, die beide waren ganz normal.
00:24:08: einfach eigentlich weil ich hab auch immer nur gearbeitet.
00:24:11: bei meiner ersten Tochter war ich noch am Tag der Geburt im Geschäft und habe gearbeitet da nicht mehr so extrem natürlich aber Ich weiß das noch genau.
00:24:20: Da kamen Vertreter und ich habe irgendwas bestellt Und dann hat er gefragt Ja wann ist es denn soweit?
00:24:25: Dann habe ich gesagt ja Heute.
00:24:27: Und der, oh Hilfe!
00:24:28: Ich glaube ich war jetzt
00:24:29: besser.".
00:24:30: Also das war ja so typische, ich sag mal Unternehmarschwangerschaft einfach immer gearbeitet.
00:24:37: Ob ich die Mutter war, die ich gerne sein wollte?
00:24:41: Ja...ich glaube schon.
00:24:43: Ich wollte übrigens immer also es habe mich auch schon mit zehn elf gesagt wenn ich fünfundzwanzig bin dann möchte ich ein Kind haben.
00:24:51: Das stand für mich fest und es stand auch für dass ich zwei Kinder haben wollte.
00:24:59: Und ... Ich war, glaub ich schon, also nein nicht glaube ich, ich war die Mutter, die es sein wollte und ich bin immer noch die Mutter der es sein will.
00:25:08: Sehr schön!
00:25:09: Ja gut das hätte ja sein können, dass du auch da eine gewisse Zerrissenheit gespürt hast.
00:25:15: Aber deine Kinder sind wahrscheinlich auch wieder so aufgewachsen wie du.
00:25:20: Also du warst zwar berufstätig aber du hast Dennoch auch Zeit für sie gehabt.
00:25:26: Ja, ich hab das eigentlich ganz gut geregeln können.
00:25:30: Ich habe jeden Tag nur bis Mittags gearbeitet und war jeden Nachmittag mit den Kindern zusammen.
00:25:36: Jeden!
00:25:37: Da hab' ich keine Termine gehabt und nichts.
00:25:38: Da hab ich gesagt ne, dass ist es nicht wert.
00:25:42: Und dann hatte ich noch eine ... Meine Schwiegermutter hat auf die Kinder aufgepasst, als sie klein waren.
00:25:48: Dann waren Sie halt im Kindergarten, der damals noch um zwölf zugemacht hat mittags.
00:25:53: Aber das ist ein anderes Thema und ...
00:25:55: Das gibt Zeug auch noch fast!
00:25:59: Ja, nee, das war schön geregelt.
00:26:02: Ich hatte nicht das Gefühl, dass ich Zeit mit denen verpasst hätte.
00:26:09: Während deiner zweiten Schwangerschaft, nineteenhundertneunzig hatte dein Mann eine Affäre die du zwar instinktiv gespürt hast er aber immer abgestritten hat.
00:26:20: Schließlich wurdest Du dann doch wegen dieser besagten Dame verlassen und er zog aus.
00:26:28: Hat dir das denn regelrecht den Boden unter den Füßen weggezogen?
00:26:32: Schließlich hattet ihr nicht nur diese zwei gemeinsamen kleinen Kinder, sondern ihr wart ja auch geschäftlich miteinander verbunden.
00:26:40: Und wie hast du diesen Liebesentzug empfunden und wie hast Du ihn überlebt?
00:26:48: oder war das für Dich gar nicht so extrem schlimm weil Du ja Deine enge Familie hattest?
00:26:55: also Das war so schlimm, schlimmer geht's gar nicht.
00:26:58: Das hat mir komplett den Boden unter den Füßen weckerissen und darunter war ein tiefes schwarzes Loch und ich bin bis ganz unten hingefallen.
00:27:08: aber so richtig die Kinder waren ja ganz klein.
00:27:11: also das war wirklich eine sehr schwarze Stunde in meinem Leben oder ne Phase.
00:27:19: Aber irgendwann habe ich gemerkt Ich will nicht immer wütend sein oder diese negativen Gefühle haben.
00:27:28: Ich hab da gemerkt, wenn ich wütender bin und mich ärgere oder ihn verachte und hasse und was man alles für Gefühl hat, dann schade ich ja nur mir
00:27:38: selber.".
00:27:39: Das ist so als wenn man sich selbst verletzt oder ritzt oder sich eine Giftspritze setzt.
00:27:46: Und dann habe ich irgendwann gedacht ... Ich hab noch alles vor mir, ich will ein schönes Leben haben.
00:27:53: Das kann ich aber nur haben, wenn nicht das Opfer meiner eigenen Gedanken
00:27:58: bin.".
00:27:59: Und dann habe ich mich gezwungen und dran gearbeitet.
00:28:05: Wenn du schlechte Gefühle hast und so richtig wütend sein willst, sei das zeitlich begrenzt!
00:28:12: Dann habe ich für mich diese zehn Minuten Regel erfunden.
00:28:17: Dann guckst du auf die Uhr, zehn Minuten jetzt mal so richtig sauer sein.
00:28:21: Aber nach zehn Minuten ist Schluss, dann denkst du an deine Zukunft und denkst gute
00:28:26: Gedanken.".
00:28:27: Das war am Anfang habe ich dann öfter mal zehn Minuten gehabt am Tag aber es wurde immer weniger und weniger.
00:28:34: Und ja, so habe ich diese Krise oder diese schwarze Zeit in meinem Leben gut gemeistert und deshalb weiß ich jetzt auch ... Was man tun kann, wenn man in so einer Krise steckt.
00:28:48: Also mich fragen jetzt ganz oft Frauen die in Erscheidungssituation sind zum Beispiel was sie machen können und ich kann ihnen gut helfen natürlich weil ich leider selber durch dieses Tal gewandert bin.
00:29:02: Hast du denn deinem Ex-Mann jemals verziehen?
00:29:06: Ja also Ich kann mich gar nicht mehr an diese Zeit erinnern.
00:29:10: Das ist jetzt so lange her, ich hab dem verziehenen wir sind auch befreundet der ist auch Weihnachten immer bei uns und an den Geburtstagen und so.
00:29:18: ja wir haben ja gemeinsame Kinder.
00:29:21: ach das war irgendwann war es war mir das auch egal.
00:29:26: also dass ja ich habe ihn verziehen.
00:29:28: komplett
00:29:30: in dem Trennungsjahr nineteenhundert vierneinzig hast du ein sehr schönes Haus in Bonn gekauft wo du mit deinen Kindern eigentlich einziehen wolltest.
00:29:40: Jedoch musste das bis zu eurem Einzug erst mal ein bisschen renoviert werden, die Küche gemacht werden und so weiter.
00:29:47: Ungefähr zeitgleich wolltest du dich auch endlich mal scheiden lassen.
00:29:51: also weil es halt ja war tja verbandelt finanziell also geschäftlich und finanzielle und wolltest alles regeln.
00:29:59: Und dann hast Du einen Termin bei einem Scheidungsanwalt vereinbart der der empfohlen worden ist welchen du aber absagen musstest.
00:30:07: Da es dir an diesem Tag sehr schlecht ging, irgendwie plötzlich aus unerklärlichen Gründen hast du körperlich schlapp gemacht und das Schicksal nehm ich jetzt mal an wollte ist irgendwie anders mit dir oder hatte es anders mit ihr vor Um jetzt nicht noch mal ganz lange auf einen erneuten Termin zu warten, bist du da einfach ganz spontan zu einem anderen Scheidungsanwalt der in deiner Nachbarschaft seine Kanzlei hatte und den du so ganz flüchtig vom Sehen kanntest.
00:30:37: Ihr übernahm dann das Mandat und nur sechs Monate nach eurem Kennen lernen und einen Monat nach deiner Scheidung Bist du im März mit deinen zwei und fünfjährigen Kindern anstelle in dein Haus, in das von diesem besagten Anwalt eingezogen?
00:30:57: Wiederum ein Jahr später habt ihr in den letzten Jahren geheiratet.
00:31:01: Und seit bis heute – also seit über einen Dreißig-Jahren – ein glückliches Paar!
00:31:07: Woher namest Du damals, also im Jahr?
00:31:13: Du warst irgendwie Anfang dreißig, einunddreißig wenn ich richtig gerechnet habe.
00:31:18: Und nach einer enttäuschenden Ehe?
00:31:20: Nach Demütigungen?
00:31:23: Woher nahmst du den Mut und die Zuversicht dich so schnell und so konsequent wieder auf eine neue Liebe und Ehe
00:31:32: einzulassen?".
00:31:34: Ja das war echt mutig so, wenn du das so erzählst!
00:31:37: Eigentlich hat mein Vater da wieder ne Rolle gespielt.
00:31:42: Das war so ein ganz besonderer Moment.
00:31:45: Ich weiß das noch, da bin ich zu dem ins Büro gegangen und hab gesagt, ich habe ein großes Problem.
00:31:53: Ich weiss nicht was ich machen
00:31:54: soll.".
00:31:55: Und dann hat der gesagt okay, dann setze ich erst mal
00:31:58: hin.
00:32:01: Worum geht es denn?
00:32:02: Habe ich ihm erzählt dass ich überlege ob ich mich zu ... dem neuen Mann ziehen soll.
00:32:10: Aber ich war so unsicher, weil alle meine Freunde gesagt haben, spinnst du?
00:32:14: Mit zwei kleinen Kindern da einziehen bei jemanden, den du gar nicht richtig gut
00:32:17: kennst.".
00:32:18: Also, ich kannte ihn ja gut aber noch nicht so lange.
00:32:22: und dann hat mein Vater gesagt, mach mal deine Augen zu, atme ein und atme wieder aus.
00:32:30: Und dann hör man nur was dein Herz dir sagt.
00:32:34: Dann hab' ich das gemacht!
00:32:35: Und dann nach ein paar Minuten hat er mich gefragt, und was hat dein Herz gesagt?
00:32:40: Ja, hab ich gesagt.
00:32:41: Das will dahin ziehen!
00:32:43: Aber das geht ja aus den und denen und den Gründen nicht.
00:32:46: Dann hat er etwas Wichtiges gesagt.
00:32:48: Ach die und die Gründe, die hat doch nur deinen Kopf dir geschickt.
00:32:52: Um die kümmern wir uns später.
00:32:54: Diese Gründe die dein Kopf dir schickt können wir lösen.
00:32:58: Mach was dein Herz dir sagt.
00:33:01: Ich fand das großartig von ihm weil ... Er hat damit auch eine große Verantwortung übernommen, mir diesen Rat zu geben.
00:33:10: Und im Nachhinein sage ich, das war der beste Rat in meinem Leben und danach mache ich alles nur noch auf diese Art und Weise.
00:33:18: Wenn ich eine Entscheidung zu treffen habe, höre ich immer erst mal was sagt denn mein Herz eigentlich?
00:33:24: Das ist oft etwas ganz anderes als mein Kopf.
00:33:29: Dein Mann hat ja auch eine Tochter aus seiner ersten Ehe, welche aber bei eurem Kennenlernen schon lange beendet war.
00:33:36: Wir haben eure Kinder denn jeweils den anderen neuen Partner aufgenommen.
00:33:42: War die Patchwork-Familie eine Leichte?
00:33:47: Also, die Tochter von meinem Mann hat mich mit offenen Armen empfangen.
00:33:51: Die war damals was Lustiges gesagt.
00:33:55: Die alte Freundin vom Papa ... Aber du bist viel netter und fertig war die Sache!
00:34:00: Und meine Kinder waren ja ganz klein... Die wollten auch dahinziehen, die fand das ganz toll.
00:34:09: Aber meine älteste Tochter hat meinen Mann am Anfang noch gesiezt und dann gesagt ... Können Sie mir bitte den Butter rüberreichen?
00:34:20: Das war sehr lustig!
00:34:20: Und dann hat sie einmal gefragt als er das erste Mal bei dem war, wo ist denn eigentlich ihre Frau?
00:34:28: Dann hat der gesagt ich bin geschieden.
00:34:30: und dann hat sich gesagt Ach, das ist ja interessant.
00:34:33: Männer sind entweder geschieden oder arbeiten.
00:34:37: Aber dann nach einer kurzen Zeit hat sich das alles eingespielt und jetzt sind die unzertrennlich.
00:34:43: Ist ja klar nach dreißig Jahren!
00:34:46: In den drei Jahren nach eurer Hochzeit wurde dein Modegeschäft, welches du seit deiner zweieinzwanzigsten Lebensjahr täglich betrieben hast und da täglich gewesen bist... doch irgendwie so ein bisschen eine Belastung für dich.
00:35:01: Du hast es ja vorhin auch schon angedeutet und zur Jahrtausendwende hast du dann allen Mut zusammengenommen, dein Geschäft nach vierzehn wirtschaftlich erfolgreichen Jahren zugemacht um endlich deinen ganz großen Traum zu leben nämlich Bücher zu schreiben.
00:35:19: War denn dieser Traum dein Geheimnis oder wusste deine Familie, deine Freunde?
00:35:25: Wussten die davon?
00:35:27: und seit wann hast du denn diese unterdrückte Leidenschaft überhaupt gehabt.
00:35:34: Schon lange also entstanden ist dieser Wunsch Bücher zu schreiben.
00:35:40: schon als ich auf der Textilfahrschule in Nagold war da mussten wir eine Semesterarbeit schreiben und habe gemerkt Das macht mir ja total viel Spaß.
00:35:50: Es hat mir richtig, richtig Spaß gemacht, mich in so ein Thema reinzukniehen und dann so einen Text zu verfassen.
00:35:57: Und seitdem habe ich immer gedacht, irgendwann schreibe ich mal ein Buch.
00:36:00: Da war ich ja zwanzig damals.
00:36:03: Dann war aber gleichzeitig die Situation im deutschen Textil Einzelhandel, sodass es immer ... Schwieriger wurde.
00:36:12: Da kamen die Ketten, dann gab's auf einmal H&M und Sarah machte dann auf.
00:36:17: Aber Sarah glaub ich erst am Schluss H&m jedenfalls und diese Billigketten.
00:36:23: Und da wurde es zunehmend stressiger.
00:36:28: immer nur Umsatz, Umsatz ... Ich hab gedacht, ich will doch nicht mein ganzes Leben lang nur so Umsatzzahlen hinterherrennen!
00:36:37: Das macht mich nicht glücklich.
00:36:40: Und diese Stimme, die wurde immer lauter und lauter ... Dann hab ich das gemacht was mein Vater mir halt gesagt hat.
00:36:48: Hab auf meinen Herz gehört!
00:36:50: Das war natürlich ein Prozess und keine Entscheidung über Nacht sondern vielleicht mehrere Jahre.
00:36:59: Irgendwann habe ich grad jetzt
00:37:02: Hab ich den Mut.
00:37:03: Jetzt hab' ich den mut, ja?
00:37:05: Hat da auch dein Papi wieder gesagt!
00:37:07: Ist in
00:37:08: Ordnung?!
00:37:08: Ja und das rechne ich ihm ganz hoch an weil er war doch so stolz auf das Geschäft und dass sich das gemacht habe und ich glaube das war nicht so leicht für ihn.
00:37:18: aber ich hab ihm gesagt, dass mich das einfach nicht glücklich macht und was anderes machen möchte.
00:37:27: Hat denn mit dem Leben deiner Leidenschaft erst Die Wahrhaftigkeit deiner selbst begonnen?
00:37:37: Ja, wo du das so sagst.
00:37:39: Ich fühle mich seitdem als ich.
00:37:43: Und von was handelte da dein erstes Buch?
00:37:47: und wie hast du denn überhaupt einen Verlag gefunden der deinen Werk überhaupt veröffentlichten wollte?
00:37:53: Denn wenn ich recht zuhöre ... schon ein etwas steiniger Weg, weil viele träumen vielleicht davon.
00:38:03: Aber heißt ja nicht das es klappt?
00:38:05: Stimmt und so war's am Anfang auch.
00:38:09: mein erstes Buch hieß Wie Wünsche War Werden.
00:38:13: also ich hab mich schon damals als erstes mit diesen damit beschäftigt mit diesem Thema Und habe das Manuskript an mehrere Verlage geschickt und immer schöne Absage bekommen wie das halt so ist.
00:38:27: Das ist auch wirklich am Anfang nicht einfach, weil man ja dann auch an sich zweifelt und denkt ach es ist vielleicht gar nicht so gut.
00:38:35: Und wenn's keiner will ... Vielleicht hast du dir das eingebildet oder so?
00:38:42: Aber... Dann hab ich gedacht Man muss auch beharrlich bleiben.
00:38:49: Aufgeben direkt aufgeben gilt nicht!
00:38:51: Und da bin ich einfach dran geblieben.
00:38:53: Und diesen Tipp würde ich allen geben die im Buch schreiben oder egal was sie machen wollen Nicht am Anfang gleich aufgeben, dranbleiben.
00:39:01: Dranbleiben an seinen Träumen.
00:39:04: Das hab ich dann gemacht und nach einem Jahr hab ich den Smaragd-Verlag kennengelernt und die Verlegerin war begeistert.
00:39:13: Dann hatte ich ein Zuhause für meine ersten Bücher.
00:39:16: Es war ein kleiner Verlag aber ganz herzlich mit der Verlegerin bin ich immer noch befreundet.
00:39:23: Und dieses erste Buch, welches dann zweitausend veröffentlicht worden ist ... war ja schon ein Erfolg.
00:39:30: Und bis im Jahr zwei Tausend Fünf folgten dann drei weitere Lebenshilferatgeber, so nenne ich die jetzt mal, die ebenfalls auch wieder alle Erwartungen übertrafen.
00:39:43: Du hast also gleich zu Anfang deiner Karriere als Autorin und das finde ich interessant jedes Jahr eigentlich so ein neues Buch geschrieben Und immer den Nerv des Lesers getroffen oder der Leserin.
00:39:57: Ich weiß gar nicht, es klappt.
00:39:58: es sind mehr Frauen die in deinem Bücher liegen.
00:40:00: Habe ich jetzt mal
00:40:02: getippt.
00:40:03: Würdest du sagen dir wurde das Gespür für die Sehnsüchte der Frauen in die Wiege gelegt?
00:40:14: Ich weiß nicht ob in die wiege gelegte aber vielleicht liegt es auch daran dass
00:40:22: ich
00:40:22: gut beobachten kann und auch zuhöre.
00:40:25: Das tut, kann man ja vielleicht auch nicht lernen.
00:40:28: Also zu hören kann man vielleicht lernen.
00:40:30: Okay wenn du das so sagst dann ist es mehr in die Wiege.
00:40:33: Ja
00:40:33: weil ich glaube manche Dinge kann man nicht lernen,
00:40:36: also man kann
00:40:36: natürlich sagen Ich bemühe mich oder so.
00:40:38: aber Du hast ja anscheinend ein ganz gutes Gespür für das was die Frauen lesen wollen oder hören wollen oder wie mir.
00:40:51: Was denn gut tut?
00:40:53: Ja, weil deine Bücher gibt es ja auch als Hörbücher.
00:40:56: Also man kann's ja hören oder lesen und du sprichst das ja auch selber in
00:41:00: deiner Bücher?
00:41:03: Und fünf Jahre nach deinem ersten Bruch starb dein Vater im Jahr zweitersohn völlig unerwartet mit seventy-fünf Jahren in einer Autobahnraststätte an einem Herzen fragt was hat denn sein Tod mit dir gemacht und wie hat er dich verändert?
00:41:24: Also, das war für mich glaub ich der plötzliche Tod von meinem Vater.
00:41:28: Das war das Schlimmste was mir in meinem Leben passiert ist.
00:41:31: Es war fast noch schlimmer als die Scheidung weil er ja dann weg war.
00:41:37: Ich hatte dieses innigste Verhältnis zu ihm und ... Immer gesagt, er wird hundert.
00:41:44: Das hab ich ihm auch geglaubt und dann war der noch eine Woche oder zwei Tage bevor er gestorben ist beim Bluttest und hatte ... Ich habe so ein tolles Blutbild!
00:41:53: Ich werde hundert Jahre alt.
00:41:55: Naja, und dann kamen der Anruf und ja, weil kann...ich kann da gar nicht drüber sprechen.
00:42:02: So schlimm finde ich es immer noch.
00:42:05: Was hat das mit mir gemacht?
00:42:08: Mein Leben kurzzeitig zum Stillstand gebracht, so kann man's sagen.
00:42:12: Jeder, der das schon mal erlebt hat, weiß was ich meine.
00:42:16: Und dann ... Ja, erst mal so ein, zwei Jahre war Stillstand.
00:42:21: Ich musste mich auch sehr um meine Mutter kümmern, weil für die ist alles zusammengebrochen.
00:42:26: Aber auch dann hab ich gemerkt, wie soll ich das sagen?
00:42:32: Das ist das Glücklichsein!
00:42:34: Wie so'n Stehaufmännchen.
00:42:36: Auch wenn man ganz am Boden is'.
00:42:39: So langsam steht es wieder auf und man wird wieder Mann selbst, aber es dauert ein bisschen.
00:42:46: Und hast du nach seinem Tod denn auch lange gebraucht bis du wieder schreiben wolltest?
00:42:53: Was hat dir denn geholfen diese eigene Kraft und dein eigenes Ich wiederzufinden?
00:43:00: weil du hast dich ja sehr definiert über die Zuwendung und Austausch mit deinem Vater.
00:43:07: also Mir ging das zumindest so, als mein Vater gestorben ist.
00:43:11: Da ich schon noch mal gemerkt habe, da ist noch was anderes, was sich vielleicht noch gar nicht in mir entdeckt haben.
00:43:18: Ja, das war bei mir auch und da hab' ich ... Als mein Vater weg war, also als er gestorban ist, hab' Ich gemerkt, wir fehlten nicht nur meinen Vater.
00:43:27: Wir fehlte auch dieser ganze indische Teil von mir, diese meine andere Hälfte!
00:43:32: Das war ganz interessant.
00:43:35: Dann hab ich vermehrt den Kontakt zu meinen indischen Verwandten gesucht und das hat mir total gut getan, mit dem bin ich immer noch im engen Kontakt.
00:43:46: Ja, das hat mich sehr gut getan.
00:43:48: Und dann nach dem Tod von meinem Vater fing auch so eine andere intensive Zeit an.
00:43:54: Ich habe meine erste Erzählung geschrieben, die hieß Tara, die Reise zum Ich ... Und da spiegelt sich auch ein bisschen diese indische Philosophie drin.
00:44:08: Das war wahrscheinlich auch so eine Verarbeitungssache und dann hatte ich mich gerade wieder rausgerappelt.
00:44:16: Und dann ist noch was richtig Schlimmes auch passiert.
00:44:19: Und zwar ist in der Schule meiner Tochter ein Mädchen ermordet worden und das hat die gesamte Schule, die gesamten Gegend uns alle nochmal unter Schock gesetzt.
00:44:29: Das hat auch lange gedauert bis die Kinder irgendwie damit umgehen konnten.
00:44:35: Es war eine sehr intensive Zeit.
00:44:36: da habe ich mal gestoppt zu schreiben weil es ging nicht.
00:44:43: Das Leben geht aber ja weiter.
00:44:45: Dann haben wir ein Haus gekauft, sind umgezogen
00:44:49: ...
00:44:50: das hat sehr gut getan und dann wurde es langsam wieder so normaler.
00:44:59: Wir sind viel auf Reisen gegangen.
00:45:01: Wir haben die ganze Welt bereist.
00:45:04: Auf dem Amazonas, auf dem Yangtzeke, wir haben viele solche Fahrten gemacht.
00:45:08: Ich war in Japan, in Russland und in Kanada – in Amerika überall!
00:45:14: In Afrika.
00:45:15: Das fand ich ganz toll und spannend die anderen Kulturen kennenzulernen.
00:45:20: Und dabei habe ich auch so viel für meine Bücher gelernt weil es so kulturübergreifende Dinge gibt Glücksdinge, die für alle Menschen gelten.
00:45:28: Und das hat mich total fasziniert.
00:45:31: Welchen Unterschied erfährst du denn innerlich beim Schreiben einer Erzählung im Vergleich zu einem Ratgeber?
00:45:40: Also Erzählungen machen mir noch viel mehr Spaß.
00:45:44: Die Ratgebers, die schreibe ich oft weil die Leser mich fragen Kannst Du das nochmal genau erklären wie das und dass funktioniert oder was ich machen muss mache ich dann?
00:45:55: aber Der Programmleiter von Heine hat es noch nicht zu mir gesagt.
00:46:01: Da hab ich gesagt, das war echt anstrengend diesen Ratgeber zu schreiben.
00:46:05: Dann meinte er nur, da musst du sehr viel Gehirnschmalz reinstecken bei den Erzählungen.
00:46:11: Das ist so ein Flow, das fließt einfach.
00:46:13: Da muss ich am Anfang mir eine Geschichte überlegen aber nur den Anfang und dann entwickelt die sich von alleine.
00:46:21: Bisher hast du ja Zweiundzwanzig Bücher veröffentlicht und jedes Neue wurde erfolgreicher als das zuvor.
00:46:30: Dein Zweitausendsebzehn erschien der Humor voller und ungewöhnlicher Ratgeber, Danke liebes Universum!
00:46:37: Ging regelrecht durch die Decke war so ein Gamechanger bei dir öffnete dir nochmals ganz viele neue Türen.
00:46:46: Wie sehr belastet dich?
00:46:49: die immer selbstverständlicher werdende Erwartung auf Erfolg.
00:46:55: Und hast du manchmal Angst vom Scheitern?
00:46:59: Nee, Angst vom scheitern hab ich nicht weil es im Moment ... immer noch Bergauf geht.
00:47:08: Zum Beispiel sind meine Bücher auch im Ausland erschienen, in Taiwan, Südkorea, Serbien und Russland.
00:47:16: Da kommen einige andere Länder dazu.
00:47:19: Angst vom Scheitern hab ich nicht.
00:47:24: Man darf stolz auf sich sein.
00:47:26: Das musste ich allerdings lernen.
00:47:28: Ich wollte das nächste, das nächste.
00:47:30: Irgendwann hat mir jemand gesagt ... Halt doch mal Moment inne!
00:47:35: Schau dir das an, was du schon erreicht hast.
00:47:37: Das ist doch super!
00:47:39: Und Scheitern?
00:47:41: Was ist überhaupt Scheitarn?
00:47:43: Scheittern ist für mich... Also wenn ich jetzt irgendein Buch schreiben würde, was keiner lesen will, dann ist es aber für mich kein Scheitann, weil ich habe ja ganz viel Mühe auch in das Buch gesteckt und Leidenschaft.
00:47:56: Dann würde ich einfach nur sagen ... Ich hab es vielleicht am Markt vorbeigeschrieben, aber ich schreib die Bücher auch nicht nur für den Markt.
00:48:04: Insofern gibt's eigentlich gar keinen Scheitern.
00:48:07: Ja das ist ... Ich finde auch, ich sag das den Kindern immer.
00:48:11: Scheittern heißt doch nur dass eine Tür zu ist und wenn der Tür zu isst dann kommt ne bessere.
00:48:18: Das ist so.
00:48:19: ne ja Scheitermacht Das Wort, was macht das denn mit uns?
00:48:25: Das macht uns klein.
00:48:26: Das macht es zu Opfern.
00:48:28: Ich will aber kein Opfer sein und ich will nicht klein sein.
00:48:32: Wir scheitern nicht!
00:48:33: Wir probieren Dinge
00:48:34: aus.".
00:48:36: Und der Erfolg, der immer wieder in dein Leben trifft... Also, weil eben viele deine Bücher lesen wollen und kaufen ... Das ist aber auch nicht was für dich, was so ein bisschen Druck macht.
00:48:52: Man würde ja jetzt sagen, da muss mein nächstes
00:48:55: Buch wieder
00:48:56: besser werden und wieder toller.
00:48:58: Und dann sowieso eine Endlos-Schleife ... Da bist du nicht
00:49:04: unter Druck.
00:49:05: Nein gar nicht!
00:49:05: Ich sehe das nicht als eigenen Wettbewerb.
00:49:08: Ich muss immer besser und besser und höher und weiter.
00:49:11: Ne, höher, weiter schneller?
00:49:13: Das war früher mal... Aber jetzt ist für mich vielleicht tiefer und sinnvoller, also weil oder gehaltvoller philosophischer so was in die Richtung.
00:49:28: Und nee ich hab das nicht!
00:49:30: Ich habe diesen Druck nicht.
00:49:32: Nun manchmal hab' ich Termin-Druck wenn ich... aber das is dann immer meine eigene Schuld.
00:49:36: Wenn ich mit dem Verlag ausmache wann mein neues Buch erscheint Dann sagen wir zum Beispiel nächstes Jahr im Im Februar, das ist natürlich fertig.
00:49:48: Aber dann erscheint noch eins im Oktober?
00:49:52: Das ist nur nicht fertig!
00:49:53: Also da hab ich dann zeitlichen Druck... aber der Verlag ist auch so toll.
00:49:59: Wir arbeiten so eng zusammen.
00:50:01: wenn mich jetzt vielleicht total verrennen würde.
00:50:04: Ich glaub', dann würden die auf die Bremse treten und sagen, Anjana komm' vielleicht noch ein bisschen mehr in diese Richtung oder so.
00:50:11: Deshalb fühle ich mich da super aufgehoben.
00:50:15: Deine Lebenshilfe und Wunscherfüllungsratgeber sowie auch deine Erzählungen beschäftigen sich also im Wesentlichen mit der Kraft der Gedanken.
00:50:27: Und dieser magischen Verbindung, den Energien die wir zwar nicht sehen können aber dennoch ganz viel bewirken und ja da sind.
00:50:38: Jedoch ist dies alles keine Wissenschaft und es gibt dazu auch kein anerkantes Studium.
00:50:45: Wie gehst du denn damit um, dass die Dinge über die Du schreibst nicht zu beweisen sind?
00:50:53: Noch nicht bewiesen sind – das ist der Unterschied!
00:50:56: Die sind schon zu beweise.
00:50:58: Guck mal als ich angefangen habe vor fünfzehnzig Jahren ... Da haben die Leute ... Die Wissenschaft, da hat sie darüber gelacht.
00:51:05: Wenn man gesagt hat, die Kraft der Gedanken kann man
00:51:08: nutzen.".
00:51:10: Inzwischen ist es sogar wissenschaftlich bewiesen das Gedankengrafthaben.
00:51:15: Sogar die Uni Eppendorf und Harvard alle machen Experimente dazu.
00:51:20: Vor vor fünfzehnzig Jahren hat man darüber gelacht, wenn Ärzte gesagt haben, man muss ganzheitlich den Menschen betrachten.
00:51:27: Jetzt weiß man, dass man das tatsächlich muss!
00:51:30: Also ich würde so sagen, immer Pioniere oder Impulsgeber, die eine These ausstellen.
00:51:39: Oder irgendwas behaupten, wovon sie sicher sind, dass das wahr ist und die Wissenschaft wird dann erst beweisen, dass es auch wirklich wahr ist.
00:51:50: aber wir können natürlich nicht mit allem darauf warten, dass die Wissenschaft zuerst was beweist.
00:51:57: wie soll das funktionieren?
00:51:58: Immer sind zuerst die Impulsegeber da.
00:52:01: Also muss man das auch ein bisschen aushalten, wenn vielleicht der eine oder andere sagt so ungefähr was schreibt denn die da für Zeug?
00:52:11: Das gibt es ja manchmal auch.
00:52:13: Ja
00:52:13: also jetzt inzwischen nicht mehr.
00:52:15: aber das hatte ich.
00:52:16: natürlich hatte ich dass weil ich ja relativ früh vor fünf zwanzig Jahren mit diesen Themen angefangen habe und in Deutschland sind die Menschen ja sehr kopfgesteuert sagen wir mal.
00:52:27: Und alleine diese Frage, gerade war ja auch ein bisschen eine richtige Kopffrage.
00:52:32: Aber ich habe ja durch meinen indischen Background eben auch die andere Seite und ich weiß ja dass diese Dinge wahr sind.
00:52:40: Ich weiß nur...ich weiß auch das es hier noch nicht so bekannt ist aber jetzt schon.
00:52:45: Es wird jedes Jahr mehr und mehr.
00:52:48: Wir werden offener!
00:52:49: Ja genau, genau.
00:52:51: Das ist eigentlich die schönste Kombi wenn man dann Kopf und Herz kombiniert, ne?
00:52:58: Welche Rolle spielt denn für einen Autor der Verlag.
00:53:02: Du hast ihn gerade angedeutet, dass du da so sich sicher fühlst.
00:53:06: Du bist zum renommierten Heineverlag gewechselt.
00:53:12: Welche Wandlungen hast du dir z.B.
00:53:15: von einem Wechsel versprochen und haben sich dann auch Erwartungen erfüllt?
00:53:21: Also du hast schon beantwortet, dass sie dich sehr wohlfühlt.
00:53:25: Wie wichtig ist denn heute überhaupt noch ein Verlag?
00:53:29: Also für mich ist der absolut lebenswichtig fast.
00:53:34: Diese Verbindung mit denen, die ist so bereichern und wir sind so ein tolles Team geworden und mitten mit der Zeit aneinander gewachsen oder miteinander gewachsen das ist ganz, ganz toll.
00:53:48: wenn ich irgendwo nicht so weiter weiß dann... kriege ich da einen Push in die richtige Richtung oder ich gebe ein, auch wenn wir ein Cover entwickeln.
00:53:57: Ja, wir sind mittlerweile so richtig, richtig schönes Team und ja das ist echt das Allerschönste.
00:54:05: was mir passiert ist dass ich bei denen gelandet bin.
00:54:08: Weil ich frag auch deshalb weil heute hört man das man ja auch im mit Social Media, mit allen möglichen Plattformen auch wunderbar selber seine Bücher schreiben kann.
00:54:21: Gibt sie dann vielleicht nicht gedruckt?
00:54:23: Aber man kann sie eben so als E-Book bekommen und eigentlich kannst du dir deine Zielgruppe ja schon selber suchen.
00:54:30: aber das ist wahrscheinlich
00:54:31: nicht wirklich so.
00:54:32: Die Wahrheit ist eine andere.
00:54:33: ich meine dass sind Profis und mit Profis zu arbeiten macht einfach... Richtig Spaß.
00:54:39: Und natürlich ist das schön, dass Leute ihre Bücher selber veröffentlichen können.
00:54:43: Die werden ja früher in irgendeinem Regal verstaubt.
00:54:46: Ist schon schön!
00:54:48: Aber... Das ist eine andere Liga jetzt.
00:54:52: Sonst würden die Bücher nie ins Ausland kommen.
00:54:54: Die würde nicht in den Buchhandlungen liegen.
00:54:57: Die würden auf die Spiegel-Bestsellerliste kommen und so.
00:55:00: Es ist ganz anders.
00:55:02: Natürlich verdienen manche Bestsellerautoren, die nur Self-Publishing machen vielleicht mehr an einem Buch als ich oder als jemand der mit dem Verlag arbeitet.
00:55:16: Aber also für mich wäre das nicht der richtige Weg.
00:55:20: Ich liebe diese ... Diese... Ich weiß ja nicht wie ich das sagen soll.
00:55:26: Ich hab die Freiheit alles zu machen was ich will aber auch einen Schutz Und ganz tolle Ratgeber an meiner Seite.
00:55:36: Ja, das ist einfach für mich der Verlag.
00:55:39: was ganz Tolles.
00:55:40: Letztes Jahr, im Jahr twenty-fünfundzwanzig hast du unter anderem auch das Bilderbuch für Kinder ab vier Jahre Ich bringe dir das Glück vom kleinen Elefanten und seinen Glücksgeheimnissen und den Ratgebern für Eltern Der Vogel, der seinen Flügeln vertraute geschrieben.
00:55:59: und dann gab es sogar noch so was, die zwölf Geheimnisse der Lebensfreude.
00:56:05: Also du haust die Bücher gerade so raus!
00:56:09: Ist uns Menschen denn mehr und mehr deiner Meinung nach die Fähigkeit für das Glücklichsein abhandengekommen?
00:56:17: Ja... sagen wir mal so, es wird ein bisschen zugeschüttet von den ganzen negativen Dingen und von der Entwicklung der Welt.
00:56:25: Und das merke ich zunehmend dass die Leute mich fragen ja wie kannst du denn in diesen Zeiten noch glücklich sein oder zufrieden sein?
00:56:34: Aber dann antworte ich immer gerade jetzt müssen wir glücklich seien weil da kommt wieder deine Wissenschaft ins Spiel Die Wissenschaft nämlich erwiesen hat Glücklich und zufrieden sind, länger Leben gesünder sind.
00:56:55: Und Probleme besser lösen können, Herausforderungen besser stemmen können und insgesamt mit den Situationen besser umgehen können.
00:57:04: Deshalb habe ich dieses Buch für die Kinder geschrieben weil mich so viele Leser gefragt haben.
00:57:09: Ich finde dein Wissen so toll aber kannst du wie soll ich das meinen Kindern vermitteln?
00:57:13: So ist das entstanden.
00:57:16: Also wir sollten versuchen immer positiv, immer optimistisch zu denken um letztendlich auch glücklich zu sein.
00:57:24: Man kann seinen Glück selbst in die Hand.
00:57:27: Ja also das ist ganz wichtig.
00:57:29: Glück und Zufriedenheit sind nicht passiv was einem zufällig passiert sondern dass es aktiv.
00:57:35: Wir bestimmen oder wir stellen die Weichen.
00:57:41: Ich sag immer, es gibt zwei Spiralen.
00:57:42: Die Negativspirale und die Positivspiralle.
00:57:45: Und jeder negative Gedanke, jedes negative Gefühl aktiviert die Negativspirale, die uns in den Keller führt.
00:57:51: Da wollen wir ja mal nicht hin, ne?
00:57:53: Wir wollen ja in der Lebensfreude... Man muss sich klarmachen jetzt heute das ist unsere Lebenszeit, die hier abläuft.
00:58:03: Die dürfen wir uns nicht von diesen kollektiven Entwicklungen vermiesen lassen.
00:58:11: Weil am Ende des Lebens ist es doch so, da fragen sich die Menschen, wenn sie zurückschauen, hatte ich eigentlich ein glückliches Leben?
00:58:18: Die fragen sich nicht, hätte ich mir noch mehr Sorgen machen müssen?
00:58:22: Hätte ich noch mehr arbeiten müssen?
00:58:24: Hatte ich noch Geld verdienen müssen?
00:58:26: Es geht am Ende darum, hatte Ich ein erfülltes Leben?
00:58:31: und das haben wir in unserer Hand.
00:58:33: und deshalb sage ich auch immer Komm, die negativen Nachrichten.
00:58:37: Wir müssen zur Kenntnis nehmen was alles los ist in der Welt ist ja klar aber nur bis zum gewissen Punkt.
00:58:43: und dann sage ich wenn es mir zu viel wird weil ich die Stopp geste beide Hände vor den Körper mit den Handflächen nach außen sagt stopp Bis hierhin und nicht weiter Weil unser inneres dein inneres mein inneres das ist wichtig.
00:58:59: so was wir im Leben haben dass müssen wir schützen.
00:59:03: müsste denn dann in der Schlussfolgerung mentale Gesundheit auch so ein Fach in der Schule sein?
00:59:11: Ja genau, das ist etwas wofür ich mich einsetze.
00:59:15: Weil ich wollte... Früher habe ich gesagt Glück sollte einen Schulfach sein aber ich glaube besser ist mentale Gesundheits weil dass die Leute besser verstehen.
00:59:24: jetzt haben wir nur Sport an der Schule für die physische Gesundheit.
00:59:27: Aber der Körper ist wichtig aber der Geist ist ja genauso wichtig.
00:59:31: und Nein, ich denke das fach mentale Gesundheit ist überfällig.
00:59:41: Gerade jetzt, weil neulich habe ich eine Studie gelesen, ich glaube über sixty-fünf Prozent der Schüler in Deutschland stehen unter Druck und sind psychisch belastet.
00:59:52: Das geht ja gar nicht, das geht da überhaupt nicht.
00:59:55: Wir müssen denen das nötige Ich nenn's mal Glückshandwerkszeug mit an die Hand geben, weil es ist alles ganz einfach.
01:00:02: Man muss das nur machen und man muss den Kindern beibringen hey ihr könnt das selber machen.
01:00:07: Könntest du ja zum Beispiel vielleicht auch mal an Schulen gehen und kleine Vorträge halten oder so?
01:00:13: Was machst du vielleicht schon?
01:00:15: Nein das mache ich noch nicht aber das könnte ich machen!
01:00:17: Aber auch mein Tag hat nur vierundzwanzig Stunden.
01:00:21: Aber du hast natürlich recht... Achso nee ich war im Kindergarten meiner Enkeltochter da habe
01:00:28: Also auch kleine Kinder können das schon verstehen.
01:00:32: Ja,
01:00:32: ich habe zum Beispiel eine Sache die kleine Kinder total gut verstehen ist der Dankestein.
01:00:37: Da suchst du einen Stein draußen und schreibst einfach das Wort Danke drauf und dann legst Du den auf den Ess-Tisch.
01:00:45: und abends nach dem Essen nimmt jeder also abwechselnd den Stein in die Hand und sagt was ihn heute glücklich gemacht hat oder wofür er heute dankbar war Und dann gibt man den Stein zum Nächsten und zum Übernächsten usw.
01:01:00: Das Tolle ist, die Atmosphäre in der ganzen Familie wird besser und heller.
01:01:06: Alle sind auf einmal gut drauf.
01:01:09: Der tolle Nebeneffekt am nächsten Tag fokussiert jeder sich mehr auf die dankbaren glücklichen Momente als auf die negativen, weil er abends was erzählen will.
01:01:20: Ja schön, ich bin eine Gedanke!
01:01:23: Zur diesjährigen Buchmesse im Oktober, twenty-sixundzwanzig erscheint deine Erzählung Anna und der Zauber des Neuanfangs.
01:01:32: Welches von einer jungen Frau handelt die während einer kurzen Auszeit ganz besonderen Menschen begegnet?
01:01:40: Die ihr neue Impulse geben und die auch so eine andere Richtung für ihr Leben Eingabe sind für sie.
01:01:49: Sind alle deinen Bücher In irgendeiner Weise auch autobiografisch.
01:01:55: Also haben Sie irgendwo letztendlich auch mit dir selbst zu tun?
01:02:01: Ja, ja letztlich in jedem Buch steckt was und diese Dinge von denen ich erzähle die wirken wie man zum Beispiel zufriedener wird.
01:02:12: erfüllt er uns so weiter?
01:02:14: Die sind ja alle ausprobiert.
01:02:15: das habe Ich mir nicht ausgedacht und stelle das einfach so in den Raum sondern Das funktioniert tatsächlich.
01:02:21: Das haben ja Tausende von Lesern bestätigt, also bevor ich so ein Buch schreibe ist das alles verifiziert sein.
01:02:31: Erfahren und für mich bewiesen?
01:02:35: Die Wissenschaft muss es dann halt noch nachholen!
01:02:39: Du hilfst den Menschen mit deinen Büchern ja sehr... glücklicher zu werden.
01:02:45: Kann man dich eigentlich auch für eine private Beratung buchen?
01:02:51: Ja, das spielte ich seit einem Jahr ungefähr an oder seit einem knappen Jahr weil mich immer wieder so viele gefragt haben was kann ich tun um die und diese Situation zu lösen oder zu ändern.
01:03:04: Und am Anfang kam die mir mal bei Instagram geschrieben aber da ist es so kurz da kann Ich auch immer nur kurz antworten mache ich aber.
01:03:11: Aber wenn es so eine richtige individuelle persönliche Beratung sein soll, dann kann man das auf meiner Webseite buchen und dann vereinbaren Termin.
01:03:21: Und wie wichtig ist dir dein finanzieller Erfolg?
01:03:26: Es ist absolut nicht meine Motivation!
01:03:29: Ich weiß, Geld ist wichtig weil kein Geld zu haben ist auch nicht so schön aber es ist nicht meine Motivation.
01:03:36: Meine Motivion ist diese Dinge... Also diese Bücher zu schreiben, diese Dinge der ... Das hört sich jetzt so doof an.
01:03:44: Der Welt mitzuscheiden oder meinen Lesern zu schenken.
01:03:48: Deshalb die Bücher, die kosten zwölf Euro da dreizehn Euro, manche auch vierzehn.
01:03:52: Aber die sind alle sehr erschwinglich damit auch möglichst viele Leute, die lesen können.
01:03:58: Aber weil Geld schon eine große Rolle spielt für viele habe ich einen Buch geschrieben das von dem ich vorhin schon erzählt hab, im Februar erscheint und das ist ein Buch über Geld.
01:04:12: Titel weiß ich noch nicht genau oder wir wissen den natürlich
01:04:14: genau?
01:04:14: Also am Februar nächsten Jahres.
01:04:16: Also siebenundzwanzig.
01:04:17: Genau!
01:04:17: Im Februar siebenzwanziger Jahr.
01:04:20: Das Buch ist fertig liegt beim Verlag jetzt sind ja gerade am Titel- und am Cover.
01:04:26: Also da sagst du dann wie man mit Geld umgehen soll?
01:04:32: Gibt es
01:04:32: da Finanztipps?
01:04:34: oder was geht's in dem Buch?
01:04:37: Es gibt Dinge, die den Umgang und aber auch das Anziehen von Geld leichter machen.
01:04:49: Wir blockieren uns oft selbst beim Thema Geld.
01:04:52: Und um diese Blockaden geht es eigentlich wie wir die auflösen.
01:04:56: Schön!
01:04:57: Dann hat man noch Hoffnung dass es vielleicht ein bisschen mehr wird wenn man die Blockade löst.
01:05:04: Ja, es sind oft unsere eigenen Glaubenssätze die uns im Weg stehen und uns behindern.
01:05:09: Und um diese ganzen Aspekte geht's da?
01:05:12: Hast du eigentlich noch berufliche Träume oder sind die alle in Erfüllung gegangen?
01:05:19: Immer wenn einer in Erpfüllung geht habe ich schon den Nächsten!
01:05:22: Das ist bei mir immer so... Und jetzt hab' ich gerade also ein ganz großer Wunsch von mir.
01:05:29: ist das eines meiner Bücher Der kleine Elefant, der den Menschen das Glück brachte oder das kleine Hotel in Amerika erscheint.
01:05:40: Ich weiß auch nicht wieso aber irgendwie...
01:05:42: Können Sie es gebrauchen
01:05:43: gerade?
01:05:44: Ja, das stimmt!
01:05:45: Ich möchte das und ich wünsche mir das.
01:05:47: und weißt du was das Lustige war?
01:05:49: Ich habe mir vor fünf Jahren in dem Buch Danke liebes Universum.
01:05:55: gewünscht.
01:05:56: Liebes Universums, ich möchte gerne dass ein Buch von mir ins Chinesische übersetzt wird.
01:06:02: Dann hab' ich das vergessen.
01:06:06: Vorletzte Woche war ein Paket bei mir zu Hause.
01:06:08: Ich pack das aus, da ist der kleine Elefant, er den Menschen das Glück brachte auf chinesisch eine gedruckte Ausgabe weil das Buch in Taiwan erschienen ist und die sprechen ja chinesische.
01:06:24: Und dann habe ich mein buch im chinesischen Zeichen in meiner Hand.
01:06:27: Das war...ich kann das gar nicht beschreiben!
01:06:32: Gänsehaut-Moment, wo ich wieder wusste.
01:06:35: Krass!
01:06:36: Das wird am Ende doch alles wahr.
01:06:39: Und dann habe ich noch einen Traum?
01:06:43: Ja... Ich hätte so gerne das Buch, das kleine Hotel, wo Wünsche wahr werden, verfilmt würde eines Tages.
01:06:51: Das ist auch so entstanden weil mich so viele Leute fragen immer noch, Wo ist das kleine hotel?
01:06:58: Ich würde da so gerne hinfahren Kannst du mir die Adresse geben und so?
01:07:02: Aber Es gibt es ja in Wirklichkeit gar nicht und deshalb habe ich gedacht, eines Tages könnte man es verfüllen.
01:07:12: Dann können die Leute sehen wo's ist.
01:07:15: Du bist jetzt zweiundsechzig Jahre alt also zwei Jahre jünger als Ich aber wir beide befinden uns ja seit einer geraumten Zeit jenseits der Fruchtbarkeit Und auch so mitten im Loslassen der Schönheit im herkömmlichen Sinne.
01:07:32: Also, ich sag jetzt mal vielleicht ist die Haut nicht mehr ganz so toll und vielleicht merkt man so ein bisschen den Verfall also den Optischen.
01:07:41: Und wir sind auch Im erfahren einer ganz neuen Liebe nämlich der als Großmütter als mehrfache Großmüther Wie gehst du mit diesem?
01:07:52: Vielleicht auch letzten Abschnitt unseres Lebens als Frau um?
01:07:59: Ja dass älter werden.
01:08:02: Also, als ich Mitte fünftig war, da hatte ich mal kurz so einen Moment, wo ich gedacht habe ... ist ja jetzt auch nicht das Schönste was einem passiert, ältern zu werden.
01:08:15: und dann hab' ich gedacht... davor habe ich ja nochmal so Gas gegeben beruflich auch und war dann bei Instagram.
01:08:22: und irgendwann habe ich gedacht bist du nicht zu alt dafür jetzt?
01:08:26: Und ist es nicht peinlich?
01:08:28: Solche Gedanken hatte ich dann.
01:08:31: Aber da habe ich irgendwann gedacht, nein.
01:08:35: Nein!
01:08:35: Ich hab dann einfach gesagt, nee, ich bin im besten Alter das es gibt.
01:08:40: Ich habe jede Menge Erfahrung und noch jede Menge Zukunft vor mir.
01:08:45: Das ist doch das Allerbeste was es gibt.
01:08:47: aber es war ein Prozess.
01:08:49: Aber seitdem bin ich eigentlich... nicht eigentlich.
01:08:53: Ich bin rundum glücklich mit meinem Alter, ich fühle mich absolut wohl so wie es ist und ich liebe es dass ich relativ jung schon meine Enkelkinder habe und noch hoffentlich ganz viel Lebenszeit mit denen verbringen kann.
01:09:09: also bin ich jetzt mit mir da im reinen aber klar in den fünftigern.
01:09:16: obwohl die Zeit auch sehr genossen habe hatte ich aber So Zweifel und weißt du, was mir auch so, was ich so komisch finde ist das für viele Freunde die so alt sind wie wir.
01:09:28: Die reden dann immer schon von Rente und Ich brauche eine Wohnung ohne Treppe und lauter sowas denke ich so.
01:09:33: hey da sind wir gleich eiltrick Nee!
01:09:37: Ich sehe mich gar nicht in so einem alten Abschnitt sondern ich seh' mich einfach in In so einer der Bestzeiten meines Lebens.
01:09:48: Deine ältere Tochter hat internationale Beziehungen studiert und arbeitet heute als Journalistin beim öffentlich-rechtlichen Fernsehen.
01:09:57: Deine ÄltereTochter hat internationale Beziehung studiert, arbeitet heute Als JournalistInn ist verheiratet und Mutter von zwei Kindern.
01:10:05: Dein jüngerer Tochter studierte Wirtschaftspsychologie und arbeitet heute für das Unternehmen Fashion Council Germany, welche auch die Fashion Week in Berlin ins Leben gerufen hat.
01:10:16: Und bis heute verantwortet.
01:10:19: Sie ist ebenfalls verheiratet und hat gerade im April zwanzig sechsundzwanzig ihr erstes Kind bekommen.
01:10:27: Diese Geburt deines jüngsten Enkelkindes hat dich jedoch sehr verändert!
01:10:33: Was hat denn dazu geführt?
01:10:35: Dass du so eine innerliche Wandelung noch mal vollzogen
01:10:39: hast.
01:10:42: Es war eine dramatische Geburt und ein Notkaiserschnitt in letzter Minute, aber am Ende ist alles gut gegangen.
01:10:55: Es hat mich noch dankbarer gemacht, noch ein bisschen demütiger.
01:11:03: Auch die Dankbarkeit den Ärzten gegenüber der Dankbarheit ... dem Universum gegenüber, diesen Grundvertrauen.
01:11:10: Dass das gut gegangen ist und dass dieser kleine Mensch jetzt in unserem Leben ist und ich ihm begleiten darf – dankbar hat mich das gemacht!
01:11:21: Man will sich gar nicht ausmachen was alles hätte passieren können verbiete ich mir auch.
01:11:26: aber da waren diese Schreckmomente Und vor allem natürlich für meine Tochter und ihren Mann, sehr klar.
01:11:33: Aber für mich und meinen Mann ja auch.
01:11:38: Und dankbar hat mich das gemacht noch dankbarer.
01:11:44: Und dass ich die Zeit mit meinen Enkeln genießen will.
01:11:50: Möglichst viel Zeit mit denen!
01:11:53: Das kann ich unterstreichen.
01:11:54: Gestern waren sie wieder bei mir und dann hab' ich auch so gedacht, was man alles so auf sich nimmt wenn man die auch über Nacht hat... Ich
01:12:00: weiß!
01:12:01: ...und dann
01:12:01: Füße und Hände plötzlich im Gesicht und man kann überhaupt nicht schlafen weil man irgendwie denkt, man weckt die dann auf und bewegt sich.
01:12:07: aber irgendwie ist es auch schön dass man nochmal eine andere
01:12:12: Art
01:12:13: des Mutterseins ist vielleicht falsch irgendwie dieser Liebe zu einem Kind, dass man das noch mal erleben kann.
01:12:23: Ich
01:12:23: finde es hätte ich auch so gar nicht erwartet, dass die Kinder so abgöttisch liebt.
01:12:29: Das hätte ich also nicht erwartet.
01:12:31: Es war bei mir auch so.
01:12:33: Weil ich habe auch immer gedacht, es wird eine andere Liebe sein und dann hat mich das sehr überwältigt im Positiven dass ich so dachte, nee.
01:12:44: Für die würdest du genauso sterben?
01:12:46: Natürlich sofort!
01:12:48: Und weißte was auch total interessant ist.
01:12:50: meine Mutter, die jetzt wieder eine Generation weiter ist, sagt das Gleiche.
01:12:54: sie hat nicht gedacht, dass sie noch mal so ne Liebe spüren kann für Kinder wie für ihre Uhrenkelkinder.
01:13:02: Meine Mama hat es auch doch da hier am Ende der Straße und... Die freut sich auch immer so, wenn sie weiß, dass ich die Kinder hab.
01:13:09: Dann sagt sie, komm dir vorbei!
01:13:11: Ja meine Mutter kommt dann auch immer.
01:13:14: Also ich glaube das ist ein Moment für den man auch sehr dankbar sein sollte wie du schon sagst, dass man es erleben
01:13:23: darf.
01:13:25: und meine letzte Frage an dich wäre noch... Das berufliche Glücklichsein haben wir ja schon angesprochen aber dein Ein persönliches Glück.
01:13:38: Gibt es da auch noch so Träume?
01:13:42: Also, Träumen nicht ... Mein persönliches Glück ist wirklich meine Familie und dass ich die Zeit habe, meine Bücher zu schreiben.
01:13:51: Das macht mich einfach so unendlich glücklich und ja austauscht mit den Lesern.
01:13:56: Und das Ganze sein wie's gerade isst, das macht mich so glücklich!
01:14:01: Wenn das eine Weile anhält bin ich sehr zufrieden.
01:14:04: Da sind nicht noch irgendwelche... Träume, wo du sagst.
01:14:08: Dann wäre ich noch
01:14:10: glücklich.".
01:14:10: Nee dieses Wenn-Dann das habe ich mir sowieso abgewöhnt.
01:14:13: Wenn das und das passiert haben wir nicht glücklich ne?
01:14:15: Ich bin jetzt glücklich so wie es ist Und ich weiß es sehr zu schätzen weil ich halt auch viele Täler durchschritten habe und Es ist nicht so dass noch irgendetwas passieren muss Dass sich sagen würde dann bin ich richtig glücklich.
01:14:31: nee ich bin Jetzt richtig glücklich.
01:14:34: Ja,
01:14:35: dann danke ich dir sehr für dieses spannende tiefsinnige und bereichernde Gespräch.
01:14:41: Bei dem ich auch viel Neues gelernt habe und erfahren habe – auch ein bisschen über mich selbst!
01:14:47: Man ertappt sich ja immer bei bestimmten Gedanken und ich wünsche dir weiterhin viel Energie und Eingebungen bei deinen weiteren Büchern und hoffe dass du immer wieder so im Schreiben auch deine Erfüllung findest.
01:15:02: Danke, liebe Tania und danke dass ich hier sein durfte.